Samstag, 12. März 2016

12. März 2016 - DVD-Kritik - Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Bali


Darsteller:

Robert Gustafsson
Iwar Wiklander
Mia Skäringer

Regie: Felix Herngren

Entstehungsjahr 2014


Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Weil ein Fuchs seinen geliebten Kater "Molotow" tötet, muss der Fuchs durch einen Sprengstoff-Anschlag sterben. So handelt Allan Karlsson nach seinem lebenslangen Prinzip, durch Sprengung alle Probleme zu lösen - nicht nur die eigenen.

Leider bringt ihn dieser Cocktail aus Dynamit ins Altersheim. Wie ihn schon einer als Kind in die Psychiatrie brachte.

An seinem 100. Geburtstag gelingt Allan die Flucht. Und hier beginnt die abenteuerliche Geschichte eines Mannes, der schon zuvor jede Menge an Abenteuern erlebt hat.

So hat er General Franko einst kennen gelernt. Und Harry S. Truman. Auch Stalin hat er schon unter den Tisch gesoffen. Als Doppel-Agent war er nicht ganz unbeteiligt am Mauerfall.

Während seiner Flucht vor dem eintönigen Dasein in einem letzten Hort des Untergebrachtseins - was er nicht will - läuft ihm eine Tasche voller Geld sozusagen und konsequent über den Weg.

In der Folge findet er Verbündete und neue Freunde, während die Verbrecher, die das Geld ergaunert haben, ihm immer eine Handbreit auf den Fersen sind.

Dazu gesellt sich als vorletzte Verbündete eine Frau, die in ihrem Garten einen aus einem Zirkus geretteten Elefanten beherbergt.

Der letzte Verbündete ist einer der Verbrecher, der durch einen ihm nicht zufällig zugestossenen Unfall sein Gedächtnis verloren hat.

Überhaupt pflastern Leichen Allans Weg. Immer wenn es brenzlig wird, kommt ein gefährlicher Gegner glatt ums Leben. Auf die eine oder andere Art, aber niemals bösartig. Nicht doch! Es passiert eben.

Eine rabenschwarze Komödie - die letztlich auf Bali endet. Denn Allan hat überall Freunde aus früheren Zeiten, wenn auch Stalin einst seinetwegen gestorben ist und logischer Weise nun nicht mehr sein "Freund" ist. Einer von diesen Freunden verluftschifft die ganze Bande nach Indonesien.

Man kann ihn verstehen, diesen Hundertjährigen, der nicht seine letzte Zeit damit verbringen will, vor sich hin zu dösen und sich zu langweilen. Und zu verlieren hat er in seinem Alter überhaupt nichts mehr. Also rein ins volle Leben - und das skurrile und ihm wohlgesonnene Schicksal wird alles richten.

Ein bisschen kommt mir die Idee, dass der Autor die Figur des Forrest Gump umgedichtet hat und das Ganze in eine andere Dimension gesetzt hat. Aber es gibt eben keine Ideen, die völlig neu und noch nie dagewesen sind. Und er hat jede Menge eigener Ideen einfließen lassen.

Gespielt wird Allan übrigens von einem Schauspieler, der nur halb so alt ist wie seine Film-Figur.

Und der hundertjährige Allan sagt am Ende des Films, als alle auf Bali ihr Ziel gefunden haben:

"Morgen ist auch noch ein Tag." Recht hat er.

Vier von fünf möglichen Sternen von hier. Eine wunderbare Geschichte, der man mit viel Freude folgen kann. Und die zeigt, dass es nie zu spät ist - der Langeweile zu entfliehen.

