Samstag, 17. Februar 2024

16. Februar 2024 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag im Rhein-Main-Kreis bei Cassandra



Vorspeise: Frankfurter Grüne Soße mit Wachtelei und Rosmarinkartoffeln / Odenwälder Kochkäse mit Roggenbaguette / gebackener Harzer
Hauptgang: Rote, grüne und weiße Ravioli mit einer Füllung aus karamellisierten Zwiebeln und Ricotta, dazu eine Taleggio-Soße, geröstete Pistazien, Parmesantaler und Granatapfelkerne
Nachtisch: Uschis Apfel-Streusel mit Eierlikör- Sahne und einem weißen Kaffee-Eis, dazu einen warmen Eierlikör



In einem Flugzeug gibt es zwei Passagierklassen - die Unbekümmerten und die Dünkelhaften
- Daniel Mühlemann (1959)

Und Cassandra lacht wieder ...

So, wie man in einem Kino bei einem lustigen Film lacht? So ähnlich, denn sie lebt in einem ehemaligen Kino, das so großzügig Raum bietet und mit ihrem Lachen gefüllt wird, als würden sich hier die früheren Zuschauer wie Geister vor lauter Freude gleich mitkringeln. Verkauft sie hier auch stilgerecht Popcorn oder bereitet sie sich mit Kollegen eher

auf den nächsten Flugbegleiter-Streik vor, denn das Heizen kostet inzwischen ein Vermögen. Spaß beiseite, denn was gehen mich die Einkünfte der Dinner-Kandidaten an, also rein ins lachende Kino einer

leitenden Flugbegleiterin.

Die Fluggesellschaft, bei der sie arbeitet, könnte mit Cassandra werben und raushauen: "Fliegen Sie mit Cassandra - sie lacht die größten Turbulenzen fröhlich weg."

Wenn sie auch heute die Balance zwischen Lachen und Lach-Pausen besser hinbekommt als es am letzten Montag den Anschein hatte.

Ihr Haus/Heim/Grund für diese Bewerbung ist 300 qm groß, obwohl es größer erscheint: im TV sieht jedes Zimmer größer aus - und Menschen erscheinen voluminöser als sie tatsächlich sind.

Angeblich putzt sie alles selber. Hilft nicht einmal ihr Mann Martin, den sie als ihren Traummann bezeichnet?

Man weiß und erfährt so wenig ...

Auch als ihre Schnibbelhilfe, Freundin und Kollegin ins Geschehen eingreift, erfahren wir zwar, dass viele Leute die beiden Flugbegleiterinnen nach der Anstrengung in ihrem Job befragen - und sie bejahen es beide laut lachend -

aber die nächste Frage, die ihnen Leute stellen, beantworten sie nicht: die Flugangst.

Selber musste ich lange üben, bevor ich ohne "Mothers litte Helpers" in eine Maschine steigen und vor allem mit ihr fliegen konnte.


Das Menü

Die 53jährige Cassandra lebt vegetarisch, weil sie das Tierleid, das unsere Mitgeschöpfe ertragen müssen, nicht mehr aushalten konnte.

Nicht erst seitdem ich das weiß, ist sie mir sympathisch - sondern bereits seit dem letzten Dienstag: nachdem ich ihre montäglichen Lachsalven einigermaßen überstanden hatte ... sie hat sich nicht gescheut, ihren

"Prinzen" hier und da Kontra zu geben, oft auch nur durch Blicke. Heute bezeichnet sie sich als deren "Königin der Herzen". Na bitte!

Die Vorspeise (oben ablesbar) sieht hervorragend aus - und selbst Faruk hat ein paar lobende Worte für seine Königin im Gepäck.

Die Hauptspeise hält das Niveau - das bemerkt sogar der Oberkritiker Faruk.

Den Nachtisch kann ich selber gar nicht beurteilen, aber einem "Prinzen" schmeckt er "leider gut", während Faruk mit Eierlikör nicht warm werden kann - er bevorzugt vermutlich mehr Umdrehungen, obwohl ...

Schweinefleisch isst er als Moslem nicht, Alkohol trinkt er aber. So sind eben Menschen: inkonsequent.


Fazit

Die vier Mit-Kandidaten, auch Prinzen genannt, begleitet sie als unbekümmerte Hobby-Köchin durch ihren Dinner-Abend, der den Abschluss dieser Woche bildet.

Die Punkte: je 9 geben Philipp, Daniel und Patrick, 10 (er kennt also diese höchste Bewertungs-Tafel) gibt Faruk.

Mit 37 Zählern machen die "Prinzen" ihre "Königin der Herzen" zur Gewinnerin dieser Dinner-Woche.

Wie schön, dass eine Vegetarierin gewonnen hat.

