Donnerstag, 10. September 2020

9. September 2020 - Vox - Das perfekte Dinner - Nachhaltigkeit - Mittwoch bei Julia

Vorspeise: Ravioli, gefüllt mit Ziegenkäse und Birne auf Fenchel-Gemüse
Hauptgang: Heimisches Bio-Rind mit „Parmigiana“ di Melanzane, Tomaten-Aprikosen-Sugo und Kartoffel-Gnocchi
Nachtisch: Tartelette au Cassis


Die Schnellsprecherin

Julia tritt in den Wettbewerb, möglichst viele Informationen rasant abhaken zu können. Ein Sprechtempo ist allerdings für jede Diskussion relevant - und wer zu viele Wörter in zu schneller Abfolge da hinein wirft, kann leicht missverstanden werden.

Auf mich wirkt das 1. absolut hektisch und 2. dem Wunsch entsprechend, andere Leute in einer Diskussion völlig zu überrollen. Jeder kann oder könnte üben, einem normalen Sprachrhythmus zu folgen. Der fördert mehr das Wohlwollen aller Zuhörer.

Wenn wenigstens die Gesamtlänge der Sendung endlich zurück-gekürzt würde ... dann wäre das um eine Viertelstunde weniger nervig.

Dass Julia in einer Woche zum Wettbewerb antritt, in der das Prinzip Nachhaltigkeit das Thema ist, kann ich zudem kaum erkennen. Sie könnte auch in jeder anderen Woche kochen,

hätte da aber weniger Chancen auf den Gewinn als in eben dieser:

Nach zwei Tagen des "Darbens" der Teilnehmer sind diese (außer Hannah) so froh und glücklich darüber, dass es endlich Fleisch gibt, dass sie gar nicht anders können, als begeistert zu sein und viele Punkte zu verteilen.

Natürlich rechtfertigt Julia ihre Teilnahme an der Themenwoche: Sie setzt auf regional, ökologisch und  kurze Transportwege der Lebensmittel.

Das allerdings ist ein dehnbarer Begriff.

Und Julia dehnt! Sie dehnt ihn zunächst auf die nächste Nähe zu Holland aus (ist von Aachen gesehen wirklich nicht weit), aber schließlich entscheidet sie sich, den Radius

weiter zu stecken und schließt ganz Deutschland ein.

Am Ende meint sie sogar: Europa ist auch in Ordnung.

Sie redet nicht nur rasend schnell, sondern kann sogar ihre Meinung im gleichen Tempo ändern. Vermutlich muss sie die ändern, weil ihr erst im Laufe ihres eigenen Abends klar gemacht wird (auf Nachfragen),

woher viele ihrer Lebensmittel stammen.


Fazit

Eigentlich müsste man ihrem Dinner den Stempel Thema verfehlt aufdrücken, aber im Eifer des Gefechtes vergisst man schon mal das Ursprungs-Motto.

Die Punkte: Timo gibt ihr 10, Hannah und Ignaz je 9 und Rebecca 8.

Mit der Gesamt-Summe von 36 Zählern liegt sie auf dem bislang 1. Platz.

So wenig mir auch Hannahs Menü in seiner Gesamtheit inklusive Location gefallen hat - sie kam damit bislang dem Thema am nächsten.


Guten Morgen, Gruß Silvia

Mittwoch, 9. September 2020

8. September 2020 - Vox - Das perfekte Dinner - Nachhaltigkeit - Dienstag in Dortmund bei Hannah

Vorspeise: Bunter Vorspeisenteller mit selbstgepflückten Gartenwundern
Hauptgang: Grünkerntaler an feurigen Kartoffelecken
Nachtisch: Mousse au chocolat trifft Beeren vor der Haustür


Ein alternatives Leben

führt die Münsterländerin Hannah in der Dortmunder Nordstadt. Als gebürtige Dortmunderin bin ich froh, dort weder geboren noch aufgewachsen zu sein. Jedoch - und das nur am Rande - ist auf dem Borsigplatz in der Nordstadt Borussia Dortmund einst auf der Taufe gehoben worden.