Guten Tag, Gruß Biene


Freitag, 11. März 2016

11. März 2016 - Vox - 10jähriges Jubiläum des perfekten Dinners - Freitag in Geilenkirchen bei Marcus


Motto: „In der Höhle der Löwen“
Aperitif: Smokin' red hot chili peppers
Vorspeise: Salmonthymus schlägt Wurzeln und trifft auf Alkali-Gebäck (Rote-Bete-Salat mit Lachs und Laugenstangen, dazu zwei verschiedene Dips)
Hauptspeise: Charmanter Ire verführt die Herzogin mit süßer Digestion (Irischer Dry Aged Weideochse mit Herzogin-Kartoffeln und Wirsing)
Nachspeise: „Cool down“: Geburtstagstorte „Schicht im Schacht“


Happy Birthday, (un)-perfektes Perfektes Dinner

Zum emotionalen Ende der Geburtstags-Woche gibt es ein Feuerwerk, das nicht einmal Eik, der Trash-Kandidaten-Tourist in allen Kanälen, die nicht öffentlich-rechtlich sind, toppen kann. Bis zu einem gewissen Grad kann man den Typen durchaus raus-schneiden, damit die

gestrige Überdosis ins Vergessen gerät.

Marcus hat seine Freundin nicht direkt nach seinem ersten Dinner im Jahre 2011 kennen gelernt, sondern viel später. Sabrina, die sich auch im langen Nachhinein noch von der Charaktereigenschaft "dominant" (ohne Domina zu sein) angesprochen gefühlt hat, schrieb ihn auf Facebook an - und kaum hatte man sich zu einem Treffen verabredet, getroffen, in die Seele getroffen - war die Sache in trockenen Tüchern.

Er hatte seine Partymaus gefunden, die mit ihm durch Dick, Dünn, Cocktails und allwöchentlicher Mucke geht.

Als Semi-Profi-Location deklariert, wohnen beide nun in einem Industrie-Gebiet, wohl zur Freude und zum Gewährleisten nächtlichen Durchschlafens der früheren Nachbarn.

Stille Wasser sind tief, und wenn sie auch nur gerne tief in Cocktail-Gläser gucken.

Marcus und Sabrina sind da identisch gepolt, und dass sie mehr Feuer unterm Hintern hat als augenscheinlich er - macht es für die beiden spannend und es

gipfelt in einem selbst gefilmten Heiratsantrag, als alle Daniels bereits die Location des letzten Abends des ersten wichtigen Geburtstages verlassen haben und wohl froh sind, auch Eik hinter sich gelassen zu haben und sich von dieser Woche ebenso erholen dürfen

wie die Zuschauer nun im Nachhinein, als die Dreharbeiten zur Ausstrahlung kommen.

Mit vierunddreißig Punkten zieht Marcus gleich mit Sascha - und die beiden dürfen sich nicht nur den Gewinn teilen (den sicher lieber jeder für sich selber eingestrichen hätte), sondern auch ein gemeinsames Wochenende samt Freundinnen, ob dominant oder Nicht-Köchin, an der See verbringen.

Das Jubiläum ist gestern durch Eik aus dem Ruder gelaufen. Man hätte ihn schlecht an seinem eigenen Abend und in der Darstellung seiner Person kastrieren können - heute kann man es, er tritt in den von ihm ungeliebten Hintergrund. Alles eine Frage der Schnitt-Technik.

Dass Marcus den Trink-Freunden ein Gimmick auf den Weg gibt für die Betty-Ford-Klinik ... spricht für seine ihm eigene Ironie. Vielleicht handelt es sich dabei um eine Karte für eine Comedy-Veranstaltung, vielleicht ist es aber auch nur als Gag gedacht.

Für Eik ist es ein Anstoß in die richtige Richtung, wenn er sich schlau macht, was das für eine Klinik ist.

Insgesamt wurde in dieser Woche viermal ernsthaft gekocht - und einmal ernsthaft und völlig aus der Reihe getanzt.

Aller guten Dinge sind drei, sagt man. Dreimal hat Eik am Dinner-Geschehen teilgenommen. Und gut war es wohl kein einziges Mal. Also sind dreimal in seinem Fall dreimal zuviel.

Trotzdem Happy Birthday, perfektes Dinner. So unperfekt es auch häufig von den Kandidaten - und den Machern gern gesehen - umgesetzt wird.