Mir werden Faruk und Cassandra fehlen, denn sie haben mich gut unterhalten. Die drei anderen haben natürlich auch zur Unterhaltung beigetragen. Der Ton war manchmal männlich rau, aber an diesem Abend wurden die Kerle zu Kuschelkatern.

Nur Philipp scheint der knapp verpasste Sieg ein wenig zu jucken ... er guckt bedröppelt.

Cassandra und Faruk haben diese Woche einfach bereichert.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir haben hier um 7.00 Uhr am Morgen bereits 9 Grad plus und erwarten ohne eine einzige Sonnenstunde, aber auch ohne Regen, bis zu 12 Grad.



Guten Morgen, Gruß Silvia



Freitag, 16. Februar 2024

16. Februar 2024 - Henry, Charlie und Momo - 9. Teil



9. Teil
Henry, Charlie und Momo

Nun begann die Zeit des wirklichen Kennenlernens zwischen Momo und mir - und ihrem Herrchen, der vor lauter Freude, als er sie das erste Mal gesehen, wie ein Honigkuchenpferd gestrahlt hat. Bis heute hat er etwas Leuchtendes um die Nase und in den Augen, wenn er sie nur sieht. - Sie ist die Hündin, die er sich gewünscht hat: wild, temperamentvoll, intelligent und gewillt, jeden um die Pfoten zu wickeln, für die es sich ihrer Meinung nach lohnt. Die anderen ignoriert sie.

All die vielen Fans, die sie inzwischen im Handumdrehen gewonnen hat, belohnt sie mit absoluter Aufmerksamkeit und Hingabe.


Momo und das Dilemma mit dem Gurt

Für die ersten Tage gab Frau A. aus dem Tierheim mir den Rat, Momo nicht abzugurten (ableinen konnte ich sie ja nun), was ich allerdings nur einen einzigen Tag durchgehalten habe. Ich finde, Hunde sollten zu Hause ihre Halsbänder oder Gurte nicht tragen müssen, denn sie sollten Signale dafür sein, dass es raus ins Abenteuer geht - und vor allem können sie Zuhause auch störend sein. Ich trage zu Hause schließlich auch keinen Mantel.

In der Tat war es dann nicht wirklich einfach, ihr den Gurt aufzuschnallen und letztlich übers Köpfchen zu ziehen. Sie mochte das einfach nicht - und demonstrierte mir erst einmal die wilde, knurrende Momo. Darüber musste ich mich leider (mutig) hinwegsetzen. Mutig, denn ihre Zähne könnten  Knochen zum Schmelzen bringen ... aber alles klappte nach und nach und funktionierte immer besser. Durchhalten hieß meine Parole. Nicht von ihr einschüchtern lassen half ebenfalls.


Vom Hungerlappen zum Wonneproppen

Eine andere Hauptbaustelle war ihr anfängliches Untergewicht: Frau A. hatte mir geraten, der damals 7-Kilo-Hündin täglich 700 g Futter zu geben, was etwas zu viel für ihren heutigen Bedarf ist.


Momo mit noch 7 kg


D a s   hat sie innerhalb von nur zwei Wochen zu einem kleinen Wonneproppen gemacht. Immerhin hat sie alles gefressen, was ich ihr vorgesetzt habe, ohne wählerisch zu sein - und ich habe Vieles ausprobiert - sie hat alles runtergeschlungen - 

aber heute ist sie wählerisch: es kommt nicht darauf an, wie teuer ihr Futter ist, denn wenn es ihr nicht schmeckt, schmeckt es ihr nicht. Schmeckt ihr eine Sorte heute, kann es sein, dass diese eine Woche später ein "Igitt" bei ihr hervorruft.

Auf Billigfutter verzichte ich allerdings. Aber das Teuerste hat sie auch bereits abgelehnt.

Inzwischen wiegt Momo 11 kg - und ich muss, falls sie mal etwas verschmäht, keine Sorge haben, dass sie gleich verhungert. Mit

Leckerchen verhält es sich ähnlich. Obwohl sie einigermaßen verfressen ist, mag sie noch lange nicht jedes.


Leckerchen-Ärger

gibt es mit meinem Mann: er meint, man könne Momo nicht genug verwöhnen - ich bin eher der Ansicht, dass ein Hund sich gern ein Leckerchen verdienen kann ...

zum Beispiel, indem sie - ohne Leine - im Wald auf einen Rückruf hört, damit sie sich nicht tief im Unterholz verirrt, er meint,

dass sie sich jedes Leckerchen verdient hat, weil sie einfach Momo ist.

Ich meine: zwei Leute sind einer zu viel, um eine kleine Hündin zu ernähren.

