Freitag, 13. Oktober 2023

12. Oktober 2023 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Mannheim/Heidelberg bei Carl



"James Bond“
Vorspeise: Muscheln
Hauptgang: English Pie, Honig-Salz-Karotten, Kartoffelbrei, Jus
Nachtisch: Banoffee Pie, Vermouth Espresso


Liebesgrüße aus dem Vox-Universum
- in Anlehnung an einen James Bond-Titel

Heute bin ich einerseits ziemlich im Hintertreffen, denn ich gehöre zu den sicher wenigen Menschen, die noch nie einen Bond-Film gesehen haben. Zumindest kenne ich einige Film-Trailer und Fotos - und somit den ungefähren Inhalt all dieser Streifen. Andererseits

war ich schon öfter in England unterwegs, und ich schwöre, ich habe dort nach ein paar anfänglichen Pleiten viel, viel besser gegessen als Carl heute kocht. Da nützt keine (eventuelle) Sympathie für ihn, wenn im Endergebnis kein titelgebendes "perfektes Dinner" auch nur ansatzweise zustande kommt. Natürlich ist mir schon immer klar, dass es in dieser Sendung am wenigsten ums Kochen geht ...

Der 50jährige Stuckateuermeister Carl ist Engländer und lebt seit dem Jahre 2000 in Deutschland. Offenbar fehlt ihm besonders der "Geheimagent Ihrer Majestät" (jetzt: Seiner Majestät), aber alles ihn umgebende kann man überall hin transportieren. So muss Carl in seinem Haus nur eine Treppe tiefer gehen, und schon ist er sowohl in einem englischen Pub als auch im

Bond-Universum samt Casino Royale.

Seine Mitstreiter machen ihm die Freude und werfen sich in bondtypische Klamotten: besonders hervor sticht "Bond-Girl" Ella, die sicher am meisten Ahnung vom Styling im allgemeinen und auch besonderen hat: ob ihr Pelzkragen allerdings echt ist oder hoffentlich ein Fake ... kann ich nicht erkennen. Eher tippe ich jedoch auf echten Pelz, denn für die Mode geht Ella sicherlich durch jedes Fegefeuer, das andere erleiden müssen, und auch gegen moralische Vorbehalte setzt sie sich bestimmt erfolgreich zur Wehr.

Gerhard gefällt sich im Schottenrock - er sei eben der heutige "Bösewicht" im Bond-Universum. Und die Gäste haben insgesamt jede Menge Spaß und würden am liebsten im Bond-Pub verweilen ...

anstatt zurück an den Esstisch zu gehen.


Das Menü

Besonders angesichts der Hauptspeise und des Nachtisches kann ich den Wunsch auf eine feuchtfröhliche Feier im Pub gut nachvollziehen.

Ein einfacher Pie, gefüllt mit Rindergehacktes, angerichtet ohne Pep und mit einem Kartoffel-Brei, der geeignet wäre, als Kleister zu dienen, um die Löcher in einem Tanzpalast zu schließen ... (Heidi hat solch einen Tanzboden, und ich denke immer noch mit Grausen daran).

Im Nachtisch kombiniert Carl u. a. Bananen und süße Kondensmilch: schlimmer kann es (für mich) heute nicht mehr werden.


Fazit

Nicht unerwähnt lassen möchte ich Carls Schnibbelhilfe Claudia. Die 33jährige ist seine Lebensgefährtin, und beide haben sich auf einem Weihnachtsmarkt kennengelernt: ein schöner Ort, und völlig abseits vom Internet.

Es dauert nur noch einen guten Monat bis zur Eröffnung unseres hiesigen Weihnachtsmarktes. Kaum zu glauben, aber so früh geht es bereits los. An Weihnachten ist die Stimmung vor lauter "White Christmas" und sonstigem Halleluja bereits dahingeschmolzen ...

Jetzt aber erst einmal die Punkte für Carl: 9 gibt Ella (sie hat immerhin getönt, dass sie auf einen Gewinn überhaupt nicht angewiesen ist), je 8 geben Heidi und Tobias, 7 gibt Gerhard.

