Freitag, 16. Oktober 2020

15. Oktober 2020 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Wiesbaden bei Svenja


Vorspeise: Ein "Wild"es Gude!
Hauptgang: "Wild on fleek"
Nachtisch: "Crumble it up"


Las Vegas muss warten

Svenja wollte einen Teil ihres Gewinns in Las Vegas verprassen. So untertitelt es die Produktion, und man muss sich fragen, ob Svenja sich wirklich auf der Gewinner-Schiene gesehen hat, bevor sie sich überhaupt an ihren Herd begeben hat?

Las Vegas muss nun warten - (Tipp: Es gibt noch andere Formate, in denen Geldgewinne möglich sind) aber nicht nur allein darum, weil sie von einem Gewinn so weit entfernt ist wie Wiesbaden von Las Vegas,

sondern auch wegen der damals kurz bevorstehenden Corona-Zeit mit all ihren Beschränkungen. Ich schätze, dass die Dreharbeiten etwa im Februar 2020 stattgefunden haben.

Svenja geht recht vielversprechend in ihre Dinner-Vorbereitungen, aber wie so oft, trügt der Anschein. Nicht trügen können allerdings die

süßen Augen von ihrem Golden Retriever "Baja". Ohne zu betteln, steht die süße Hündin bereit, um Heruntergefallenes sofort zu vernichten, damit es nicht als Schmutz auf dem Boden hängenbleibt. Warum gibt Svenja ihr nicht ein paar Möhren? Viele Hunde mögen Möhren gerne, aber Svenja zeigt sich streng. Alle Möhren den Gästen.


Das Menü

Für Lamia muss Svenja einiges umstellen und alte Pläne über den Haufen werfen. Aber gar nicht dumm, entscheidet sie sich für alkoholfreie Menü-Beigaben anstelle von Wein oder Gin mit Umdrehungen.

Und dann gibt es dreimal Wild: Wildschwein, Reh und Hirsch! Gesponsert von einem Jäger-Freund, mit dem sie selber auch schon mal auf einer Treibjagd war?

Kleines Bonbon am Rande: Vorspeise und Hauptgang kommen jeweils kalt auf den Tisch, während der Apfel-Crumble im Nachtisch lt. Gästen nicht nur warm, sondern heiß sein soll.

Besonders Gaby, die schließlich nicht viel auf die Reihe bekommen und schon gar kein warmes Essen serviert hat, beschwert sich darüber, dass alles kalt ist. Mensch, Mensch! Man kann doch nicht kritisieren, was man selber nicht besser hinbekommt!

Svenjas größte Defizite bei diesem Koch-Event entladen sich in der Herstellung der Soße, die glatt als dicke Suppe durchgehen könnte ... und so überhaupt nichts von einer guten Soße vermittelt.

Schließlich hat Baja noch eine Freude, denn Svenja fällt eine Eisportion von der Schiefertafel, die sie unverzüglich verputzt. Gut so, denn es wäre ohnehin besser, Baja würde die gesamte Eis-Portion bekommen, weil sie auf den Tellern nicht mehr wie Kugeln, sondern wie Spiegeleier aussehen.


Fazit

Heute fällt mir die Tischdeko besonders ins Auge. Die hat etwas von einem undurchdringlichen Urwald. Passen würde dieses mächtige Gebinde im übrigen viel besser

zu dem Esstisch, an dem der (demnächst wieder in einem anderen Programm) Kleine Lord mit seinem Großvater sitzt ... und beide sich anschreien müssen, weil sie zu weit auseinander hocken.

Meinen Ohren fällt etwas völlig anderes auf: Scheinbar haben Gaby und Lamia eine geheime Challenge, wer die lautere Lache hat. Peinlich berührt wende ich mich den

Punkten für Svenja zu: Alle sind sich einig und geben ihr je 5 davon.

Mit 20 Zählern bildet sie nicht nur hier ein trauriges Schlusslicht, denn ich kann mich nicht erinnern, wann jemand so wenig Punkte bekommen hat. Auch ein Rekord.

Pünktlich zum Dinner der 23jährigen Svenja ist entschieden worden, wie das

Jugendwort des Jahres 2020 heißt:

Lost!

Das passt dann.