Mein Mann und ich werden uns darüber nicht mehr einig werden, aber Momo bettelt ihn heute nicht mehr so häufig  an ... und überfrisst sich selber nicht, denn sie ist intelligent ... und wohl auch ein klein wenig auf ihre

fitte Figur bedacht.

Denn was wäre eine träge Momo in ihren eigenen Augen? Eine, die nicht mehr jede tiefe Schlucht hinuntersteigen und wieder raufklettern könnte ... eine, die nicht mehr täglich viele Kilometer "abreißen" könnte und der jede Menge an Spaß außerhalb des Fressens abhanden käme.


Henry und Momo

Würde ich es rein menschlich sehen, könnte ich sagen: Henry passt auf, dass Momo auf dem Boden der Tatsachen bleibt und nicht tollkühner wird als es ihr gut tut.

Henry lernt Momo kennen - am 13. Januar 2023 - Momo lebt noch im Tierheim



Momo ihrerseits hält den rumänischen Burschen auf Trab. So ist es in der Waage. Beinahe täglich gehen beide miteinander und mit Silke und mir spazieren. Manchmal reagiert Momo

vielleicht ein wenig eifersüchtig oder zumindest genervt, wenn Henry mit dem einen oder anderen Hund eine Runde Toben einlegt, denn

Toben mit anderen Hunden ist nicht ihr Ding. Mit Henry pflegt sie ein anderes Ritual: das gegenseitige Anbellen. Haben sie sich etwas Wichtiges entgegenzuschleudern oder bellen sie einfach nur ihre gute Laune in die Welt oder beschimpfen sich in liebevoller und auch mal genervter Art und Weise? Wer weiß das schon?






Endlich wieder ein Hund im Bett und auf der Couch

So sehr habe ich mir damals von Charlie gewünscht, dass er in meinem Bett schläft oder zumindest mal auf der Couch liegt,

aber: es war ihm anzumerken, dass man ihm das bereits vor langer Zeit rigoros abgewöhnt hatte.

Momo? Ihr hat man gar nichts abgewöhnt! Aber niemand weiß, woher sie kommt, was sie früher erlebt hat,  w i e   sie gelebt hat, als es ihr vielleicht noch gut ging ... aufgefunden hat man sie obdachlos und verwahrlost und schwer krank.

Vertrauen in Menschen musste sie erst wieder lernen. Vielleicht kannte sie es auch von früher überhaupt nicht.

Also ist Momo eine kleine Hündin von vielen, vielen, die Geheimnisträgerinnen sind. Aber ich lebe mit ihr im Hier und Jetzt und jeder Menge Spaß und Freude. 


Fortsetzung folgt.


Guten Tag, Gruß Silvia



15. Februar 2024 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag im Rhein-Main-Gebiet bei Philipp



Vorspeise: Getunter Beluga-Fenchel
Hauptgang: Vom Honig geküsster Salm im grünen Nest
Nachtisch: Knusprige Buttermilch, kalt und frisch


Er ist heiß aufs "perfekte Dinner"

beschreibt Melanie den Gemütszustand ihres Mannes Philipp, denn lange genug hat er auf diese Woche warten müssen. Melanie hat sich in seinem Namen vor etwa vier Jahren für diese Sendung beworben, und endlich darf

der 44jährige Elektriker umfangreich am Herd und mit Pfannen und Töpfen loslegen. Da das "Dinner" einem Jacobs-Weg gleicht, weiß niemand, in welchem körperlichen und seelischen Zustand er am Ende einer aufregenden Woche an welches Ziel gelangt. Es kommt auch auf die vielen Steine und Bissigkeiten an, die am Rande des Weges lungern und den einen oder anderen zu Fall bringen sollen.

Da heißt es für jeden Teilnehmer: Nerven bewahren. Aber auch: auf die Nerven der anderen ein wenig Rücksicht nehmen.

Den Siegeswillen haben in dieser Woche alle Teilnehmer - mit Ausnahme von Cassandra? - bekundet. Cassandra lacht sich lieber durch die Woche, und manchmal ist sie auch baff erstaunt, wie sich vier Kerle untereinander benehmen ... da geht viel Klartext durch die Räume, und zimperlich sind sie nicht.


Das Menü

Philipp ist auch nicht zimperlich, Thunfisch zu einem Tatar zuzubereiten und somit den köstlichen, aber bedrohten Fisch seine Arbeit machen zu lassen:

mutiger wäre es, er würde keinen Thunfisch servieren. Aber schließlich möchte er mit dem Verlierer Thunfisch gewinnen.

