Samstag, 7. November 2020

7. November 2020: Es ist November - Auf einem Friedhof ... einem ganz bestimmten ... vor langer Zeit

 




Auf einem Friedhof ... einem ganz bestimmten vor langer Zeit ...

Besonders in jedem November ist die Erinnerung an einen Friedhof in Dortmund-Schüren wieder ganz nahe, obwohl ich den natürlich zu jeder Jahreszeit gekannt habe. Ich war lange nicht mehr dort, und ich habe auch nicht vor, versäumte Besuche nachzuholen. Es verbindet mich nichts mehr mit diesem dicht bewachsenen und an vielen Stellen sehr dunklem Gelände.

Als ich ein Kind war, sah das anders aus, aber heller war es natürlich keineswegs. Zwar hat mich persönlich auch damals nicht viel mit diesem Friedhof verbunden, aber es war mir immer ein kleines Vergnügen, gemeinsam mit meiner Oma dorthin zu gehen (einfach, weil ich alles gern tat, was ich mit ihr zusammen tun konnte). Ich tat es trotzdem nur ihr zuliebe, denn in meiner Erinnerung ist dieser Ort auch ein wenig unheimlich.

Aber ich gruselte mich ganz gerne ein wenig (warum ich dann auch Stephen-King-Romane gelesen habe, als ich etwas älter geworden war, heute lese ich die nicht mehr).

Um die zu meiner Oma gehörenden Gräber zu versorgen, mussten wir quer über das ganze Friedhofsfeld laufen. Denn wir gehörten nicht zu einer Familie mit monumentalen Grabstätten, um sämtliche Mitglieder im Tode wieder zu vereinen. Dafür fehlte uns einfach das nötige Geld.

Es gab das Grab von Omas Eltern, und ich glaube, dies war zumindest ein Doppelgrab. Dann gab es das Grab ihres Mannes, meines Opas, den ich nie kennen gelernt habe. Und traurigerweise auch jenes, in dem ihr Sohn Johannes mit 21 Jahren seine letzte Ruhestätte gefunden hatte.

Auf den Wegen von dem einen zu einem anderen Grab, gab es natürlich jede Menge Gräber von Menschen, die Oma zu deren Lebzeiten gekannt hatte. Nicht selten kam es also vor, dass der Friedhof der beste Ort

für einen Plausch war, weil sie natürlich auch dessen Besucher allesamt kannte. Ich kannte sie selbstverständlich dann auch, aber habe sie nicht wirklich in Erinnerung, außer wir trafen Verwandte dort.

Alles in allem war es ein Ort der Begegnung. Es wurde gelacht und erzählt und man verabredete sich, und der neueste Tratsch wurde selbstverständlich breitgetreten, denn in Dortmund-Schüren kannte eigentlich Jeder jeden.

Für meine Oma war dieser Ort wichtig, denn dort fühlte sie sich ihren Verstorbenen nahe. Sie hat mir gegenüber nie über den Tod ihres Sohnes Johannes geklagt, aber ich denke, nein, ich weiß, dieser Tod war für sie der schlimmste (später kam der Tod ihres Enkels Heinz, meines Bruders hinzu, und hat alle Wunden und für immer bis zu ihrem Lebensende wieder aufgerissen).

Ich bin der Überzeugung, dass ich selber für meine Oma

eine Art Nachfolgerin von Johannes war. Ein Ersatz war ich jedoch auf keinen Fall.

Ich fühlte mich somit schon als kleines Mädchen verpflichtet, sie auf diesen Friedhof zu begleiten,

obwohl er in all seiner Dunkelheit so gar nichts für ein Kind war. Wenn ich heute, so etwa einmal im Jahr, einen

Albtraum habe, spielt immer dieser Friedhof eine Rolle darin.

Vielleicht waren meine Oma und ich auch einfach nur zu oft an diesem stillen Ort, so dass sich das Bedrückende für mich manifestieren musste und es bis heute nachwirkt, zumindest manchmal.

Heute besuche ich nur noch selten Friedhöfe und höchstens aus sehenswerten Gründen, nicht, um Verstorbene dort zu besuchen.

Meine Oma starb in 1986, und ihr Grab liegt in Dortmund-Aplerbeck. Ich war nach ihrer Beerdigung noch zwei- oder dreimal dort,

denn sie ruht nicht wirklich an diesem Ort,

sondern an einem Ort, der sich mein Herz nennt.


