Donnerstag, 8. Mai 2025

7. Mai 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Spezial: - Influencer - Mittwoch in Frankfurt bei Ramin



Vorspeise
: Ashak - Chakka / Qorma / Sirr-e-daagh / Nana

Hauptgang: Qabuli Palao and friends - Borani Banjan / Sabzi / Salata
Nachtisch: Pista Paradies - Cheesecake / Kardamom / Granatapfel


Dem Fernsehen verdanken wir, dass aus dem Kulturgut Speisenzubereitung eine kulinarische Peep-Show geworden ist.
© Fritz-J. Schaarschuh (*1935)

Und der "größte" Show-Star in dieser Woche heißt Tim: lacht laut, spricht ununterbrochen, wenn man ihn nicht hin und wieder doch unterbrechen würde, verheddert sich in Floskeln, ist sozusagen in permanent guter Laune mit sich selber verstrickt ...

und dabei ist Tim überhaupt kein Kandidat in dieser Influencer-Woche. Zwar ist auch er Influencer, und ich kann nicht sagen, für welches Einflussnehm-Programm er sich ins Zeug legt - aber er ist keiner derjenigen, die auch kochen werden. Als kochende Kandidaten ist seine Frau Ana gelistet, die sich "krankgemeldet" hat und ihren Mann an die Tische zweier Mit-Kandidaten geschickt hat.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Kandidat ausfällt - aber es gab stets einen Ersatz-Kandidaten, der dann auch gekocht hat.

Offenbar war bereits im Vorfeld klar, dass Anas "Genesung" im Zeitraum der Aufnahmekapazitäten voranschreiten würde ... wie bereits gestern geschrieben, glaube ich an keine Krankheit Anas, sondern eher, dass Tim in die Sendung eingeschleust worden ist: ob der Plan von Ana und Tim oder der Sender darin involviert ist ... egal.

Heute spielt - natürlich neben Tim - Ramin die Hauptrolle, und er darf zeigen, was er kochtechnisch drauf hat. "Der Junge aus Kabul", wie Daniel Werner kommentiert,

hat einen Food-Blog auf Instagram, auf dem er hauptsächlich afghanische und orientalische Küche präsentiert.

Der 33jährige Ramin ist der einzige unter seinen influencenden Kollegen, der einen Hauptberuf hat: er ist als Abteilungsleiter in der Logistik-Branche tätig.

Ob die anderen Influencer je einen Beruf erlernt haben oder einen Job hatten, ist mir nicht bekannt. Man munkelt jedoch, dass in schulischen Abschlussklassen über zukünftige Berufswünsche der des Influencers, der Influencerin - ganz oben angesiedelt ist.


Das Menü

Ich denke, dass Ramin kochen kann, aber ich sehe nur viele

Auberginen, Tomatensoße, Joghurt ... und natürlich Rinderhackfleisch ...

Der vegane Käsekuchen mit Pistaziencreme sieht gut aus. Wie so oft, betont er, dass die Idee von ihm selber stammt ... selbstverständlich kann und will ich das keinesfalls widerlegen.

Ob der Kuchen allerdings so gut schmeckt wie er aussieht, kann ich ebenfalls nicht beurteilen.


Fazit

Insgesamt stufe ich den Unterhaltungswert höher ein, als es der kochtechnische Wert ist. Das gilt nicht nur für Ramins, sondern für bislang drei gelaufene Dinner.

Ramin erzählt nicht viel über sich selber, außer, dass ihm seine Mutter das Kochen nahegelegt hat - und sie vor 10 Jahren verstorben sei. Ansonsten

gibt er keinerlei Einblick in sein Leben. Mir persönlich ist das recht, obwohl diese "Dinner-Show" im allgemeinen auch von der Auskunftsfreude seiner Mitspieler lebt.

Die Punkte sind so großzügig und anderen zugewandt, wie sich Influencer gern zeigen, denn das gehört zu ihrem

"Geschäft":

je 10 geben Robin, Tina, Tim, 9 gibt Katharina.

Mit 39 Zählern kann Ramin die 3.000 Euro bereits am Horizont sehen: falls er dann wirklich gewinnt, möchte er das Geld für

die Kindernothilfe Afghanistan spenden.

