"American Diner in Pieresch Scheier"
Vorspeise: Kartoffeltornados mit dreierlei Dips - scharf / erfrischend / herzhaft
Hauptgang: Burger vom Land und Krautsalat
Nachtisch: Lemon Cheesecake
Vorspeise: Kartoffeltornados mit dreierlei Dips - scharf / erfrischend / herzhaft
Hauptgang: Burger vom Land und Krautsalat
Nachtisch: Lemon Cheesecake
Glückliche Verlierer sind die eigentlichen Sieger.
© Rupert Schützbach (*1933)
© Rupert Schützbach (*1933)
Das ist leicht dahingesagt, weil es eigentlich schwer ist, nicht nur zu verlieren, sondern auch noch mit Pauken und Trompeten.
Der 35jährige Haustechniker Kevin über sich: "Ich bin ehrgeizig, mich gibt es nur ganz oder gar nicht, ich will definitiv gewinnen."
Natürlich ist er ganz und nicht gar nicht anwesend, und er gibt sich viel Mühe, den anderen Kandidaten der Sendereihe etwas zu servieren, was es nicht alle Tage gibt. Am Ende wird er feststellen müssen, dass sein Ausflug in den Fast-Food-Bereich ihm keine Lorbeeren einbringt, sondern
mickrige 23 von 40 möglichen Punkten. Träumt er anfangs noch von einer Bewertung, die etwa in der Mitte von 30 liegt, so wünscht er sich am Ende nur noch 30. Beides erfüllt sich nicht, denn besonders zwei Kandidatinnen grätschen in seine Träume.
Dabei macht Kevin nicht alles falsch: zum Beispiel gefällt es mir sehr, dass er seinem 10jährigen Sohn nicht erlaubt, vor die Kameras zu treten - obwohl dieser das liebend gern gewollt hätte. Diese Entscheidung ist am Ende vorausschauend, denn so muss Kevins Kind die "Schande" nicht mittragen. Natürlich ist das keine wirkliche Schande, hier zu verlieren. Und ich bin sicher, dass Kevin irgendwann auch richtig darüber lachen kann ...
Noch am Vortag hat er Michelle die Höchstpunktzahl gegeben, weil ... "sie ein so herzlicher Mensch ist, unverstellt, ganz sie selber. Ihr würde ich den Sieg auch gönnen."
Aus seinen Worten klingt heraus, dass er Michelle die 10 Punkte nicht allein für ihr Menü gegeben hat, sondern für die menschlichen Vorzüge, die er in ihr sieht ...
Bei Michelle klingen die Worte ähnlich, aber die daraufhin folgende Tat ist kalt: "Kevin ist eine herzensgute Seele."
Das Menü
Zum Aperitif serviert er Cocktails mit je einem Schlückchen Gin. Dann ist Schluss mit Alkohol ... und zwei selbst hergestellte Säfte dürfen die Gäste aus großen Behältern zapfen. Natürlich gibt es auch noch Wasser.
Und selbstverständlich ist ein alkoholfreier Tag inmitten von fünfen eine sehr gute Idee - aber diese Entscheidung sollte jeder für sich selber treffen. Zu einem Dinner,
das zumindest im Namen "perfekt" genannt wird, gehört ein wenig Alkohol. Hier und heute hätte ich ihn sogar Stimulanz
genannt. Oder versuchte Bestechung durch ein bisschen bessere Laune der Gäste, besonders der von Michelle und Jenny.
Kartoffelspiralen am Spieß mit ein paar Dips bilden den 1. Gang. Solche Spiralen gibt es zum Beispiel auf Weihnachtsmärkten.
Kevin serviert jede auf einem großen Holzbrett. Jenny fehlt Dekoration ... ich sehe das Brett als solche. Aber generell hat sie recht.
Einen Burger vor Kameras zu essen ist schon für sich allein eine große Herausforderung, bei der dem einen oder der anderen leicht die Gesichtszüge entgleiten können - oder sich Zutaten in Gesichtern oder auf Kleidung verteilen.
Niemand möchte im TV blöd aussehen!
Der Käsekuchen im Glas reißt am Ende nichts raus, sondern reiht sich in das von den Gästen zu Kritisierende ein.
Fazit
Die Spitzenkritikerin in dieser Runde ist Jenny, denn es gibt beinahe nichts, dass sie nicht anders, besser oder überhaupt nicht servieren würde. Sobald die Kamera auf sie gerichtet ist, legt sie los. Wenn sie wenigstens das
Mini-Aquarium, das in einem alten TV-Gerät schlummert, bemängeln würde! Macht sie aber nicht und auch niemand sonst. Falls da wirklich Fische drin sein sollten, ist es absolut zu klein. Nur für gar nicht mal so hübsche Dekorationszwecke lässt man keine Fische leiden. Sehr sauber sieht es auch nicht aus.
Aber ich habe auch ein wenig Mitleid mit Kevin, denn er hat sich viel Mühe gegeben. Doch der "herzliche Mensch" Michelle
empfindet kein Gefühl von Nachsichtigkeit und
gibt Kevin 5 Punkte, die Jenny mit 4 unterbietet oder übertrumpft, je nachdem, von welcher Seite man es betrachtet. Sie hätten auch so freundlich sein dürfen wie Jockel und Julia, die je 7 geben.
Das ergibt die Summe von insgesamt 23 Zählern.
Prädikate wie "herzensgut" oder "ein herzlicher Mensch" stoßen mir sauer auf.
Guten Morgen, Gruß Silvia
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