Freitag, 6. Februar 2015

5. Februar 2015 - Vox - Das perfekte Dinner - Wer ist der Profi - Donnerstag in Berlin bei Julius

Fotos: I. N.

Aperitif: Moscow Mule
Vorspeise: "Geschredderte Stulle", pochiertes Wachtelei, Rindertatar, Trüffelbutter
Hauptspeise: Konfiertes Rotbarbenfilet, Kaisergranat, Pulpo, Grapefruit, Mohn, Safransoße, Blütensalat
Nachspeise: Eispralinen, Kamille, Gurke, Cayenne Pfeffer, Butter Scotch


Der Himmel über Berlin

verdunkelt sich schlagartig, denn die vier aus dem Männer-Ballett schlagen auf und um sich. Anstatt die vielleicht erregendste und anregendste Stadt der Welt zu genießen. regen sie sich auf und haben giftige Anregungen nur für die jeweils anderen parat. Manuel, seit gestern mein Hauptverdächtiger, der Koch zu sein (es gibt ja mehr Loser als Top-Köche), nimmt seine Schlappe noch immer nicht cool. An den Berlinern und ihrem Flughafenprojekt könnte er sich locker ein Beispiel nehmen: Aber der unsmarte Kerl hat sich ein Beispiel an Dirk genommen, ist bei ihm in die Schnellschuß-Ausbildung gegangen - und kritisiert, was das Zeug hält.

Sven steht der Neid ins Gesicht geschrieben, und der steht ihm überhaupt nicht gut. Auf die Art sieht er bald nicht mehr aus wie der junge Boy George, sondern wie der alte, wenn der denn unoperiert wäre.

Dirk als einziger gibt sich ein klitzekleines bisschen zahmer, denn ihm steht vermutlich die Frage näher, wo die nächste Kanne Alkohol ist - als das umfangreiche Wissen über Lebensmittel zu transportieren wie Dirk es in seinen Koch-Balladen frei Haus, ungefragt, und daher selbst viel kritisiert, liefert.

Dirk, der Chef-Lebensmittel-Sachverständige, hat heute nur Angst, bei Julius dem bösen Hund von Baskerville zu begegnen. Die Attacke eines "Listen"-Hundes hat er weder vergessen noch verarbeitet. Doch selten ist ein Hund der wirklich Schuldige, wenn er angreift - es ist der Mensch, der ihn dazu bringt. Und im Fall von Dirk ist es im Rahmen der Möglichkeiten, dass er den Hund einfach dermaßen zugequatscht hat, dass diesem die Ohren und die Seele weh taten - und schnapp! - hat er das getan, was viele Zuschauer auch gern tun würden.

So marschiert Dirk, der moderne Hauptmann von Köpenick, der viel redet, und den Beweis noch schuldig ist, ob seinen Worten auch Taten folgen - mit den drei anderen trüben Männerherzen bei Julius ein. Attacke eröffnet!

Im übrigen ist Julius Hund eindeutig ein Boxer und keine Kampfmaschine wie Dirk, das wandelnde Kochbuch-Gewissen.

Julius lebt in einer Wohnung mit seiner Frau Sarah und den Kindern Magnum und Mathilda. Er sammelt Dinge, die andere weg geworfen haben, aber in einer einst ergatterten Urne ist keine Asche eines Verstorbenen: Makaber ist das dennoch. Die kleine Küche ist ziemlich zugestellt, was für manch Kochenden bereits eine Qual darstellen würde. Julius hingegen hantiert gekonnt, routiniert und an allen Ecken und Enden. Sein Menü ist ziemlich umfangreich, wenn auch nur kleine Häppchen davon auf die Teller kommen.

Doch von den kleinen Häppchen wird noch ein jedes in seine Atome zerteilt und genauester Prüfung unterzogen. Herr, lass Freude vom Himmel regnen über diesem Berlin an diesem Abend - möchte man den Kerlen am Ende der Geduld zurufen. Nix da, keine Freude! Kein Frieden! Und Eierkuchen gibt es sowieso nicht.

