Donnerstag, 16. Juli 2026

15. Juli 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Pforzheim bei Sarah



"Zwischen Rauch, Wald und Wellen"
Vorspeise: Schwarzwald trifft Atlantik - Gebratene Jakobsmuscheln und geräucherte Forelle, dazu Seespargel
Hauptgang: Ein Reh macht es sich gemütlich - Rehrücken auf Selleriepüree mit Schmorrüben und Wildjus
Nachtisch: Kirsche macht den Abschluss - Mini-Schwarzwälder-Kirschtörtchen mit Kirschsorbet


Nicht selten ist Gelungenes,
den Pannen Abgerungenes.
- Friedrich Löchner (1915 - 2013)

Ist die hohe Punktzahl am Ende dieser "Learning by Doing"-Veranstaltung das eigentlich Gelungene für die 45jährige Sarah? Fürs Probekochen hatte sie keine Zeit, aber die seitenlangen epischen Abhandlungen über die Abläufe widersprechen dieser Aussage. Es gibt Wochenenden, Feierabende - und vor allem weiß ja niemand erst heute, dass er morgen schon möglichst telegen kochen soll.

Vielleicht schüttelt manch ein Kandidat sein Menü locker aus dem Ärmel und hat zwischendurch noch die Zeit, eine ausführliche Bewerbung für ein anderes Format zu schreiben und geduldig auf die Antwort zu warten. An diesem

Abend kann ich sie trotzdem nur bewundern, denn sie macht nicht schlapp, sie zieht die Sache bis zum Ende durch, ohne zusammenzubrechen, abzubrechen oder zumindest einen Nervenzusammenbruch zu erleiden.

Vielleicht hält ihr stetiges, nervöses Lachen sie aufrecht: 3 Wörter = ein Lacher = 5 Wörter = ein Lacher = 1 Wort = 1 Lacher undsoweiter: roter Faden dieser Sendung. Manch ein Zuschauer braucht ein starkes Nervenkostüm, aber warum soll es uns

besser ergehen als der heutigen Gastgeberin? Vielleicht leidet der eine oder die andere sogar mit ihr, als sie zum Beispiel

erst keine Ahnung hat, wo der Weißwein ist - und ihn dann in ihrem Auto vermutet, von dem sie nicht weiß, wo es steht ...

Das sind natürlich Dinge, die auch ein Probekochen nicht verhindert hätten. Das nennt man Organisation, und die findet in der Regel statt, bevor die Kameras einem die Sinne vernebeln.

Wie schön, dass ihre Gäste verständnisvoll sind: allen voran Nick, aber auch Joshua: am Tag zuvor hat er über das Zeitmanagement geklagt, heute scheint es ihm egal zu sein, dass auch Sarah die Nacht zum Tage macht.


Das Menü

Die Forellen können nicht geräuchert werden, denn das Stromnetz packt das offenbar nicht. Eigentlich ist das kaum vorstellbar, aber zumindest gehört es zu den Dingen, die man auf die Schnelle im Vorfeld testen kann.

Queller schmeckt wunderbar und ist von Natur aus salzig. Sie kippt noch Sojasoße obendrauf.

Für den Vegetarier Nick gibt es Kräuterseitlinge, zurechtgeschnitten wie Jakobs-Muscheln - und eine Auberginen-Scheibe, die eine Forelle darstellen soll. Ein Teller mit schauspielerndem Gemüse.

Das Reh "macht es sich nicht gemütlich", das Reh ist tot.

Die Möhren werden viel zu spät zum Garen in den Ofen gegeben und machen Zicken: nein, die verhalten sich ganz normal, aber die "Hobbyköchin" denkt einfach nicht an unterschiedliche Garzeiten. Sind die Möhren zudem ungeschält?

Der Teig der Nachtischtörtchen ist viel zu dick geraten (man kann ihn mittig durchschneiden, und wenn nötig, auch mehrfach), und alles drumherum ist ein einziges Geschmiere.

Sarah erweist dem Klassiker "Schwarzwälderkirsch" keine Ehre - und jeder optische Rettungsversuch gelingt nur mäßig.

Hauptsache ein Goldblättchen obendrauf ... das ist in etwa so, als würde man als Highlight zu seinem ältesten Nachthemd ein Krönchen auf dem Kopf tragen.


Fazit

Für Sarah gibt es am Ende dieser seltsamen Veranstaltung mit Pleiten, aber auch Pech, eine große Überraschung:

je 8 Punkte geben Alex und Joshua, 9 gibt Nick, und das Sahnetüpfelchen schenkt Yvonne ihr mit einer glatten 10.

Das ergibt die Summe von 35 Zählern ... und nun lache ich nervös. Auch, weil das anstrengende Zuschauen nun vorbei ist, und ich zu einem entspannenden "Wilsberg" nach "Morderney" umschalten kann.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen