Dienstag, 6. Juni 2023

5. Juni 2023 - Vox - Das perfekte Dinner - Thema: Pride Month - Montag in Berlin bei Jan



„Janz Berlin in eene Wolke!“
Vorspeise: Weiße Tomatensuppe mit Currypraline und Brotstick
Hauptgang: Bunte Nudeln mit „sommerlicher“ Rinderroulade und Salat
Nachtisch: Schokodöner


Jans Proud-Kitchen-Day

Weder kann ich mich an einen Aufruf zur Mitwirkung an einer "Pride Month"-Woche beim "perfekten Dinner" erinnern, noch habe ich im Vorfeld gelesen, dass sich diese Woche auf LGBTQIA+ bezieht - aber: ich nehme alles, wie es kommt, zumindest, was diese Sendung betrifft.

Jan stammt aus Hamm i. W., ist Stadt- und Regionalplaner und bezeichnet sich selber als "lebensfroh, spontan, kreativ, verrückt" und vieles mehr (ich kann mir schließlich nicht alles merken). Aber ganz gewiss erwähnt er nicht, dass er kochinteressiert ist. Im Laufe der Sendung meint er selber auch, er hätte sich besser für eine "Laber-" als eine "Kochsendung" beworben ... Doch keine Sorge, denn das "perfekte Dinner" ist nur dem Label nach eine Kochsendung - in Wahrheit trifft es der Begriff "Labersendung" viel genauer.

Somit quasselt Jan auch, was das Zeug hält, als wäre er ein Sprachrohr für jegliches oberflächliches Gequatsche - und wollte so viele Wörter in die Sendung legen, wie irgend möglich, um ja ... was? Macht er Werbung für die LGBTQIA+-Community? Für sich selber?

Jans gesamten Abend fehlt der Pfiff. 


Das Menü

ist zum größten Teil oben nachzulesen.

Immerhin ist die angekündigte weiße Tomatensuppe auf dem Weg, das Rote abzuschütteln - und wird heller. Am Ende ist sie orangefarben. Die von ihm sogenannte Curry-Praline entsteht aus dem Innenleben von einigen Curry-Würsten und ist nicht so knusprig, wie er sich das vielleicht vorgestellt hat. Ich stelle mir diese Pralinen insgesamt auch nicht besonders lecker vor ...

Die Rouladen sollen sommerlich sein, sind aber eher welche nach alter Art. "Die schmecken wie bei meiner Oma", meint Tim. Und ein anderer ergänzt: "Bei Oma schmeckte es doch am allerbesten."

Dem widerspreche ich: viele Frauen, die auch Omas sind, haben bereits beim "Dinner" gekocht - und oft das genaue Gegenteil bewiesen.

Da die meisten Menschen ihre Omas lieben - ist ihre Erinnerung an ihre Kochkünste oft trügerisch, weil sie von der Liebe übertüncht werden.

Der Nachtisch fällt aus meinem Blickfeld: meine Hündin Momo kratzte sich heftig an ihrem linken Ohr, und ich habe nachgesehen und -gefühlt, woran das liegen könnte. Oh Schreck: es klebte ein Stück Kaugummi unter der Ohrmuschel, das ich ganz vorsichtig herausschneiden musste.

Hier beginnt mein Unverständnis gegenüber anderen, denn Leute, die die Umgebung mit ihren ekeligen, abgekauten Kaugummis versauen, sind mir zuwider.


Fazit

In dieser Woche dreht sich alles um Toleranz und Akzeptanz. Die beiden heterosexuellen Teilnehmer werden jedoch gefragt, warum sie sich ausgerechnet für diese Spezial-Ausgabe beworben haben ... und: wie jede Woche - in der es der Fall ist - freuen sich alle darüber,

dass kein Kandidat Veganer oder Vegetarier ist. Wenn es dem eigenen Programm nicht in den Kram passt oder es droht, ein bisschen schwierig zu werden, fehlt die Toleranz für andere Lebens-Weisen recht schnell.

Für mich spielt die sexuelle Ausrichtung keine Rolle, sondern der Mensch dahinter. Und an dem kann ich mich erfreuen - oder eben nicht.

Meine Freude an Jans Auftritt ist nicht besonders groß oder besonders klein, sie bleibt im Mittelmäßigen stecken.