Es bleiben insgesamt schöne zehn Jahre. Nur muss man nie wieder auf den Anfängen herum reiten, als wäre es das einzige Pferd, das man satteln kann.

Guten Abend, Gruß Biene





11. März 2016 - Der Bienenstich - Türkische First Lady preist Harem



Sind wir nicht alle ein bisschen Gaga?

Rechtzeitig um den Internationalen Frauentag herum schickt sich eine First Lady an, Errungenschaften der Frauenbewegungen ad absurdum zu führen, indem sie

die Vorzüge des Frauenlebens in früheren Harems preist.

Nicht, dass dieses Statement noch gerade rechtzeitig rechtfertigend um die Ecke kommt, weil demnächst harems-herrschaftliche Enthüllungen über ihren Staatspräsidenten-Gatten zu erwarten sind.

Aber vermutlich entspringt diese Äußerung ihrem tiefsten inneren Selbstverständnis und der Erkenntnis, dass die alten Werte, die Emine Erdogan hochhalten wollte, so langsam und gottseidank verloren gehen.

Man stelle sich diese Frau vor, wie sie ohne Kopftuch im hauseigenen Harem über Musik. Literatur oder gar in Fremdsprachen parliert - in solchen und ähnlichen Dingen wurden die Harems-Damen ausgebildet. Emine Erdogan? Vorstellbar?

Welche Art von Literatur sollte das wohl sein? Welche Art von Musik? Gibt es eine türkische Bild-Zeitung? So könnte dies die besagte Literatur sein. Gibt es eine türkische Helene Fischer? So wäre das wohl die Art von Musik.

Aber nicht doch: Die Harems-Sklavinnen waren eher nicht-muslimische Frauen.

Ich stelle mir die Faust in Hillary Clintons Tasche vor, sobald sie als Außenministerin in den Dunstraum dieser Fortschritts-Verweigerin gekommen ist. Da liegen gar Welten zwischen dem, was die eine Frau sagt, und die andere nicht mal zu denken wagen würde, weil sie - nebenbei gesagt - soweit auch nicht denken könnte.

Hat Frau Emine je Carla Bruni kennen und schätzen gelernt, weil sie in ihr eine entfernt vermutete Harems-Dame gesehen hat?

Da lässt der türkische Staatspräsident die Gattin einmal von der Leine - und schon wirbelt sie jede Menge Staub auf. Als ob er das selber nicht auch könnte.

Einmal wird aus solchen Kreisen angeordnet, dass Frauen in der Öffentlichkeit nicht lachen sollten - und diesmal vertut sich Frau Erdogan glatt um Jahrhunderte, und sie hat keine Ahnung, in welchem sie sich gerade befindet.

Sie sollte mal einen Blick aus ihrem goldenen Käfig riskieren und sich die Sendemasten ansehen. Vielleicht sind auch ein paar Angestellte heimlich im Internet unterwegs und haben ein Smart-Phone. Und ganz vielleicht hat sie auch schon mal vom World Wide Web gehört

oder von Frauenbewegungen, die es auch und besonders in ihrem Land gibt. Oder von der Neuzeit an und für sich.

Nix mehr mit dem Tanz der Sieben Schleier, nix mehr mit Reinwaschung durch Hamam. Oder vielleicht doch? Und sie hat jede Menge und absolut zuviel von den Dämpfen eingeatmet?

Aber vielleicht ist sie ganz einfach nur dumm. Was nicht so schlimm wäre, wenn man nicht konsequent von Emine auf ihren Mann schließen müsste und dabei kein gutes Ergebnis erreicht. Auweia!

Die Welt, ein Jammertal mit der dummen Sehnsucht nach Gestern, hochgehalten von den ewig Gestrigen.