Guten Tag, Gruß Silvia 
 

6. November 2020 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Trier bei Dieter

Foto: Marion Freytag, die Dackel-Damen Polly und Tammy

Vorspeise: Steinpilzsuppe mit Wildschweinschinkenspieß
Hauptgang: Rosa gebratener Hirschrücken, dazu Rosenkohlblätter mit glasierten Walnüssen und Serviettenknödeln mit Calvados-Soße und flambierten Apfelkugeln
Nachtisch: Apfeltiramisu


Auch die schönsten Rehaugen beeindrucken den Jäger nicht
© Harald Schmid (*1946), Aphoristiker

Selber könnte ich niemals auf irgendein Lebewesen schießen, auch, wenn die Augen nicht immer so schön sind wie die von Rehen. Aber Dieter ist da anders und hält Hof in seinem großzügigen Holzhaus

und mit dem Konterfei eines Wildschweines auf seinem T-Shirt. Ich finde das Shirt gar nicht mal verkehrt, aber es fehlt eindeutig der Zusatz "Nicht schießen".

Damit läge Dieter allerdings falsch, denn schon sein praktischer Wandfriedhof spricht die Sprache des Jägers. Dominant sind hier die Überreste geschossener Tiere derart als Trophäen platziert, wie auf Friedhöfen Grabsteine stehen. Als wäre dies nicht genug des morbiden Geschmacks, gibt es noch eine Kammer mit ausgestopften Tieren. Ich sitze vor dem Fernseher und halte mir die Augen zu ...

Auf der Positiv-Haben-Seite Dieters sehe ich an diesem Abend eindeutig seine beiden Dackel Hägar und Yoda. Ich folgere, dass Dieter ein Comic- und Starwars-Fan ist.

Die Frage bleibt: Wer seiner Gäste wird an diesem Abend Fan von Dieter?

Dieter, der schon vor dem Kochen mit 36 bis 38 verdienten Punkten herumprahlt! Dass er hinzufügt, nicht unbedingt gewinnen zu wollen, halte ich für ein Lippenbekenntnis ohne Wert.


Fazit

Wie man sieht und hört, ist Sonja schon mal kein Fan von Dieter. Auf ihre weiterhin sehr unangenehme Art und Weise kritisiert sie alles mit einer sehr ernsthaften, verbissenen Freude.

Im Nachhinein ist sie bestimmt diejenige, die den meisten Spaß an Yousefs Bewertung hat.

Yousef gibt sich nämlich heute als das, was wir hier salopp und ich-weiß-gar-nicht-warum "beleidigte Leberwurst" nennen. Anstatt die Faust in der Tasche zu machen und gnädig zu sein,

gibt er Dieter 5 Punkte. Als Begründung führt er den kalten Hauptgang an, eben genau das, was Dieter an seinem Essen bemängelt hatte. Mit mancher Kritik sollte man eben vorsichtig sein,

weil sie wie ein Bumerang zu einem zurück kommt.

Je 8 Zähler bekommt Dieter von Sven und Sonja und 9 von Celina.

Mit 30 Punkten für Dieter bleibt Sonja, die 37 erreicht hat, ungeschlagen.

Sie gibt sich überrascht, die Wochensiegerin zu sein. Ich verbuche dieses Überraschtsein jetzt mal als ein Märchen, denn genau mit dem Gewinn hat sie gerechnet und mit sonst nix.

Ich bin sicher, sie wird diesen Sieg ihrem Mann - der damals, vor Urzeiten bei der "Dinner"-Veranstaltung nur 2. wurde - nun

jahrelang täglich um die Ohren hauen.

Ganz anderes Thema

Unterdessen hoffe ich, dass man fürs Weiße Haus bereits eine Räumungsklage eingereicht hat, denn freiwillig wird der amtierende Präsident im Falle einer Niederlage (die absehbar ist) niemals seinen prächtigen Wohnsitz verlassen.

Ich wünsche allen Lesern ein schönes Wochenende. Bleibt gesund.


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Freitag, 6. November 2020

6. November 2020 - Die "Monks" in Corona-Zeiten

 


Die "Monks" in Corona-Zeiten

Sie erleben gerade die sauberste Zeit ihres Lebens, weil sich auch alle anderen Menschen, die ansonsten viel weniger empfindlich reagieren, weitgehend an den monkschen Hygienevorstellungen orientieren müssen.

