Montag, 21. Februar 2022

20. Februar 2022 - ARD - Tatort Dortmund: "Liebe mich"

Faber – Jörg Hartmann
Martina Bönisch – Anna Schudt
Jan Pawlak – Rick Okon
Rosa Herzog – Stefanie Reinsperger
Dr. Gerda Leitner – Sybille Schedwill
Sebastian Haller – Tilmann Strauß
Julia Ihle – Marlina Mitterhofer
Thomas Ihle – Jan Krauter
Nils Schmelzer – Henning Flüsloh
Oliver Kordes – Johann-Christof Laubisch
Clemens Pöhler – Stephan Szasz
Mia Tremmel – Jana Giesel
Susanne Bütow – Rosa Enskat
Britta Tremmel – Angelika Bartsch
Tobias Völkers – Niklas Merlin Maienschein
Nicole Römer – Alexandra Schalaudek
Armin Röder – Björn Jung

ARD
Tatort Dortmund

"Liebe mich"

Am Ende des heftigen Krimis hält Faber seine tote Kollegin Bönisch in den Armen und streichelt sie: fast sieht es wie ein erster Liebesakt aus, aber es ist ein endgültiger Abschied. Ihr bleibt nur ein letzter ans Leben und Faber klammernde Blick, dann sackt sie zur Seite. - Der ohnehin immer leicht am seelischen Abgrund schaukelnde Faber wird es in Zukunft sehr schwer haben, ohne die geliebte Kollegin im Leben und Beruf klarzukommen. Obendrein wurde das fatale Ende mit Hilfe des KTU-Mitarbeiters eingeleitet, der wichtige Informationen zurückgehalten hat,

um seinem Objekt der Liebe, Martina, mittels seines kranken Hirns zu schaden: an den zwei Frauenleichen wurden DNA-Spuren der späteren Bönisch-Mörderin Julia Ihle festgestellt.

In der Regel sickert der Ausstieg einer wichtigen Schauspielerin in einer Serie durch oder wird vorab bekanntgegeben. Hier haben alle dicht gehalten. Um so größer ist der Überraschungs-Effekt. Für die Fans des Dortmund-Tatorts ist dies sicher ein trauriges Ende.


Den Fall

neben den eigenen Befindlichkeiten der Ermittler gibt es auch, und der hat es gewaltig in sich, obwohl es ähnliche Konstellationen schon öfter gegeben hat:

in einem Friedwald werden zwei Frauenleichen gefunden (beide gleichen dem Typ nach Martina Bönisch). Die Spur führt ins Beerdigungs-Institut Ihle: der Täter hat dort Grabstellen gekauft, jeweils um den 4. Juni herum. So können die Todes-Zeitpunkte der zwei Frauen auf dieses Datum vor einem und vor zwei Jahren festgetackert werden.

Für krimierfahrene Zuschauer hinterlässt der Mitarbeiter Nils Schmelzer bereits den 1.-Blick-Eindruck, dass mit ihm etwas ganz gewaltig nicht stimmt (scheu, verhuscht, gestört) ... er rückt allerdings zunächst nicht in den Fokus der Ermittler. Am Ende ist der Fall auch viel verzwickter.

Spät und anhand der Geburtsdaten bemerken die Ermittler, dass Nils und Julia Ihle Zwillinge sind. Geboren an einem 5. Juni - wenn es da nicht in den Präsidium-Köpfen scheppern sollte. Aber, wenn man es zu spät bemerkt ...

So spät, dass Nils inzwischen Kommissarin Rosa Herzog in seiner Gewalt hat.

An Nils und Julias 4. Geburtstag hat ihre Mutter, Typ Bönisch, die Zwillinge verlassen. Nils fühlt sich als Mensch mit dem "schlimmsten Schicksal aller Zeiten" und nimmt Rache an Frauen, die seiner Mutter ähnlich sind. In das Schema passt Herzog allerdings nicht. 

Rosa Herzog wird ins alte, geschlossene Krematorium auf dem Hauptfriedhof verschleppt.