Guten Tag, Gruß Biene


10. März 2016 - Vox - Zum 10jährigen Jubiläum des perfekten Dinners - Donnerstag in Köln bei Eik


Aperitif: Champagner (oder so ähnlich)
Vorspeise: Verspielte Süßkartoffel-Kokos-Suppe mit 'nem Schuss Erdnuss
Hauptspeise: Hühnerfleisch krass ummantelt an pikanter Tomaten-Madeira-Soße
Nachspeise: Israelischer Kuchen


Rattatatatrallafitti

... und sofort verkneife ich mir (fast) jeglichen Ansatz von Ernsthaftigkeit in dem nun Folgenden, denn einerseits ist sein Auftritt weder besonders spaßig, andererseits kann man diesen Dinner-Tag bei Eik überhaupt nicht für voll nehmen.

In welche Kategorie diese Veranstaltung gehört, ist nicht ganz klar:

Humor und Ironie sind ihm wichtig, so betont er es und hat es an alle Wände getackert - aber beides finde ich nicht. Eher Klamauk mit dem Hang und dringenden Drang zum Fremdschämen. Aber warum soll ich mich fremdschämen? Also wird das wieder gestrichen.

Vorab meine Bewertung für seinen Abend: Minus zehn Punkte!

Zunächst trifft er auf Natascha, mit der er 2006 in einer, der ersten Dinner-Runde überhaupt, um die Wette gekocht und gewonnen hat. Nun weiß ich auch wieder, warum meine erste beinahe meine letzte Dinner-Woche geworden wäre ...

Im Rückblick sehe ich, dass Nataschas Vor-Gestell damals noch im Entwicklungs-Stadium war. Nun ist es bis zum Anschlag aufgepumpt. Auch sonst erinnert wenig an eine menschliche Original-Kreatur an der drallen, prallen Figur aus dem Spaß-Land spaßiger Formate.

Nach einem Wein-Wegkippen bei einer Weinhändlerin wird Natascha in der Besenkammer seiner Küche geparkt und schält eimerweise Kartoffeln. Wer bei Besenkammer an andere Aktivitäten denkt, kommt jedoch bei ihrem Anblick nicht zwangsweise auf solche Assoziationen.

Dann darf sie endlich gehen - denn ein Gott der niederen Motivlagen duldet keine Ablenkung von der eigenen Person neben sich, höchstens Zuschauer, Zuhörer, Klatscher.

Und weil es beim Dinner auch ein bisschen ums Kochen geht, rührt Eik zusammen, was noch nie zusammen gehört hat, wirft Reste durch die Küche, reißt Lebensmittel wie Müll-Lappen auseinander - und bei all dem denke ich:

Es wird Zeit für eine Reformierung der Fernseh-Landschaft.

Doch so lange es Leute gibt, die über so was lachen können - bleibt alles wie es ist. Eik ist also nicht der einzige, der den grottigen Nonsens lebt, liebt und in die Nacht raus schreit. Man könnte meinen, er ruft:

Hilfe, lasst mich endlich im Fernsehen eine tragende Rolle übernehmen!

Hilfe, bitte nicht!

Die Gäste sind guten Willens und klatschen dem selbst ernannten Ober-Guru des perfekten Dinners genau an den richtigen, nämlich an allen Stellen, Applaus entgegen.

Am schlimmsten ergeht es dem Nachtisch, der gewünschten Torte. Oh, sorry - am schlimmsten ergeht es den Gästen, die diese essen sollen ...

Die Reste von der ausgelaufenen und über Bügelbrett und Boden kotzenden Torte kippt er in Gläser, pimpt sie mit Goldstaub auf und serviert - in Abwesenheit vom Gesundheitsamt - diese Dramen auch noch.

Aber wenn man denkt, es geht nichts mehr, kommt die Punkte-Vergabe daher:

Neunundzwanzig für Nothing!

Für schlechtes Essen, für schlechte Unterhaltung, für einen allzu langen Blick auf Eiks persönliche Tragödie. Houston? Hier hat einer mehr als nur ein Problem!

Nun bin ich doch mehr oder weniger ernsthaft geworden. Den Jubel-Rufen anderer kann ich mich nicht anschließen, aber aus vollem Herzen sagen:

Selten so einen Scheiß gesehen.