Weiter geht es mit Lachs und selbstgemachten Nudeln ... und

Cassandra bleibt der Mund offenstehen und das Lachen im Halse bleibt stecken, als Faruk sich unter Tatbeteiligung von seinem Berufskollegen (beide sind Chemikanten) Daniel auf dem Weg in die Küche macht,

um das Nudelwasser zu probieren und zu beurteilen ... übergriffig sind die Männer untereinander zwar, aber es ist offensichtlich, dass

Faruk in seiner Eigenschaft als Show-Man unterwegs ist. Er lacht sich selber über seinen Knaller ins Fäustchen, und dieses Probeschlecken vom Salzwasser ist

keinesfalls ernst gemeint.

Wesentlich ernster meinte das einst ein bekannter TV-Koch, der Nudelwasser-Salz vermarktet hat. Dieser Koch sitzt heute wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis - aber so rächt der Staat gleichzeitig auch all die Kunden, die er mit seiner Wasser-Spezialität reingelegt hat ...

Der Flamm-Lachs kann nicht alle Erwartungen erfüllen, die in ihn gesetzt worden sind.

Die Belgischen Waffeln - mit einem wenig Lebkuchengewürz - erinnern Faruk an Weihnachten, während Patrick gern Küchendüfte als Lufterfrischer in Autos herstellen würde ... am liebsten ist ihm der Duft von Zwiebeln und Speck. Da käme besonders gut am frühen Morgen an ...


Fazit

Nebenbei lobt Patrick gern und oft, aber stets mit leidender Miene. Eine leidende Miene kommt Faruk nicht in den Sinn, er spricht immer

Klartext: seinen sehr eigenen Klartext.

Cassandra hat die Sendung verstanden: obwohl der Nachtisch nicht ihrem eigenen Geschmack entspricht, erkennt sie an, dass alles perfekt zubereitet worden ist.

Die Punkte: je 10 geben Daniel und Patrick, 9 gibt Cassandra und 7 leiert Faruk sich aus dem Ärmel.

Man bedenke den immensen Unterschied zwischen 10 und nur 7 Zählern, aber das muss Faruk selber verantworten - doch vermutlich mag er lieber Köfte und Auberginen und kann sich mit vielem anderen nicht anfreunden ...

Vom Thron stößt Philipp ihn - und Daniel - mit 36 Umdrehungen, daran ist nicht mehr zu rütteln.

Am Ende ist das der Dämpfer, den Faruk braucht. Offenbar hat er auch in den anderen Kochsendungen, in denen er mitge"spielt" hat, nicht gewonnen: Küchenschlacht und Kopfgeldjäger. Somit kennt er es, auf die Plätze verwiesen zu werden.

Aber ohne Faruk wäre es eine viel langweiligere Veranstaltung.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 15. Februar 2024

14. Februar 2024 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch im Rhein-Main-Gebiet bei Daniel



Vorspeise: Wildschwein und Garnele liegen im Grünen
Hauptgang: Kuh ummantelt vom Wald
Nachtisch: Mamas Strudel, Gerdas Käs‘kuch und weiß-rotes Parfait


Mama, habe ich irgendetwas Eigenes, das nicht dir gehört?
- Emile Zola (1840 bis 1902)

Daniel bekennt sich dazu, ein "Mamakind" zu sein, und schon rauscht die fröhliche und frisch gestylte Mama an, um ihm in der Küche nicht nur auf die Finger zu gucken, sondern den "Jungen" auch kräftig zu unterstützen. Schnibbelhilfe war gestern - heute greift die Mama ins Geschehen ein - und damit auch niemand an ihrer mütterlichen

Kompetenz zweifelt, bringt sie jede Menge Nervennahrung fürs Vox-Team mit. Kuchen, Eier, Käsescheiben und Frikadellen ... am Ende wird hier allerdings keine Bewertung abgegeben, obwohl mich die Käsescheiben (ohne Brot, denn ich sehe keines) ziemlich irritieren. Isst man sie zu den Frikadellen direkt aus den Händen? Egal, Daniels Mama Doina  kann sich ja ein anderes Mal für diese Sendung bewerben ... obwohl in ihrem Fall sicherlich eine "Anmeldung" reichen würde ... Vox liebt Rückblicke auf bereits bekannte Personen ... und sicherlich erreicht Doina heute ein paar Herzen.

Der 41jährige Daniel hat rumänische Wurzeln, ist beruflich als Chemikant tätig und privat ist er ... ledig. Ledigsein ist eine schöne Sache, obwohl die meisten eine Partnerschaft anstreben. Was Daniel anstrebt oder nicht: ich weiß es nicht. Weil er es erwähnt, weiß ich allerdings, dass er froh darüber ist, in zwei Kulturen aufgewachsen zu sein.

Das Aufwachsen in zwei Kulturen hat er gemeinsam mit Faruk - und wie dieser darüber denkt, weiß ich nicht, aber ich sehe und höre, dass Faruk sich gern in den Mittelpunkt drängt, aber: man könnte auch sagen:

Einer muss die Show retten. Einer muss ein wenig polarisieren, sonst ist es am Ende nur ein Sumpf der Langeweile.