Ach, ich habe etwas vergessen: der Gewinn in einer Influencer-Woche wird regelmäßig gespendet, und das ist wohl eine Vorgabe vom Sender - und der Gewinner oder die Gewinnerin darf lediglich den Verwendungszweck bestimmen. - Womöglich erhalten die Kandidaten eine Gage.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Mittwoch, 7. Mai 2025

6. Mai 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Spezial: Influencer - Dienstag in Augsburg bei Robin


Vorspeise: „Kasperl & Supperl“
Hauptgang: „Jims Knöpfle“ - Roulade / Gemüse
Nachtisch: „Urmel aus dem Eis“ - Crumble / Nuss


"Die Kindheit ist vorbei, wenn man bei der Augsburger Puppenkiste die Fäden sieht."
- Unbekannt

Und die Influencer-Zeit beginnt, wenn das Smart-Phone ständig griffbereit und als wichtigstes Utensil so lebensnotwendig geworden ist - wie für andere der unvermeidliche Koffein-Antriebs-Stoff am frühen Morgen. Es gibt sicherlich Influencer, die Kaffee verdammen ...

während ich es nicht verdamme, sondern ausgesprochen lächerlich finde, wie oft in dieser Dinner-Woche die Handys gezückt werden, um jede noch so winzige Nichtigkeit und Belanglosigkeit abzufilmen. Robin gibt seinen Followern gar ein Rätsel an die Hand,

zeigt ein grau-bräunliches Stück (Seitan) und will von ihnen wissen, was am Ende dabei herauskommt ...

Die Antworten könnten von Leuten stammen, die allesamt die Fäden der Augsburger Puppenkiste nicht sehen.

Der 27jährige Robin hat bis zu seinem 22. Lebensjahr als Mädchen und Frau gelebt, und sein Instagram-Profil dreht sich um seine Transsexualität. Ein sicher wichtiges Thema, obwohl das für viele Menschen bereits nichts Außergewöhnliches mehr ist. Dass er wegen seines Transseins jedoch auch Hasskommentare bis weit unter die Gürtellinie bekommt, kann ich absolut nur verurteilen.

So gar nichts sagen mir persönlich Leute, die sich mit Spiritualität usw. befassen - und da kommt Robins Frau Valerie ins Spiel: auch sie

influenct - offenbar im esoterischen Bereich. Wer jedoch meint, er könne bei ihr die Selbstliebe finden, die er schon lange sucht: Nur zu! Sucht sie im Netz! Auf Instagram! Vielleicht gibt es dort

die Verlosung einer Jahres-Portion Globuli ...


Das Menü

Keine Ahnung, ob Robins Follower am Dreh-Tag herausgefunden haben, dass diese grau-bräunliche Stücke zu

Rouladen geworden sind.

Die Füllung ist recht spärlich, und überhaupt habe ich noch nie Seitan probiert, so dass ich hier nicht mitreden kann und darf.

Ebenfalls ganz still verhalten muss ich mich beim veganen Eis: Eis ist meine persönliche Süßigkeiten-Schwachstelle mit permanenten Rückfällen, wenn ich mich mal wieder kasteien möchte und eisfrei leben will ...


Fazit

Influencerin Ana meldet sich für heute und vermutlich morgen krank: aber keine Sorge für alle Follower der Life-Style-Vorführerin, denn als Ersatz schickt sie

ihren Mann Tim an die Tische der Kandidaten.

Wenn ich mal böse spekulieren darf, dann ist das eine ausgemachte Sache zwischen Ana und Tim, denn Tim ist natürlich - wie könnte es anders sein - ebenfalls ein Influencer und kann sicher noch eine zahlenmäßige Erweiterung seines Profils brauchen ... während Ana bereits "Millionärin" in diesem Zahlen-Konstrukt ist - und hinter jeder einzelnen Nummer steckt ein Mensch, der allein überhaupt nicht wichtig ist, sondern nur im Zusammenspiel mit vielen, vielen anderen die

gewünschte hohe Hausnummer ergibt.

Die Punkte für Robin, der erst seit 3 Jahren - inspiriert durch seine Frau Valerie - vegan lebt:

10 gibt Katharina, 9 Tina, je 7 geben Ramin und Tim.

Am 2. Tag liegt Robin somit auf dem bislang 2. Platz.