Guten Morgen, Gruß Biene






Donnerstag, 10. März 2016

9. März 2016 - Vox - Zum 10jährigen Jubiläum des perfekten Dinners - Mittwoch in Dortmund bei Sascha


Aperitif: Gin-Cocktail mit Gurke und Holunderblütenextrakt
Vorspeise: Mini-Wagyu-Burger, eine Skirt-Steak-Coleslaw-Komposition und Mini-Caesar-Salad
Hauptspeise: Geschmorte Ochsenbäckchen in Spätburgunderreduktion mit einem gefüllten Kartoffelstampftürmchen und Prinzessböhnchen im Speckmantel
Nachspeise: Zweierlei Geburtstagstorte aus Chocolate und Cream und Toffee und Coffee


Love Story

Vor nicht allzu langer Zeit sind Heidi und Sascha im Koch-Wettstreit gegeneinander angetreten - nun köcheln sie ihr gemeinsames Süppchen.

Damals wurde Sascha Wochensieger, während Heidi den letzten Platz belegte (wohl zu recht und nicht aus taktischen Gründen der Bewerter-Riege) - dafür eroberte sie den ersten Platz in seinem Herzen.

Und er wird der letzte sein, an den sie vor dem Einschlafen denkt ...

Es ist zu vermuten, dass Vox rein zahlenmässig mit dem Dinner mehr Erfolg bei der Partner-Vermittlung aufweisen kann als zum Beispiel die furchtbare Sendung "Schwiegertochter gesucht" des Mutti-Senders. Oder haben dort jemals zwei zueinander gefunden?

Sascha lebt in einer tristen Wohngegend, aber was in seiner Küche abgeht, könnte in einem schicken Restaurant jede Menge Lob und Zuneigung erfahren.

Allerdings bringt Freundin Heidi die eine Hälfte des von Vox in dieser Woche geforderten Geburtstags-Kuchen mit - den sie angeblich selber zubereitet hat - von dem sie dann nicht so genau weiß, was diese Hälfte beinhaltet. Der erste Stock der Torte steht bereits in Saschas Kühlung. Und Sascha kennt auch den Inhalt. Er hat seine Hausaufgaben gemacht.

Zumindest verziert Heidi den Kuchen vor laufender Kamera und setzt das Stockwerk auf das Fundament.

Unterdessen rödelt Surfbrett-Bauer Sascha, der auch für Grill-Events buchbar ist, in seiner Küche - und während das eine Zwerchfell tot auf der Arbeitsplatte auf die Zubereitung wartet, hält das Liebespaar seine Zwerchfelle in stetiger Bewegung: Lachen ist gesund und wichtig.

Wenn Heidi ganz vielleicht auch nicht die Torte selber gebacken hat - die Speisekarte scheint aus ihrer Ideen-Kiste zu stammen: Ein Puzzle für die Mitstreiter, um zu erfahren, was es zu essen geben wird.

Ja, solch einen Kinderkram braucht man nicht. Und Eik schon gar nicht. Da stimme ich ihm zu.

Die filigrane Vorspeise ist ein voller Erfolg - und Zoi würde dafür schon mal zehn Punkte Belohnung geben.

Doch dann zieht sich der Abend lange hin für die Mit-Kandidaten. Es dauert und dauert. Und selbst Sascha wird es in seiner Küche irgendwann zu warm unter der Dauer-Kopfbedeckung und er reißt die Mütze herunter:

Wer schön rüber kommen will, muss leiden! Denn ohne Mütze sieht er älter, weniger attraktiv und sogar weniger sympathisch aus. Nach einer vermuteten Stilberatung nimmt er sie aus diesen Gründen auch so gut wie nie vom Kopf.

Irgendwann ist der Hauptgang fertig: Ein Gedicht auf Tellern. Leider ist dieses Gedicht kalt. Das ist die Konsequenz aus dem ziemlich lange währenden Anrichten. Schade.