Guten Morgen, Gruß Silvia 



Donnerstag, 15. Oktober 2020

14. Oktober 2020 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Wiesbaden bei Gaby


Vorspeise
: Duett vom Lachs mit Wildkräutersalat
Hauptgang: Asiatisch mariniertes Ibericofilet mit selbstgesammelten Steinpilzen und einer Kartoffelrose
Nachtisch: Schokolade trifft Zitrus


"Holzklasse"

30 Jahre ist Gaby als leitende Flugbegleiterin (Purserin) durch die Welt geflogen, aber im TV und in der Sendung Das perfekte Dinner legt sie eine Bruchlandung hin.

Die Dortmunderin, die in Idstein gelandet ist, in der 3. Ehe lebt, eine Tochter hat und eine unvergleichlich laute Lache, kommt an die natürlichen Grenzen, die jemand erlebt, der eigentlich nur seinen jetzigen Ruhestand interessant gestalten will,  sich aber fürs falsche Fernseh-Format bewirbt.

Nur mal als Tipp: Es gibt noch mehr Möglichkeiten, seine Freizeit zu gestalten als in TV-Sendungen aufzutreten.

Was sie veranstaltet, ist im Grunde ein Abend unter Freunden. Freunden, die wohlwollend sind und hier und da gerne helfen, wenn Gaby selber nicht weiter weiß - und die sich vor allem durch gute Laune hervortun, wenn der Küchen-Kram nicht wie erhofft (und er-betet?) gelingt.

Allerdings handelt es sich hier nicht um einen Abend unter Freunden, wenn man davon absieht, dass Gaby und Svenja sich schon vor der Aufzeichnung kannten, weil Svenja eine Freundin von Gabis Tochter ist.

Dies ist ein Wettbewerb, bei dem am Ende auch 3.000 Euro zu gewinnen sind. Und niemand überlässt die Prämie aus reiner Freundlichkeit anderen.


Das Menü

Was die eine - Lamia - zu viel und ungerechtfertigt an Küchen-Selbstbewusstsein hat, besitzt Gaby zu wenig. Bereits zur Vorspeise kritisiert sie sich selber,

und das ist immer ein Startschuss, dass auch die Kritik der anderen heftiger ausfallen könnte.

Aber es gibt Leute, die einfach nicht mal schweigen können - lieber reduzieren sich sich selber runter als gar nichts zu sagen. Solche Leute halten keine Stille aus.

Als sie die Steinpilz-Story erzählt, in der sie diesen Edelpilz mit einem Doppelgänger verwechselt hat, wäre auch ich als Gästin ausgefallen.

Wenn mein Mann Pilze sammelt, muss er mir zuvor mit Ort, Datum und Unterschrift einen Beleg ausfüllen, dass er die Waldfrüchte freiwillig zu sich nimmt ... Man will schließlich im Anschluss an den Genuss keinen Ärger bekommen.

Spaß beiseite, aber ich würde bei Gaby keine Pilze essen.


Fazit

Offenbar hat Gaby ihren Dinner-Abend kein bisschen geplant. Vielleicht ist sogar ihr Küchen-Auftritt eher eine Premiere?

Lamia kritisiert, dass ihr alternatives Rindfleisch direkt neben dem Schweinefleisch liegt. Das ist natürlich recht nickelig, denn hier besteht schließlich keine Allergie, sondern nur eine religiöse Vorschrift (kann ich akzeptieren, aber generell halte ich von solchen "Gesetzen" gar nichts),

aber dennoch hätte Gaby das berücksichtigen können. Doch nicht einmal im Traum kam ihr wohl dieser Gedanke, und stattdessen präsentiert sie stolz das aneinander liegende Fleisch.

Die Punkte: Die Gäste sind sich einig (weitgehend): Je 6 bekommt sie von Pierre, Joerg und Lamia, und die 7 von Svenja verdankt sie vermutlich nur der Tatsache, dass beide sich bereits vor dem Wettbewerb kannten.

Mit 25 Punkten legt sie eine nachhaltige Bruchlandung mit der Holzklasse hin.