Hannah führt einen Unverpackt-Laden und arbeitet zudem als Bildungsreferentin. Nachhaltigkeit hat sie offenbar so tief verinnerlicht, dass ich mich frage, was das für ein Wohnkonzept ist, in dem sie lebt:

Heute bereitet sie alle Speisen in einer Wohnung vor, die sie sich mit einer kleinen 3-köpfigen Familie teilt, aber sie lebt noch in zwei anderen Wohnungen - und überlegt an den Abenden, wo sie nachts schlafen kann. Mir ist bekannt, dass jemand endlos viele Vornamen haben kann, und dass die dann auch im Personalausweis stehen - aber mit drei Wohnanschriften wird es sicherlich problematisch.

Okay, es wird einen Hauptwohnsitz geben. Dieses Wohnkonzept verstehe ich trotzdem nicht.

Mit all ihrem Kladderadatsch an Lebensmitteln zieht sie per Lastenfahrrad in ein Kulturhaus um. Daniel Werner benutzt dafür heute kein einziges Mal den Begriff Dinner-Kitchen. Das Nordstadt-Lokal ist den Autoren vermutlich nicht schick genug für das Wort Abendessen-Küche.

Die Luft in dem Laden scheint nicht besonders durchatmungsfreundlich zu sein, und Rebecca muss erst einmal alle Fenster aufreißen. Beinahe riecht man vor dem Bildschirm den Mief von vielen Diskussionen.

Das Menü

Zum größten Teil stammen die Zutaten aus einem urbanen Garten, den Hannah mit anderen Leuten betreibt. Solch einen gibt es hier auch, und zwar am Rande eines Parkes:


Dort wird fleißig gegärtnert, aber am Anfang haben sie sich erdreistet, überall im Park ihre Regeln an Bäume und Zäune zu heften. Das muss ihnen irgendwann die Stadt verboten haben ... weil das weit über ihre Befugnisse hinausgeht.

Hannahs Hauptspeise könnte durchaus schmecken, aber in Wahrheit kann ich hier gar nichts beurteilen. Schön, dass die Schokolade aus der Nachspeise

eine Segelschokolade ist: Diese oder die Kakao-Bohnen sind per Segelboot verschifft worden. Das höre ich erstmals,

aber ich gestehe, dass ich nicht mal halb so alternativ lebe wie Hannah, sondern eigentlich überhaupt nicht.

Dahinter steckt leider auch oft Verbissenheit.

Die sehe ich zwar bei Hannah nicht, aber ich lerne die Person dahinter überhaupt kein bisschen kennen.


Fazit

Ich gebe Rebecca recht, denn ein Tee, wenn auch irgendwie besonders aufbereitet, als Aperitif ist schon mal keine Verheißung für einen schönen Abend. Allerdings kommt auch hier Vermarktung zum Tragen: der Tee liegt Hannah also sehr am Herzen. Leider wird er hier öffentlich und gar nicht mal gut bewertet.

Nachhaltig ist Hannahs Dinner allein deshalb, weil es rein pflanzlich ist. Sie hat das Thema der Woche verstanden, sich angesprochen gefühlt, beim Sender beworben, ist als Kandidatin genommen worden - und setzt es konsequent um.

Die Punkte: Je 7 geben Timo, Julia und Ignaz und 5 Zähler kommen von Rebecca.

Mit 26 Umdrehungen muss sie sich - und kann sie vermutlich auch - zufrieden geben.