Das sind 32 Umdrehungen. Ein bisschen viel Punkte-Theater um dieses einfache Menü.

Zusatz:

Zur Kandidaten-Diskussion über das gleiche und dasselbe: Ella und ihr Mann sind am gleichen, aber nicht am selben Tag geboren, denn er ist älter als sie.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 12. Oktober 2023

11. Oktober 2023 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Mannheim/Heidelberg bei Ella



„Urlaubsgefühle“
Vorspeise: Polpo alla griglia di Polenta
Hauptgang: Filetti di melanzane siciliana
Nachtisch: Tarte au Chocolat


"Raus aus dem Negativ-Image"

will Ella - und den Leuten zeigen, dass sie nicht das "arrogante Püppchen" ist, als das sie hingestellt wird. Wer und vor allem warum stülpt ihr eine Rolle über, die gar nicht die wahre Ella zeigt? In den meisten Fällen hat man sich seinen Ruf selber verdient - von einigen Ausreißern der Phantasie anderer Leute mal abgesehen.

Die 42jährige Ella ist gebürtige Iranerin und Mutter von 3? Kindern: zumindest ist sie Mutter von 21jährigen Zwilligen, von denen eine Tochter ihr heute in der Küche im Weg herumsteht. Heute wird nicht, wie sonst üblich, abgefragt, wann Ella wie und warum

nach Deutschland gekommen ist. Die heutige Regie liegt allein bei Ella. Und die führt die Vox-Crew durch ihr schickes Haus hindurch zuerst zu einer "geheimnisvollen" Tür, die sie nur mit einem Code öffnen kann: dahinter

verbirgt sich nicht der Schatz der Nibelungen, sondern Ellas viele Schätze, bestehend aus Designer-Klamotten und superteuren Handtaschen. Muss sie je diesen Raum als Panic-Room nutzen, hat sie zumindest jede Menge zu sehen ... und kann mal die eine und mal die andere Handtasche in den Arm nehmen ...

falls das In-den-Arm-nehmen nicht ihr Mann Michael übernimmt ... in seiner orthopädischen Facharztpraxis ist Ella, die gelernte Kosmetikerin, Praxismanagerin.

Raus aus einem negativen Image kommt man ganz sicher nicht, indem man in einer TV-Sendung mitwirkt, sondern indem man sich privat

als liebenswürdiger Mensch zeigt.

Ich lerne Ella nicht wirklich kennen.

Ich weiß, dass sie ihren Mann in einem Schwimmbad kennengelernt hat - mit "all ihren Kindern" (aus einer anderen Beziehung) im Gepäck. Und er hat sehr schnell gesagt: ich möchte nicht mehr ohne dich leben.

Ein Arzt also, der sich nicht nur um Hammerzehen, sondern besonders um seine Hammerfrau kümmert.


Das Menü

Die Vorspeise samt der Krake erinnert Tobias an einen Film, den er gesehen hat: in dem hat sich ein Taucher mit einer Krake angefreundet hat ... und Tobias hat seitdem keinen Tintenfisch mehr gegessen.

Überhaupt gibt er an, Vegetarier zu sein - und nur diese Woche eine Ausnahme zu machen, um keinen Gastgeber in die Bredouille zu bringen. Langsam glaube ich ihm seine vegetarische Ernährungsweise nicht mehr. Als der Pulpo auf den Tisch kommt, ist er derjenige, der hellauf begeistert ist. Schon beim Schweinefleisch am Montag ist er seinen speziellen Prinzipien untreu geworden ... und zwar mit viel Gusto.

Heidi gibt sich heute mäkelig, und vielleicht liegt das an der Kränkung, die ihr Gerhard bezüglich ihres Hauses unbedacht an den Kopf geworfen hat: R u i n e

nennt er ihr Zuhause. So hart wollte ich das gestern nicht ausdrücken, aber es trifft schon den wahren Kern ... Gerhard windet sich heraus, aber er schafft es einfach nicht, aus einer

Ruine einen Palast zu machen.