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Mittwoch, 14. Oktober 2020

13. Oktober 2020 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Wiesbaden bei Pierre


Vorspeise:
Pikantes Blumenkohl-Mandel-Süppchen, dazu Gougère mit Flusskrebscreme
Hauptgang: Rosa Lamm, dazu geröstete Aubergine mit Granatapfeltopping, Fusion von Cavolo Nero, Brokkoli und Minze, dazu gebackener Gewürzreis
Nachtisch: Butterscotch Pots de Creme mit gesalzenem Karamell, dazu karamellisierte Orangen und Pistazien


"Nicht ohne meine Alexa"

denkt Pierre und lässt die elektronische Freundin mächtig arbeiten. Vermutlich ist sie immer dann besonders froh, wenn er außer Haus ist und sie ihre "Batterien" wieder auffüllen kann.

Wohin einen Alexa bringen kann, steht hier in einem meiner früheren Blog-Beiträge und ist übertitelt mit "Alexa im Wunderland":


Doch vor solchen Szenarien hat Pierre überhaupt keine Angst, sondern zieht sein Ding durch, und zwar locker, lässig und ganz so, als mache er alles nur nebenbei und ohne viel Mühe oder gar beeindruckt davon zu sein, jetzt für TV-Aufnahmen vor den Kameras zu stehen.

Er ist eben ganz der Kerl von Welt, den nichts aus der Ruhe bringt. Als "Ernährungsexperte" sollte er jedoch auf möglichst überflüssigen Plastik-Verbrauch (wie beim sous-vide-garen) und auf Alufolie verzichten, denn das kommt nicht mehr weltmännisch, sondern old-school und Anti-Natur über den Schirm.

Ansonsten kocht er schnell und räumt auch schnell jede Unordnung wieder aus dem Weg. Es gilt eben, keine Zeit zu verlieren, denn wenn sich alles erst einmal aufgetürmt hat, dauert das Instand-Setzen gleich dreimal so lange.

Immerhin serviert er sein Dinner in der Küche, und da möchte niemand auf eine ausführliche Entstehungsgeschichte von zum Beispiel der Blumenkohlsuppe starren müssen, während er sie auslöffelt.


Fazit

Zwischen den Gängen sollen seine Gäste den Küchen- und Essbereich verlassen, was man durchaus verstehen kann. Es stehen dort bereits die Mitarbeiter des Produktions-Teams und gucken dem umtriebigen Pierre über die Schulter ... die Gäste halten sich nicht völlig an seine Regel und kommen hier und da recht aufdringlich rüber.

Ein kleiner Scherz auf Lamias Kosten darf dann aber doch noch zwischen Joerg und Pierre sein. Joerg fragt den Neu-Kumpel, zu dem er vor allzu freimütigen Bekenntnissen seitens Gaby flüchtet, was es zum Hauptgang gibt:

"Schweinebauch mit Rotwein-Reduktion", schießt Pierre aus der Hüfte. Damit bringt er kurz und knapp auf den Punkt, was man beachten muss und absolut nicht kochen darf, wenn man Lamia zu Gast hat. Und natürlich gibt es weder Schweinebauch noch eine Rotwein-Soße.

Viel Wein scheint hingegen in Gaby geflossen zu sein, deren Lachen immer lauter wird. Meistens verstehe ich akustisch überhaupt nicht, ob es zu diesem Lachen einen entsprechenden Anlass gibt ... oder ob sie einfach nur lacht, weil sie gerne lacht.

Pierre darf am Ende der Woche auch lächeln, wenn er seine Bewertung sieht:

Lamia und Joerg geben ihm je 8, Gaby und Svenja je 9 Punkte.

Mit insgesamt 34 Punkten liegt er natürlich bislang an der Spitze.

Und ich höre noch immer Gabys Lache ...


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Dienstag, 13. Oktober 2020

12. Oktober 2020 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Wiesbaden bei Lamia


Vorspeise:
Chorba mit Brik
Hauptgang: Lammkoteletts auf Couscous
Nachtisch: Basbousa und zweierlei von der Dattel


Der Lohn für ein bisschen TV-Ruhm

kann am Ende durchaus sauer wie Zitronen sein.

Um 5 Minuten vor 19.00 Uhr habe ich die Hoffnung, schön formulierte Wörter, die sich durchaus in meinem Sprachschatz befinden (und auch oft Anwendung finden), für die erste Gastgeberin der Woche vom Stapel zu lassen. Zumindest möchte ich sehr gerne vorhandene Kochkünste loben dürfen.