Die Torte hat Sascha augenscheinlich nicht selber zubereitet - und damit ist die Bewertung schwierig. Außerdem scheint sie Nahrung für Bergleute nach einer 10-Stunden-Schicht zu sein. Zu mächtig!

Insgesamt bekommt er trotzdem sagenhafte vierunddreißig Punkte und liegt damit bislang an der Spitze.

Einen schönen Gruß in meine Heimatstadt. Es wird zwar nicht mehr auf Kohleöfen gekocht, aber Energie, um die Teller wenigstens vorzuwärmen, ist jede Menge vorhanden.

Guten Morgen, Gruß Biene


Mittwoch, 9. März 2016

8. März 2016 - Vox - Zum 10jährigen Jubiläum des perfekten Dinners - Dienstag in Berlin bei Janne (19 Jahre)

Berlin, Foto: I. N.

Aperitif: Ivo's Lüstle (Schokoladenlikör auf Prosecco mit Lavendel)
Vorspeise: Roh-Rindschmankerl an Rucolasalat (Rindercarpaccio auf Rucola mit Parmesan)
Hauptspeise: Variationen von der scharfen Heidi (Variationen vom Curry)
Nachspeise: Obers Küchel (Geburtstagstorte)


Berliner Luft ohne Esprit beim Mutter-Kind-Kochen

Einer oder vielleicht auch alle Daniels sind offenbar sehr gerne in Berlin und haben dort mehr als nur einen Koffer vergessen:

Denn nicht nur zum 10jährigen Jubiläum treiben sie sich hier rum - während mich eher die Frage umtreibt, was Janne bei einer Jubiläums-Sendung verloren hat.

Etwas Besonderes wurde von dieser Sende-Woche erwartet, aber nachdem es am Vortag krawallig zuging, ist heute Langeweile und Geschirr-Klappern anstatt ansprechendem Hauptspeisen-Teller angesagt. Drei kleine Terrinen - und kein Teller. Man löffelt mal aus dem und mal aus einem anderen Schüsselchen.

Jannes Mutter Biggy hat einst beim Dinner aufgekocht - und sogleich spricht Eik von einem Generationen übergreifenden Dinner. Sich selber sieht er als Gründungs-Mitglied des Koch-Spektakels. Und mehr, denn irgendwie ist er auch noch der Mit-Erfinder der Sendung - wenn er es auch ironisch sagt: Ein bisschen meint der Kerl das genau so!

An Biggy kann ich mich leider nicht erinnern - und vermutlich ist das gut so. Beim gemeinsamen Einkaufen tragen Mutter und Tochter wie selbstverständlich je einen dicken und echten Pelzbesatz an ihren Kapuzen und mir gefällt das schon mal gar nicht. Doch ich halte mich jetzt zurück. Mir fehlt die Lust, weitere Worte darüber zu vergeuden.

Es ist traurig, dass Janne als Kind Leukämie plus einem Rezidiv hatte - aber man muss nicht alles erwähnen, was einem widerfahren ist. Das hat einen bitteren Beigeschmack. Wird ohnehin Zeit, dass sich die RTL-Gruppe von Alliterationen sowie persönlichen, bösen Schicksalen seiner Kandidaten distanziert und aktuelle Taten sprechen lässt, ohne die Zuschauer nach sicherem Mitgefühl abzugreifen.

Mutter- und Kind-Kochen und Schnibbeln ist angesagt. Dafür bekommt das Kind am Ende die Punkte, und zwar dreißig. Eik - heute weitgehend alkohol-frei unterwegs - gibt ihr neun Punkte. Die anderen verteilen je sieben, genau wie am Vortag - obwohl zumindest einer der Männer meint, das Menü bei Zoi sei besser gewesen. Nun ja,  manch eine Aussage wird bereits mit der nächsten Tat - hier der Zückung der Punktetafel - ad absurdum geführt. Denn Zoi bekam von jedem Jubiläums-Mitglied des Clubs sieben Punkte.