Guten Morgen, Gruß Silvia

Dienstag, 8. September 2020

7. September 2020 - Vox - Das perfekte Dinner - Nachhaltigkeit --Montag in Köln bei Rebecca

Kurkuma

Vorspeise: Ziegenkäse-Apfel-Tartelette
Hauptgang: Steinpilz-Safran-Risotto mit eingelegten Zitronen
Nachtisch: Schokoladensoufflé mit Cassis-Eis


Wer will, dass die Welt so bleibt wie sie ist,
der will nicht, dass sie bleibt -  Erich Fried

Aus eben diesem Grund ist es generell eine gute Idee, eine "Dinner-Woche" der Nachhaltigkeit zu widmen.

Wie viel Rebecca wirklich damit am Hut hat, kann ich nicht beurteilen - aber wichtig ist es ihr vor allem, für ihr

Eis-Label

zu werben. Hat sie sich mit der Marke bereits der Höhle der Löwen gestellt? Da ich diese Sendung nicht gucke, weiß ich das nicht.

Vermutlich hat sie sich ohnehin für genau diese Woche beworben, weil sie denkt, dass hier Kochkünste hinter der Nachhaltigkeit zurückstehen dürfen.

Nur ein paar Anmerkungen zu ihrer Kocherei:

Das Risotto - und man sieht es sehr genau - ist völlig trocken geraten und ist höchstens eine Reis-Pampe. Die fertige Brühe, die sie benutzt und die ihren Gästen nicht verborgen bleibt ... hat angeblich ein Freund der Mutter selber hergestellt. An dieser Stelle geht mein Glaube an ihre Ehrlichkeit verloren ...

Woher sie frische Steinpilze zu der Jahreszeit, in der gedreht wurde, bekommt (in Köln) weiß ich nicht,

aber sie betont: Regional kaufen. Und das bedeutet schließlich überhaupt nicht zwangsläufig, dass es regional erzeugt wurde.

Das Nachtisch-Küchlein hat keinen flüssigen Kern, sondern ist in der Mitte noch roh.

Das Eis? Ignaz hält es eher für ein Sorbet. Mit einem Hauch von Kokosmilch (auch nicht regional) vermischt sie einen Hauch mehr an fertigem Fruchtpüree ... und wiegt ein paar mir zum Teil unbekannte Zutaten hinein. Die habe ich mir nicht notiert, damit ich nicht in die Verlegenheit komme, sie zu googlen.

Auch Safran und Kurkuma und was weiß ich, was sie ansonsten bemüht, um hier ein paar Punkte zu machen, sind nicht regional, also auch nicht nachhaltig.

Am Ende sollte schließlich genau in dieser Woche mehr auf Nachhaltigkeit als auf das genaue Gegenteil davon geachtet werden.


Fazit

Hannah und Julia hängen über dem Hauptgang, als wollten sie schnell in einer Kantine ihren Hunger stillen ... natürlich ohne nachhaltige Begeisterung. Selbst in einer Mensa könnte solch ein Risotto gelungener sein ...

Schließlich sind die Gäste sich nicht einig über die Punktevergabe, die weit auseinanderklafft.

Hannah und Timo geben je 9, Ignaz und Julia je 6 Zähler.

Insgesamt kassiert Rebecca 30 Punkte, und vor allem hat sie ihr Eis beworben.

Ich habe das noch nie in einem Eisregal entdecken können, aber ich achte mal drauf ... damit ich das nicht aus Versehen kaufe.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Sonntag, 6. September 2020

6. September 2020 - Robins 1. Todestag

Robin:
Geb. am 13. Januar 2004
Gest. am 6. September 2019


Mein Herzensbrecher

Robin ... hat mir nur einmal unheilbar das Herz gebrochen hat, und zwar an dem Tag, an dem ich ihm mit tierärztlicher Hilfe den Weg über die Regenbogenbrücke ebnen musste.

Es war ein heißer September-Tag vor einem Jahr am 6. des schönsten Monats, oder wie ich dachte, dass es der schönste Monat im Jahr ist. Mittendrin habe ich Geburtstag, und völlig mittendrin war Robins Sterbetag.

Wir beide waren vor einem Jahr in der Klinik, um gedachte Unpässlichkeiten behandeln zu lassen - und doch wusste ich, dass es mehr war als nur das.