Enttäuschung macht sich schneller breit, als die Show in Fahrt kommt. Die gebürtige Tunesierin Lamia lobt sich nämlich erst einmal selber über den grünen Klee und würde sich für ihr Kochvermögen glatt, also fast glatt, 9,5 Punkte geben.

Als nächstes spricht sie von Stolz. Der bezieht sich nicht nur auf ihre Familie mit zwei kleinen Kindern, sondern ebenfalls darauf, dass sie meint, sie kann wunderbar kochen.

Eventuell möchte sie sogar als Opern-Sängerin durchstarten, denn so manchen Satz in diesen 75 Minuten trällert sie munter in die empfindlichen Mikrophone. Aber sie hat wirklich gute Laune, backt allerdings ziemlich große Brötchen ... die aus reinem Luftgetöse sind.


Das Menü

Chorba, die Tomatensuppe, enthält nicht eine einzige frische Tomate, dafür jede Menge Zutaten aus Tübchen und Dosen. Die gefüllten Briks sind natürlich nicht selber zubereitet (erwarte ich allerdings auch nicht), aber gefüllt mit zum Beispiel Dosenthunfisch. Lecker geht bei beidem anders.

Als Lamia ihren Nachtischkuchen probiert, wähne ich mich in einem falschen Format zur falschen Uhr-Zeit. Sie bekommt beinahe einen Orgasmus, als sie reinbeißt ... und dieser tönt sehr laut.

Ich war schon einmal in Tunesien und habe dort auch eine mehrtägige Wüsten-Safari gemacht. In einer Nacht haben wir unter freiem Himmel übernachtet, zugedeckt von einem unvergleichlichen Sternenteppich. Das Essen dort war allerdings sehr einfach, obwohl ich dem im Nachhinein

glatt mehr Punkte geben würde als heute für Lamias "Super-Dinner".


Fazit

Für ihre Konkurrenz sehe ich in den folgenden Tagen ein paar Schwierigkeiten. Natürlich isst Lamia als Muslima kein Schweinefleisch, so weit, so gut. Sie trinkt ebenfalls keinen Alkohol, auch gut. Allerdings würde sie nie z. B. eine Soße essen, die Alkohol enthält ...

das wird problematisch. Hier und da verlassen sich Teilnehmer auf die geschmacksabrundende Wirkung von Alkohol ... und müssen dann (zumindest für Lamia) alles umstellen.

Ich habe an jenem Abend in der Wüste mit Tunesiern zusammen gesessen, und sie haben Alkohol sogar getrunken, ein bisschen in einer Soße hätte sie sicher nicht gestört.

Sündigen hierzulande eigentlich nur noch Katholiken? Zumindest nehmen sie die Bibel nicht wörtlich.

Die Punkte: Je 7 von Gaby, Svenja und Pierre und 6 von Joerg. Mit 27 Zählern darf Lamia sehr zufrieden sein.


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Samstag, 10. Oktober 2020

10. Oktober 2020 - Die schweigende Generation



Die schweigende Generation

Manchmal stand die Generation unserer Eltern und Großeltern auch nur den uninteressierten Kindern und Enkeln gegenüber,

oder sie glaubten allgemein, dass man sich als Personen nicht so wichtig nehmen sollte, dass sich Erzählungen lohnten, weiterberichtet zu werden.

Mein Vater, Jahrgang 1928, wurde als Kind in den 2. Weltkrieg zwangsrekrutiert ... 

meiner Oma entrissen, die lange, lange ohne Nachricht blieb. Denn er verbrachte eine Zeitlang, nachdem er vergeblich und sicher ohne Enthusiasmus versucht hatte, sein Vaterland zu retten

in französischer Kriegsgefangenschaft.

Dass dies ohne jugendlich überschwänglichen Kampfgeist geschah, ist sicher, denn meine Großeltern väterlicherseits waren keine Nazis. Und ihre Erziehung hat bis zu seinem Tod gegolten.

Aber da endet auch bereits mein Wissen über die Geschichte meines Vaters und meiner Oma

(ihr Mann starb mit 47 Jahren, und ich denke, das war noch vor Kriegsende, so dass er seinen Sohn überhaupt nicht mehr wiedersah).