Vielleicht deshalb schmeckt Heidi das Brot nicht, das Gerhard auf Wunsch von Ella gebacken hat.

Wagyu-Rind ist ebenfalls nicht nach ihrem Geschmack. Kann alles genau so stimmen, muss es aber nicht: beleidigte leichte Krawallbereitschaft ist ebenfalls möglich.


Fazit

Ein schickes Ambiente, eine aufmerksame Gastgeberin, eine Tochter, die top gestylt, aber ohne Ahnung von Küchenarbeit ist (Ellas Schuld?), ein attraktiver Ehemann und vor allem

die schönsten Handtaschen, die ich diese Woche gesehen habe,

ergeben insgesamt 36 Punkte: 8 von Gerhard, je 9 von Heidi und Tobias, 10 von Carl.


Guten Morgen, Gruß Silvia




Mittwoch, 11. Oktober 2023

10. Oktober 2023 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Mannheim/Heidelberg bei Heidi



Vorspeise: Blumenwiese für Genießer
Hauptgang: Thunfisch trifft bodenständiges Handwerk
Nachtisch: Papas Lieblingssüßspeise


Ein Haus aus 1860

könnte viele Geschichten erzählen, und sicher wären nicht alle so schön wie die heutige, in der die Hausbewohnerin Heidi für eine TV-Sendung namens "Das perfekte Dinner" kocht. Die 53jährige Heidi ist gelernte Friseurin, aber inzwischen verkauft sie Möbel und richtet Häuser ein. Inwieweit sie dieses Haus neu bestückt hat, ist unbekannt - denn offensichtlich ist es ursprünglich Andreas' Haus und sie ist zu ihm gezogen. Andreas ist ihr Lebensgefährte und

Künstler, erzählt Heidi, und sie ergänzt die Berufsangabe mit "ein verrückter Kerl". Künstler werden ja gerne mal für verrückt gehalten, als sei es ein Markenzeichen, das auf keinen Fall fehlen darf ... Bevor wir Zuschauer einen Teil seiner Kunstobjekte sehen können, geht

Heidi einkaufen - aber nicht nur einfach einkaufen und fertig, nein, denn auf der fußläufigen Strecke warten zwei Freundinnen, und das sicher nicht z u f ä l l i g. Aus der Ferne winkt auch noch Heidis Chefin, die vielleicht nicht aus der Nähe gefilmt werden möchte. Aber so auf Abstand ist sie völlig aus dem Häuschen vor Begeisterung.

Im Haus sind sogleich ein paar von Andreas' Kunstwerken zu sehen, denn sie schmücken als Deko z. B. den Flur. Das heiligste Kunstwerk scheint jedoch ein Raum im oberen Stockwerk zu sein: ziemlich groß, spärlich mit alten (und ollen) Möbeln ausgestattet, mit Löchern in der Decke = ein ehemaliger Tanzsaal.

Ich bekomme auch eine Gänsehaut - wie Carl - aber aus völlig anderen Gründen: dieser Tanzsaal ist für mich

spooky.

Und warum man als Künstler Löcher in eine Decke kloppt, ist mir schleierhaft. Oder soll es das Gruselige nur noch unterstreichen? Ich empfehle die gelegentliche Vermietung an eine Filmfirma, die düstere Krimis dreht ...


Das Menü

Gar nicht gruselig ist die Blumenwiese, die bei genauem Hinsehen zu Beginn des Abends die Vorspeise "spendiert". Alle Zutaten sind in die Deko eingebunden und dürfen dort gepflückt werden.

Dort machen sie auch viel mehr her, als würden die einzelnen Bestandteile schnöde auf Tellern serviert. Insgesamt ist die Darreichung eine kreative Idee - allerdings hätte ich mein Essen doch lieber auf einem Teller.

Thunfisch zum Hauptgang. Ella platzt vor Glück und Stolz auf die Gastgeberin: eine Frau, die es im Leben "geschafft" hat - und dann auch noch kochen kann - formuliert sie ihre Lobeshymne, in die sie sich selber gleich mit einbezieht. Wir werden sehen ...

Marillenknödel gibt es zum Nachtisch. Einigen sind sie nicht süß genug.