Ich fühle mich in dieser Woche durchaus erheitert, obwohl mich Influencer nicht die Bohne interessieren, aber einmal muss niemand die "genau" oder "tatsächlich" zählen,

sondern darf raten, wer wie oft sein Handy zückt, um die Follower zu verzücken ... vermutlich viel häufiger als uns Zuschauern das gezeigt wird.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 6. Mai 2025

5. Mai 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Spezial: Influencer - Montag in Kipfenberg bei Tina

Foto: Marianne Mossel


Vorspeise
: „Altmühltaler Ceviche-tina“ - Regelmannsbrunner Saibling im bunten Bett, dazu Olivenöl mit selbstgebackenem Brot

Hauptgang: „Arrosto di manzo alle olive“ - Rückwärts gebratenes Roastbeef aus der Region / Olivencreme / Kartoffelecken mit Rosmarin
Nachtisch: „Bayrisch-Toskanischer Zwiefacher“ - Bayrisch-Creme del nonno Kurt / Torta al cioccolato


Die menschliche Natur ist schwach, der Einfluss der Umgebung stark.
- Arthur Conan Doyle (1859 - 1930)

Nun hätte ich einmal die Möglichkeit gehabt, einen, zwei oder alle Kandidaten dieser Woche schon vorab "gekannt" zu haben, aber ich bin

absolut uninteressiert an der gesamten Influencer-Szene, obwohl mir inzwischen - durch die eine oder andere Influencer-Ausgabe des "Dinners" - völlig klar ist, welch einen Arbeitsaufwand die einzelnen Einfluss-Nehmer auf sich nehmen.

Da kann jeder Chirurg, der täglich 6 Stunden im Operationssaal steht und auch sonst nicht unterbeschäftigt ist, überhaupt nicht mitreden.

Tina, die

heutige Gastgeberin, weiß, für wen sie all die Arbeit auf sich nimmt: für ihre Follower. Ich bin ganz sicher, dass es weniger um diese geht, weil die nur

eine Zahl ohne Gesichter im Gesamtbild des influencenden Erfolges sind, und Tina sich wie alle Influencer gerne selber im Mittelpunkt sieht. Soll sie! Man

nennt sie auch die "Olivenbaum-Päpstin" - und schon ist der Brückenschlag zu Donald Trump, der sich ebenfalls überbewertet und mittels KI als Papst sein Inneres nach außen gekehrt hat, nur einen Augenblick entfernt ...

Allerdings ist eine "Dinner"-Ausgabe mit Influencern in der Regel unergiebig, denn vorrangig geht es darum, neue Follower zu

generieren - und das schafft man nur mit gaaanz viel Freundlichkeit ... und dabei bleibt die ehrliche Kritik an den Menüs mehr oder weniger auf der Strecke ...

Die 51jährige Tina nimmt Einfluss auf Gartenfreunde, und im Besonderen haben ihr es die Olivenbäume angetan. Damit der Ruhm nicht abbricht,

postet sie heute mehrfach Videos für ihr Insta-Publikum ... die Handys der anderen sind ebenfalls stets griffbereit wie

eine Waffe im ewigen Kampf gegen das Vergessenwerden. Und: nie das Lächeln vergessen, und die gute Laune immer in den Vordergrund schieben!


Das Menü

Ich kann es natürlich nicht probieren und habe daher wenig daran auszusetzen,

allerdings passt das selbstgebackene Baguette eher zu einer Trauerveranstaltung, bei der man auch im Mund die ganze Misere der Traurigkeit spüren möchte.

Für den vegan lebenden Robin gibt es zur Nachspeise ausschließlich gekauftes veganes Eis.

Hätte Tina ihr Handy weniger zum Einsatz gebracht, hätte sie ihm eine Kleinigkeit selber zubereiten können - und wenn es nur eine Quarkspeise gewesen wäre ...


Fazit

Einen "Fachkräftemangel" im Bereich der Einfluss-Nehmer sehe ich nicht, denn ganz sicher steht der fame-bereite Nachwuchs bereits in den Startlöchern im Kampf um Menschen, die dann zu Nummern umfunktioniert auf den Seiten der Influencer ihren Platz einnehmen.

Die Punkte könnte sicher jeder der Gäste auch im Vorfeld und ohne das Essen zu probieren, gegeben haben - so uninteressant sind sie: allerdings scheint Robin ihr

den fertig gekauften Nachtisch doch ein wenig übel zu nehmen - Eine kleine Ehrlichkeit inmitten dieser Heile-Welt-Blase ... die bei dem einen oder anderen Influencer jederzeit platzen könnte.

Da hat der Chirurg mit seinem Medizin-Studium doch alles richtig gemacht, denn er steht auf soliden Füßen.