Dafür fünf verdammte Punkte von Manuel, der vermutlich Koch in Hintertupfingen ist. Insgesamt bekommt er siebenundzwanzig Punkte, von Frohnatur Dirk sogar acht. Das Leben ist eben eine Baustelle, und vier haben noch ordentlich zu tun, um aus einer Baustelle ein vernünftiges Gedankengebäude zu erstellen. Für Uwe ist das schon ziemlich spät, seine Baustellen noch zu beackern und ein freundlicher, gütiger Herr zu werden. Der gern über die Fehler anderer hinweg sieht und ihnen dann überraschender Weise und ohne viele Worte zeigt, wie man es besser macht. Wenn er es denn besser macht. Die Hoffnung, dass er mal so richtig abstürzt, bleibt mir als letzter Akt der Schadenfreude.

Gimme Five fröhlich-freundliche Kandidaten nächste Woche, Gruß Biene
Schnapp den Uwe!

Donnerstag, 5. Februar 2015

4. Februar 2015 - Vox - Wer ist der Profi - Mittwoch in Aibling/Bayern bei Manuel

Foto: I. N.

Aperitif: Bayrische Überraschung
Vorspeise: Mit Schafskäse gratinierte Spinatknödelscheiben an buntem Herbstsalat
Hauptspeise: Karree vom Milchkalb auf Ratatouille und Souffliertes von der Kartoffel
Nachspeise: Bayrisch Crème unter Karamellgitter


Die im Dunkeln sieht man nicht

und die im Glanze des eigenen Lichtes stehen - will man nicht mehr sehen.

Den Nervenzusammenbruch von dem gar nicht coolen Manuel hört man um so lauter. Es ist eine Woche, in der ein Profi-Koch sich darum bemüht, von den anderen nicht enttarnt zu werden und sie trotzdem an die Wand zu kochen. Manuel könnte durchaus der gelernte Koch sein, aber er läuft eher gegen die Wand und sein ohnehin unspektakuläres Menü geht durch einen längeren Stromausfall im Hauptgang vollends den Bach runter.

Vor der Auflösung am Freitag sind im Vorfeld durchaus Profis zu erkennen: Manuel ist der Profi-Choleriker und Profi-Dunkelkammer-Kocher. Uwe ist ein Profi-Po-Klatscher, der unentwegt die Profi-Zähne fletscht und dies als Lachen verstanden wissen will. Sven ist der Profi-Ignorant mit desaströsen Zutaten wie Gänse- und Entenstopfleber. Alle werden um Längen von Dirk geschlagen, der den grimmigen alten Mann gibt, den er in seinen Kleingeist-Profi gepackt hat. Nicht mal ein Hund möchte man bei Dirk sein!

Manuel wohnt im bayrischen Aibling in einem nicht so schönen Haus. Dass dieses nicht nur nicht so schön, sondern auch keine perfekten Stromanschlüsse zu haben scheint, ist mehr Pech als der junge Mann aushalten kann. Auf eine kleine Nachfrage, warum die Küche dunkel ist, flippt er völlig aus. Dass ihn dieses unflätige Poltern mehr als Profi-Koch enttarnt als sein Menü - kann ich nicht glauben, obwohl er durchaus und trotzdem derjenige der Runde sein könnte, der auch in einer Küche sein Geld verdient. Ansonsten: Leute, die bei der Arbeit ausflippen, haben ganz sicher den falschen Beruf.

Manuel hat sich auch noch für die falsche Sendung beworben. Denn selbst, wenn alles geklappt hätte, so wäre es - abgesehen vom Hauptgang - kein Sternchen-Menü gewesen. So weit wie Dirk geht, der sagt, jeder Vollpfosten könne einen Salat machen - will ich mich nicht aus dem Fenster hängen. Vor allem, weil mir bei diesem bösen Wort nur einer einfällt ...

Uwe macht das Beste aus dem Desaster-Dinner: Er gibt sich mal so richtig die Kante. Mit hochrotem Gesicht empfindet er sich noch immer als Charme-Bolzen, obwohl er eher der mit dem Holzhammer ist.

Und so passt am Ende alles hervorragend zusammen: Die größtenteils nervigen Gäste zum beinahe vollständig  misslungenen Dinner. Was will man mehr?

Manuel bekommt dreiundzwanzig Punkte und rotiert vermutlich noch immer oder schon wieder. Der Profilneurosen-Profi Dirk kann in einen Spiegel gucken, aber ob er dort das erkennt, was alle anderen sehen? Uwe wird kein Sieger der Herzen, obwohl das sicher sein geheimer Plan war. Mich stört das nicht, wenn die sich noch mehr an die Köppe kriegen: Wirkliche Sympathie-Punkte habe ich nicht in meiner Schublade. Die haben sich so richtig gegenseitig verdient. Na ja, vielleicht mit einer Ausnahme. Und die kocht heute.