Ich sah, wie Robin von Dr. Jacobs behandelt wurde, der umfangreiche Untersuchungen einleitete zwecks einer sicheren Diagnose - und ich dachte es nicht nur, sondern sprach es aus:

Es ist nicht so, als ob Robin sein, sondern mein ganzes Leben an meiner Seite war.

So kam es mir vor, so denke ich noch heute -

und musste meinen allerbesten Freund gehen lassen.

Wohin gehst du, wenn du mich verlässt?
Warum lässt du mich allein?

Die Fragen übertrafen die Antworten. Jedes Lebewesen muss irgendwann diese Welt verlassen - und Robin festzuhalten, wäre lieb- und herzlos gewesen. Robin war todkrank, seine Nieren hatten absolut versagt. Er wollte gehen.

Mir war bis zu diesem Tag auch bang vor dem Tag, an dem ich selber gehen muss: jetzt ist das Gefühl ein bisschen leiser,

denn Robin hat mir gezeigt, wie leicht es sein kann.

Sein Leiden hat seine Todessehnsucht zum Leben erweckt.

Ich dachte, er würde seinen Wald vermissen und Bienchen und mich und seinen menschlichen Papa. Aber an diesem Tag stand der

Tod ihm näher als wir alle.

Hunde - und vor allem Robin - sind so viel klüger als wir, denn sie wissen, was wann an der Zeit und nötig ist

und wie unnötig ein langes Leiden ist.

Dankbar ist er eingeschlafen, auch dankbar für die medizinische Hilfe, die es so leicht gemacht hat.

Ich stand dort und erinnere mich weder an die genaue Uhr-Zeit, noch, ob ich ihn im Arm gehalten habe - aber wie versprochen

war ich da,

und ich habe meinen Engel gehen lassen, damit er mich - egoistisch wie Menschen sind - vom Himmel aus beschützen

und dort hoch oben überm Regenbogen einen Platz frei halten kann.

Wie in Trance bin ich nach Hause gefahren, wie in einem Nebel habe ich den übrigen Tag in Erinnerung. Wäre nicht sein Vermächtnis,

unser Bienchen, gewesen, ich

wäre heute noch in einem traurigen Schockzustand

Für Bienchen musste ich den überwinden und zurück finden in die Realität.

Die bedeutet: Erinnerung. Erinnerung. Erinnerung. Gegenwart.

Ich weiß, dass sein Gehen ihn nicht halb so geschmerzt hat wie mich, denn für ihn war die Abschieds-Zeit gekommen, die er akzeptiert hat, als wäre sie ein Freund ...

Manchmal fühle ich mich von Robin verraten ... und ich gehe durch seine Wälder, in denen alle Bäume fragen:

Wo ist unser Robin? Wer hinterlässt jetzt die wichtigen Nachrichten an unseren Stämmen?

Bis zum Himmel und wieder zurück liebe ich meinen Hundesohn Robin, der nie ein Wort zu mir gesagt hat, aber mit seiner ureigenen Methode so viel mehr ausgedrückt hat, als Worte es können. Viele, die meisten, habe ich sicher verstanden ...

und er soll mir die verzeihen, die ich nicht begriffen habe, weil ich einfach zu dumm dafür war.

Schlafe gut, Robin, wir haben dich in Liebe einschlafen lassen und zugedeckt. Und die Reste von deinem Hiesigen aufbewahrt wie einen Schatz.




Deine Mama Silvia



Samstag, 5. September 2020

5. September 2020 - Für Robin - Ein Beitrag von Silke Baumann

Robin:
13. Januar 2004 in Unna-Massen bis 6. September 2019 Kaiserberg-Klinik

Ein Blog-Beitrag von Silke Baumann

Ich hatte Silke gebeten, zwei oder drei Sätze über Robin zu schreiben, die ich in einem für den 6. September geplanten Blog-Beitrag verwenden könnte ... hier steht, was daraus geworden ist. Silke kannte Robin gut, sehr gut, und ihr Beitrag über meinen Unvergesslichen freut mich sehr.