Je 10 Zähler geben Ana und Katharina, 9 Ramin und 8 Robin.

Das ergibt die Summe von 37 Umdrehungen - und ist sicherlich trotzdem steigerungsfähig ... bis auf 50 Punkte, schätze ich. Ach, glatt vergessen, denn

leider ist es nicht möglich, mehr als 40 Zähler zu bekommen ...

Ich schalte um 20.15 Uhr auf ZDFneo, um Inspektor Barnaby beim Aufbröseln der Verhältnisse im "Haus voller Hass" zuzusehen.

In dieser Dinner-Woche wird es lediglich Häuser "voller Liebe" geben ... die aber nicht immer echt sein muss.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Samstag, 3. Mai 2025

3. Mai 2025 - Henry forever


Lebenslänglich

Trauern ist wie ein großer Felsbrocken.
Wegrollen kann man ihn nicht.
Zuerst versucht man,
nicht darunter zu ersticken.
Dann hackt man ihn Stück für Stück kleiner.
Und den letzten Brocken,
steckt man in die Hosentasche
und trägt ihn ein Leben lang mit sich herum.

Der Text stammt aus dem Buch „Und das Leben bekommt mich zurück“ von Gerd Laudert-Ruhm und Susanne Oberndörfer.


Henry forever

Sein liebevolles, allen Menschen und Hunden stets in Freundlichkeit zugewandtes Wesen wird uns so lange in Erinnerung bleiben wie wir selber leben.

Am 25. April 2025, einem Freitag, ist Henry schwerkrank von seiner ihm vertrauten und sehr gemochten Tierärztin angstfrei in einen humanen Tod begleitet worden. Während er den Venenzugang gelegt bekam, schleckte er genüsslich an Leberwurst, als sei es eine Konsultation wie viele andere, die er im Laufe der Jahre bei ihr gehabt hatte. Es war ein

sehr friedlicher Abschied - ohne jeden Stress für Henry.

An seiner Seite waren natürlich seine "Mama" Silke und seine "Schwester" Iris. Alles war wie so oft, nur das Ende dieser Konsultation nicht.

Die Entscheidung für den sanften Tod wurde voller Traurigkeit allein im Sinne Henrys getroffen, aber ohne Egoismus, der uns Menschen oft genug dazu verleitet, abzuwarten ... und nochmals abzuwarten ...


Bel Ami

Irgendwann landete der Straßenhund mit der großen Begabung, sich von den Hinterlassenschaften der Straße zu ernähren - die er (leider) niemals verloren hat,

in einem rumänischen Shelter. Dort gab man ihm den Namen Bel Ami, der sicher zufällig gewählt wurde, aber zu Henry gepasst hat,

denn er liebte alle Menschen mit seinem ganzen Cocker-Herzen.

Henry in Rumänien

Und später kam er zu Silke und ihrer Tochter, die er dann besonders zu lieben lernte.

Am 16. Januar 2021 kam Bel Ami, der künftig Henry hieß, nach einer langen, beschwerlichen Reise in Köln an und wurde von seinen künftigen Frauchen abgeholt. Dass Henry

beeinträchtigt war, war ihnen zuvor natürlich bekannt: sein linkes Hinterbeinchen war auf die Hälfte verkürzt. Seine

spätere Tierärztin, spezialisiert auch auf Hunde aus dem Auslandstierschutz, meinte, dass es ein Unfall gewesen, aber ebenso gut auch angeboren sein könnte.

Laufen konnte er damit sehr gut, denn er kannte es schließlich nicht anders. Aber schnell ließ Silke eine Prothese fürs linke Hinterbeinchen anfertigen, die seine Gelenke und den Rücken schützen sollte.


Henrys Alter

war nur sehr schwer bis gar nicht annähernd genau zu schätzen, denn im Shelter hatte er sich das beste Merkmal für die Altersbestimmung, die Zähne,

an den Gitterstäben völlig abgewetzt, weil er aus Frust, Langeweile und vielleicht auch Hoffnungslosigkeit daran geknabbert hat.


Henrys neues Leben

wurde durch Silke und ihre Tochter ein völlig anderes, eines, das jeder Hund verdient hat: endlich war er ein vollwertiges Mitglied einer kleinen Familie und wurde regelmäßig medizinisch versorgt.