Offenbar ist auch Patrick heute mit seinen Getränken zufrieden. Irgendetwas Alkoholisches wird schon in seinem Glas mit der durchsichtigen Flüssigkeit sein, denn wie bekannt, trinkt er weder Wein noch Bier. Und vermutlich auch keinen Sekt? Mein Interesse ist allerdings nicht so groß, dass ich hier eine Antwort erwarte.


Das Menü

Faruk möchte entgegen seinem Vorhaben, auch Schwein zu probieren, Abstand vom Wildschwein auf seinem Teller nehmen ... 

Zum Hauptgang gibt es heute bei Daniel Beef Wellington, Rosenkohl und Kürbispüree plus einem Kartoffel-Erbsen-Püree: beide Pürees zaubert er mit dem Stab zum feinen Süppchen, während er - damit es so richtig gehaltvoll wird - Parmesan-Käse hinzufügt. Der Käse ist allerdings nicht für die Vegetarierin Cassandra geeignet, denn vegetarisch ist der nicht ... 

Im übrigen sehen die Hauptgangteller für mich recht unübersichtlich und wenig ansprechend aus.

Eine Überdosis an Kuchen gibt es dann zum Nachtisch, denn vermutlich darf sowohl der Strudel seiner Mama nicht fehlen - und auch Gerdas Käsekuchen ist ein Muss: Gerda ist Daniels Oma, und um jedem Dilemma zu entgehen, widmet er beiden einen Kuchen ... MannMannMann ...


Fazit

Faruk bewertet wortmäßig das Dinner nahe an einem perfekten: warum dockt er dann nicht punktemäßig daran an? Cassandra hingegen lässt ihren Worten auch Taten folgen - und gibt zusätzlich dem Kandidaten-Kollegen Faruk hier und da etwas zum Nachdenken mit auf den Weg. Es wird ihn nicht interessieren ...

Die Punkte für Daniel: 10 gibt Cassandra, 9 Philipp, 8 Patrick und 7 fügt Faruk dem Endergebnis hinzu.

Das ergeben 34 Zähler - und machen Faruks bisherige Spitzenposition auf dem Treppchen ein wenig enger, denn Daniel und er haben nun einen Gleichstand. Faruk will doch nur spielen, also nehme ich ihn nicht wirklich ernst.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Mittwoch, 14. Februar 2024

13. Februar 2024 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag im Rhein-Main-Gebiet bei Faruk



Vorspeise: Piyaz à la Faruk

Hauptgang: Rinderfilet mit einer gedeckten Überraschung, Köfte im Auberginenmantel, dazu eine Kirchtomatensoße und Zaziki mit Minze
Nachtisch: Dattel-Walnuss-Creme im Baklava- Teig und Pistazien-Creme, dazu selbstgemachtes Pistazien-Parfait


Man kann sich auch durch Anpassung voneinander entfernen ...
- Ernst Ferstl (1955)

Er komme aus einer typischen türkischen Gastarbeiterfamilie, erzählt der in Frankfurt geborene 49jährige Chemikant Faruk, und er bewundert es, wie seinen Eltern die Anpassung an die ihnen fremde Kultur gelungen ist ... Ich kann das alles natürlich nicht wirklich beurteilen, sondern höre nur seine Worte ...

dass Faruk jedoch eine kleine Leidenschaft fürs Kochen hat, glaube ich, sehen zu können. Fürs umfangreiche Gastgeben reicht seine Hingabe an die Gäste dann leider überhaupt nicht aus ... sie müssen sich selber mit Getränken bedienen - und schon taucht das 1. Problem auf:

Patrick trinkt weder Wein noch Bier, so dass Faruk dafür gesorgt hat, dass er eine Menge an bunten Getränken ohne Alkohol zur Selbstbedienung zur Verfügung hat ... dass Patrick gern jedoch etwas "Richtiges" trinken möchte, erkennt

Cassandra - und sie sucht und findet die Getränkestelle mit den harten Sachen.

Den Aperitif serviert Faruk noch höchstselbst, aber leider in der Kälte - denn trotz mobiler Heizstelle frieren seine Gäste vor den großen Fensterscheiben im Garten, die einen Blick auf seinen

Swimming-Pool freigeben. Ein bisschen Protzen geht immer!

In der Küche hilft ihm seine Frau Selma, die er vor 25 Jahren als das Mädchen von nebenan kennengelernt hat. Heute schlägt sie beinahe

Cassandra in der Disziplin "wer lacht am schrillsten?"