So war Robin Schäfer

Wenn ich an Robin denke, schmerzt mein Herz.
Zugleich bin ich glücklich, ihn gekannt zu haben und zu seinen Freunden gehört zu haben.

Unsere erste Begegnung fand im Park statt.

Er saß mit seiner - damals schon - geliebten Hundemutter auf einer Bank, beide wunderschön anzusehen, beide klein und zierlich, mit fast der gleichen Haarfarbe. Robin war schon zu der Zeit so unglaublich schön und charmant, dass meine Tochter, die kein Fan von Yorkies war, sich eines anderen belehren ließ.

Er hatte von Haus aus beste Umgangsformen mitgebracht - er begrüsste uns sehr freundlich und ordnete uns in die Rubrik „ gute Freunde“ ein.

Zur Begrüßung küsste er für gewöhnlich, egal ob Hund oder Mensch.

Wer zu Robin gehörte, durfte sich sicher fühlen.

Er hatte einen unglaublichen Instinkt - nie vergessen werde ich wie er eine Frau im Pelzmantel furchtbar aufgebracht anbellte.

Er lief am liebsten in der Mitte des Weges und kontrollierte unermüdlich, ob alles in Ordnung war.
Wehe wenn nicht - dann konnte er sich unglaublich „vergrößern",  Zähne fletschen und Angst einjagen.

Er lief nie fort, war nie konfliktscheu, immer in unserem Dienst. Mutig stellte er sich vor uns und regelte auf seine Art alles Mögliche.

Als mein Pudel Joschi dazukam führte er ihn in die Hundegesellschaft ein und lehrte ihn viel.
Großmütig ließ er sich oftmals im Wald von Joschis Spieltrieb, selber ungenervt, nerven -

und versuchte stets, Joschi zu trösten, wenn dieser mal wieder im Auto voller angstvoller Verlustangst  jaulte

(Silvia saß dann auch im Auto, wir ließen die Hunde nie allein im Wagen und gingen getrennt einkaufen),

 weil ich kurz einkaufen war. Joschi hatte immerzu die Befürchtung, ich würde nicht mehr wiederkommen.

Dann hat Robin ihn sowas von geküsst und getröstet:  „Du hast mich, ich passe auf dich auf, immer, großer Hundeschwur“ hat er ihm vermutlich geflüstert.

Später dann kam Bienchen dazu. Sie war ein Notfall, und nie hätte ich mit dem gerechnet, was dann geschah: ohne mit der Hundewimper zu zucken nahm Robin sie in sein Rudel auf und zeigte ihr die große Welt, die sie bis dahin nicht kannte.

Kein Schimmer von Eifersucht!!

Sie lebte bis dahin recht einsam bei einer Seniorin, Silvias Mutter,  und musste sogar einige Zeit ganz auf sich allein gestellt in der Wohnung bleiben.

Sicher war sie darüber schwerst traumatisiert!

Robin, Joschi und Bienchen


Doch Robin ließ nie locker wenn er ein Plan oder Job hatte. Fast wie ein Schäferhund beim Militär.
Mit seiner beständigen gute Laune hat er ihr neue Lebensqualität geschenkt, genau wie seine liebe Hundemutter es tat.

Nun sind so viele Jahre vergangen; Robin hat vor einem Jahr die Regenbogenbrücke überschritten.
Er war alt, müde, kraftlos, aber gab sich selbst als blinder Hund noch würdevoll.

Nie wieder werde ich einen wie ihn kennenlernen, soviel ist sicher!

Sicher ist aber auch, dass er, wo auch immer, stets über uns wacht und lacht und seinem geliebten Rudel und Freunden später den Weg zu einem schönen Plätzchen, dass er für uns alle freihält, weisen wird!