Guten Morgen, Gruß Biene

Mittwoch, 4. Februar 2015

3. Februar 2015 - Vox - Goodbye Deutschland - Die Geschichte von Jens und Jenny


Down Under

Die Hölle liegt in jedem selber. Davon kann Jens Büchner ein Lied ohne Taktgefühl singen. Gerade noch frisch verliebt in eine dem Fernsehpublikum unbekannte so! schöne Frau - ist er jetzt wieder als Solist unterwegs. Die schöne Frau hat wohl noch rechtzeitig den Abflug gemacht oder entsprang überhaupt nur der Fantasie des Pleitiers vom Goodbye-Dienst.

Auch Ex-Freundin Jenny ist eine Schnellschuss-Braut: Erst konnte sie mit Freund Michael nicht früh genug zusammen ziehen, nun hocken die beiden aufeinander: In einer billigeren Wohnung. Und für ihren Geburtstag rührt sie einen traurigen Pudding zusammen.

Während sie sich genügsam und bescheiden Unterstützung im Haushalt von Michael wünscht, kauft der Klamotten und Parfum in einer Boutique. Hallo? Eigentlich kommt sie in den Großhandel, in dem man sich auch selber einkleiden kann. Eine gestellte voxxige Szene.

Weil Jens sich nicht um seine drei Kinder kümmert, lässt er sich ein Tattoo mit deren Namen stechen. Das ist der größtmögliche Liebesbeweis eines abhanden gekommenen Vaters für seine vernachlässigten Kinder.

Und vor lauter Rührung über das Tattoo besucht Tochter Jessy den Mann mit dem Herzen, das meistens ausschließlich in der Hose sitzt - in Bayern, wo er in einer Schuhplatteln-Disco auftritt. So kommt der Goodbye Deutschland-Nachwuchs direkt aus den Reihen der Familie Büchner.

Im wievielten Jahr? versucht Jens sich im wievielten Job? auf Mallorca - keiner zählt es mehr, denn bis zur nächsten Sendung ist alles längst wieder Geschichte. Die ewig weinerliche Tour von Jennifer ist ausgereizt und bedarf dringend neuer Impulse oder neuer Autoren.

Jenny zieht weiterhin die Schluffen dieser Welt an, während Jens nicht mal eine Schluffe an Land ziehen kann. Wie sehr lässt sich ein Fernseh-Sender auf solch einen Kreisverkehr ein? Einen schönen Anblick bieten die beiden auch nicht: Jens Flodder und Jennifer Todtraurig-Guck! Zwei verirrte verwirrte Schafe auf der Suche ... ja, wonach eigentlich?

Goodbye, Gruß Biene

3. Februar 2015 - Vox - Das perfekte Dinner - Wer ist der Profi - Dienstag im Saarland bei Sven


Aperitif: Champagner Rose mit Kunst aus der Molekularküche
Vorspeise: Rohmarinierte Foie gras an Pfirsich, Physalis und Preiselbeere mit Foie Gras-Eis und Brioche
Hauptspeise: Glasierter Hirschkalbsrücken mit zweierlei vom Blaukraut, einmal Mousse, einmal Confit an Topinambur
Nachspeise: Orangen-Manderineneiscreme an Kalamansi , Kumquats und Physalis mit Eistea Aufguss


Elementar-Teilchen

im Spinnennetz, unter ständiger Beobachtung eines älteren Herrn mit dem Hang, alles in Grund und Boden zu kommentieren, was er eigentlich mit Freude genießen sollte. Dirk, ein miesepetriger Beobachter der Winkelverteilung von gestreuten Teilchen.

Es ist ja alles irgendwie molekular, meint Dirk - und vergisst dabei, dass diese Art der Küche vermutlich von Köchen und nicht von Physikern "erfunden" wurde. Und obwohl Kochen keine Geisteswissenschaft ist, Dirk macht sie zu einer.  Dabei lässt er einen tiefen Einblick in seine eigene geistige Haltung zu. So kann er in den sich auflösenden Molekülen kommenden Freitag nur hoffen, dass sein Mitwirken schnell jeder Erinnerung entschwindet ...

Der heute kritisch bis hyper-kritisch von Dirk beäugte Sven lebt im Saarland im Hause seines Vaters. Es ist immer eine Freude, wenn Leute wie Sven kein Problem damit haben, Foie Gras zu verarbeiten, weil die Enten und Gänse ja ohnehin sterben müssen. Das Problem liegt auf Seiten der armen gequälten Kreatur, wie so oft, während viele Leute sich am Genuss der schwer erkrankten Lebern erfreuen.