Fazit

Heute überzeugt vermutlich das Gesamtpaket, denn allein das Essen ist ganz sicher kein Hexenwerk (eher ist der Tanzsaal ein solches). Heidi ist wohl eine gute Gastgeberin. Das alte Haus wirkt bestechend auf die Gäste, die wortreich begeistert sind. Heidi selber ist ein bisschen wie im Rausch vor lauter Glückseligkeit.

Die Punkte: je 9 geben Gerhard und Ella, je 10 geben Carl und Tobias.

Diese 38 schwindelig machenden Umdrehungen dürften nur schwer zu toppen sein.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 10. Oktober 2023

9. Oktober 2023 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Mannheim/Heidelberg bei Gerhard

 



„Duett vom Thunfisch“
Vorspeise: Thunfischtatar, marinierte Avocado mit Kapern, Sardellen und Kresse, Thunfischpraline mit Wasabi-Espuma
Hauptgang: An Aromaten gebratenes Schweinefilet, gegrilltes Paprikagemüse, Tomaten-Hollandaise, gratinierte Polenta-Ecken
Nachtisch: Aprikosentarte an Aprikosen-Bier-Sorbet, Joghurtcreme mit Aprikosen-Gel und Malz-Baiser


"Jeder Zimpel kommt heute ins Fernsehen"

tönt Gerhard, der sich für seinen voxschen Besuch ein paar Humorbrocken zurechtgelegt hat, die er später für seine Konkurrenten ebenfalls benutzt, und bezeichnet sich selbst als Zimpel. Ich weiß gar nicht genau, was das ist - habe aber eine Idee - und stimme ihm somit gerne zu. Eines Tages würde er gern ins Dschungel-Camp ziehen - und was er scherzhaft rüberbringt, würde er sicher nicht von sich weisen, falls man von der Produktionsfirma auf ihn zurückgreifen würde.

Die suchen schließlich stets Leute, die für gar nichts prominent sind, die niemand kennt, niemand kennen will - weil die sich vermutlich nicht auszurufen wagen:

"Ich bin ein Star, ..."

Der gelernte Bäcker und jetzige ITler hat einen weiteren Grund, sich in dieser Sendung bekannt zu machen: als Hobby-Bierbrauer gibt er Seminare. Die Biere, die er heute zum Dinner reicht, sind allerdings nicht selbst gebraut - und nicht jeder akzeptiert gerne diesen bierreichen Abend. Na ja, bierreich ist vielleicht übertrieben - denn der beste Gastgeber scheint Gerhard nicht zu sein: manches Glas wird viel zu spät wieder gefüllt.

Von dem Spruch "wie der Herr, so's Gescherr" scheint Gerhards schüchterner großer schwarzer Hund "Schnitzel" noch nie etwas gehört zu haben: verhuscht ergreift er die Flucht, sobald ihm einer der vielen fremden Leute im Haus näherkommt ... Eine hündische Angst, an der man arbeiten sollte.


Das Menü

Heute ist allerdings nicht die Zeit für Hunde-Trainingsstunden, denn Gerhard muss kochen, backen und sich auf die Gäste vorbereiten. Beim Abschmecken ist er leider nicht der Ordnungsfan wie er es beim Aufräumen in der Küche ist: Löffel ins Essen, abschlecken, Löffel zurück ins Essen ... da schlägt meine Kritik-Waage nicht ins Positive aus.

Schweinefleisch an einem Montag anzubieten, ist mutig (oder einfach nur ignorant?): nicht jeder mag Schweinefleisch, und aus religiösen Gründen wird es oft sogar gemieden.

Die Iranerin Ella mag kein Schweinefleisch - aber sie isst es trotzdem. - Tobias hat andere Gründe, Schweinefleisch zu meiden - und isst es heute ebenfalls: bis vor ein paar Jahren hatte er zwei Hängebauchschweine - und isst seitdem kein Schweinefleisch mehr. Im übrigen ist er abseits von seinem dieswöchigen Speiseplan sowieso Vegetarier, wie er angibt, und

andererseits stellt sich mir die Frage, wie man auf die Idee kommt, Hängebauchschweine als Haustiere zu halten. Denn: als sie zu groß und zu schwer geworden waren,

zogen die Schweine auf einen Gnadenhof um. Gnadenhöfe (unter anderem) müssen die menschlichen Fehler auffangen ...