Viele Menschen vermissen Robin. Er fuhr gerne mit dem Bus und war dort immer ein begehrter Entertainer.

Ach, ich könnte noch stundenlang über Robin plaudern, es macht mich glücklich und traurig zugleich...

Sorry, liebe Silvia, ich konnte einfach nicht weniger schreiben - im Gegenteil, mir fällt gerade soviel ein... er ist gerade hier bei mir, ich rieche ihn, kann ihn atmen hören ...

Und denke mit Tränen in den Augen:
Danke, geliebter Robin, du kleiner Hund mit dem riesengroßen Herzen !




4. September 2020 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Bielefeld bei Tobias

Vorspeise: Petersilienwurzelsuppe mit Pancetta und Basilikumschaum
Hauptgang: Geräuchertes Entrecôte mit Fenchel an getrockneten Tomaten und Schwenkkartoffeln
Nachtisch: Süßes Bruschetta mit Zitronen-Minz-Eis


Die Bielefeld-Connection

In einer eher freundlich verlaufenden Woche darf Tobias das finale Dinner bestreiten. Auch er muss wegen Platzmangel in der eigenen Wohnung in die Show-Küche oder Schul-Küche oder wie auch immer man die nennt, mit Töpfen und Behältern und Flaschen und allem umziehen. Selbst den Fenchel packt er ein -

und hier streiten sich regelmäßig die Gemüter: seine Gäste mögen allesamt keinen Fenchel. Ich mag Fenchel sehr gerne mit Chili, Pfeffer und vor allem Orangenfilets.

Tobias erzählt von seiner Tätigkeit als Altenpfleger, die ihm viel Freude bereitet. Empathisch mag er es, den alten Menschen zuzuhören. Besonders im Lockdown muss das eine schwierige, aber überlebenswichtige Aufgabe gewesen sein.

Dagegen ist die TV-Sendung ein glatter Spaziergang.

Leider kommt Tobias nicht so glatt durch die Sendung wie er sich das sicherlich erhofft hat. Er verzettelt sich, so dass der Nachtisch erst nach 23.00 Uhr auf dem Tisch steht.

Mir kommt es beinahe so vor, als müsse ich selber so lange auf das Ende der Sendung warten wie die Gäste auf den letzten Gang in dieser Woche. Das liegt an dieser entsetzlichen Überlänge der Show. Obwohl mich die müde macht, macht es mich nicht müde, das immer wieder zu erwähnen.

Es kommt heute hinzu, dass es schwierig ist, Tobias zuzuhören, denn in seiner eiligen Sprechweise verschluckt er Silben anstatt sie zu artikulieren.

Man müsste Marcel, den Psychologen, fragen, warum jemand derart spricht: Hat er Sorge, dass man ihm nicht zuhört, wenn er einen normalen Sprechrhythmus folgt?

Zuhören muss ich ihm im Anschluss an die Punkte-Vergabe,

die wie folgt lauten: je 7 von Marcel, Lilli und Jessica und 8 von Martina,

nicht mehr, aber sein Gesichtsausdruck spricht Bände. Die 29 Zähler und der damit einhergehende letzte Platz passen ihm absolut und überhaupt nicht. Vox gefällt es, gefühlt minutenlang sein Gesicht von der Kamera einfangen zu lassen.

Trotzdem glaube ich durchaus, dass sich diese Bielefeld-Connection wiedersehen wird. Insgesamt verlief diese Woche recht freundlich. Darauf können sie aufbauen.

Mir bleibt nun, allen ein schönes und gesundes Wochenende zu wünschen. Und als Zugabe ein Kalauer:

Sehen wir uns nicht in dieser Welt, sehen wir uns in Bielefeld.


Guten Morgen, Gruß Silvia

Freitag, 4. September 2020

4. September 2020 - Diana - Sie wollte die Königin der Herzen sein



1. Juli 1961 - 31. August 1997

Diana - Sie wollte die "Königin der Herzen" sein

Ihr früher Tod macht dies möglich.