Qualen im Hochpreisbereich sind nicht besser als Qualen im Niedrigpreis-Segment. Der Schmerz bleibt der gleiche.

Sven sucht zum Auftakt erst einmal eine Freundin. Diese Suche unterstütze ich gern: Am liebsten wäre mir eine Tierschützerin an seiner Seite. Eine, die ihn zum Nachdenken anregt, sucht er ohnehin - denn intelligent sollte sie schon sein, die künftige Herzensdame.

Ziemlich viel ist bereits vorbereitet, obwohl es durchaus vorstellbar ist, dass er das meiste davon auch wirklich selber gemacht hat. Zum Schnibbeln rauscht sein Freund Andy an, der später noch zu einem Helene-Fischer-Konzert geht - und daher ein T-Shirt mit ihrem Konterfei trägt. Eine weitere Qual an diesem Abend. Ich meide Werbung und Sendungen, in denen diese Frau auftritt - und dann kommt die mir-nichts-dir-nichts einfach in eine TV-Ausstrahlung, in der sie wirklich nichts verloren hat. Da geht erst mal ein Stück weit die Konzentration flöten und Empörung macht sich breit: Ihr Management hat wohl überall die Finger drin, selbst im perfekten Dinner. Denn das ist kein Zufall, das ist Werbung.

Während Sven in seiner Küche konzentriert zur Sache geht, hat der Ralf Möller, hier Uwe genannt,  mit dem breiten Dauer-Grinsen seine Arme um "Ekel" Dirk gelegt, der jedes Fitzelchen vom Dinner in alle Einzelteile zerlegt, bis am Ende nur eine Schmierenkomödie aus der Küche übrig bleibt.

Mehr Schein als Sein, meint Dirk, der selbstverliebt die fünf großen Scheine selber im Blick hat.

Außer der Stopfleber gefällt mir Svens Dinner ausgesprochen gut. Und die achtundzwanzig Punkte sind absolut zu niedrig. Wer um Himmels Willen von denen hat nur fünf Punkte gegeben. Wer nur sechs? Die Zuteilung der Bewertung findet im Schutze der Dunkelheit und schnellem Vorbeifahren statt, anonym könnte man sagen. Wer wird hier warum geschützt?

Sven könnte durchaus der gelernte Koch sein. Oder ist es am Ende doch Dirk, der mit neunundsechzig Jahren noch immer in einer Küche stehen muss, weil er sich keinen Reichtum erkocht hat? Man weiß es erst am Freitag. Ich werde es abwarten können.

Gruß Biene
Füttern muss man natürlich durch "Stopfen" ersetzen.

Dienstag, 3. Februar 2015

2. Februar 2015 - Vox - Das perfekte Dinner - Wer ist der Profi - Montag in Kaiserslautern bei Uwe


Aperitif: Champagner im Licht der Hibiskusblüte
Vorspeise: Label-Rouge Entenbrust mit Mangold-Schmand-Füllung an Kartoffelwürfeln
Hauptspeise: Spanische Tiefseegamba Carabiniera an getrüffeltem Spinat-Nudelnest und gegrillten Grapefruit-Basilikum-Aioli Austern
Nachspeise: Am Spieß gedrehte "Fire&Ice"-Flug-Ananas mit Zucker-Zimt-Kruste und Tahiti-Vanilleeis


Männer-Ballett

Primadonnen inklusive.

In dieser Woche sucht der Sender wieder einmal den Undercover-Koch, und hier stellen sich ihm vier männliche Hobby-Köche entgegen, um die 5.000-Euro-Siegprämie später in neues Kücheninventar oder teure Zutaten oder einfach in den nächsten Urlaub zu investieren.

Uwe aus Kaiserslautern macht den Anfang. Schwer verliebt mit breitem, lange geübtem Grinsen nudelt er mit Tanja, seiner Frau, die Küche. Apropos Nudeln: Die macht er natürlich nicht selber. Aber das aufgesetzte unwitzige Getue könnte schon gleich zu Beginn den Zuschauer himself unwillig machen. Um es vorweg zu nehmen: Sein Grinsen verliert sich im Laufe des Abends, um am Ende in von hier aus empfundenes Mitleid überzugehen.