Bönisch und Faber kommen gerade noch rechtzeitig, um den Sarg, in dem Rosa liegt, zu öffnen ... unachtsam lässt Bönisch (oder Faber, ich bekomme das nicht genau mit) ihre Waffe unbeaufsichtigt und nicht im eigenen Blickfeld liegen. Die Schwester des Täters und Mitwisserin seiner Taten greift danach und

schießt Bönisch in den Bauch. Der Schuss macht ein längeres Überleben bis zum Eintreffen medizinischer Hilfe unmöglich.

Rosa wird gerettet.


Fazit

Ein guter, hervor- und herausragender Krimi. Ich habe keine Wahl und die

5 Sterne (von 5 möglichen) purzeln wie von selbst in die Rezension.

Der Autor des nächsten Dortmund-Tatorts wird es allerdings schwer haben, Faber im Griff zu behalten. Dessen Psyche ist sensibel und reißt an den Rändern deutlich aus. Bönisch hätte ihm Halt geben können - aber nun verursacht sie ihm einen erneuten tiefen Schmerz.

Seine Vorgesetzten sollten ihn nun dringend und unter Androhung von Zwangsmaßnahmen in die Obhut einer Polizei-Psychologin geben ... die eventuell die Lücke füllen könnte, die Bönisch hinterlassen hat.

Sonst sehe ich die Zukunft dieses Tatortes nur noch in dunklen Farben ...


Guten Morgen, Gruß Silvia 




Sonntag, 20. Februar 2022

20. Februar 2022 - Die Rattenfänger



Die Rattenfänger

Um dem Märchen ein bisschen mehr Wahrheit zuteil werden zu lassen, muss erzählt werden, dass der Rattenfänger von Hameln die vielen jungen Leute nicht durch seine musikalische Zwischeneinlage aus dem Ort herausgelockt hat,

sondern mit dem Angebot, anderswo ein besseres Leben führen zu können. Das war besonders für die zurückgebliebenen Bewohner bitter, denn mit dem Weggang der Kinder und Jugendlichen verschwand auch die Altersvorsorge der Zurückgebliebenen.

Frühere Rattenfänger der positiven Art waren Querdenker, heutige der negativen Art nennen sich und werden von anderen ebenfalls Querdenker genannt. Sie fangen all diejenigen ein, denen sie sich selber zugehörig fühlen.

Wikipedia muss umgeschrieben werden oder die positiven Artikel über Querdenker landen auf Platz 1.312.436. 

Dennoch sind alle Rattenfänger Querdenker. Die einen überzeugen mit ihren Intelligenzen, die anderen mit ihren Unterstellungen.

Dieser Blog-Beitrag soll nicht politisch werden, sondern allgemein gültig sein.

Aber Politik ist in allen unseren Handlungen, sobald wir den Zeigefinger zu der einen oder anderen Seite erheben:

daher gilt für alle Schreiber (und Schreier), die querdenken:

Contenance, Gelassenheit!

Die Vokabeln machen die Texte. Sie machen aber leider oft genug aus denkenden Menschen willige Verführte.

Besonders die Fäkaliensprache ist prädestiniert, Menschen zu verführen, an etwas zu glauben, an dem sie zuvor nicht einmal den Hauch eines Gedankens verschwendet haben.

Übersetzt bedeutet dies: wenn ich larifari und ein wenig gegen etwas eingestellt bin, finde ich Begriffe von anderen genau dann richtig und überzeugend, wenn sie 

besonders drastisch rüberkommen. 

Das Internet ist voll von Seiten, die ihre Bosheiten als Tatsachen erscheinen lassen und andere durch die Deftigkeit ihrer Begriff-Findung begeistern.

Die meisten der Anhänger sind allerdings arme Würstchen ohne eigene Meinungen, die geradezu darauf gewartet haben, dass ihnen jemand die scheinbar richtige Richtung vorschreibt.

Es gibt allerdings keine richtige Richtung - außer der eigenen. Die muss täglich hinterfragt und sozusagen "upgedatet" werden.