Das Menü

ist zum größten Teil aus der obigen Menükarte ablesbar:

bei der Vorspeise handelt es sich um einen Salat mit weißen Bohnen und diversen, willkürlich hinzugefügten Zutaten. Beginnt hier die

Anpassung Faruks an den "deutschen" Geschmack? Ich weiß es nicht, aber Patrick bemängelt bereits, dass er sich vergeblich auf ein orientalisches Menü gefreut habe.

Die Kritik setzt sich für den Hauptgang fort - und jetzt gefällt es so einigen nicht: nur Cassandra ist von allem hellauf begeistert.

Rinderfilet und in Auberginen eingewickelte Köfte samt einem süßen Reis mit Korinthen und Pistazien - zum Rinderfilet passt hier gar nichts, und das Filet sehe ich auch als "kulturelle Annäherung" und Punkte-Abgreifer-Garant an ... denn wann gab es jemals für Köfte und Auberginen wirklich viele Punkte?

Mit den Baklava-Streifen in der Nachspeise macht Faruk es sich recht einfach: der Teig ist fertig gekauft, und wenn diese türkische Nationalspeise nicht überzeugt, dann soll es das Parfait richten.


Fazit

Am Vortag hat Faruk Patrick mehrfach und lautstark und sicher auch ein wenig scherzhaft zur Eile angetrieben - als würden sie sich bereits seit Jahren kennen, obwohl sie voneinander gerade einmal die Namen wussten: zwar hat Patrick sich keine Verärgerung anmerken lassen,

aber es gibt schließlich noch die "innere Faust", mit der man später auf den Tisch hauen kann. Patrick macht das heute mit seiner Kritik ...

während ich eher die fehlenden Gastgeber-Bemühungen kritisiere. Wann gab es je solch einen Gastgeber, der sich um rein gar nichts - außer ums Kochen natürlich - gekümmert hat?

Die Punkte fallen natürlich trotzdem gut aus, denn seit geraumer Zeit wird überhaupt nicht mehr niedrig gepunktet:

je 8 Zähler geben Patrick, Daniel und Philipp, 10 Umdrehungen lacht Cassandra hinzu.

Die 10 ist aber vermutlich nur eine Einzelmeinung ... wenn man die Ansichten des Publikums hinzurechnet ...

Mit 34 Punkten befindet sich Faruk am 2. Tag auf dem bislang 1. Platz.

Ich habe keine Vermutung, wie das weitergeht ...


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 13. Februar 2024

12. Februar 2024 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag im Rhein-Main-Gebiet bei Patrick



"Dinner between the Stars"
Vorspeise: Rote Bete / Ricotta / Salbei / Walnüsse / Wildkräuter
Hauptgang: Ochse / Gin / Spinat / Radicchio / Polenta
Nachtisch: Kürbiskern / Gries / Birne / Vanille / Tonkabohne


Helau und Alaaf?

Ist der durchschnittliche Zuschauer der Sendung "Das perfekte Dinner" eher dem Karneval zu- oder abgeneigt? Oder hält es sich die Waage: die einen feiern kräftig den Höhepunkt des Straßenkarnevals, der in diversen Kneipen seinen Ausklang findet, die anderen feiern die

Langeweile, die Patrick und seine Frau einst zur Heirat ermutigt hat. Ich sehe beide - auch, wenn ich seine Frau überhaupt nicht zu Gesicht bekomme - auf der Couch sitzen, während sie mehr und mehr die Langeweile überkommt - und einer von beiden fischt dann eine grandiose Idee aus dem Fundus der Möglichkeiten, wie man dieser Langeweile entfliehen kann:

man sollte heiraten!

Allen Ernstes - ohne erkennbares Augenzwinkern - behauptet Patrick, dass der Wunsch, zu heiraten, einer langweiligen gemeinsamen Zeit auf der heimischen Couch entsprungen ist. Nach ihrer Hochzeit, die schließlich jeden Anflug von Langeweile erfolgreich vertrieben haben sollte, muss ihnen jedoch erneut langweilig gewesen sein - und

Patrick hat sich für die Sendung "das perfekte Dinner" beworben. Langweilige Momente dienen ihm vermutlich als Eckpfeiler, etwas völlig Neues auszuprobieren. Da könnten im Laufe der Zeit noch viele Abenteuer auf

den 44jährigen Patrick zukommen.


Das Menü

bezieht sein Motto aus den Filmen der "Star Wars"-Reihe. Ich kann hier überhaupt nicht mitreden, denn solche Filme interessieren mich Null. Und ich weiß auch gar nicht,

was die Filme mit dem Menü zu tun haben könnten. Wurden z. B. Walnüsse auf diesem "Stern" bevorzugt oder Gin, Spinat und Polenta?

Zur Vorspeise serviert Patrick Rote-Bete-Knödel (ein kulinarisches Highlight von den Sternen? - Ich mache mich nur lustig.), geröstete Walnüsse und Blattsalate.