Tanja nennt ihr Herzblatt "gastrosexuell" (siehe Beitrag von vor Monaten unter dem Label Bienen-Kästchen) und ist höchst zufrieden und hin und weg von ihm. Selbst als er ihr nach der Schnibbeltätigkeit einen freundlichen Klaps auf den Hintern gibt, lächelt sie. Andere Frauen würden auf solch eine dumme Geste anders reagieren, selbst wenn sie vom eigenen Ehemann kommt.

Stolz präsentiert Uwe seinen Küchen-Fuhrpark, in dem beinahe nichts fehlt, was Mann so braucht, um vernünftig kochen zu können. Da ist die Frage erlaubt: Wer war zuerst da: Das Huhn oder das Ei? Der Fuhrpark oder die Lust am Kochen?

Die vier Konkurrenten werden per Vox-Mobil und mit den obligaten verbundenen Augen angekarrt. Ein Boy George-Double ist auch dabei - in Gestalt von Sven. Dirk kommt als kritischer Besserwisser mit gewissen Allergien, die aber noch steigerungsfähig sind,  ins Geschehen. Er wird noch viel Spaß in die Woche bringen.

So ein gutes Entenbrüstchen hätte aber auch ich gerne ohne Füllung gegessen. Und obwohl ich kein Ananas-Fan bin,  hätte ich ausgerechnet diese am liebsten probiert. So schön kross und halb verbrannt vom Grill - sie hatte trotzdem das Gewisse Etwas. Dazu das Tahiti-Vanille-Eis! Ein Traum.

Uneinigkeiten herrschen über Herbsttrüffel - Julius meint, es gibt sie. Während der im Herbst seines Lebens stehende Dirk dies vehement verneint. Profi oder Nicht-Profi: Ein jeder meint, es an gewissen Dingen erkennen zu können. Als handele es sich um die Entdeckung einer neuen Herrlichkeit.

Ziemlich kleinlaut und wohl auch geschafft von soviel Testosteron gibt Uwe am Ende seines Dinners zu, dass es kein perfektes war. Das sehen die anderen auch so und verleihen ihm achtundzwanzig Punkte.

Mir ist es egal, wer der beruflich kochende Mann ist - aber so was von. Trotzdem die Bitte, ihn hier nicht preis zu geben, falls jemand weiß, wer es ist. Ich müsste das sonst vor der Veröffentlichung xxxen. Vermutungen dürfen natürlich gerne geäußert werden.

Guten Morgen, Gruß Biene

Montag, 2. Februar 2015

1. Februar 2015 - ARD - Tatort Köln - Freddy tanzt


Freddy tanzt

Ein Mann spielt am Rhein mit seinem Labrador. Dann geht er zum Klavier-Vorspielen in eine Bar, die direkt an Edward Hoppers berühmtes Werk "Nighthawks" angelehnt zu sein scheint. Die nur vordergründig lustige Truppe von drei Bankern, einer Frau, einem Barkeeper - und viel Frust sitzen dort mehr oder weniger gelangweilt vom Leben an der Theke.

Eine Nachbarin klingelt bei Ballauf: Der Hund ihres Sohnes sei zu ihr gelaufen. Da Sohn und Hund unzertrennlich sind, glaubt sie, ihm sei etwas passiert. Ballauf interessiert das nicht weiter, die Nachbarin ist ihm auch völlig unbekannt - obwohl sie seit siebzehn Jahren dort wohnt.

So der Einstand in den Krimi, in dem es keinen wirklichen Mord gibt, der aber von Einsamkeit, Gleichgültigkeit, unterlassener Hilfeleistung und fehlender Zivil-Courage handelt.

Die Mutter des jungen Mannes macht sich mit dem Hund auf die Suche nach ihrem Sohn - und der Hund spürt dessen Leiche auf. Spuren führen zu der Bar und zu einem Wohnhaus. In dem Haus finden sich Blutspuren des Mannes, er muss also hier gewesen sein.

Eine Reihe skurriler bis gleichgültiger Bewohner leben in diesem Haus, der ein Mikrokosmos der "Es-geht-mich-nichts-an-Welt" ist. Jeder hat sein eigenes Unglück und interessiert sich nicht für das der anderen. Der Eiskockeytrainer, der in den jungen Mann verliebt war, will seiner Frau und seinen Sportskollegen seine Homosexualität nicht eingestehen. Die Frau, die von ihrem Mann verprügelt wurde - sie sprüht dem hilfesuchenden schwer Verletzten noch versehentlich Pfefferspray ins Gesicht.