Die Fänger anderer Meinungen erkennt man an ihren beifallklatschenden "Fans": es gibt nur solche, denn alle anderen werden nicht zugelassen und unverzüglich

von den Rattenfängern gelöscht. Nach außen hin erhöht das deren Glaubwürdigkeit.

Die Rattenfänger befinden sich in jedem Bereich und bemühen sich nach Kräften, so viele Menschen wie möglich auf ihre Seiten zu ziehen.

Das Böse ist daran, dass auch manche Rattenfänger auf der vermeintlich guten Seite stehen ... das Dumme daran ist,

 dass man die Guten von den Bösen nicht mehr unterscheiden kann, wenn beide mit denselben schriftlichen Niederstreckungs-Waffen kämpfen.

Ich verabscheue Polemik.


Fazit

Wer es nötig hat, mit Begriffen aus der Fäkaliensprache um sich zu werfen, sollte stets und immer kritisch und nie wohlwollend betrachtet werden.

Vernünftige Menschen finden vernünftige Worte und müssen sich nicht durch Fäkaliensprache aufspielen, ohne die sie Macht über niemanden hätten.


Guten Tag, Gruß Silvia 



Samstag, 19. Februar 2022

19. Februar 2022 - Gründe, um in der Sendung "Das perfekte Dinner" mitzuwirken ...

 


Gründe, um in der Sendung "Das perfekte Dinner" mitzuwirken ...

An 1. Stelle sollte eigentlich die Lust am Kochen und die Begabung fürs Kochen stehen. Allerdings scheint dies keine Voraussetzung zu sein, um für die Sendung nach einer Bewerbung auf die TV-Gemeinschaft losgelassen zu werden.

Manche können kochen, andere versuchen es, wieder andere machen erst gar nicht den Anschein, als ginge es ihnen ums Kochen.

Die Sendung eignet sich nämlich hervorragend, um andere Dinge in den Vordergrund zu stellen: Werbung fürs eigene Geschäft oder sogar für die eigene Person. Preiswerter, weil kostenlos und zudem noch mit der Aufwandsentschädigung ausgestattet, kann man nicht werben. Wenn man Glück hat, winken am Ende einer Dinner-Woche zusätzlich 3.000 Euro Siegprämie.

Denn es geht wie immer im Leben nicht nur um eine Sache, hier dem Kochenkönnen, sondern auch um Sympathie. Ein Mensch, der einem sympathischer ist, bekommt eher einen Bonus-Punktezuschlag als jemand, der einem nicht zusagt. Gut ist es stets, wenn man sich nicht den

Neid der Konkurrenz zuzieht. Das passiert hier und da, auch, wenn Neidgefühle  niemand zugeben würde.

Den Neid der anderen zu erzeugen, ist ein weiterer Grund, um teilzunehmen: viele möchten zeigen, zu welchen Errungenschaften sie es in ihren Leben gebracht haben.

Ein ganz wichtiger Grund, sich für diese Sendung zu bewerben, liegt sicherlich darin, einmal "ins Fernsehen" zu kommen. Wer mag sie sich nicht abholen, diese besagten "15 Minuten Berühmtheit" - und in dieser Reihe sind es selbstverständlich mehr als nur ein paar Minuten. 5 Tage wird in jeder Woche gekocht. Genug Zeit, sich für andere Formate zu bewerben:

ein weiterer Bewerbungs-Grund: jemand hält sich für besonders witzig oder eloquent und meint, er würde durch seine Teilnahme für die Bühnen, die das TV zu bieten hat, den Bühneneingang finden. Talente wie Singen können oder meinen, singen zu können,  werden daher

auch gerne in der Sendung für den möglichen Karriereschub angepriesen.

Ein weiterer Grund kam mit der Pandemie ins Spiel: fehlende Kontakte, fehlende Erlebnisse - und auf einmal tut sich die Möglichkeit auf, an einer TV-Sendung mitzuwirken. Schnell mal die Oma oder Mutter nach Rezepten fragen, und los geht die Abwechslung im täglichen Pandemie-Einerlei. Vielleicht werden auch die eigenen Kochkenntnisse abgerufen ... und für gut genug befunden.

Andere bewerben sich, um ihre Wohnung endlich einmal auf "Vordermann" zu bringen - sie benötigen dazu einen wichtigen Außeneinfluss. 

Nicht vergessen möchte ich diejenigen, denen es wirklich ums Kochen geht - und die dies einmal unter extremen Bedingungen beweisen möchten.

Da kann man manchmal - leider nicht allzu oft - staunen, zu welchen Leistungen Hobby-Köche fähig sind.

Auf die Frage, falls sie jemand mir stellen möchte, warum ich diese Sendung gerne ansehe, kann ich sagen:

Es ist keine reine Kochsendung, was sie für mich persönlich interessant macht. Kochen kann ich, wenn auch nicht meisterlich - und neue Rezepte raussuchen, gelingt mir auch. Und da ich Lesen kann, glücken mir auch - meistens - neue Gerichte. Viel interessanter sind

die fünf unterschiedlichen Charaktere in einer jeden Woche. Manchmal prallen Welten aufeinander, manchmal laufen die Kandidaten im Einigkeits-Schritt durch eine Woche und streuen anstatt Blumen pure Harmonie in den Fernseh-Alltag. Was mir nun lieber ist, behalte ich für mich ...

Aber es ist auch schön zu sehen, wie andere Menschen wohnen und wo ganz nebenbei ihre Prioritäten liegen. Und das sage ich, obwohl Neugierde keine prominente Eigenschaft von mir ist.

Eine eigene Bewerbung käme für mich allerdings nie in Frage, denn ich brauche diese "15 Minuten Ruhm" überhaupt nicht. Es wäre ja noch schöner, wenn ich am Ende, nämlich nach der Ausstrahlung,

über meine eigene Teilnahme eine Kritik schreiben würde ... die Kritik, aber nur eine fiktive, kann ich gern einmal schreiben,

doch um mich selber diesem Format zu stellen fehlen mir:

die Lust, im TV präsent zu sein, das außergewöhnliche Kochvermögen, das Geschäft, was es zu bewerben gäbe und ebenfalls die Freude an der Selbstdarstellung. Meine Wohnung wird auch regelmäßig geputzt, ohne dass ich diese Tätigkeit übertreibe.

Ich freue mich allerdings auf die nächste Dinner-Woche: neues Spiel, neue Kritiken, neuer Spaß.


Guten Tag, Gruß Silvia 



Freitag, 18. Februar 2022

18. Februar 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Köln bei Senta


Winterlicher Waldspaziergang“
Vorspeise: Nussige Ziege im Schokobad
Hauptgang: Der wilde Hubertus in Schokoschuhen
Nachtisch: Blaubeer-Liebe


Die zwei Seiten der Schokolade
- geliebt und gemieden, verdammt und hochgelobt

Offenbar hat Senta mehr Schokolade als Kaffee im Haus. Jasmin bringt als Schnibbelhilfe und Früh-Morgens-Lebensretterin Coffee to Go als Gastgeschenk mit, und sie wird von der heutigen Gastgeberin genau deswegen hochwillkommen geheißen. Jeder Deutsche verbraucht rund 60 Einwegbecher im Jahr - die eigene Hochrechnung darf Erstaunen über all den verursachten Müll hervorrufen.

Senta gilt meine Bewunderung, weil sie gerne (und vermutlich gut) näht. Seit ein paar Jahren habe ich einen Näh- und Stick-Computer-Gerät.

Der war absolut kein Schnäppchen, aber das ist nicht das Problem - denn der Gebrauch und Nutzen des Gerätes liegt in meinem Unvermögen, Nähen als Hobby anzunehmen. Ein reines Spekulations-Objekt meinerseits, das nun in einem Schrank auf Belebung hofft - vermutlich vergeblich).

Immerhin hat die Lehrerin zwei kleine Kinder, die sie mit ihren Erfolgen ummanteln kann.

Wie Sentas Erfolg heute und in dieser Sendung aussieht, ist eine andere Geschichte:


Das Menü

Schokolade in Soßen ist nicht neu. Mal passt es, mal nicht. Und immer kommt es auf die Dosierung an.

Als Vorspeise hat Senta sich für einen Salat mit Ziegenkäse und Schoko-Dressing entschieden. Zwei Gäste sind dafür, zwei anderen schmeckt es nicht. Gute Mittelpracht.

Da Senta möchte, das Wild nicht zu "wildig" schmeckt (entspricht dieser Begriff ihrer Affinität zur deutschen Sprache?) fügt sie Preiselbeeren, Orange-Scheiben und Schokolade hinzu. Dem längst toten Wild ist das egal - es hätte sich ein Ende im Wald unter Artgenossen gewünscht - und sei es auch noch so hart und medizinisch unbegleitet.

So wild kann u. a. Constantin gar nicht sein, dass ihm das schmeckt.

Für den Nachtisch sind die Schoko-Schalen ziemlich groß geraten. Auf ihnen hätte man mühelos die gesamte Weltkugel aufmalen können. Bis sie jemand zerstört ...


Fazit

Die Punkte: Je 7 geben Constantin und Nihal, je 8 Dennis und Lea.

Mit 30 Umdrehungen kann Senta nicht gewinnen. Ihr Dinner wird beinahe nicht besser bewertet als die Prozente, die im Limoncello enthalten sind.

Am Ende wirkt sie sogar ein wenig zickig ... als hätte ihr jemand die Schokolade geklaut.

Ich erinnere:

Lea, sie kann nicht kochen, aber ist eine liebe Person.
Dennis: er kann kochen, ist aber schwer greifbar: seine Kritiken sprechen eine andere Sprache als seine Punkte.
Nihal: sie hat nicht gezeigt, dass sie kochen kann. Immerhin hat sie ihr "Ding" durchgezogen und war in einer weiteren TV-Sendung präsent. Nur so landet man irgendwann im Dschungel-Camp und muss spätestens dann klaglos essen, was man vorgesetzt bekommt.

Constantin wird mit seinem Gewinn von immerhin 3.000 Euro mit seiner Frau Elba "irgendwohin fahren und sich einen schönen Tag machen".

Gut. Leider kann ich mir nicht in Höhe dieser Summe nur einen einzigen schönen Tag machen. In meiner Welt reicht das Geld für einen längeren Zeitraum.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen, und das von Herzen und mit genug Geld, die allerseits gestiegenen Preise zu verkraften.


Guten Abend, Gruß Silvia

18. Februar 2022 - Schmetterlinge im Bauch ...






Schmetterlinge im Bauch 

... beflügeln die Poeten seit langer Zeit, und bilden nicht selten den Rahmen für die Abhandlung  eines ganzen Liedes. In entsprechenden Film-Genres und Romanen spielen sie Hauptrollen, und wer Kitsch-Filme mag, sieht gern anderen dabei zu, wie sie scheinbar Schmetterlinge im Bauch haben.

Dieses Kribbeln vor lauter Verliebtheit, dieses Gefühl, man könnte die ganze Welt und besonders den geliebten Menschen pausenlos umarmen; weiche Knie und linke Hände gehören genau so dazu: fast jeder erwachsene Mensch kennt diesen Zustand des

Dauerstresses aufgrund von Verliebtheit.

In ihrem 1908 erschienenen Roman "The House of Prayer" verwendet die Schriftstellerin Florence Converse erstmals diesen Begriff, um in einer Metapher das Gefühl der Verliebtheit zu beschreiben: "Butterflies in the Stomach".

Manchmal geht ein einziger Begriff um die ganze Welt, altert nicht, sondern erscheint in immer neuen Kleidern. Den

irren und irrealen Zustand der Verliebtheit gab es bereits vorher, aber keine allgemeinverständliche Erklärung, wie es sich anfühlt, verliebt zu sein.

Nach spätestens einem Jahr sterben diese Schmetterlinge, falls nicht schon zuvor durch die Schuld einen  anderen Objektes der Begierde neue angesiedelt werden. Aber diesen

Verliebtheits-Zustand kann auf Dauer niemand ertragen. Wenn die Schmetterlinge wegfliegen, gibt es die Chance, dass aus Verliebtheit

Liebe wird. Das klappt naturgemäß nicht immer, aber oft.

Die medizinische Definition für Verliebtheit klingt nicht ganz so romantisch, und ich habe hier den Mut zur Lücke.

Aber bitte nicht Bauchschmerzen mit den berühmten Schmetterlingen verwechseln, denn es gibt auch Menschen, die uns "Bauchschmerzen" bereiten. Die Unterschiede zu den fliegenden Schönheiten sind allerdings enorm - und überhaupt nicht schön. Nur den

Faktor Stress haben Bauchschmerzen und Schmetterlinge im Bauch gemeinsam.


Guten Tag, Gruß Silvia 

17. Februar 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Köln bei Constantin




Vorspeise: Kurzgebratener Thunfisch mit Sesam, Avocado, Orange und Mango
Hauptgang: Involtini vom Kalb mit Parmaschinken und Kapern an Kartoffelpüree und glasierten Möhren
Nachtisch: Zitronentarte und Macaron


Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen.
- Mark Twain (1835 - 1910)

Aber genau da beginnt es, doch schwierig zu werden. Wie kann ich jemanden wie Constantin beschreiben, der sich selbst als "Kölsche Jung" sieht, wenn ich ihn eher als eine sanfte und vorzeitige Einschlafhilfe wahrnehme? Die Vorstellung, ihn mir beim Karneval als dollen Jecken beim Abfeiern auszumalen ... gelingt mit nicht. Oberflächlich als Zuschauerin gesehen, gibt es an ihm nichts auszusetzen. Er könnte sogar als "Schwiegermutters Liebling" durchgehen.

Allerdings sieht er trotz seiner 30 Jahre so verdammt viel jünger aus, dass man ihm nicht einmal eine Lizenz zum Heiraten zutraut. Doch nach Vorlage seines Personalausweises wurde ihm diese erteilt, und heute ist er mit Alba verheiratet. Wenn Constantin weiterhin so wenig altert, dann könnte man sie in 30 Jahren für seine Mutter halten.


Das Menü

Für die Vorspeise und den Hauptgang geht er keinerlei Risiko ein: Thunfisch und Kälbchen, beinahe alle mögen es. Den Thunfisch mögen oft sogar Fisch-Verweigerer, weil er mehr nach Fleisch als nach Fisch schmeckt.

Constantin kann sicher kochen, aber die größte Herausforderung liegt in der Herstellung der Macarons. Genau diese aber hat er am Vortag ebenso vorbereitet wie die Zitronentarte.

Wenn ich von ihm höre, dass seine Frau Alba gern und gut kocht (und backt?), sind zumindest die Kekse sicher eine Gemeinschaftsproduktion.

Bemängeln darf ich seinen verschwenderischen Gebrauch von Alufolie. Offenbar ist er trotz jugendlichem Aussehen den "Fridays for Future"-Schuhen entwachsen ...


Fazit

Klipp und klar und ehrlich sagt er (den alle Consti nennen - mich schüttelt es bei diesem Kosenamen für einen 30jährigen), dass er in dieser Sendung nicht mitwirkt, um "andere Leute" kennenzulernen, sondern um zu gewinnen. Für dieses Ziel geht er kein Risiko ein (siehe vorbereiteten Nachtisch). Am Ende würde er sich für sein "Gesamtkunstwerk" satte 10 Punkte geben.

Sehr unbescheiden! In seiner netten, freundlichen und unemotionalen Art gelingt es ihm, dies nicht überheblich klingen zu lassen - trotzdem: etwas kleinere Brötchen backen, steht jedem gut zu Gesicht.

Die wahren Punkte: Je 9 geben Lea und Senta, je 8 Nihal und Dennis.

Die 35 Umdrehungen fürs Kochen und Gastgeben überrunden bei weitem Constantins Temperament und hieven ihn auf den bislang 1. Platz.