Die Punkte: je 7 geben Tim und Sally, 6 gibt Karsten und 5 Tobias.

Mit 25 von 40 möglichen Punkten sieht es nicht gut aus für Jan.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Montag, 5. Juni 2023

4. Juni 2023 - ARD - Tatort Franken - "Hochamt für Toni"



Felix Voss – Fabian Hinrichs
Paula Ringelhahn – Dagmar Manzel
Eva Hentschel – Sina Martens
Johannes Hentschel – André Jung
Anna Hentschel – Marita Breuer
Christian Hentschel – Johannes Allmayer
Lukas Hentschel – Sebastian Zimmler
Marcus Borchert – Pirmin Sedlmeir
Wanda Goldwasser – Eli Wasserscheid
Dr. Kaiser – Stefan Merki


Tatort Franken
Hochamt für Toni

Das Hochamt für Toni findet wegen des Mordes an dem Pfarrer nicht statt. Aber Toni ist schließlich gar nicht tot, und sie müsste eher eine Beichte bei der Polizei ablegen,  als dass man ihr eine Messe widmet.

Der Pfarrer heißt Marcus Borchert, und gemeinsam mit Toni Hentschel war der Kommissar Felix Voss der 3. im tiefen Freundschaftsbund während gemeinsamer Studienzeiten in Berlin. Das Band ist zerrissen, Toni soll Selbstmord begangen haben - und Borchert, der sich kurz vor seinem Tod bei Voss meldet, will in seiner Predigt öffentlich etwas preisgeben. Was er verkünden wollte, bleibt nun bis zum Ende des Krimis ein Geheimnis. Gar nicht mal wie ein überraschender Knalleffekt löst sich dann dieses Geheimnis ...

Tonis vermeintlicher Selbstmord in einem bis auf die Grundmauern niedergebrannten Hüttchen, in dem sie gelebt hatte - hätte im wahren Leben bereits die Polizei auf den Plan gerufen. Ein paar Knochenreste hätten sich schon noch finden lassen - aus der man die DNA hätte filtern können, um zumindest mit Sicherheit die in der Hütte verstorbene Person identifizieren zu können.


Die Familie

Tonis mit dem Patriarchen Johannes Hentschel an der Spitze, der es einer Frau nicht zutraut, die große Firma weiterhin zu dem größten Steuerzahler der ganzen Gegend zu machen und in eine blühende Zukunft zu führen - ist unumkehrbar zerrüttet.

Toni wollte die Leitung der Firma übernehmen und hatte bereits juristische Schritte eingeleitet, als sie vorgetäuscht der Tötung durch die eigene Hand zum Opfer fällt. Als ältestes Kind hätte sie angeblich große Chancen gehabt, einen Rechtsstreit zu gewinnen.

Ob das juristisch wirklich abgesegnet ist, ist mir unbekannt. Schließlich ist diese Familie trotz aller Blasiertheit ihres Oberhauptes keine aus königlichem Geblüt.

Und als ich Toni am Ende des Krimis sehe ... kommen mir Zweifel, ob sie wirklich älter ist als ihre Brüder Lukas und Christian.

Der kalte und stets bitterböse dreinschauende Patriarch, der ein gutes Beispiel dafür ist, dass Geld nicht glücklich macht (es gibt anderswo aber gegenteilige Beweise), knickt irgendwann und völlig unvereinbar mit seinem Drehbuch-Wesen ein - und liefert seine Söhne sozusagen ans Messer der Polizei.

Es löst sich auf: Lukas hat den Pfarrer ermordet. Lukas steckt mit Toni unter einer Decke. Warum, wieso, weshalb? Ich weiß es nicht, zumal

die Söhne zwar sagen, dass sie an der Firma überhaupt kein Interesse haben, Toni aber nun auch nicht erben kann, da sie offiziell schließlich tot ist. Und nachdem sie als Lebende wieder auftaucht, ist sie in Verbrechen verwickelt.


Fazit

Als Zuschauerin bleibe ich ratlos auf der Strecke. Was hat Toni ihr vorgetäuschter Suizid gebracht? Vermutlich ist sie schlauer als ich ... und sie muss das Aufgehen ihres Plans schließlich nicht mehr logisch entschlüsseln.