Aber eigentlich ist sie die Mutter aller Influencer.

In ihren letzten Lebenswochen war sie auf dem Weg, die Wandlung von einer Prinzessin zu einem Superstar zu vollziehen. Da dies auch einem ehrgeizigen Mohamed Al Fayed nicht verborgen blieb, setzte er seinen charmanten, aber nichtsnutzigen Sohn auf die einstige königliche Hoheit an, denn sie schien genau die richtige Türöffnerin für gewisse Tore im Königreich zu sein ...

obwohl ihr selber bereits die meisten dieser Türen verschlossen waren.

Die nicht sonderlich intellektuelle Diana und der koksende Nichtsnutz Dodi gaben für die Weltöffentlichkeit das ideale Paar, dem man hinterherjagen konnte.

Dennoch waren sowohl Dodi und vor allem Diana

öffentlichkeitssüchtig

 - das kann man an beider letzter Stunden in Paris erkennen und überall nachlesen, in denen sie immer wieder die Kameras und die Menschen-Mengen (auch im voll ausgebuchten Ritz-Restaurant)  gesucht haben

- auch zuvor auf der Jacht "Jonikal" ließ Diana sich - auf ihren eigenen Wunsch und ihrer Sucht nach Öffentlichkeit  und ihr Betreiben hin - von Kameras einfangen. Sie konnte nicht mehr ohne diese Öffentlichkeit leben. Sie hatte den Boden unter den Füßen längst verloren.

Hatte Diana aber auch jede Loyalität vergessen? Wollte sie die Königsfamilie mit ihrer Affäre brüskieren? Davon ist eigentlich auszugehen.

Leider wurde daraus ein posthumer Unsinn von einer ewigen Verlobung dieser beiden Leutchen, befeuert vor allem von Dodis allmächtigem Vater.


Prinzessin der Herzen?

So ist sie in Erinnerung geblieben. So hat sie sich selber gesehen und der Welt-Öffentlichkeit suggeriert, es genau so und in ihrem Sinne nach ihrem Willen zu sehen.

Manchmal wundert es, dass sie noch nicht heiliggesprochen wurde. Aber das kann nur einen Grund haben: Sie war nicht katholisch.

Es wird von Patientenverfügungen todkranker (besonders von final an HIV-Erkrankten, die schließlich wussten, dass sie an Aids sterben würden) Menschen gemunkelt, die darin vermerkt hatten:

"Lasst Diana nicht an mein Krankenbett!"

Selbst wenn ursprünglich seitens des Königshauses mit ihren Gefühlen für den Thronfolger Charles gespielt wurde ... am Ende war sie ihm in ihren Spielchen haushoch überlegen.

Obwohl sie nie selber Bücher las, hat sie kräftig an einem mitgewirkt. Andrew Mortons: Her true Story.

Wenn man dieses Buch liest, kann man es kaum glauben, wie viel Opfer in einer Person steckt und wie viel Täterpotenzial angeblich in all den anderen.

Im Gegensatz zu Diana hat sich Camilla niemals öffentlich zu auch nur einer klitzekleinen Äußerung hinreißen lassen, und sie war schließlich nicht weniger ein Opfer der Umstände,

sondern sogar viel mehr.

Allerdings wollte Camilla den Kronprinzen damals in den 1970er Jahren nicht heiraten, weil ihr Andrew Parker-Bowles einen Ticken näher stand. Dass sich das im Laufe des Lebens geändert hat, ist eine andere Geschichte. Eine noch andere ist,

dass auch Camilla standesgemäß genug für Charles gewesen wäre (das näher zu erklären, führt hier zu weit, ist aber so). Allerdings fehlte ihr wohl das Entscheidende:

Sie war keine Jungfrau, als er sie traf.