Ochsenbäckchen mit Polenta und diesem und jenem wollen als Hauptgang verspeist werden. Ein Teilnehmer meint, es sei einfach, ein Schmorgericht zuzubereiten - während Patrick meint, man könne hier so einige Fehler machen ... Ja, kann man sicher, aber ein Mann, der sich für eine Kochsendung bewirbt, wird doch bei einem einfachen Schmorgericht keine Fehler begehen ...

Der Nachtisch ist umfangreich, und ich erinnere mich nur an das Kürbiskernöl-Eis (wieder ein Eis mit dieser furchtbaren gezuckerten Kondensmilch, igitt ...). Und ich sehe die riesigen Kürbisfelder auf jenem Stern ...


Fazit

Obwohl ich überhaupt nicht den Karneval gefeiert habe, weder heute noch am vergangenen Wochenende, überkommt mich die Müdigkeit, meine Augen drohen, zuzufallen ... wäre da nicht

die Kandidatin Cassandra, die mich völlig uneigennützig und ohne Kenntnisse meiner heutigen Befindlichkeit am Einschlafen hindert: sie

lacht glockenschrill, und das beinahe ohne Unterlass. Ich fürchte mich jetzt schon vor dem Freitags-Dinner, das sie bestreiten wird ...

Patricks Punkte: je 8 geben Faruk, Daniel und Philipp, 9 gibt Cassandra.

Am Rosenmontag 2024 zur Ausstrahlung seines "Dinners" erhält er folglich 33 Zähler. Seit geraumer Zeit geben die

Kandidaten selten weniger als 8 Punkte ...


Guten Morgen, Gruß Silvia




Sonntag, 11. Februar 2024

11. Februar 2024 - Henry, Charlie und Momo - Teil 8



Henry, Charlie und Momo

Nachdem ich eine Weile um Momos Fotos und die Beschreibung ihrer Persönlichkeit auf der Tierheim-Seite herumgeschlichen bin, habe ich mich entschlossen, Anfang Januar eine Bewerbungs-Mail ans Heim zu schicken. Charlies Tod war zwar noch viel zu sehr allgegenwärtig und längst nicht verarbeitet, aber leider hatte er mir meinen Wunsch, mein letzter Hund zu sein, nicht erfüllen können ... und traurigerweise sich selber auch nicht - und in meinem Herzen ist ohnehin Platz für jedes Tier. Allerdings gibt es auch hier Einschränkungen, welches Tier in mein Leben passen könnte - und ich in seines. Es sollte eben "Klick" machen. Und genau das traf auf Momo zu - erst einmal nur von den Fotos und der ausführlichen Beschreibung her. Es hätte sein können, dass es lange, lange Zeit keinen Hund geben würde, der genau der augenscheinlich passende wäre.

Ein Hund über Ebay oder ähnliche Portale kam für mich nicht in Frage. Und: ich hatte Vertrauen zu der damaligen Hundehausleiterin Frau A. Sie hatte mir Charlie vermittelt, bevor er in die öffentliche Ausschreibung gekommen war - und darum war er nur eine kurze Zeit im Tierheim.

Aber bevor ich eine telefonische Einladung zum Kennenlernen Momos bekommen habe, machte es sich ein willkommener Übernachtungs-Gast bei mir so gemütlich, wie es ihm möglich war: Henrys Frauchen hatte einen wichtigen Termin, zu dem sie ihren Cocker-Spaniel nicht mitnehmen konnte, und da wir immer füreinander da sind, war es keine Frage, dass Henry zu mir kam:

Erst hatte Henry seinen Freund Charlie verloren,


und nun stellte sich die Frage, was in ihm vorging, als er plötzlich zu mir nach Hause kam. Hatte sein Frauchen ihn ebenfalls verlassen? Trotz des großen Vertrauens, das er in sie hatte? Der Vorteil war, dass Henry mich ausgesprochen gut kennt und mir vertraut. Ich bin auch schon einige Male mit ihm ohne sein Frauchen spazieren gegangen und konnte ihn dann immer auch ohne Leine laufen lassen. Erst dreht er sich um und fragt sich vermutlich, wo Silke bleibt - aber dann hat er das Hier und Jetzt genossen.

Genau an diesem Tag, als Henry bei mir war (mein Glücksbringer?), dem 9. Januar 2023, bekam ich einen Anruf von Frau A. aus dem Tierheim: ich könnte Momo am nächsten Tag kennenlernen. Sie schien sich zu freuen, dass ich mich für Momo interessierte.