Fazit

Gerhard gelingt ein unterhaltsamer erster Abend in der Ecke zwischen Mannheim und Heidelberg. Das eine oder andere Bier hätte ich gern probiert.

Die Punkte: je 8 geben Carl und Tobias, je 7 geben Heidi und Ella.

Mit 30 Punkten muss sich Großmaul Gerhard, der glaubt, ein perfektes Dinner zubereitet zu haben, zufrieden geben. Gerhard dürfte ruhig ein bisschen mehr "Schnitzel" sein, während "Schnitzel" ein bisschen mehr von Gerhard haben dürfte.


Guten Morgen, Gruß Silvia




Samstag, 7. Oktober 2023

7. Oktober 2023 - Anschuldigungen gegenüber Oscar-Preisträger Maximilian Schell




Anschuldigungen gegenüber Oscar-Preisträger Maximilian Schell

Nicht alles, was unwahrscheinlich klingt, ist es auch. Nicht alles, was vor langer Zeit passiert sein soll und erst in heutigen Tagen offenbart wird, ist unglaubwürdig oder unwahr.

Marie Theres Relin (die Tochter von Maria Schell) hat in ihrem neuen Buch, gemeinsam mit ihrem Ex-Ehemann Franz Xaver Kroetz verfasst,  von einem Missbrauch ihrerseits, ausgehend von ihrem Onkel berichtet. Damit allein kann man an dem Denkmal einer Legende kratzen, aber es noch nicht sonderlich beschädigen. Denn in den sozialen Medien habe ich verharmlosend und überwiegend gelesen, dass sie ihrem Buch Schwung und Interesse verleihen will ... und somit unglaubwürdig sei.

Das hört sich an, als hätte Marie Theres Relin - und besonders in Kombination mit ihrem Ex-Ehemann - nichts weiter Wichtiges mitzuteilen und ergreife nun die Flucht in die Phantasie-Welt. Wer in ihrem Geburts-Jahrzehnt aufgewachsen ist (wie ich auch), der durfte sich nicht großartig und zeitnah über irgendwelche Abartigkeiten beschweren - oder sie sogar ins gesamte Leben mit hinein nehmen. Manch einer spricht oder schreibt vielleicht niemals über das Unsagbare.

Hier muss ich der Abgeklärtheit gegenüber erwähnen, dass mir selber Ähnliches nie passiert ist, aber da war wohl auch ein Portion Glück dabei - denn jeder Nachbar, jeder Sonstwie hätte es sein können ...


Maria Schell in "Die glückliche Familie"

Nach ihren Zeiten in Hollywood kam Maria Schell nach Deutschland zurück, um dort ihr Glück zu finden, wo sie es zugunsten von Hollywood zuvor ein wenig vernachlässigt hatte. Sie spielte die Über-Mutter in oben genannter Serie - und diese Mutter hätte jegliche Abweichung von der Norm seitens ihrer Verwandten sofort erkannt ...

im wahren Leben soll sie es zwar erkannt, aber die Augen davor verschlossen haben, was ihr Bruder ihrem

Kind

angetan hat.

Sie soll ihm den Weg ins Badezimmer, in dem Marie Theres in der Badewanne gelegen hat, nicht verweigert haben,

obwohl sie gewusst hat, was hinter der verschlossenen Tür passieren wird.


Abgründe

Die Welt ist voller Abgründe, und warum glauben Menschen dies nicht, nur, weil Geschildertes Jahrzehnte zurückliegt? Immerhin war das die Zeit, in der man über "derartige" Abgründe eher den Mantel des Schweigens gelegt als ihn offengelegt hat.

Und die weiter vergehende Zeit hat für die Opfer den Sinn gehabt, alles vergessen zu können. - Aber: sie haben es nie vergessen.