Das Klischee einer wohlhabenden Industriellen-Familie ist ebenso mit der heißen Nadel gestrickt wie der gesamte Krimi.

Trotzdem gebe ich 3 von 5 möglichen Sternen, obwohl ich gern ein kleines Minus vor die 3 Sterne setzen möchte.

Die Schauspieler beherrschen ihre Rollen, die Tonqualität ist eine der besten, die ich in einem Tatort der letzten Jahre erlebt habe,

und Dagmar Manzel und Fabian Hinrichs sehe ich ohnehin sehr gern.

Aber die hanebüchene Handlung ... die stört schon enorm. Und seit wann ist eine Kirchenkanzel ein Gerichts-Saal, in dem der Pfarrer plant, die Anklageschrift zu verlesen - und das auch noch samt Vorwarnung für die Angeklagten?  Er hätte einfach nur zur Polizei gehen müssen ... dann hätte er uns diesen Film erspart.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Samstag, 3. Juni 2023

3. Juni 2023 - Regina und ihr ungewöhnlicher Lebenslauf



Regina - und ihr ungewöhnlicher Lebenslauf

Manchmal kommt eine verschüttete Erinnerungen unerwartet zurück: so ist es mir mit meiner Tante Regina ergangen, die in einem Gespräch über etwas völlig anderes plötzlich vor meinen Augen wieder aufgetaucht ist.

Aber ich erinnere mich nicht an ihr Gesicht, und die uralten Fotos helfen mir dabei auch nicht weiter, weil ich sie auch auf denen nicht eindeutig identifizieren kann, denn auch viele andere auf den Fotos sind mir vom reinen Ansehen her völlig unbekannt. Aber wichtig ist es doch, dass man sich überhaupt erinnert.

Regina war die Schwester meines Großvaters väterlicherseits, den ich leider nie kennengelernt habe. Folglich war meine Oma ihre Schwägerin - und mit meiner Oma bin ich oft (und nicht immer gern) zu Regina hingedackelt. Gedackelt, weil ich ein wenig trödelig unterwegs war ... und nur meiner Oma zuliebe überhaupt mitgegangen bin.

Regina, die wie ich an einem 20. September geboren wurde, hätte es gern gesehen, wenn man mich nach ihr benannt hätte ... allerdings passierte das zum Glück nicht, und ich wurde nach meinem Großvater genannt, der Silverius hieß.

Regina hatte eine spannende und undurchsichtige Vergangenheit. Davon erfuhr ich allerdings erst viele Jahre später, denn zu ihren Lebzeiten war ich noch ein kleines Mädchen.

Ich erinnere mich an ihren Mann, dessen Name mir sogar entfallen ist, weil er immer sehr ruhig in seiner vermutlich angestammten Ecke  herumsaß und kaum Beachtung bekam, als wäre er ein Möbelstück, das sie zu Dekorationszwecken dort sitzen hatte.

Dabei war ihre gemeinsame Geschichte eine besondere ...

Voller Grusel erinnere ich mich an etwas anderes in ihrem Haus: sie hatte ein Zimmer für kleine Vögel, und die piepten munter in ihren diversen Käfigen vor sich hin. Die fand ich natürlich niedlich und konnte mich an ihnen erfreuen. Befremdlich fand ich eher die Schublade,

- ich glaube, sie hat sie öfter genau deshalb für mich geöffnet, damit ich mich grusele -

denn dort wimmelte es vor Würmern, Mehlwürmern genauer gesagt. Sie züchtete sie als Nahrung für ihre geliebten Vögel ...

Vielleicht war ich auch nur zu empfindlich und sensibel, um das richtig zu verstehen: und vermutlich gab es damals noch nicht diese spezielle Vogelnahrung in Zoofachgeschäften zu kaufen ... so dass man sich selber helfen musste.


Reginas Leben

könnte einem Filmstoff gleichen.  Sie war verheiratet, sie war keine Mutter, sie war für mich die etwas seltsame Tante, der ich nicht wirklich gern begegnet bin. Ihre Umarmungen mochte ich auch nicht - und vermutlich bin ich hier ziemlich ungerecht, was allerdings nicht meine Abneigung zumindest aus Kindersicht gerecht macht. Nicht alle Kinder mögen es, von allen umarmt zu werden.