Und ich freute mich, Momo bald kennenzulernen. Kurzfristig war ich irritiert, denn am Abend dieses 9. Januars

wurde Momo auf der Facebook-Seite des Tierheims zur Vermittlung vorgestellt. Der Beitrag wurde mehrere hundert Male geteilt und in Duisburger Zeitungen ebenfalls veröffentlicht.

Ich meinte, dass sie damit noch zumindest einen Tag hätten warten können ... bis Momo und ich uns beschnuppert hätten. Aber offenbar klappen intern nicht immer die Absprachen ...

Henry konnte am 10. Januar 2023 zurück zu seinem Frauchen, das ihn bereits vermisst hatte - und es kam wieder zusammen, was zusammen gehört.  Bei mir hat er sich ausgesprochen gut benommen, und er ist jederzeit wieder herzlich willkommen.

Kleine Bemerkung am Rande: all diese vielen Aufrufe haben Momo am Ende nur zwei weitere Bewerbungen eingebracht. Warum? Weil sie schwarz ist? Weil schwarze Hunde sich nicht so gut fotografieren lassen ... für Social Media?


Momo und ich lernen uns kennen

Am 10. Januar 2023 lernte ich im Tierheim-Auslauf Momo kennen, dieses kleine klapperdürre Geschöpf, das sofort mein Herz berührt hat. Im selben Auslauf hatte ich einst Charlie kennengelernt.

Ein kleiner Schrecken fuhr mir durchs Gemüt, als Frau A. sagte, dass Momo ihr Tierheim-Liebling sei. Ihren vorherigen Liebling hatte sie vor einiger Zeit selber adoptiert: Knicki. Gibt man einen Liebling gerne her? Oder sind die Auflagen zumindest höher gesteckt? Aber

Frau A. ist nicht egoistisch, und sie wollte für Momo nur das Beste (wie auch für alle anderen Hunde aus ihrem Bereich).

Ein erstes Spazierengehen stand an, und das war ein Flitzen durch die Gegend:



Diesen ungeheuren Bewegungsdrang hat Momo bis heute.

Im Anschluss brachte ich sie zurück zum Tierheim und wartete in einem anderen Hunde-Auslauf auf Frau A., die mich vorher gebeten hatte, Momo auf keinen Fall abzuleinen. Und das nicht, weil der Auslauf nicht "ausbruchssicher" wäre, sondern weil Momo

ziemlich eigenwillig sein kann und zur Not auch ihre Zähne einsetzt. Eine Tierheim-Mitarbeiterin hatte sie bereits gebissen, nur, weil diese sie abgeleint hatte.

Das war eine völlig neue Perspektive für mich, denn es ging ja nicht darum, ihr den Gurt abzunehmen, sondern nur die Leine vom Gurt zu lösen ... aber natürlich leinte ich Momo an diesem Tag noch nicht selber ab. Immerhin kannte sie mich noch nicht wirklich - und ein einmaliger Spaziergang mit ihr konnte sie sicherlich nicht dahingehend bestechen, mich vor spontanen Attacken zu verschonen ...


Erste Spaziergänge mit Henry und Silke

Natürlich sollte ich Momo am ersten Tag allein kennenlernen, aber in den folgenden Tagen durfte sie nach Absprache Henry und sein Frauchen Silke auf Spaziergängen kennenlernen. Das ging von Anfang an sehr

problemlos.



Henry ist ein ausgesprochen friedlicher Hund, der mit allen anderen Hunden zurecht kommt - und er hat auch wohl sofort akzeptiert, dass er in Momo seine künftige

Chefin

kennengelernt hat. Momo ist nämlich die geborene Chefin, während Henry sich gern fügt. Eine gelungene Kombination, die sich bis heute fortsetzt.




Und Silke war ebenfalls sofort von Momo begeistert. Es ist wirklich seltsam, dass es nur zwei weitere Bewerbungen um ihr kleines selbstbewusstes Persönchen gab ...

Zum Glück hatte ich mich bereits um sie beworben, bevor der Beitrag über Momo viral ging.

Nach ein paar Tagen konnte ich Momo zum sogenannten Probeschlafen mit nach Hause nehmen. Zuvor musste ich allerdings "beweisen", dass ich sie ableinen konnte, ohne dass sie nach meiner Hand schnappte und diese mal so richtig in die Mangel genommen hätte. Alles ging gut, denn Momo ist schließlich nicht nur

wunderhübsch, sondern auch ausgesprochen intelligent: und sie wollte sicher das Tierheim so schnell wie möglich verlassen, auch, wenn sie dort

viele Mitarbeiter und Gassigänger in ihr Herz geschlossen hatte, wie ich es am 15. Januar 2023 mit eigenen Augen sehen konnte, als das Probeschlafen mit dem endgültigen Übernahmevertrag endete - und wir noch einmal im Tierheim vorsprachen bzw. vorbellten.


Fortsetzung folgt