Donnerstag, 21. November 2024

20. November 2024 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Mainz/Wiesbaden bei Ernst

Foto: S. B.


Vorspeise: Confierter Lachs / Fischhautchip / Belugalinsensalat / Brot

Hauptgang: Coq au Vin - Kartoffelstampf / mediterrane Zucchini
Nachtisch: Tarte tatin / Lavendeleis / Melönchen


Der Mann ist das Problem
- Lied von Udo Jürgens

Wegen unerhörter Unaufmerksamkeit meinerseits habe ich von dem Problem überhaupt nichts mitbekommen - oder es - auch böse - nicht als Ärgernis wahrgenommen. Lena hingegen ist hier

woke

(aufgewacht, aufmerksam ... für ein wachsames Bewusstsein für soziale Gerechtigkeit)

und prangert Ernst' Aussagen über "junge Frauen" an. "Ich tu' mich mit seinem Humor schwer", sagt sie und relativiert leise: "Ernst ist eben aus einer anderen Generation."

Es wird sich eines Tages zeigen, welche Probleme die heute 30jährige Lena im Alter von Ernst bekommen wird, weil sie eben aus einer früheren Generation ist.

Ernst ist 64 Jahre alt und hat nach eigenem Bekunden "den schönsten Job der Welt, ich bin Rentner", während er früher Ingenieur war. Heute zeigt er, mit welchen

Aktivitäten sich Rentner u. a. beschäftigen können: sie kochen! Und wenn sie nicht mit gefühlten Ungehörigkeiten das Empfinden einer 30jährigen zum Kochen bringen, stehen sie in der Küche und werden von TV-Kameras bei der Speisenzubereitung begleitet.

Vielleicht ist Lena auch im Recht, vielleicht aber nur besonders empfindsam. Wie geschrieben, habe ich nichts mitbekommen ... und gebe zu, auch ich könnte sensibel auf manche Sprüche reagieren.


Das Menü

entsteht in trauter Gemeinsamkeit mit seiner 30jährigen Tochter Saskia. Es ergibt sich aus der obigen Speisekarte und darf von den spendablen Gästen bewertet werden.

Das Lavendel-Eis trifft auf Freunde und Feinde, und manchmal sind beide sogar in einer Person vereint:

Manuel vorher: Ich mag Lavendel-Eis, das ist so schön lila ... wie schöne Klamotten.
Manuel nachher: Ich mag das Lavendel-Eis gar nicht, es schmeckt zu sehr nach Seife.

Und sicher stört es ihn, dass es überhaupt nicht lila aussieht - wie vielleicht in seiner Lieblings-Eisdiele, in der man Farbstoffe als Verkaufs-Lockmittel hinzufügt.


Fazit

Lena hat allerdings nicht nur Kritik für Ernst, denn ihn bezieht sie schließlich in ihre Selbstbeweihräucherung ein, die lautet:

"Wir Kandidaten haben eine große soziale Ader ...".

Damit meint sie natürlich die Teilnahme an einer Sendung, in der der Gewinn an den RTL-Spendenmarathon gehen wird - und nicht in die Tasche des Höchst-Bewerteten wandert.

Mich würde interessieren, ob es Leute gegeben hat, die dem Sender für genau diese Ausgabe des "perfekten Dinners" eine Absage erteilt haben ...

Oder hatte doch niemand die Traute dazu? Und wenn doch: wird er oder sie für eine andere "Dinner"-Ausgabe zugelassen?

Die Punkte: 10 gibt Denise, je 9 Jana und Lena, 8 Manuel.

Mit 36 Zählern liegt Ernst an der bislang 1. Stelle ... und eine Spende wird seinen Namen tragen, falls ihn niemand überholt.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Mittwoch, 20. November 2024

19. November 2024 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Mainz/Wiesbaden bei Denise


"Ein bisschen Ligurien in Deutschland"
Vorspeise: Oktopus-Salat
Hauptgang: Dorade in Salzkruste - Gnocchi al pesto / Parmigiana
Nachtisch: Sommer-Tiramisu


Ei . Ei . Ei . - Verdorben

Nein, es gibt heute weder bei Denise noch bei mir Eierlikör, aber den Werbespruch habe ich kurzfristig recycelt, denn ich bin schließlich für Nachhaltigkeit. Weiteres zum Ei später ...

Die 40jährige Denise ist Angestellte bei einer Versicherung, aber ich habe gehört, dass man Koch-Erfolge oder -Misserfolge noch nicht versichern kann: zu heikel, zu brisant, da traut sich kein Versicherer ran.

Denise hat zum einen italienische und zum anderen englische Wurzeln, und wenn man die entsprechenden Klischees bemüht, stehen sich Italien und England kochtechnisch im Weg:

der italienischen Küche werden große Triumphe zugeordnet, während die englische dagegen zur Fraktion "Stiefkinder" gehört. Ich war schon oft in England und kann von keinen kulinarischen Desastern berichten.

Von Italien kenne ich lediglich Venedig: 2 Cappuccino und 2 Cognac am Markusplatz ... und man hat kein Geld mehr, um gut zu essen. - Spaß beiseite,

denn es geht heute um Denise: sie hat drei Kinder und sicherlich nicht viel Zeit neben der täglichen Nahrungszubereitung Kopf- und Handstände in der Küche zu machen, um außergewöhnliche Zutaten mit großem Erfahrungsschatz zu verbinden.


Das Menü

Die Vorspeise sieht eher aus wie ein Kartoffelsalat, denn normalerweise benennt man Speisen nach der dominanten Zutat: und ich sehe hier mehr (öde) Kartoffeln als alles andere. Dass sie Servierringe benutzt, um den sogenannten Pulpo-Salat in Form zu bringen, zeugt von Unerfahrenheit ... allenfalls hätte sie die Ringe benutzen können, damit auf jeden Teller die gleiche Menge gelangt.

Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird - könnte der Titel des Hauptganges sein: die Doraden, die sie einfach nur mit Salz zuschüttet (das ist noch lange keine wirkliche Salzkruste) zerrupft sie, als würde sie ein

Blumenbeet mit den Händen umgraben - und während der Auberginen-Auflauf bereits auf die Teller kommt, landen die Gnocchi erst in dem Topf, um gar zu werden. Am Ende

ist alles so kalt wie es oft das Wetter in England ist.

Für das sogenannte Tiramisu schlägt sie ein Ei auf, dann noch eins ... für sie riecht das zu sehr nach Ei, so dass sie vermutet, die Eier wären nicht mehr genießbar. Ist das so oder glaubt sie das nur? Hat sie die Eier in der Sonne auf dem Balkon gelagert? Oder möchte sie nur jemanden anrufen, damit dieser ihr frische Eier besorgt?

Wirklich verdorbene Eier riechen nach Schwefel - und der Geruch ist oft bereits durch die Schale wahrnehmbar.

Der Nachtisch ist ein Nachtisch, nichts Raffiniertes oder Besonderes - zumindest kann er nicht zu kalt sein.


Fazit

Was ansonsten an diesem Abend zählt? Der oft erwähnte RTL-Spendenmarathon. Und die Gäste, die nach dem Motto "Tue Gutes und sprich darüber" an einem zu langen Abend die Tischgespräche am Leben halten.

Die Spende für Denise: je 8 Punkte geben Manuel, Ernst und Lena, 7 gibt Jana.

Spenden sind schließlich rein freiwillig und setzen keine Leistung, sondern eher Bedürftigkeit voraus.

