Vorspeise: Vitello tartufo - Kalb / Trüffel / Kapern
Hauptgang: Ossobuco / Polenta / Gremolata
Nachtisch: Tiramisù al pistacchio - Mascarpone / Pistazie / Espresso
La Dolce Vita mit der Nebenwirkung Gänsehaut
Der 29jährige Joshua ist Angestellter in einer Versicherung, und sicher würde der gewissenhaft arbeitende Hobby-Koch sich nicht einmal in seinen Träumen ausmalen, was ein Gast am Ende des Genusses über das Koch.Ergebnis sagen wird.
Joshua: "Ich sage gern, was ich denke" ... und das klingt nicht gerade, als würde er damit positive Dinge, sondern kritische meinen. Daher kommt es wohl auch nicht bei allen gut an, dass er ausspricht, was manche andere nur runterschlucken. Als Zuschauerin darf ich in einer von Vox gern aneinandergereihten, untermauerten Wiederholung sehen und hören, was ihn in den letzten Tagen während des Essens bewegt hat: in manch einer seiner Fragen
steckte bereits die Kritik.
Er ist gewillt, einen reibungslosen und zügigen Ablauf seines Dinners zu präsentieren. Damit ihm das gelingt, hilft Valentina, eine Freundin. Sie schnibbelt ein wenig, also ziemlich wenig, aber sie steht dekorativ in der Küche herum.
Und sogar Joshuas offenbar kamerascheuer Freund Manuel, mit dem er sich die Wohnung teilt, lässt sich auf ein Gläschen Sekt kurz blicken.
Währenddessen untermauert Sarah weiterhin ihre Wörter mit einem monotonen Auflachen, das beinahe schon als "Macke" durchgehen kann. Ich ergänze hier ihren Beruf, den ich am Tag zuvor nicht mitbekommen habe: sie ist Rechtsanwaltsfachangestellte.
Ich stelle mir nun leider vor, wie sie manch ein schwieriges Thema eines Klienten mit ihren Lachern begleitet - und aneckt.
Das Menü
macht Joshua keine große Mühe, sondern eher Freude. Eine Freude, die man ihm deutlich anmerkt.
Das Vitello tonnato ergänzt er mit frischen weißen Trüffeln. Wie schön, dass Nick vorausschauend schon mal
Vitello Tornado ins Spiel bringt. Jenes Fantasie-Vitello, das wie eine Wucht auf die Geschmacksknospen der Gäste einstürmt.
Für den nicht wirklich kundigen Hobby-Koch macht Joshua sich viel Mühe: den Sellerie gart er in einem Salzteig. Im Anschluss grillt er Scheibchen davon -
doch Nick fehlt hier die Raffinesse. Raffinesse ist eines seiner Lieblingswörter, besonders, wenn sie fehlt.
Die fehlt ihm auch bei der Alternative zum Ossobuco: Kräuterseitlinge.
Auch Sarah hat zum Hauptgang eine Wortmeldung samt Nebengeräuschen: "Die Polenta hätte er vorbereiten können."
Heute weiß sie, was sie gestern selber nicht beherzt hat. Allerdings kommt Joshua bestens damit klar, dass er die Polenta frisch zubereitet.
Das Tiramisu entzückt die Gäste ... doch kein Gang ist vollständig, wenn Nick seinen Einwand noch nicht vorgebracht hat: hier ist es ihm nicht recht, dass die Löffelbiskuits gekauft sind ...
Fazit
Ein Politiker, der offiziell strikt dagegen ist, hat sich den Bauch einer Leihmutter gemietet - ganz so, als würde er für sein schickes, neues Auto eine Garage mieten.
Yvonne gibt ihrem Bauchgefühl gefühlvolle Worte:
Hin und weg und berauscht ist Yvonne, und sie äußert es in einer in dieser Sendereihe nie gehörten Art und Weise:
"Der Hauptgang hat mich emotional getriggert. Emotion pur! Ich habe Gänsehaut."
"Das perfekte Dinner - die Erfahrung des Jahrhunderts."
Es folgen weitere Lobeshymnen, die ich mir nicht alle merken konnte. Und: Sarah stimmt Yvonne zu.
Die Punkte für Joshua: je 10 geben Sarah, Yvonne und Alex, 9 gibt Nick.
Mit 39 Zählern liegt er am 4. Tag natürlich auf dem bislang, kaum einzuholenden 1. Platz. Es sei denn,
Yvonne kocht ebenso wunderbar,
vergisst aber die Raffinesse für Nicks Alternativen nicht.
Guten Morgen, Gruß Silvia

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