Aus ihren Kinder- und Jugendtagen weiß ich nicht viel. Aber später wurde sie Nonne - eine, die sogar bereits das Ewige Gelübde abgelegt hatte. Im 2. Weltkrieg arbeitete sie in einem Krankenhaus (ich weiß noch, in welchem Dortmunder Haus das war, denn das gibt es heute noch) als Krankenschwester. Soweit sind die Angaben gesichert.

Ungesichert, aber sehr wahrscheinlich ist es, dass sie im Krieg in enger Kooperation mit einem Arzt harte Medikamente entwendet haben soll - um damit ... ja, was? Ich erinnere die Erzählungen darüber nicht mehr genau. Aber das hat meine Oma mir lange nach Reginas Tod erzählt, und ich vermute, sie hat ihre "Sünden" meiner Oma irgendwann gebeichtet.

Hat Regina mit den Drogen etwas Gutes getan - oder hat sie sie einfach nur vertickt? Ich weiß es nicht.

Nach dem Krieg arbeitete sie weiter als Krankenschwester im selben Haus, und sie lernte einen Patienten kennen. Seltsam, dass ich, wenn ich an sie und ihren späteren Mann denke, gar nicht das Gefühl von großer Zuneigung im Sinn habe ...

 Um ihn heiraten zu können,

musste sie in Rom von ihrem Ewigen Gelübde entbunden werden.

Dann saß der Mann, wegen dem sie sich von ihrer Kirche getrennt hatte, schließlich wie ein Deko-Element in einer Ecke, während Regina und meine Oma sich angeregt unterhalten haben. Nicht umsonst kann ich mich an seinen Namen gar nicht mehr erinnern ... es war, als spielte er überhaupt keine Rolle.


Reginas Tod

Selbst vor diesem habe ich mich damals gegruselt. Daran habe ich noch eine lebhafte Erinnerung. Zur Beerdigung wollten meine Eltern mich nicht mitnehmen, weil sie mir - ich war vielleicht 8 bis 9 Jahre alt - solch ein Ereignis nicht zumuten wollten.

Also musste ich zuhause bleiben und mich vor Regina gruseln. Ich riss alle Türen und Fenster auf, damit ich mich nicht von der Welt abgeschnitten fühlte - und Regina mich womöglich posthum aufsuchen könnte. Es waren schauerliche Stunden, die ich voller Angst verbracht habe.

Was genau es alles war, dass ich solch einen Grusel vor dieser Tante hatte, weiß ich nicht mehr. Das ist auch gut so, denn heute kann ich das natürlich ohne irgendein negatives Gefühl niederschreiben.


Kleine Schluss-Episode

Ihr Mann hat Regina überlebt - und als er ein paar Jahre nach ihrem Tod umgezogen ist, hat er in einem Versteck - ich glaube, hinter einer Couch in einer Mauernische - sehr, sehr viel Geld gefunden. Ganz offensichtlich gehörte das Geld Regina,

und sie hatte es vor ihrem Mann, wegen dem sie den Orden einst verlassen hat, versteckt.


Guten Tag, Gruß Silvia

2. Juni 2023 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Krefeld bei Thilo




Vorspeise: Consommé und Crêpes
Hauptgang: Heimischer Hirsch goes Pianura Padana
Nachtisch: Ménage-à-trois mit Käse


Vor Gericht, auf Hoher See und beim "perfekten Dinner" ist jeder in Gottes Hand

aber Thilo weiß, wie man ein Schiff sicher in den nächsten Hafen bringt, ohne Gottes Hand zu bemühen. Zunächst war er Container-Kapitän, dann auf dem ehemaligen "ZDF-Traumschiff", und nun schippert er Privat-Yachten über die Meere. Auf dem Traumschiff hat er die Physiotherapeutin Silke kennen- und lieben gelernt. Welchem Kapitän-Darsteller sie die Muskeln gelockert hat, ist nicht Thema an diesem Abend.

Selbst bei hohem Seegang würde ich Thilo mein Leben anvertrauen und auf kotzfreies Wohlergehen hoffen. Er besitzt das Gechillte, dass man braucht, um Meeresklippen sicher zu umschiffen.

Im Lockdown saß er auf einem Schiff fest ... und dort kam er über den privaten Spaß der vielen Engländer an Bord von "Come dine with me" zum "perfekten Dinner".

"Hallo, ihr Hübschen", sagt Daniel Werner zur Begrüßung, stellvertretend für die Daniels vor Ort. Und nicht jede Hübsche ist gleichzeitig freundlich gesinnt. Es gab in der Historie die Judas-Küsse, die noch heutzutage sehr beliebt sind. Nur wird deshalb niemand mehr ans Kreuz genagelt, aber

abgestraft ... für sein freundliches Wesen, für sein gutes Kochen, für sein gutes Leben ...


Das Menü

Hervorragend sieht die Vorspeise mit einer Farce aus Wild und Waldpilzen, ummantelt von einem Crepes, aus. Karina ekelt sich vor dem Wildfleisch, und ich frage mich, ob dieser vorgebliche Ekel der Weg zum eigenen Gewinn sein soll. Ihr Abstand zu dem guten Hobby-Koch Thilo wächst ins Unermessliche, aber sie merkt es nicht oder will es nicht wahrhaben.

Joana mag die Vorspeise auch nicht. Liegt hier die gleiche Motivation zugrunde? Eine lustige Mama macht noch lange kein perfektes Dinner, Joana!

Ein schön aussehender Hauptgang überzeugt allein Angelika, die sich von keinerlei Neid beeinflussen lässt.

Die arme Karina ist müde und sehnt sich nach ihrem Bett, bevor der vielfältige und durch kleine Häppchen bestechende Nachtisch auf die Teller kommt. Der Nachtisch sieht einfach nur schön aus. Doch Karina hat Sorge, dass sie wegen dem späten Essen (immerhin ist es 0.14 Uhr, als das Dessert serviert wird) in der Nacht nicht schlafen kann. Ich habe hier einen Erklärung für sie: wer tagsüber wie schlaftrunken durch die Gegend läuft, kann verdienterweise in der Nacht nicht schlafen.


Fazit

Anstatt die lahmen und müden und emotionslosen Flügel zu strecken, holt Karina zum letzten Schlag aus, der ihr temperamentsmäßig zur Verfügung steht. Sie mag nicht, was sie sieht, was sie schmeckt und geht konform mit

Joana, die bereits auf Konfrontation gekleidet ist, nämlich nachlässig und nicht einem letzten Dinner-Abend entsprechend. Man könnte anhand ihrer Klamotte denken, sie muss sich gleich noch den Frust von der Seele laufen.

Thilo bewertet sein eigenes Dinner als "zeitmäßig vergeigt" - und redet sich die nicht nur unterschwellige Aggression zweier Damen somit schön.

Die Punkte: 10 gibt Angelika - weil sie auch kochen kann - die Essens-Zubereiterin Karina gibt 7 Punkte und ihre Komplizin Joana 6.

Mit 23 Umdrehungen kann der Beste der Woche natürlich nicht gewinnen.

Es siegt Joana, die sich freuen darf, dass sie zwar nicht kochen, aber  rechnen kann. 

Vor Gericht und auf hoher See gibt es ebenso wenig Gerechtigkeit wie beim "perfekten Dinner".

Viel Freude an einer ungerecht ausgegangenen Challenge, Joana. Nicht nur deine versalzene Suppe hat gezeigt, dass du keine Ahnung vom guten Kochen hast.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann einen Thilo-Lieferdienst. Darauf warte ich auch gern etwas länger.


Guten Morgen, Gruß Silvia 



Freitag, 2. Juni 2023

2. Juni 2023 - Des Pudels Kern-Kompetenz



Des Pudels Kern-Kompetenz

Im Französischen heißt der Pudel Barboncino - das wäre auch ein schöner Name für den lebhaften Hund. Im altdeutschen stammt der Name vom "Puddeln" ab, was so viel wie "im Wasser plantschen" bedeutet. Denn der wasservernarrte Hund wurde ursprünglich als apportierender Hund für die Jagd überm Wasser,  für z. B. Enten eingesetzt.





Die älteste Erwähnung des Pudels soll aus dem Jahre 1555 stammen.

R. von Schmiedeberg berichtet, dass es zwei verschiedene Rassen gibt: "Schöner Pudel" und "Schafpudel". Allerdings gehören sie zwei verschiedenen Hundegruppen an.

