Freitag, 10. Juli 2026

10. Juli 2026 - Bienchens Tod: draußen war es kalter Winter - und in meinem Herzen wurde es noch kälter ...




Bienchens Tod: draußen war es kalter Winter - und in meinem Herzen wurde es noch kälter ...



Nach Robins Tod war Bienchen mein größter Trost in einer nun stiller gewordenen Welt, in der kein Robin mehr über die Stränge schlug - und mich auf Trab gehalten hat.  Diesen Trost hatte ich

Robin selber zu verdanken, denn ohne ihn hätte es Bienchen in meinem Leben nicht gegeben.

Bienchen habe ich 2010 von meiner Mutter geerbt. Sie war genau 3 Monate älter als Robin, so dass die beiden altersmäßig nicht viel voneinander trennte und sie ähnliche Interessen hatten. Doch

Robin musste die Entscheidung treffen, ob wir Bienchen behalten - oder ob ich sie in gute Hände weitervermittle. Ein Tierheim sollte ihr auf jeden Fall erspart bleiben ...

nicht, weil Tierheime schlechte Orte sind, sondern weil die Kleine nicht noch mehr Umstellungen in ihrer Trauer erfahren sollte. Bislang war ihr Leben behütet verlaufen, und so sollte es auch bleiben.

Welch ein Glück hatte ich, dass Robin das kleine Bienchen sofort akzeptierte, während sie hin und weg von ihm gewesen ist. Und es war bis zu Robins Tod genau so wie ich es schreibe:

er hat sie sehr akzeptiert - sie hat ihn geliebt.

Die Lücke, die dazwischen klafft, konnte in Kauf genommen werden.

In etwas haben sich die beiden ziemlich unterschieden: Robin mochte fast alle Menschen, Bienchen war mit einem einzigen mehr als zufrieden. Und der wurde ganz schnell ... ich. Fortan waren wir stets zu Dritt unterwegs - und unterwegs bekam Bienchen die meiste Aufmerksamkeit, daran änderte auch Robins Schönheit nichts, denn fremde Menschen waren sehr schnell besonders von ihr angetan. "Die Süße hat meinen Tag gerettet", habe ich so und in anderer Form beinahe täglich gehört.

Es muss der Eisbär-Knut-Effekt gewesen sein ... nur Bienchen selber interessierte sich herzlich wenig für den augenscheinlichen Erfolg ihrer Niedlichkeit.



Später war es, als hätte mir Robin für den traurigsten aller möglichen Fälle, seinem Tod am 6. September 2019, selber den

wichtigsten Trost hinterlassen.

Dankbar nahm ich diesen an.

Und Bienchen? Die inzwischen alte Lady, die stets ihrem großen Vorbild und ihrer Liebe Robin nachgeeifert hatte?

Befürchtet hatte ich, dass sie trauern würde ... also spürbar. Aber das Gegenteil war der Fall, denn sie

blühte noch einmal richtig auf. Vielleicht nach dem Motto:

"Der König ist tot, es lebe die Königin!"

Und übernahm fortan und nach seinem Tod ein paar Eigenarten - wie die, mich im Aufzug zu umrunden -, die Robin eingeführt hatte.

Ihre größte "Macke" aber blieb bestehen: sobald ich außer Sichtweite war, ging sie mit niemandem mit. Dann stampfte sie ihre Beinchen in den Boden und blieb stehen, als gelte es, genau diesen Flecken Erde in meiner Nähe auf immer zu verteidigen.


Uns blieben noch gemeinsame 17 Monate, so dass sie 20 Monate älter als Robin wurde. Am 

25. Januar 2021

musste ich sie in der Tierklinik Kaiserberg über den Regenbogen gehen lassen.

Sie wurde 17 Jahre, 3 Monate und 12 Tage alt.

Obwohl damals gerade Corona uns alle im Griff hatte, durfte ich sie natürlich bis an die Schwelle der Regenbogenbrücke begleiten ...

... allein hätte ich sie ohnehin niemals diesen Weg gehen lassen, sondern eine Möglichkeit gefunden. Vermutlich hätte ich stur auf meine Begleitung bestanden, denn diese Sturheit hatte ich mir von ihr abgeguckt, weil sie einfach erfolgreich war.  - Das war zum Glück nicht nötig. Mit Maske

und großer Traurigkeit habe ich mich von ihr verabschiedet. Nach der Spritze hat es noch etwa 15 Minuten gedauert, bis sie für immer eingeschlafen ist.

Währenddessen lag sie auf meinem Schoß und ich habe sie gestreichelt, bewusst, dass es unsere letzten gemeinsamen Minuten waren.

Dann wurde es bitterkalt in meinem Herzen.

Nun ist sie wieder mit meiner Mutter und Robin vereint und lässt sich sicherlich nach Strich und Faden verwöhnen, meine kleine Zicke und große Dreck-Queen. Hoffentlich gibt es dort immer genügend Pferdeäpfel, in denen sie sich wälzen kann, denn die hatte sie besonders gern.


Guten Tag, Gruß Silvia



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