Mit 31 Zählern liegt Denise am 2. Tag auf dem bislang 2. Platz.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 19. November 2024

18. November 2024 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Mainz/Wiesbaden bei Manuel



"In Mainz Zuhause, im Saarland dehemm, mit offenen Augen durch die Welt und das Leben"

Vorspeise: Suppe, Salat und Kaffee - Curry-Suppe / Garnelen / Gurkensalat dazu ein Espresso Martini
Hauptgang: Saarländische Wirsingroulade - Kartoffel-Sellerie-Stampf / Möhrengemüse
Nachtisch: Aller guten Dinge sind drei! - Mini-Blaubeer-Nuss-Kokos- Törtchen Himbeeren in Schoko-Tarte / Vanillecreme


Am liebsten spenden wir, wenn uns jemand dabei zuschaut.
© Andrea Mira Meneghin (*1967)

"Wir helfen Kindern" steht in dieser Woche an der ersten Stelle und bezieht sich auf den RTL-Spendenmarathon. Eine gute Sache! Und die wird natürlich vom Tochter-Sender VOX mehr als entsprechend beworben,

so dass mir der nicht nur leise Verdacht kommt, dass Vox seine Zuschauer für ziemlich vergesslich hält.

Selbstverständlich muss der Spendenmarathon erwähnt werden (immerhin geht auch die 3.000 Euro Sieg-Prämie in den großen Topf), aber doch nicht permanent. Und das wird bis zum Ende der Woche genau so weitergehen ... damit auch der Nicht-Zuschauer, der versehentlich in die Sendung zappt, ein bisschen Geld locker macht.

Hier passt es, dass der erste Hobby-Koch Manuel Grundschullehrer ist. In der Sendung "First Date" hat der 37jährige bereits sein Glück gesucht, es aber nicht gefunden. Heute haben die beiden Männer nur noch losen Kontakt zueinander.

Manuel ist auch nicht abgeneigt, sein Glück als Partysänger auf Mallorca zu finden. Eine Kostprobe seiner gesanglichen Möglichkeiten legt er gemeinsam mit Schnibbelhilfe Olga hin. Und da er stets - nicht nur für Mallorca - fit sein will, zeigt er den Zuschauern eine rasche

Übung für Bauch, Beine, Po.


Das Menü

ergibt sich aus der obigen Speisekarte und ist ein bodenständiges Alltags-Essen. Lena meint, es war ein perfektes

typisch-Manuel-Dinner.

Sie muss es wissen, denn sie kennt ihn am Ende des Abends schließlich seit ein paar Stunden, obwohl er natürlich viel mehr Zeit in der Küche als am Tisch verbringt ...


Fazit

Da ich meine Leser nicht für vergesslich halte wie der Sender seine Zuschauer, werde ich mich bemühen, diese Dauer-Erwähnung eines Marathons möglichst zu umschiffen, obwohl es heute nicht viel anderes gibt, das erwähnenswert ist.

Manchmal weiß ich nicht mehr, was ein Wort überhaupt bedeutet - das mir zu oft um die Ohren gehauen wird.

Die Punkte für Manuel: 10 gibt Denise, 9 Lena, je 8 geben Ernst und Jana.

Mit 35 Zählern beginnt die vor uns liegende Woche ... viel zu viele Punkte ... Lena hat sogar anfangs erwähnt, dass er von ihr

schon mal die volle Punktzahl für seine goldene Pailletten-Bermuda-Shorts erhält. die seine Beine umschmeichelt. Dafür hat er sie beim Beruferaten als "Model" bezeichnet. Sie sind so lieb zueinander!

Am Ende ist es gleichgültig, wer in dieser Woche gewinnt - Taktieren ist also nicht nötig.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Samstag, 16. November 2024

16. November 2024 - Sandbar - Die Spuren von gestern verwischt der Sand von heute - von den Tuareg

von links nach rechts: Ägypten, Malediven, Maui, Tunesien

Die Sandbar

Die Spuren von gestern verwischt der
Sand von heute. - von den Tuareg

Auf meinem obigen Foto ist nur ein sehr kleiner Teil meiner Sandbar zu sehen, und ich könnte natürlich noch viel mehr Sand-Sorten haben, wenn ich schon früher daran gedacht hätte,

als Souvenir jeweils ein kleines Beutelchen an Stränden - und auch manchmal anderswo - aufzusammeln.