Man bedenke, es waren die 1970er und 1980er Jahre ... und seit der Entwicklung  (1960)  der Anti-Baby-Pille gab es eine sexuelle Revolution.

Davon hatte man im Buckingham-Palast allerdings keine Notiz genommen.

Der Palast ist eben eine Insel mit eigenen Regeln, eigenem Verständnis ... und hält an Althergebrachtem lange fest.


Die Märchenhochzeit

zwischen Charles und Diana fand 1981 statt. Und wie es mit solchen Attributen nun einmal ist:

Es war alles nur ein Märchen.

Alles sah schön aus, machte einen guten Eindruck, aber dahinter

lauerte das Unglück. Das übrigens vorprogrammiert war. Charles wollte die Kindergärtnerin Diana nicht, und auch über Diana wird gemunkelt, dass sie kurz vor der Hochzeit noch kneifen wollte.

Man bedenke seine Worte zur Verlobung: Wahtever Love means.

Aber sie war auch naiv, und sie wollte Prinzessin und die Frau des Thronfolgers werden. Eine Naive, die allerdings im Schnelldurchgang gelernt hat, wie man die Öffentlichkeit auf die einzig richtige Seite, ihre, bringt - und sie manipuliert.


Nach Dianas Tod

zeigte die Queen, die Unerschütterliche, von der man annahm, nichts könnte sie je in die Verlegenheit bringen, eigene Gefühle zu äußern, und zwar

genau und vielsagend diese:

Sie schwieg!

Das beinhaltete mehr Gefühl, als die Öffentlichkeit jemals vorher oder auch nachher von ihr vernommen hat.

Sie schwieg über die ungeliebte und in ihrem Haus auch unbeliebte Schwiegertochter, die eine ganze Familie durcheinander gewirbelt hatte ... auch, wenn ein bisschen frischer Wind den Windsors durchaus gut zu Gesicht gestanden hätte. Aber es war kein frischer,

sondern ein böser, eisiger Wind, der ihnen entgegen schlug.

Schließlich ließ sich die Queen durch Tony Blair überreden, doch noch milde Worte über Diana zu sagen ... und ihre überdimensionale Gedenkstätte

(gab es je eine größere für eine Verstorbene?)

vor dem Buckingham-Palast zu besuchen.

Wenn die Pflichterfüllung letztendlich noch vor der Abneigung regiert ...


Camilla

Angeblich hatte Prinz Charles sein Verhältnis zu Camilla erst wieder aufgenommen, nachdem seine Ehe mit Diana zerrüttet war. Sehr lange jedoch schien diese Ehe nicht in Ordnung zu sein,

denn Diana zeigte sich als verwöhntes Kind, dem man ständig furchtbares Unrecht angedeihen ließ. Man bedenke ihr von langer Hand inszeniertes TV-Interview:

Diese Blicke, die derart einstudiert unschuldig wirkten, aber darauf zielten, eine Monarchie ins Wanken zu bringen.

Die Menschen lieben unglücklich Liebende ... obwohl in diesem Fall beide Beteiligte unglücklich waren - die eine es jedoch mehr für sich nutzte. Sie war eben auch die Hübschere von den beiden.

Auch wird das intellektuelle Potenzial Dianas dem Kronprinzen gefehlt haben. Im Bett kann es ja so schön sein - aber die meisten seiner Lebensstunden verbringt man eben nicht im Liebesrausch zwischen den Kissen.

Camilla war da. Immer.

Klaglos hat sie all die Schmach, die die Prinzessin des kalten Herzens über sie ergoß, ausgehalten  ... und dem nicht nur die ganze britische Nation, sondern die halbe übrige Welt gefolgt ist.

Für ihre Liebe hat sie alles ertragen.

Und sie macht an der Seite ihres Prinzen eine viel bessere Figur als dieses heute noch so verehrte Geschöpf namens Diana.

Diana ruhe in Frieden. Zu Lebzeiten hat sie diesen nie gefunden.


Guten Tag, Gruß Silvia