Eine weitere Familien-Begebenheit habe ich erfahren, wobei die eine Quelle erst ein paar wenige Jahre alt und die andere aus meiner Kindheit oder Jugend stammt. Was ich glauben kann - ich weiß es nicht.

 Es geht um den Tod des erstgeborenen Sohnes, Johannes, meiner Oma ... Vielleicht will ich auch einfach nicht glauben, wie die Nazis gegenüber abtrünnigen guten Menschen nicht Halt gemacht haben, obwohl sie "Arier" waren.

Auch ich gehörte zu den Enkelinnen, die über "diesen "ollen Kram" nichts erfahren wollten.

Ein Fehler!

Mehr weiß ich über die Lebensgeschichte meiner Mutter. Ihre Eltern waren keine Anti-Nazis. Meine Mutter hat über all das gesprochen und mir versucht, zu vermitteln (auch im Hinblick auf "wehret den Anfängen")-

selbst, wenn hier meine Aufmerksamkeit gegenüber dem Erzählten nicht grenzenlos war. Ich weiß jedoch, dass meine Mutter zeitlebens darunter gelitten hat,

dass ihr Vater im Nazi-Deutschland eine Rolle gespielt hat. Eigentlich konnte sie das nie glauben. Sie hat sogar versucht, Beweise für seine Unschuld zu finden.

Heute würde ich ihr posthum gerne helfen, aber ich habe keinen Plan, wo ich ansetzten könnte.

Meine Mutter hat im Krieg ihre gesamte Familie - bestehend aus Vater, Mutter und drei Brüdern - verloren.

Mein Vater hat seinen Vater und den ältesten seiner beiden Brüder im Krieg verloren.

Sie allesamt hätten soviel Gesprächs- und Zuhörungsbedarf gehabt.

Aber mein Vater war der Verschwiegendste von allen. Er hat nie auch nur versucht, etwas zu erzählen, er hat alles in sich hineingefressen ...

und das ist ihm wirklich nicht gut bekommen.

Für mich ist es zu spät, meine heutigen Fragen zu stellen. Es ist zu spät, meiner Mutter zuzuhören. Es ist zu spät, meine Oma aufzufordern, mehr preis zu geben.

Meinen geliebten Papa hätte ich allerdings vermutlich auch heutzutage nicht "geknackt", er wollte nicht sprechen. Für ihn war immer alles in bester Ordnung, und das vergangene Erlebte in der Schweige-Ecke. Es sollte Vergangenheit bleiben, und nicht die Gegenwart trüben.

Obwohl genau das ihn vermutlich seinen frühen Tod beschert hat. Denn seine vielen körperlichen Erkrankungen hatten allesamt eine psychische Komponente, die die körperliche ungestüm befeuert haben.

Guten Tag, Gruß Silvia 



9. Oktober 2020 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Bayreuth bei Michael


Vorspeise
: Altfränkische Biersuppe
Hauptgang: Bockbiergulasch vom heimischen Wildschwein, Braumeister-Art, dazu Breznknödel an kühlem Kartoffel-Preiselbeeren-Stampf
Nachtisch: Tiramisu vom Bayreuther Weißbier, frische Weißbierzabaione, Eis von der Himbeere


Ein angenehmer Mensch

Natürlich kenne ich Michael nicht persönlich, aber etwas Positives über jemanden zu schreiben, fällt allemal leichter, als genau das Gegenteil vom Stapel zu lassen. Michael hat italienische Wurzeln, ist ein begeisterter Triathlon-Sportler, hat bereits fünfmal am Ironman teilgenommen, ist sehr an Astronomie interessiert und beruflich als Geschäftsführer eines Unternehmens tätig, das sich mit Licht befasst.

Aus zwei Ehen hat er 8 Kinder, je 4 (der Gerechtigkeit halber?). Die 4 Kinder aus der ersten Ehe sind bereits erwachsen und tragen konventionelle Namen wie Franz-Ferdinand. Da Michael in der Regel an 200 Tagen im Jahr unterwegs ist, war die Wiedersehensfreude oft wohl recht groß. 

Heute ist Michael  - der meistens vegetarisch bis vegan lebt - damit beschäftigt, ein möglichst perfektes Dinner für seine vier Gäste und Konkurrenten zuzubereiten, während ich mich zuständig fühle,

ihm für ein gutes Gelingen die Daumen zu drücken.