Meine größte Eigenleistung während dieser Sendung: ich bin nicht eingeschlafen.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 17. Februar 2022

16. Februar 2022 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Köln bei Nihal




„Ein Hauch
Anatolien“
Vorspeise: Dreierlei Meze
Hauptgang: Rehrücken mit Kräuterbrotkruste, dazu Kürbisscheiben und Sarma
Nachtisch: Lavaküchlein auf Beeren mit türkischem Maras-Eis plus Überraschung


Viel Eigenlob trifft auf Auberginen und Realität

Anstatt kleine Brötchen zu backen, holt Nihal schwungvoll nach den Sternen aus. Am Ende ihres "Dinners" würde sie sich selber 9 Punkte geben. Erstaunlich ist nur, dass sie sich einen ganzen Punkt abzieht ... Ein kleiner Anflug von Nihal-Bescheidenheit? Aber für Bescheidenheit hat mancher nur sehr bescheidene Mittel zur Verfügung.

Offenbar ist Nihal bereits durch diverse Reality-TV-Sendungen getingelt - Tim Mälzer schwärmt vermutlich heute noch von ihren gefüllten Weinblättern. Der Fernseh-Ruhm liegt in der Familie: ihr Mann Erdal hat 2013 das perfekte Dinner gewonnen. Oder: doch nicht so wirklich, denn neben ihm gab es zwei weitere Sieger.

Und der Ruhm der Familie wird weitergehen: demnächst kann man Nihal bei "Shopping-Queen" bewundern. Die Bewerbung ist raus, der Bestätigungs-Anruf erfolgt. Wenn dann das Motto: "Was ziehst du bei einem perfekten-Fernseh-Dinner an" ausgerufen wird, könnte sie auch dort so wenig glänzen wie an ihrem Dinner-Tag.


Das Menü

Die bei unseren türkisch-stämmigen Mitbürgern ausgesprochen beliebte Aubergine findet heute ihren Stammplatz in der Vorspeise. Auberginen mit Joghurt und Irgendwas, daneben Teigtaschen und Bulgur-Salat. Es gab schon mal mehr Begeisterung, aber Nihal gleicht das durch Eigenlob aus.

Statt Lamm- hat sie sich für Rehfleisch entschieden, denn ihrer Meinung nach mögen viele Leute den Geschmack von Lamm nicht. Das Rehlein sieht durchgegart aus, und die Kürbisscheibchen nebst Tim Mälzers' Lieblings-Weinblättern reißt auch niemanden zu Rezept-Anfragen hin. Der Anblick der Hauptgangtellers muss dem Schöngeist Dennis zudem Magengrummeln verursachen ...

Die Überraschung im Nachtisch ist: Trommelwirbel! Baklava. Das auf meinem obigen Foto habe ich nicht selber gekauft, nur selber fotografiert. Man muss das Knatsch-Süße schon sehr mögen, um beim Verspeisen nicht an ein Diabetes-Koma zu denken ...


Fazit

Dass Nihal unterhaltsam ist, kann ich nicht bestätigen. Es liegt zu viel Überheblichkeit in ihrem Selbstbewusstsein. Das ist das unsichtbare Seil, über das sie fällt.

Aber jeder darf gerne so sein wie er will und sich selber am besten findet. Ich muss schließlich alle ihre folgenden Auftritte nicht ansehen - die vergangenen kenne ich schließlich auch nicht. Die Punkte sind freundlich, entsprechen jedoch keinesfalls Nihals Erwartungen:

Je 8 geben Lea, Constantin und Senta, 7 gibt Dennis.

Mit 31 Zählern liegt sie nach drei Tagen auf dem 3. Platz. Die Wette mit ihrem Mann um einen Platz in ihrer gemeinsamen Küche ... eine Quatsch-Zulage in diesem Theater. Einzelheiten lasse ich weg, weil sie ohnehin uninteressant sind und nur meinen Text verwässern würden.


Guten Morgen, Gruß Silvia