Trotzdem ist eine Vitrine mit diesen Andenken gut gefüllt. Meine kleine Sammelfreude hat eben auch nicht zu spät begonnen.

Erstaunlich ist, wie unterschiedlich Sand in seiner Farbe, aber auch in seiner groben oder feinen Körnigkeit aussehen kann.

Lange vor Social-Media-Zeiten kam es mir eines Tages irgendwo - ich weiß nicht mehr, von woher ich den 1. Sand abgeschöpft habe - in den Sinn,

dass ich gerne ein Andenken, möglichst ein typisches, mit zurück nach Hause nehmen würde. Aber alles Typische gefiel mir überhaupt nicht. Mit einer

Ausnahme: auf Maui gab es einen kleinen Laden, der nur mit Voodoo-Puppen und ähnlichem Zeug gehandelt hat. Da versetzte es mir schon einen kleinen

Piks und ich dachte an Kauf: aber Esoterik ist genauso wenig mein Ding wie all der Kram zwischen Glaube und  Aberglaube. Obwohl so eine

Voodoo-Puppe schon verführerisch gewesen wäre ... man weiß ja nie ...

Dann habe ich mich rückbesonnen und an einigen Stränden Sand gesammelt. Denn der Sand auf Maui ist natürlich nicht nur schwarz wie der obige vom Black Sand-Beach auf meinem Foto.

Sand ist unverfänglich und sieht hübsch aus. Meistens zumindest ...


denn dieser Sand aus England hat eher die Farbe von einem noch nicht völlig ergrauten Haarschopf. Trotzdem gehört

gerade Großbritannien zu einem meiner Lieblings-Länder.


Dazu könnte ich die USA niemals zählen, und ich habe so einige Staaten bereist, aber

Sand aus St. Petersburg - Dunedin Beach - Florida

sehenswert waren sie allemal. Maui lasse ich außen vor, denn die Insel liegt weitab vom Festland im Pazifik, obwohl auch sie sehr amerikanisiert ist. Doch wer sucht, findet auch noch ein einheimisches Zurückbesinnen auf frühere Zeiten.

Vielleicht setze ich diese Sand-Geschichte irgendwann fort ... es macht ja Freude, meinen Lesern auch ein wenig Sand in die Augen zu streuen. Oder besser gesagt, den einen oder die andere auf eine Erinnerungs-Idee zu bringen.

Punctum: streu Sand drauf!
- deutsches Sprichwort


Guten Tag, Gruß Silvia


15. November 2024 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in München bei Nina Carissima

Madame Tussauds, London

"Ein rührendes Menü"
Vorspeise: Papaya-Salat und die Geheimnisse des Meeres - Getrocknete Shrimps / Kirschtomaten / Erdnüsse / Koriander / gebratene Garnele / Chili
Hauptgang: Das Kalb und die magische Jakobsmuschel - Schwarzer Trüffel / Blumisotto / Kräutersaitling / Shiitake / Morchel
Nachtisch: Das Lied von Vanilleeis und Clafoutis - Himbeeren / Crumble


"Die Stimme" und ihr Flirt mit der Kamera

Die 38jährige Nina-Carissima, die zum Glück nicht darauf besteht, mit beiden Vornamen genannt zu werden, fährt

eine Flirtattacke auf die Kameras des Teams. Und wer weiß, worauf die Synchron-Sprecherin, Moderatorin und Interpretin von Hörbüchern es sonst noch abgesehen hat:

vielleicht ist sie klammheimlich an dem Mikrophon von Daniel Werner, dem Dinner-Kommentator, interessiert?