Endlich müssen die "Monks" niemandem mehr die Hände schütteln, weil das einfach abgeschafft wurde. Auch rücken ihnen fremde Leute nicht mehr direkt auf die  Pelle oder schubsen einander in einem plötzlich auftretenden Gedränge.

Natürlich geht ein Monk ohnehin auf keinen Weihnachtsmarkt, denn so viel Nähe ist ihm zu allen Zeiten furchtbar unangenehm. Er wird also die vielfach ausfallenden Märkte keinesfalls vermissen.

Begegnet er mal jemandem auf den Straßen seiner Stadt, so kann er beinahe sicher sein, dass auch sein Gegenüber sich nun täglich hundert Mal die Hände wäscht

und nicht darauf erpicht ist, alles anzufassen, was man irgendwie anfassen kann. Die Fingerabdrücke auf sämtlichen Gegenständen bleiben zum größten Teil aus.

Auch für Taschendiebe sind schlechte Zeiten angebrochen, weil niemand mehr Fremde so nah an sich herankommen lässt. Zwar träfe einen

"Monk" weniger der Verlust seiner Geldbörse, denn er wüsste über diesen Verlust hinaus, dass jemand ihm so nahe gekommen war, dass er zum Beispiel in seine Hosentasche gefasst hat - was ihn bis ins Mark erschüttern würde. Danach kann man solch

eine Hose, solch eine Handtasche, einfach nur noch im Müll entsorgen.

Recht gelegen kommt ihm überdies, dass er keinen Besuch mehr empfangen muss. Denn es ist unglaublich zeitraubend, nach dem Ende der Besuche

die häusliche Umgebung zu desinfizieren.

Selbst in Krankenhäuser muss er nicht gehen, um bei, soweit vorhanden, Freunden eine Visite zu machen. Das erleichtert den

Keim-Paniker "Monk" immens und entlastet ihn von einen früher gebrauchten Ausflüchten.

Selbstverständlich fürchtet er das Corona-Virus selbst wie die Pest. Für ihn bedeutet es allerdings nicht allein eine mögliche Erkrankung,

sondern auch seine völlige Verunreinigung durch die Viren.

Daher wird ein "Monk" in diesen Zeiten noch vorsichtiger sein als ohnehin schon - allerdings mit dem beruhigenden Gedanken,

dass alle anderen, die nicht so verrückt ticken wie er selber, dies auch tun müssen.




Guten Tag, Gruß Silvia 

5. November 2020 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Trier bei Sven



Vorspeise: Selbstgemachte Ravioli mit Salbei-Butter und geschmolzenen Tomaten
Hauptgang: Saltimbocca mit Weißweinsoße, dazu Polenta und Gemüsepäckchen aus dem Ofen
Nachtisch: Lavendel-Salbei-Panna-Cotta mit Himbeersoße


Locker und mühelos

spult Sven seinen Dinner-Abend ab und rollt ihn nicht mit verbissenem Ehrgeiz, sondern mit einem Gönnen-Können auf. Denn er ist der festen Überzeugung, das perfekte Dinner bereits am Vortag bei Sonja genossen zu haben. Zudem habe er schon lange nicht mehr so gut gegessen  wie bei ihr.

Der Werbetexter kennt sich eben mit Worten gut aus. Zum besseren Verständnis für Leser, die nicht heute, sondern viel, viel später, also irgendwann einmal in ein paar Jahren, auf diese Seite gelangen:

 Sonja hat zwar 37 von 40 möglichen Punkten erreicht, aber insgesamt sind diese Zähler relativ zu sehen - in einer Runde der Besten würde sie wohl kaum bestehen. Man denke an den mächtigen Kuchen zu ihrem Nachtisch, der sicher nur unempfindlichen Leuten nicht schwer wie Blei im Magen liegen würde.

Sven betreibt zusammen mit seiner Freundin, die zur Drehzeit nicht anwesend ist, weil sie mit ihrer Mutter einen Kurztrip nach Kopenhagen macht, einen Food-Blog. Leider kenne ich den Titel nicht und kann ihn daher nicht für eine zusätzliche Anzahl von Clicks verlinken.

Schade ... aber Svens Dinner-Vorspeise geht ein hohes, wenn auch ziemlich schräges und fragwürdiges Lob von Sonja voraus:

"Wenn ich auf den elektrischen Stuhl käme, würde ich mir als Henkersmahlzeit genau diese Vorspeise wünschen."