Das Fell des Pudels fühlt sich weich an und ist keinem Jahreszeitenwechsel unterworfen, sondern wächst beständig. Es gibt vier Pudelarten, die sich jedoch nur in der Größe und nicht in ihrem Erscheinungsbild unterscheiden.

Der Ausdruck "des Pudels Kern" stammt aus Goethes Drama Faust I. Mephistopheles erscheint darin Faust in der Gestalt eines Pudels. Als er sein wahres Wesen offenbart, kommentiert Faust: „Das also war des Pudels Kern!“

Musik zu Ehren des Pudels komponierte Ludwig van Beethoven mit dem Lied "Elegie auf den Tod eines Pudels".

Es gibt und gab viele berühmte Pudelfreunde, so etwa Thomas Mann, Arthur Schopenhauer oder John Steinbeck, der in seinem biografischen Roman seinem Pudel ein Denkmal setzte: Die Reise mit Charley. Auf der Suche nach Amerika.


Momos Kern-Kompetenz

ist die, die allen Pudeln zugeschrieben wird. Sie ist hochintelligent, mit Leib und Seele auf ihre Menschen bezogen, folgt jedoch gern ihren eigenen Impulsen. Der Pudel ist - und so stelle ich das auch bei Momo (die vermutlich ein Pudel-Mischling ist)  fest - ein Hund, der trotz der Zugewandtheit zu mir, eine eigene großartige Persönlichkeit ist. Auch steht Momo - wie alle Pudel - gern im Mittelpunkt, und es könnte gut sein, dass sie die sie umgebenden Menschen als ihr Publikum betrachtet.

Sie ist die beste Entertainerin weit und breit mit einem hohen Unterhaltungswert. Als Mensch bin ich dazu verpflichtet, mit ihr mitzuhalten, damit sie sich auch an mir erfreut - und in mir mehr sieht als nur einen Bestandteil ihres Publikums.

Auch, wenn sie Publikum liebt, ist sie lieber Einzelhündin - wie fast alle Pudel es im heimischen Bereich bevorzugen.


Ein Kreis schließt sich

Der erste Hund meiner Mutter war ein Malteser namens "Pünktchen" - ihr letzter war ein Malteser namens "Bienchen". Pünktchen habe ich natürlich nie kennengelernt, weil sie meiner Mutter bereits als Kind zugehörig war. Bienchen habe ich nach dem Tod meiner Mutter 7jährig zu mir genommen, und sie noch über ein Jahrzehnt bis zu ihrem Tod gut behütet.

Mein 1. Hund war ein Pudel-Mädchen namens "Panni". Obwohl Panni mir gar nicht selber gehört hat, denn sie war lange. lange nach Pünktchen der erste Hund meiner Mutter. Ich habe mich allerdings sehr viel um die Kleine gekümmert und sie wie eine kleine Schwester betrachtet.

Momo wird mein letzter Hund sein, sorry, Hündin natürlich.

Wie alt sie genau ist, ist zwar unbekannt, aber ihrem Verhalten  - und einigen anderen Merkmalen nach - ist sie noch nicht sehr alt. Und immerhin können Pudel ein hohes Alter erreichen, obwohl natürlich auch das einer Portion Glück unterliegt. Hin und wieder kommt sogar ein Welpen-Verhalten durch - obwohl sie natürlich ganz sicher kein Welpe ist. Sie ist erwachsen mit einem sonnigen, herzlichen, übermütigen, tollkühnen, treuen Wesen.

Momo habe ich durch Zufall gefunden ... und der hat vielleicht seinen Sinn. Denn ich habe sie gefunden, obwohl ich noch um Charlie getrauert habe (das ist bis heute der Fall, er ist unvergessen und wurde auch nicht ersetzt).

Frisch aus dem Matsch-Wasser ins Auto, Mai 2023




Guten Tag, Gruß Silvia

1. Juni 2023 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Krefeld bei Joana


„Schön zuhause - Stadt woanders“
Vorspeise: Blumenkohlcremesüppchen
Hauptgang: Geschmortes Rind mit zweierlei Knödeln und Rotkohl
Nachtisch: Herrencreme, Cheesecake


Beim Kegeln kommt der ganze Mensch zum Vorschein
- Franz Kafka (1883 bis 1924)

Beim monatlichen Kegeln mit ihren Kegelschwestern kommt Joana richtig in Schwung, und es wird alkoholselig auf den Tischen getanzt und mehr - was man sonst eigentlich auch nicht beim diesem Sport vermutet. Da geht die Post ab - das Kegeln selber ist lt. der heutigen "Köchin"  Nebensache. Offenbar wusste das bereits Franz Kafka.