Sein Menü ist so bierlastig, dass ich im Vorfeld gedacht habe, er ist ein Bierbrauer, der hier kräftig die Werbetrommel rührt. Aber es ist wohl eher so, dass sich solch ein Menü für Bayreuth anbietet, weil es dort viele Brauereien geben soll. Man kann sich hier also entscheiden: Bier oder Wagner. Oder auch beides genießen.

Beim Daumendrücken muss ich wohl leider ein paar Mal abgerutscht sein, obwohl es natürlich ohnehin schwierig ist, mit Caroline auf einen Gleichstand zu kommen und 40 Bewertungs-Zähler zu erreichen.

Mir könnte auch der Daumen aus der Gedrückt-Haltung entrutscht sein, als Caroline ins Bild kommt. Mit ihrem knallgrünen Dirndl ist sie der Knaller an diesem Abend ... mir aber schmerzen bei diesem Anblick die Augen.


Die Entscheidung

Mit einem eher leidenschaftslos vorgetragenem "My Way" (aber Singen gehört auch wohl nicht zu Michaels Hobbies) trägt er die Bewertungs-Umschläge an den Tisch.

Seine Punkte: Je 8 von Margot und Angelika, 9 von Caroline und 10 von seinem Namensvetter Michael, der am Montag die Bayreuth-Runde eröffnet hat.

Michael hätte also mit dieser hohen Punktzahl gewinnen können, wenn da nicht diese seltsamen und mir unerklärlichen 40 Punkte für Caroline wären. So ist das leider, so ist das auch mit den Worten hätte und wenn ... sie nützen nichts.

Caroline fühlt sich durch ihren Gewinn "bestätigt". Worin ist mir unklar. Für ihre eher durchschnittliche Kennenlerngeschichte, die leicht durch romantischere zu toppen wäre? Für ihr Menü vielleicht sogar und damit für ihre "Koch-Kenntnisse"?

Ich muss nicht alles verstehen, aber ich darf es nicht versäumen,

allen Lesern ein schönes und gesundes Wochenende zu wünschen.


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Freitag, 9. Oktober 2020

9. Oktober 2020 - Petrus beruft eine Konferenz ein


 Petrus beruft eine Konferenz ein 

Bereits seit fast 2000 Jahren hat Petrus den Posten des Verwaltungsdirektors im Himmel eingenommen, und sein Einfluss war und ist immens.

Nicht einmal Gott persönlich kommt an ihm vorbei, denn Petrus ist eine Art "Graue Eminenz" und fühlt sich dort zuständig, wo Gott die Hände in seinen Schoß legt, weil er sich im Grunde noch immer von der Erschaffung der Welt erholen muss. Er hatte damals schlicht die Risiken und Nebenwirkungen unterschätzt, und das fliegt ihm heute um die Ohren.

Manchmal hat Petrus seine liebe Not mit Gott. Dieser ist zwar gütig, aber nicht entscheidungsfreudig, lieb und freundlich, aber nicht durchsetzungsstark.

Außerdem ist Gott für einen solch großen Herrscher überhaupt kein bisschen verrückt.

So viel Güte ist auf die Ewigkeit gesehen langweilig, denkt Petrus, es muss endlich ein frischer, meinetwegen sogar ein böser Wind durch den Himmel fegen.

Und er sah sich seine Schäfchen und vielleicht künftigen infrage kommenden Ober-Boss des Himmels auf der Erde an. Einer fiel ihm besonders auf,

obwohl in der Hölle Luzifer gerade auch an die Abwahl des alten und müde gewordenen Teufels denkt und ein Auge auf diesen einen geworfen hat.

Dem Tod war dieser Typ gerade haarscharf von der Schippe gesprungen, also muss Petrus sich schnell die

Exklusiv-Rechte

verschaffen, bevor Luzifer zugreifen kann.

Mit Jesus und dem Heiligen Geist und dem Erzengel Gabriel kommt Petrus in einer Konferenz überein, Gott in den Ruhestand zu schicken,

er ist bald sozusagen der emeritierte Gott,

damit Donald Trump endlich das wird, was er ohnehin anvisiert:

G O T T!


Guten Tag, Gruß Silvia