Ist sie authentisch? Gut möglich - obwohl sie an Tagen wie diesen sicher ein bisschen mehr aufdreht als an normalen.

Nina ist Mutter von zwei Kindern, die sie "Krawalla" und "Remmidemmi" nennt - das könnte ab heute nachahmende Eltern finden.


Das Menü

nennt sie "ein rührendes", weil sie ihre Stimme bewegenden Geschichten leiht. Aber auch völlig spontan gelingen ihr unterhaltsame Momente.

Der beruflich kochende Kevin, mit dem sie einst einen Podcast übers Kochen geführt hat (Nina: "Du kochst und zeigst mir, wie es geht") bringt das Fleisch vorbei, das er auch schneidet, und fügt dem Ganzen ein paar letzte Tipps hinzu,

mit denen sie ihre Gäste verzücken kann.

Ein kleine persönliche, nicht erwähnenswerte Geschichte, hat Nina zur Vorspeise parat: es gibt

Papaya-Salat aus grüner Gemüse-Papaya, gepimpt mit Shrimps. Für Florian gibt es Rinderfilet-Streifen ... trotz seines Lobes am Tisch,

entscheidet er sich hinterrücks im Interview für seine Art von Wahrheit: die Vorspeise hat ihn nicht überzeugt.

Wäre ich in seinem Bekanntenkreis, ich würde ihn nicht mehr zum Essen einladen - zu heikel, zu ärgerlich, und ich bin nur begrenzt leidensfähig. - Er könnte dann auf eine Flasche Bier vorbeikommen ... eine! Zum Abschied!

Auch die mit Jakobsmuscheln gefüllten Kalbsschnitzel mag Florian nicht. Inzwischen ist es sein Programm, auf den Menüs der Mitstreiter herumzutrampeln.

Recht weit hergeholt ist der Grund für Ninas Nachspeise: in ihrer Sprecherinnenausbildung hat sie mit anderen Schülern das Theaterstück

Der Gott des Gemetzels

sprechtechnisch eingeübt. Und als die Lage zwischen den vier Personen des Stückes eskaliert, ruft eine: "Jetzt hole ich den Kuchen." Und Nina holt ebenfalls den Kuchen ... und hat ein weiteres Mal ihren Beruf erwähnt, damit den auch niemand vergisst.

Klappern Plappern gehört zu ihrem Handwerk, aber ihren Charme verliert sie dabei nicht, obwohl es nach einer Überdosis sprachgewaltiger Nina guttut, dass die Sendung vorbei ist.


Fazit

Der heutige Unterhaltungswert stimmt, wenn auch die Sendung - ich wiederhole es erneut - insgesamt zu lang ist und um mindestens eine Viertelstunde gekürzt werden könnte.

Die Punkte unterliegen hier und da schon mal einer Kürzung: 7 gibt Florian, 8 Abel, 9 Carolin, 10 Roswitha.

Mit 34 Zählern unterliegt sie

Carolin und Adel, die jeweils 36 Umdrehungen erworben haben und sich nun die 3.000 Euro Siegprämie teilen dürfen.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten heute bei nur einer Sonnenstunde bis zu 9 Grad plus. Ich werde mich bemühen, die Sonnenstrahlen einzufangen.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Freitag, 15. November 2024

15. November 2024 - Kunst und Kitsch

"Der Himmelsgucker"



Kunst und Kitsch

Es gibt Bilder, deren Maler zu ihrer Zeit beinahe verhungert wären - und viele von ihren Gemälden erzielen inzwischen Millionen von Euros, Dollars und sind auch vor Dubai-Scheichs nicht sicher. 

Zum einen liegt das selbstverständlich an der damals nicht vorhandenen Öffentlichkeit oder dem zeitgenössischen Kunstverstand. Zum anderen zählen die heutigen Begehrlichkeiten von Leuten, die glauben,

Kunst von Kitsch und Ramsch

unterscheiden zu können. - Immerhin gibt es auch zeitgenössische Künstler, die sich reich malen. Sogar Kinder und das eine oder andere Tier erzielen durch ihre

"Malereien" hohe Geldbeträge, die andere Kritzeler ratlos zurücklassen.