Unterdessen beneidet Marcus den plötzlich auch mal unbemützten Sascha (mit sieht er wesentlich besser aus - und das liegt nicht allein an seiner Glatze) um seinen Job als Profi-Griller. Schon seltsam, warum und wieso und überhaupt bei manchen dort "Neid" ausbricht, wo er überhaupt nicht nötig ist:

Sicher ist es nicht einfach für Sascha, mit diesem Job auch eine Vollbeschäftigung zu haben. Klar, man kann auch im Winter grillen - trotzdem holt sich nicht jeder einen Experten dazu. Denn gerade im Grill-Bereich ist beinahe jeder Mann ein Profi, aber so was von!

Folglich wird sich Sascha an seinem Abend schwer ins Zeug legen - um die Buchungen in die Höhe zu treiben.

Mich vertreibt es in dieser Woche beinahe. Und wenn Vox sich schon von jedem Kandidaten einen Kuchen wünscht, hindert diese doch niemand daran - auch noch einen richtigen Nachtisch zuzubereiten.

In den ersten zwanzig Minuten dieser Sendung sind meine Augenlider schwer wie Blei und drohen tatsächlich, zuzufallen. Irgendwie schaffe ich es, nehme einen Kaffee zur unterstützenden Begleitung und sehe mir diese ganze langweilige Sache, die sich auch noch perfekt nennt, bis zum Ende an. Als weitere Hilfe zum Wachbleiben ... müssen meine Gedanken weit abschweifen.

Guten Morgen, Gruß Biene


Dienstag, 8. März 2016

8. März 2016 - Aus dem Bienenkästchen - Internationaler Frauentag





Weltfrauentag

In einigen Ländern ist dieser Tag sogar ein Feiertag - aber ob das den Rechten der Frauen in allen diesen Ländern wirklich auf die Sprünge hilft oder doch nur als Alibifunktion gilt, ist die Frage. In China ist dieser Tag ab dem Nachmittag für Frauen arbeitsfrei ...

Die politisch und sozialbegründete Motivation des Frauentages kennt jeder und jede, so dass ich das mal von einer anderen Warte aus betrachten möchte:

Heute also sind wir uns als Frauen ausnahmsweise einig und halten zueinander. Zickereien dürfen weg fallen und auf morgen vertagt werden. Dass sie nicht für immer ausbleiben können, ist schon klar ...

Ab morgen stehen wir wieder in den Startlöchern und lassen es raus, dass

wir überhaupt keine Blumen bekommen haben. Oder kaum jemand aus unserer Nähe besonders an uns gedacht hat.

Das rührt sicherlich zum Teil daher, dass die Hälfte der Menschen eben Frauen sind und warum auch sollte man sich gegenseitig zum Internationalen Frauentag gratulieren? Oder gar beschenken?

Männer tun immer so, als würden sie sogar Hochzeitstage vergessen - warum also sollten sie an den Frauentag denken?

Manche wissen ja nicht mal, wo der nächste Supermarkt ist.

Nun gut, das ist übertrieben und böse. Und stimmt so auch gar nicht,

denn Männer haben schon lange entdeckt, dass sie hervorragende Hobby-Köche sein können und einige sind sogar gastro-sexuell unterwegs. Zwar benötigen manche noch immer eine Hilfe weiblicher Natur, die am Ende die Küche aufräumt - aber der Versuchsballon ist längst gestiegen und nicht mehr aufzuhalten.

Dass Männer sensibler sind als Frauen ist auch kein Geheimnis, aber wenigstens können sie besser einstecken und nicht nur austeilen.

Frauen teilen ja zu gerne aus. Und fürchten die Retourkutsche wie den irgendwann vielleicht nötigen Rollator oder das Klimakterium oder pubertierende Söhne.

Persönlich habe ich eher Angst vor Nelken. Die sind mir so unsympathisch wie keine andere Blume. Und den Frauentag? Den sitze ich einfach aus, um

mich am 14. März zum Tag der Freunde der Zahl PI endgültig zu fragen,

was das alles soll.

Guten Tag, Gruß Biene