Marie Theres soll damals 14 Jahre alt gewesen sein, als ihr Onkel sie gewaltlos vergewaltigt hat. Das Gewaltlose findet seine meiner Meinung nach Erklärung darin, dass er ein Mensch war, dem sie vertraut hat.

Noch heute wabert der Geruch zwischen Schweiß und Fenjala durch ihre Gedanken, mit dem der geliebte Onkel sich über sie gebeugt und sie "genommen" hat.

Da war der Mann nicht mehr der Oscar-Preisträger, sondern der Verbrecher, der einem Kind das Schlimmste angetan hat, was man ihm antun kann.


Die eigene Tochter

Nastassja, heute 34 Jahre alt, kann die Anschuldigungen ihrer Cousine nur als Tatsachen bestätigen. Sie war sein eigenes Kind,

vor dem er nicht Halt gemacht haben soll: und er, der großartige Schauspieler, soll ihr den Missbrauch so verklickert haben, als sei er etwas völlig Normales zwischen

Tochter und Vater. Allnächtlich sei er zu ihr gekommen,  um  sie zu missbrauchen.

Heute ist sie eine übergewichtige Frau mit psychischen Problemen, die - nachdem sie weiß, dass es eben nicht normal war, vom Vater missbraucht worden zu sein - noch immer in psychiatrischer Behandlung ist.


Der Superstar

Maximilian Schell kann sich selbstredend nicht mehr gegen all diese Vorwürfe wehren, denn er ist bereits verstorben. Seine Tochter vermutet ihn in der Hölle, liebt ihn trotzdem, 

während es Menschen gibt, die sowohl Marie Theres als auch Nastassja monetäre Absichten unterstellen, um einen Menschen

posthum zu vernichten, den sie im Grunde beide geliebt haben.

Warum also sollten sie jemandem schaden wollen, wenn er nur gut zu ihnen war ...

Das macht gar keinen Sinn.



Lost Paradise

Hier macht der Spruch

"Beneide nie jemanden, denn es kann sein, dass du nie mit ihm tauschen wolltest"

Sinn.

Gewaltopfer, auch die, denen sanfte Gewalt mittels schauspielerischer Überredungs-Kunst eingetrichtert worden ist,

leiden ihr Leben lang unter dem Erlebten.

Eine Veröffentlichung und gleichzeitige Demontage eines Idols machen das vielleicht für beide Frauen ein wenig einfacher,

wenn auch nie der Zustand des Nicht-Geschehens passieren wird.


Fazit

Es waren andere Zeiten, und niemand hätte den beiden Frauen zugehört. Es gab sogar - eher für Marie Theres als für Nastassja Zeiten - in denen es bagatellisiert worden wäre. Sogar von Seiten einer politischen Partei ...

Zu den Zeiten, als es geschehen ist, hätten sie ohnehin keinen Erfolg mit dem nötigen Mitgefühl und angedachter Hilfe gehabt. Der

Superstar gegen jeweils einen Teenager (da beide unterschiedlich alt sind): was hätten sie schon erreicht?

Gar nichts!

Jetzt bekommen beide vielleicht eine Art inneren Frieden zurück.

Und wir als Publikum sind um eine Illusion ärmer, was Vorbilder betrifft.

Aber die meisten glauben das einfach nicht, als sei es etwas Außerirdisches. Vor allem ist es schließlich verständlich, seine eigene Familie zu demontieren ... aber Nein: das macht niemand ohne Not. Und die Not befiehlt irgendwann, dass man es nicht mehr allein tragen kann und sich mitteilen möchte.


Guten Tag, Gruß Silvia


Freitag, 6. Oktober 2023

6. Oktober 2023 - Die Schlummertaste ...



Die Schlummertaste

Vor dem Kaffee am frühen Morgen gibt es ein erstes Highlight: die Schlummertaste, eine geniale Erfindung für Menschen, die sich nicht nur ihren Wecker am Abend zuvor falsch stellen, sondern einfach nur im vollen Bewusstsein des kommenden Tages ein wenig weiter dösen möchten.