So ähnlich ist es auch in diesem Sende-Format: Nebensache ist oft genug das Kochen, während zwar nicht unbedingt auf Tischen getanzt wird, aber ansonsten nicht viel ausgelassen wird. Auf tänzelnden Seilakten balancieren die Teilnehmer ihre Chancen aus: das Schöne ist, sie können selber am Ergebnis mitdrehen und im selbigen herumpfuschen. Die eine mehr, der andere weniger.

Jeder macht eben, was er will - denn die Sendung selber ist ziemlich unpräzise - und niemand nimmt das Wort "perfekt" im Titel wörtlich.  Mehr noch als sonst fällt mir auf, dass in dieser "Krefeld-Woche" bereits der 3. von 4 Tagen überhaupt nicht in Krefeld stattfindet. Hier hätte der Überbegriff "Niederrhein" die Show sofort auf die richtige Spur gebracht.

Vielleicht lebt der letzte Teilnehmer Thilo in Krefeld? Sicher ist das nicht!

Die 27jährige Joana wohnt in Sevelen und arbeitet als medizinische Fachangestellte in einer Dialyse-Einrichtung.

Da ihre Mama Petra ein sehr wichtiger Mensch für sie ist, zeigt sie ihr das heute, indem sie sie in die Kamera-Spiele involviert. Und Petra gibt ihr Bestes, wirbelt herum und sorgt erst einmal für eine alkoholische Freude am Vormittag um 11.00 Uhr. So sei es am Niederrhein auf dem platten Land ... ab 11.00 Uhr geht die Post ab.

Vorsicht auf den Autobahnen, falls ein Wagen mit niederrheinischem Kennzeichen vor euch in Sicht ist!


Das Menü

"Ein sonntäglich gutes Dorfmenü. So kenne ich es aus meiner Kindheit." - vermutet die 65jährige Angelika voller Vorfreude.

Die wird auch nicht durch die versalzene Blumenkohl-Suppe getrübt, denn sie ist die einzige - inklusive der Gastgeberin - die es gern salzig over the top mag. Um die Suppe salzmäßig zu toppen, fügt Joana noch Bacon hinzu.

Allerdings ist eine Suppe für Angelika keine gute Vorspeise für "das perfekte Dinner" - hat sie das am Ende der Sendung wieder vergessen?

Die argentinische Rinderhüfte verbrät Joana zu einem Schmorgericht. So weit gereist - und dann deklassiert.

Da der Bielefelder Doktor es lt. Joana besser kann als sie selber, entscheidet sie sich für seine Hilfe bei der Zubereitung der Herrencreme. Des Doktors Beliebtheit ist ausgesprochen krisenfest. - Der Käsekuchen ist ein Käsekuchen, und da gibt es nicht viel zu bemängeln, außer, dass er zum Nachmittags-Kaffee besser geeignet ist. Aber

wann ist am Niederrhein eigentlich Nachmittag, wenn ab 11.00 Uhr die Post abgeht?


Fazit

Die Post geht an diesem Abend nicht wirklich ab. Weder kulinarisch noch stimmungsmäßig. Es fehlt vielleicht der 5. Kandidat am Tisch, der neue Aspekte ins Spiel bringen könnte.

Die Punkte: je 8 geben Karina und Thilo, 9 gibt Angelika.

Mit 25 von 30 möglichen Punkten liegt Joana am 3. Tag auf dem bislang 1. Platz. Und ich befürchte, sie wird diesen Platz auch gegen Thilo verteidigen.

Was man in der Vorschau seines Dinners sieht, macht einen hervorragenden Eindruck ... aber: es gibt ja meistens ein "aber",

und die permanent im Halbschlaf dahindämmernde Karina sagt: "Ich würde das Dinner nicht noch einmal essen". Geht ja auch nicht.