Dem jeweiligen Tier ist das so egal wie es dem Kind ist - bevor es älter und sich selber bewusster wird. Dann bleibt es nur dem krakelnden Tier gleichgültig, was seine Werke erzielen,

weil es keinen Bezug zur öffentlichen Zurschaustellung oder gar Ruhm hat.


Kitsch

ist bei vielen Menschen so sehr beliebt, dass ganze Industrien davon leben. Es türmen sich Gartenzwerge und gehen in Konkurrenz mit Weihnachtsengeln,

die wiederum nicht gegen Glanz, Flitter und Firlefanz ankommen. Das Leben ist so schön mit all dem Kitsch und Kram und Gedöns, dem keine

Beurteilung durch kompetente Kunstkenner standhalten könnte ... aber es auch nicht müsste, weil

Kitsch eine eigene Lebens-Rubrik ist.

Kitsch kann glücklich machen und Augen strahlen lassen.


Kunst

schwebt in einer anderen Sphäre und soll nicht glücklich, sondern stolz auf seinen Besitz machen. Wenn es möglich ist, natürlich auch noch glücklich.

Kunst ist schwer zu greifen, aber heißbegehrt, wenn sie sich als

hochpreisig

äußert.

Es soll verschwundene Kunstwerke geben, die in Milliardärs-Unterkünften ihr

Dasein in

eigens dafür errichteten "Bunkern" fristen müssen.

Den Kunstwerken ist das allerdings völlig gleichgültig, denn am Ende sind sie keine

lebendige Wesen, sondern nur irgendetwas, das weder real existiert in Erscheinungsformen, die denken, fühlen oder sprechen,

sondern den Gegenständen zugeordnet werden.


Ein paar teuer versteigerte Kunstwerke

Munchs Schrei = 120 Millionen Dollar
Double Elvis von Warhol = 50 Mio. Dollar
 Eight Elivs' (ebenfalls von Andy Warhol) hat 100 Mio Dollar gebracht

Das teuerstes Picasso-Gemälde: "Les femmes d'Alger (Version 'O') brachte 139,4 Mio Dollar.

Das (bislang) teuerste Gemälde der Welt ist von (vermutlich) von Leonardo da Vinci - heißt Salvator Mundi - und wurde 2017 bei Christies in NY für

450,3 Mio Dollar

versteigert ... hinter dem Kauf soll ein arabischer Prinz stehen - bestätigt wurde das nie ... ist das Bild nun ein

Kellerkind?


Staunen

darf man über derartige finanzielle Ergebnisse allemal. 

Inzwischen gibt es ein Bild, kreiert von einer KI, das über 1 Millionen Dollar erzielt hat. Falls es das erste derart entstandene Bild ist, wird es in vielen, vielen Jahren

vermutlich einen wesentlich höheren Erlös versprechen.

Am Ende dürfen diejenigen, die sich die hochpreisige Kunst nicht leisten können, über die geldtolle Geldwertigkeit nur staunen - (oder sich mit Drucken zufriedengeben),

während sich die anderen mit

Kitsch

begnügen müssen. 

Es gibt auch mehr Kitsch als Kunst. Ein Grund, warum der Kitsch keine Kunst ist.


Guten Tag, Gruß Silvia


14. November 2024 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in München bei Adel



"Aller-retour - Beirut - Paris"
Vorspeise: Libanesische Mezze - Baba Ghanoush / Humus / Köfte / Batata harra / Taboulé / Warak Enab
Hauptgang: Carrés d‘agneau à l‘ail et au romarin accompagné de gratin et d‘haricots verts - Lamm / Kartoffel / Bohne
Nachtisch: Atayef - Gefüllter Pfannkuchen dazu hausgemachtes Granatapfeleis



Sag nie: "Ich will tot umfallen, wenn es nicht wahr ist!"
Du könntest Gott auf eine Idee bringen.