Ich stelle meinen altmodischen Wecker - in mein Schlafzimmer dringt kein Smartphone ein - auf mindestens eine halbe Stunde früher als ich aufstehen möchte. Und das ist eigentlich an jedem Tag die gleiche Uhrzeit, egal, ob Wochentag oder Wochenende. So ist das, wenn man einen Hund zum besten Freund hat ...

Ich weise darauf hin, dass es Schlafforscher, wie etwa Robert Rosenberg (auch, wenn mir der Name gar nichts sagt) gibt, die vor der Benutzung der Schlummertaste warnen: angeblich bringt das Benutzen der Schlummertaste den zirkadianen Rhythmus durcheinander.

Bei mir käme der übliche Tagesbeginn nur dann durcheinander, wenn ich wie vom Wecker angestachelt, sofort aus dem Bett springen würde. Genau das ist es, was ich wirklich nicht brauchen kann - und großzügig umgehe.

Ich genieße es, mir wie eine Diebin diese Minuten des frühen Morgens zu stehlen. Was ja nicht wirklich der Fall ist, da - wie oben geschrieben - mein Wecker von mir persönlich darauf ausgerichtet ist.

Vor allem genieße ich diesen Zustand zwischen Wachsein und dem Beginn eines neuerlichen Einschlafens, der stets durch das wiederkehrende Weckerklingeln unterbrochen wird. Man muss sich von Schlafforschern oder überhaupt Forschern nicht alles

vermiesen lassen.

Mich beeinträchtigen diese täglichen Momente des weiteren Schlummerns überhaupt nicht negativ. Am Ende jeder Schlummertasten-Phase

stehe ich meist entspannt, ausgeruht und gutgelaunt auf  - und begebe mich

ganz schnell zum nächsten morgendlichen Highlight:

der Kaffeemaschine.


Guten Tag, Gruß Silvia



Dienstag, 3. Oktober 2023

2. bis 6. Oktober 2023 - Vox - Das perfekte Dinner - Nürnberg - Wiederholungen aus September 2022 -

 
Foto: Marianne Mossel

In dieser Woche vom 2. bis 6. Oktober werden Wiederholungen des "perfekten Dinners" gesendet. Soviel ich weiß, geht es in der nächsten Woche

mit Neuausstrahlungen weiter.


Am 26. September 2022 hat Stefanie in Nürnberg versucht, ein perfektes Dinner zu kochen. Ihrem Dinner habe ich den Titel

TV kills the Radio-Star
- frei nach einem früheren Hit

gegeben.





Am 27. September 2022 war die Erstausstrahlung von Daniels Dinner-Show. Seiner Sendung habe ich den Titel

Eltern und Lehrer sind die ersten Talentgärtner.
© Alfred Selacher (*1945)

gegeben.





Am 28. September 2022 wurde Sonjas Sendung erstausgetrahlt. Ich habe ihr den Titel

Eine von tausendundeiner Nacht?

gegeben.




Am 29. September 2022 durfte Greta über sich sprechen und für Gäste kochen. Ihrem Auftritt habe ich den Titel


Niemand kann so schlecht sein, wie er hinter seinem Rücken gemacht wird.
- Emanuel Wertheimer (1846 - 1916)

gegeben.






Am 30. September 2022 wurde Philipps Kochtag bei Vox ausgestrahlt. Dem künftigen Jäger aus Leidenschaft und meiner Abhandlung darüber habe ich vor einem Jahr den Titel


Die geborenen Jäger glauben auch an geborene Gejagte.
© Sigbert Latzel (*1931), Dr. phil.


gegeben.


In der nächsten Woche gibt es wieder eine Erstausstrahlung. Über Wiederholungen im allgemeinen kann ich mich nicht beschweren - andere Sender und andere Sendeformate haben da eher die Schnauze vorn als die Reihe "Das perfekte Dinner". 

Ich wünsche allen Lesern ein schönes Wochenende. Auch, wenn ich das an jedem Samstagmorgen wiederhole, ist es stets aufs Neue ernst und ehrlich gemeint.


Guten Morgen, Gruß Silvia