Sie bekommt diese auch ohne ihre krude Aussage zu einem sehr ernsten Thema, der Todesstrafe.

Die Vorspeise bekommt dann von ihr nicht nur beim Lesen eine sehr gute Note, sondern auch nach dem Genuss. Beinahe denke ich, dass sie nun endlich einmal mehr lobt als mit Bittermiene zu kritisieren. Leider benutzt sie die Vorspeise nur dazu, nicht allzu böse-kritisch dazustehen, denn ihre Sternstunde folgt auf dem Fuße, und zwar sowohl zum Hauptgang als auch zum Dessert:

Das Fleisch im Hauptgang ist ihr nicht genug durchgebraten (das Kälbchen ist im übrigen auch nicht deshalb gestorben, um es Sonja recht zu machen),

und die Lavendel-Salbei-Panna Cotta schmeckt überhaupt nicht nach Lavendel, den sie doch so gerne mag.

Fazit

Auch ich mag Lavendel gern, aber ich muss noch mal darüber nachdenken, ob ich eine Gemeinsamkeit mit Sonja haben möchte ...

Ihre Kritik begleitet sie nicht nur mimisch, sondern sie verzieht unverzüglich ihr Gesicht, wenn ihr Gesprächspartner etwas Positives zu Svens Dinner verlauten lässt.

Der Drang Sonjas, hier eine familiäre Schlammschlacht gegen ihrem Mann zu gewinnen, scheint immens hoch zu sein. Ihr Mann hat vor vielen Jahren - das ist eigentlich kaum noch wahr und sicherlich in keinem Gedächtnis hängen geblieben -

beim "perfekten Dinner" den 2. Platz belegt. Das möchte sie toppen.

Ich werde Sonja überdies ganz schnell vergessen, aber den taffen Sven für eine Weile im Gedächtnis behalten: er war immer fair und hat freundliche Worte gefunden, heute bekommt er von Sonja hinterrücks einige Worte um die Ohren gehauen.

Aber er hat den sympathischen Yousef auf seiner Seite, der von der coolen 21jährigen Celina Unterstützung bekommt.

Die Punkte: Je 7 geben Sonja und Dieter,  9 Celina und 10 Yousef.

Mit 33 Zählern kann er Sonja leider nicht mehr besiegen.

Diese Frau ... und der elektrische Stuhl ... ich bin immer noch hoch befremdet über ihre Aussage.


Guten Morgen, Gruß Silvia 


Donnerstag, 5. November 2020

4. November 2020 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Trier bei Sonja


Vorspeise
: Avocado-Lachs-Törtchen mit Mangohäubchen
Hauptgang: Beef Wellington an Kartoffelspalten und pois gourmands
Nachtisch: Veilchentorte mit beurre de mangue


Das Kochduell

Sonja Mann Christian hat in 2011 in der Sendung "das perfekte Dinner" den 2. Platz belegt. 9 Jahre später traut sich Sonja, in einer persönlichen Challenge gegen ihn anzutreten ... und der Nachwuchs wird mit seinen nunmehr 11 oder 12 Jahren bereits avisiert, irgendwann in die elterlichen Fußstapfen zu treten. Das perfekte Dinner als

Familienprogramm!

Schön. Nun muss die Sendung nur noch lange genug überleben, damit Sonjas kleiner Sohn (und später sicherlich noch die 10jährige Tochter) mitspielen darf.

Inzwischen kümmert Sonja sich hauptberuflich und in Luxemburg tätig u. a. um die "Prävention gegen Geldwäsche". Im kleinen Luxemburg ist schließlich sehr viel Platz für Geld! Da ist es wirklich schwer, sauber zu bleiben - und die Zahl der Geld-Anleger übersteigt sicher bei Weitem die der Einwohner.

Doch heute kümmert sich Christian erst einmal darum, dass Sonja keine Fehler unterlaufen. "Er stand mit der Peitsche hinter mir", wird Sonja später sagen,

und ich gehe davon aus, dass wir von den Szenen einer Ehe nur einen dürftigen kleinen Teil mitbekommen haben.

Und obwohl "er mit der Peitsche hinter ihr stand" will bei mir keinerlei Mitgefühl aufkommen.