Ja, hätte nur einer einen Rettungswagen gerufen! Das von den drei Bankern verprügelte Opfer könnte noch leben. Wie eine gerechte Strafe kommt da der Hundebiss rüber, der einen der drei Banker, denen man nicht wirklich begegnen möchte, schwer krank ins Hospital bringt.

Zu allem Überfluss verliebt sich Freddy in eine Hausbewohnerin. Und muss entdecken, dass sie nachts als Hure unterwegs ist.

Da kann es passieren, dass auch Freddy schon mal tanzt. Wenn auch nur den ganz gemütlichen Tanz des Bären.

Alle Beteiligten werden zu einer Bewährungsstrafe verurteilt: Schläger, die beiden Frauen, die das Opfer beseitigt haben. Warum manches passiert, ist nicht wirklich schlüssig.

Um dem ganzen einen versöhnlichen Abschluss zu geben und aufzuzeigen, dass wenigstens ein Lebewesen zu einem Happy End findet, tobt in der Schlussszenen der Labrador mit der Mutter des Toten herum. Ein düsterer Krimi, passend zu der lichtarmen Zeit.

Guten Morgen, Gruß Silvia

Sonntag, 1. Februar 2015

31. Januar 2015 - RTL - "Ich bin ein Star, holt mich hier raus ..." Tag 16 im Dschungel-Camp


In aller Freundschaft

hat sich Maren Gilzer zur Dschungel-Königin geschlafen. In einem schlag-noch-mehr-Zeit-tot-Finale hatten die Schlangen wohl den größten Stress. Für die Zuschauer bedeutete diese in liegender bewegungsloser Haltung verbrachte Dschungel-Prüfung eine Steigerung der gewöhnlichen Langeweile seit 16 Tagen. Hatte man gedacht, es gäbe keine Down-Under-Tiefpunkte mehr, hier war er: Gefühlt dauerte diese Prüfung eine halbe Stunde. Zeit genug, sich mal eine Schlangen-Lobby zusammen zu twittern.

Falls dem Zuschauer nicht jetzt schon die Augen zufielen, und er sowohl zu müde für den Tierschutz als auch für den Auslauf-Sender RTL leise vor sich hin schnarchte.

Tanja durfte etwas essen, dass ekelig sein sollte, aber offenbar ist auch der Zuschauer längst ermüdet von den ewig selben Menüs im Dschungel, dass sie keinen mehr vom Hocker reißen. Das einzig Gute war, dass The Brain Tanja mal eine Schweigeminute hier und da einlegen musste. Ansonsten hat sie zwar viel geredet, aber noch weniger gesagt - in diesen unsagbaren sechszehn Dschungel-Tagen. Und falls RTL den Dschungel irgendwann einstampfen will, so sollten sie vorher Tanja als Moderatorin auf die Brücke stellen: Die quatscht nur noch die Hirnlosen an. Dann geht der Hype ums Camp nicht mehr quer durch alle Gesellschaftsschichten. Hype? Ach ja, der ist jetzt wohl geschrumpft und wird in den nächsten Tagen beerdigt.

Schon bevor die Schlafmützen in den Dschungel rein schlurften, wurden kritische Stimmen bezüglich der Teilnehmer laut - nur bei RTL  läuteten keine Glocken, dass diese Crew gleich den ganzen Sender mit sich in den Schlaf zieht. Bei Dornröschen dauerte der immerhin einhundert Jahre.

Jörn, der Mann, den ich am wenigsten erinnere! So unsichtbar war er, dass man denken könnte, RTL hat ihn auf Propofol gesetzt und in den Dschungel entführt. Wach geworden ist er ja nie wirklich. Sind jetzt die Girlies immer noch verrückt nach ihm? Sein Gesicht unter der Ekel-Glocke - ja, Mädels, das ist der wahre, der wirkliche Jörn: Gelangweilt und langweilig und so voller Gleichgültigkeit, dass man schon froh sein konnte, dass er unter der Glocke nicht eingeschlafen ist.

Und Walter? Ja, der Dschungel-König in Eigenverantwortung ignoriert einfach, dass Maren die Chose gewonnen hat - und gibt sich in Hintertupfingens Erstem Autohaus als König aus.

Danke, dass es zu Ende ist. Ich bin so müde und urlaubsreif - ich könnte glatt nach Australien fliegen.

Gääähn, Biene