© Gerd de Ley (*1944)

Ich sehe Adel, der im Vorfeld zum "perfekten Dinner" eine ellenlange Ablauf-Liste erstellt, in der jeder einzelne Handgriff bis hin zur Servierbereitschaft in Minuten-Takten pingelig aufgebröselt wird. Und am Ende dieses Seltsam-Registers kommt endlich ein wenig Humor mit dem Begriff

tot umfallen - um 23.35 Uhr

ins Spiel. Zumindest ist er danach sicher erschöpft in sich zusammengebrochen - aber die Sorge, einzelne der gefühlt 1.245 Punkte nicht der Vorausschau gemäß abhandeln zu können, bleibt.

Bestimmt stehen in diesem Index auch genaue Zeiten, in denen die Gäste die einzelnen Gänge verspeisen werden.

Adel sollte sich bei der Deutschen Bahn bewerben, um dort die Pünktlichkeit auf Vordermann zu bringen.

Aber der 36jährige Adel arbeitet als IT-Manager in einem anderen Unternehmen, in dem seine Akribie ebenfalls gefragt ist. Privat könnte das den einen oder die andere durchaus auf die Palme bringen ...

Somit habe ich den ersten Punkt meiner Liste abgearbeitet und komme nun zu dem sympathischen Adel, dessen Familie aus dem Libanon stammt, während er in Deutschland geboren wurde.

In seinem Elternhaus wird nur arabisch gesprochen und gekocht, während er die deutsche Sprache also andernorts so hervorragend verinnerlicht hat - und er kocht sich kreuz und quer durch die Gerichte aller Welt.


Das Menü

In seinem Arbeitskollegen Johannes hat er einen Schnibbelhelfer, den er auch dringend braucht, um die umfangreiche "Schlacht" erfolgreich zu bewältigen. Angst vor zu viel Arbeit kennt Adel offenbar nicht.

Mezze stammt aus dem arabischen Raum, und auf den Tellern liegen mindestens fünf Kleinigkeiten, die jeweils arbeitsintensiv sind. Dass je ein Dinner-Teilnehmer einen Nachschlagteller gleich mit auf den Tisch stellt - daran kann ich mich gar nicht erinnern.

Der Hauptgang ist französisch: Das Lamm ist gelungen rosa. Das Kartoffel-Gratin ist so wie ich es kenne und das heißt: ohne Käse!

Florian vermisst aber genau diesen Käse, obwohl er sich als Gourmet versteht.

Bemängelt wird, dass der Hauptgang kalt ist. In seiner Planung hat Adel wohl vergessen, für eine Wärmelampe zu sorgen.

Zum Nachtisch zeigt er, dass man Granatapfelsaft selber zubereiten kann: einfach die halbierten Früchte durch die Zitronenpresse geben. Das Eis schmeckt den Gästen. Und die gefüllten Pfannkuchen (Teig aus Mehl und Gries) sehen ebenfalls gelungen aus.


Fazit

Adel ist der perfekte Teilnehmer für die Sendung "Das perfekte Dinner", der stets auf sein Ziel fokussiert ist, den Abend und das Dinner zu einem Erfolg zu machen.

Die Punkte: 10 gibt Roswitha, je 9 Carolin und Nina, 8 Florian.

Mit 36 Zählern liegt er gleichauf mit Carolin, und gemeinsam belegen sie den bislang 1. Platz.

Schön, dass Florian heute nicht singt, obwohl er nach der Melodie von "Ich war noch niemals in New York" durchaus alternativ "Ich war noch niemals ein Gourmet" zum Besten geben könnte.


Guten Morgen, Gruß Silvia