Das Menü

Hingebungsvoll widmet Sonja sich ihrer "Veilchen"-Torte. Es entsteht ein wirklich sehr mächtiges Teil, das für den Nachtisch vorgesehen ist. Mit einer Horde von gekauften Zucker-Veilchen verziert sie ihr Werk,

und Yousef zeigt sich erstaunt, dass diese Verzierung gar nicht mal so viel Arbeit bedeutet hat. Ja, die Dinger gibt es fertig zu kaufen ... an ihrer Stelle hätte ich darauf verzichtet und mit einem bisschen Obst dekoriert.

Aber es ist nicht mein Dinner, es ist nicht mein Kuchen, und ich bin auch sofort wieder ganz still und liefere keine Verbesserungs- und Verschönerungsvorschläge mehr.

Für das Filet Wellington hat Sonja den Blätterteig vorbereitet ... verständlich ... wenn ihr dabei nicht mal ihr Mann geholfen hat, um eventuell die für sie zu erwartenden Punkte ein wenig auch für sich reklamieren zu können. Denn offenbar

gucken sich die beiden gerne und kritisch in der Küche über die Schultern.

Leute, es gibt getrennte Schlafzimmer! ... Gibt es auch getrennte Küchen in einem Haus?


Fazit

Ohne Highlights für die Zuschauer spult Sonja ihr Programm ab. Sie ist weder nervig, noch besonders unterhaltsam. Dass sie gewinnen und den 3.000 Euro-Jackpot abräumen will, merkt man zwar, aber es kommt nicht besonders unangenehm über den Schirm.

Ich hätte gern noch erfahren, was sie zum Beispiel mit der Gewinnsumme veranstalten möchte (falls sie wirklich siegt). Anlegen in Luxemburg oder doch lieber sofort

in lokalen Geschäften "waschen"? Nein, nach Letzterem sieht sie nicht aus.

Die Punkte: 8 gibt Yousef (das Menü insgesamt ist ihm zu mächtig, kann ich verstehen), 9 Celina und je 10 Sven und Dieter.

Ihr Etappenziel, Christian zu überholen, hat sie mit 37 Zählern erreicht.


Guten Morgen, Gruß Silvia 


Mittwoch, 4. November 2020

3. November 2020 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Trier bei Yousef


Vorspeise
: Basmatireis mit Safran und Berberitzen, dazu Hühnerbrustfilet und Karotten
Hauptgang: Lammkeule aus dem Ofen mit Auberginen und Kartoffeln
Nachtisch: Gheyganat – Aserbaidschanischer Pfannkuchen mit Honig und Vanilleeis


"Die Philosophie bietet mir einen Hafen, während ich andere mit den Stürmen kämpfen sehe."
Platon (427 - um 348 v. Chr.)

Yousef sehe ich sowohl als Philosophen, ob mit oder ohne Alltagstauglichkeit, sei dahin gestellt, als auch als jemanden, der einen Hafen gefunden hat.

Vor 35 Jahren hat er seine Heimat Iran verlassen, und dies vor allem weil "dort die Religion überschätzt wird", wie er (soft kritisch) betont. Das könnte man nun unendlich vertiefen, aber ich lasse es einfach so stehen wie Yousef es gesagt hat, weil das auch meine eigene Meinung widerspiegelt.

In Trier und bei seiner Frau Claudia hat er einen Hafen gefunden. Die beiden leben mit ihrem 16jährigen Sohn in einem schönen Haus - unten befindet sich ein großzügiges Fotoatelier, oben eine herrliche Herberge (der Glückseligkeit?) für die Freizeit und zum Ausspannen.

Aber selbst ein Philosoph ist nicht nur ein Denker, sondern auch jemand, der Geld verdienen muss. Daher die umfangreiche Anpreisung seines Berufs als Fotograf, die Vorstellung seines reich bebilderten Ateliers

und als Highlight ein Foto-Shooting mit seinen Konkurrenten.

Vermutlich ist die Foto-Sitzung auch der Grund, warum er seinen Hauptgang so spät der Hitze des Backofens zuführt.

Zumindest kann niemand nach der üppigen Vorspeise, die andernorts durchaus als Hauptgang durchgehen würde, hungrig sein.


Fazit

Vielleicht schmeckt Yousefs Menü - sein eingetragener Künstlername lautet Yaph -, allerdings wird es keinesfalls dem Auge eines Fotografen gerecht. Vielleicht schmeckt es auch nicht, aber er hat eben so gekocht, wie er persönlich es aus seiner Heimat kennt.