Habe ich schon mal gesagt, wie zuwider mir Ungerechtigkeiten sind? Und das schreibe ich, obwohl ich Thilos Auftritt noch nicht in vollem Umfang gesehen habe, sondern nur die Vorschau ... in der Angelika allerdings die volle Punktzahl gibt.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 1. Juni 2023

31. Mai 2023 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Krefeld bei Karina


Vorspeise: Süßkartoffel-Kokos-Suppe mit Kürbiskernbrot
Hauptgang: Rinderfilet unter Kräuterkruste Kartoffelgratin / Marktgemüse
Nachtisch: Mousse au Chocolat auf Salz-Karamell-Sauce



Kein Schwung, kein Pep, keine Inspiration ...

Sehr ruhig, fast hypnotisch und leidenschaftslos streichelt Karina die Arbeit, anstatt sie anzupacken. Jede Minute vor dem Bildschirm dauert mindestens fünf Mal so lange wie in Wirklichkeit. Es ist, als würde man vor der eigentlich durchgelaufenen Waschmaschine stehen, um schnell nach der letzten Minute die Wäsche zu entnehmen. Auch diese letzte Minute dauert und dauert ...

Meine Gedanken schweifen ab, und ich nehme einen Zettel zur Hand, um meine geplanten Einkäufe fürs Wochenende aufzuschreiben, damit die Zeit ihren Sinn hat.

Die 42jährige Krankenschwester Karina, die nun in einer Arztpraxis als medizinische Fachangestellte arbeitet, ist sicher eine liebe Person, aber eine telegene Ader hat sie eher nicht. Ihr Menü samt vorhandenen Kochkenntnissen reißt es leider auch nicht raus.


Das Menü

Eine Suppe kochen ist easy, meint Angelika. Ist es das auch für Karina? Sie greift zur Fertigbrühe aus einem Gläschen und korrigiert damit den Geschmack. Kürbisbrot gibt es auch - von einem guten Bäcker, wie sie betont. Sie hätte sich nicht getraut, ein Kürbisbrot zu backen. Das kann ich verstehen - aber sie hätte vielleicht ein einfacheres Brot zustande gebracht. Vorne und hinten fehlt es ihr leider an Schwung und Elan.

Das Rinderfilet kommt aus Argentinien, weil Karina meint, es schmecke am besten. Vor allem hat es viele Meilen auf dem Konto. Ob das Beilagengemüse frisch oder aus einer TK-Tüte stammt, kann ich gar nicht erkennen ...

vermutlich schreibe ich in diesem Moment gerade "Tomaten" auf meinen Einkaufszettel.

Schnell entschließt sich Karina zu einer zusätzlichen Soße zum Filet: die sieht leider völlig misslungen aus. Ein Klecks in Weiß, der nach inneren Werten schreit.

Ein Kartoffelgratin mit 20 Minuten Vorgarung im Topf, das dann noch mit Käse verhunzt wird, noch mal 40 Minuten in den Backofen kommt - kenne ich nicht auf diese Art. Und es sieht am Ende Gelände nicht appetitlich aus.

Mousse au Chocolat zubereiten, ist nicht schwierig, sagt Angelika. Aber Hallo! Karina pimpt es mit einer Salz-Karamell-Sauce auf, um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen. Der Salzgehalt dieser speziellen Sauce beträgt leider weniger als eine Prise ... man könnte ohne Probleme via Bildschirm 7 Salzkörnchen eines Speisesalzes zählen ...

Das grobe Puderzucker-Bett unter dem Gläschen mit der Mousse könnte am Tisch zu fliegendem Staub werden, der es auf die Kleidung der Gäste abgesehen hat.


Fazit

Die Eintönigkeit zieht sich durch die ganze Sendung. Als Thilo und Joana von ihren jeweiligen Kegelclubs erzählen, bin ich überzeugt: anderen beim Kegeln zuzusehen, könnte interessanter sein als der Abend bei Karina in Tönisvorst.

Der größte Lichtblick: irgendwann ist es 20.15 Uhr.

Vorher werden noch die Punkte vergeben, die sich von Karinas Eigenbewertung einer 9-Punkte-Einschätzung, unterscheidet:

8 gibt Joana, je 7 geben Angelika und Thilo.

Mit 22 Punkten liegt sie am 2. Tag hinter Angelika. Und ich bin sicher, dass sich ihre Gäste in der Bewertung mehr als freundlich gezeigt haben - sonst wären die Punkte mindestens eine Etage tiefer gefallen.


Guten Morgen, Gruß Silvia