Mir schmeckt nicht, in welcher Art Dieter die Wohnung des fotografierenden Philosophen herabwürdigt. Alles ist Geschmackssache,

und man darf und kann ruhig die Geschmäcker anderer Menschen als gelungen ansehen, obwohl man - wie in Dieters Fall - selber nicht so wohnen möchte. Man muss seine Bewertungen nur ein bisschen neutraler vornehmen.

Ob die Punkte-Vergabe neutral erfolgt oder nicht - ich weiß es nicht. Vielleicht ist das eine oder andere Pünktchen auf dem Schlachtfeld des Neides zu Tode gekommen?

Andererseits kann ich mir genau so gut vorstellen, dass 6 Punkte für dieses Dinner durchaus ausreichend sind.

Die Punkte: Celina gibt 8, Sven 7 und Dieter und Sonja je 6.

Somit liegt Yousef mit 27 Umdrehungen und nach bisher zwei Dinnern  auf dem 2. Platz.

Yousef wird am Ende der Woche sicherlich eine Erklärung in epischer Breite finden, warum das so ist ...


Guten Morgen, Gruß Silvia 

Dienstag, 3. November 2020

2. November 2020 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Trier bei Celina


Vorspeise:
Waldpilz-Cappuccino mit Parmesan-Petersilien-Knusper und Walnussbrot
Hauptgang: Rinderfilet an Kräuterpolenta mit Möhren-Pastinaken-Gemüse und Rotweinzwiebeln
Nachtisch: Schokoküchlein mit flüssigem Kern, Macadamiaparfait und Beerenkompott


Die Menschen drängen sich zum Lichte, nicht um besser zu sehen,
sondern um besser zu glänzen
 - Friedrich Nietzsche (1844 - 1900)

In einem Bachelor-Studium der Psychologie erlernt Celina alles, was die menschliche Seele ausmacht - oder zumindest das, was man meint, darüber zu wissen. Wer besser sehen möchte oder wer mehr glänzen möchte, kann man hingegen auch ohne entsprechendes Studium in Erfahrung bringen. Man muss nur genau zuhören ... und natürlich hinsehen.

Celina darf die Kochrunde in Trier eröffnen, und sie hat sich auf ihren Plan die altbewährten Zutaten für ein oft punktereiches Dinner geschrieben. Für mich jedoch bitte keine Schokoküchlein mit flüssigem Kern,

denn flüssige, warme Schokolade finde ich einfach nur zum Weglaufen. Schokokuchen selber mag ich und backe ich oft (fürs Kaffeetrinken am Nachmittag), aber niemals mit Zutaten wie einem beliebigen Kakao, den Celina u. a. verwendet.

Das Macadamia-Parfait, das hochgelobt wird, hat sie bereits einen Tag vorher zubereitet, weil es eine Nacht "durchfrosten" muss. Nun ja, ginge es für ein Parfait auch in Ordnung, wenn dieses einen Tag in den Gefrierschrank käme und somit am Dinnertag zubereitet würde? Ich denke schon, denn im Gefrierschrank ist es sowieso dunkel.


Fazit

Zumindest lobt die Psychologie-Studentin nicht bereits nach ein paar Minuten die Zusammenstellung der Gruppe, sondern will abwarten, wie sich alles entwickelt.

Eine recht beachtliche Entschleunigung bringt Yousef in die Runde. Er kaut jedes seiner Wörter genüsslich als wäre er magenkrank.

Er würde in meinem persönlichen Umfeld absolut zu den Leuten gehören, denen ich ständig ins Wort fallen müsste. Nicht weil ich unhöflich bin,

sondern weil ich selber seine Sätze viel zügiger zu Ende bringen würde und seine langatmige Sprechweise nach einer Palme verlangt, auf die sie mich bringt.

Celinas Punkte: Je 9 bekommt sie von Sven und Dieter, 8 von Sonja und 7 von Yousef.

Das ist eine ordentliche Wochenanfangs-Vorlage von 33 Punkten.


Etwas Persönliches

Trier selber birgt für mich eine traurige Erinnerung, an die ich beim Zusehen permanent denken muss: hier ist meine Mutter,

fern ihrer zweiten Heimat Dortmund und noch ferner ihrer Ursprungsheimat Ostpreußen,

in 2010 gestorben.

Guten Morgen, Gruß Silvia