Zwischen mehreren Bettchen konnte er wählen, und selbstverständlich standen auch Couch und (Menschen)-Bett zur Verfügung. Der

Futternapf war stets gut gefüllt - obwohl man bei einem Cocker aufpassen muss, dass er in Maßen und nicht übermäßig frisst.

Wer je Henry und Silke und Iris miteinander gesehen hat, der wusste: der kleine rumänische Kerl war angekommen.



Er liebte das Buddeln von tiefen Löchern im Wald, um darin Abkühlung zu finden,  und das Wälzen im Schmutz - und er liebte es, mit anderen Hunden wild herumzutollen.

Mit jedem anderen Hund war er verträglich.

Seine Zeit war rundum ausgefüllt mit Spaziergängen, aber auch mit vielen Ruhephasen.


Henry, Charlie und Momo


Henry mit Charlie


Henry mit Momo


Das letzte Mal

habe ich Henry ein paar Stunden vor seinem Tod gesehen. Mit den von ihm so sehr geliebten Leckerchen haben Momo und ich

diesen wunderbaren schwarzen Hund mit der leuchtend hellen Seele

besucht, um Abschied zu nehmen.

Gerne hätte ich ihn noch einmal ganz fest in den Arm genommen, aber ich hatte große Sorge, dass er dann noch schlechter Luft bekommen würde als ohnehin schon.


Silke und Iris, ich trauere mit euch.

Aber ich bin sicher, Henry hat sich dort überm Regenbogen schon einige gute Leckerchen-Quellen gesichert - und ganz viele streichelnde Hände gefunden. Und überdies den besten

Hundekumpel Charlie wiedergetroffen, an dessen Seite noch Platz auf der schönsten aller Wolken ist.


"Ach nun hab ich überwunden
manche schweren, harten Stunden,
manchen Tag und manche Nacht
hab ich in Schmerzen zugebracht.

Ach, schrittest du durch den Garten
noch einmal im raschen Gang.
Wie gerne würde ich warten,
warten stundenlang."
- Theodor Fontane (1819 - 1898)


Kurze Verkleidung für ein Foto - auch ohne diese war Henry stets ein pfiffiger, lustiger Kerl



Guten Tag, Gruß Silvia


2. Mai 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Heidelberg bei Marcus


- Die „6 Elemente“ in Heidelberg-Neuenheim -
Vorspeise: Aus dem Meer und dem Garten mit Röstung - Gebratener Lachs auf einem Gurken-Quader, dazu Jakobsmuschel und Erbsenpüree
Hauptgang: Aus der Luft und der Erde - Zweierlei von der Ente, zweierlei vom Rotkohl, getrüffeltes Kartoffelpüree
Nachtisch: Aus der Sahne und der Limette - Panna cotta mit Limette und Zitronen-Tarte



Phrasen gehören zur buckligen Wahrheitsverwandtschaft.
© Manfred Hinrich (1926 - 2015)

Phrasen-Dreschen kennen wir aus dieser Sendung und diese hören sich stets ähnlich an, so z. B. "Ihr Lieben", "Der Ort des Geschehens", "Ich hätte mir gewünscht ...".

Manche Phrasen sind ererbte, alte und vermeintliche Lebensweisheiten unserer Eltern, Großeltern und werden von uns in die Jetzt-Zeit transportiert, damit sie nicht vergessen werden, aber auch, weil sie zwar oft platt, aber passend sind.

Heute bringt Angelina ein sogenanntes "Phrasenschwein" zum Einsatz, damit der erwartete Inhalt einen Teil ihres Umzuges finanziert. Ein Spaß vielleicht - aber ein Spaß, den sie selber kaum nötig haben dürfte. Aber Spaß bleibt Spaß, und am

Ende reicht das Phrasen-Geld vielleicht für einen Kasten Bier für die Umzugshelfer. Natürlich müsste man Angelina selber ein Glas zur Bierflasche reichen, denn wenn sie nicht aus Dosen trinkt, wird sie auch kaum aus Flaschen trinken.

Weniger der Phrasendrescher ist der heutige und letzte Kandidat der Heidelberger Woche: der 55jährige selbstständige Personalberater ist sympathisch, lebt in einer geschmackvoll eingerichteten Wohnung und bezeichnet sich selber als ruhig. Auch ich sehe ihn als ruhigen Pol, ohne langweilig zu sein.

Von seiner 39jährigen Frau und dem 19monatigen Kleinkind verabschiedet er sich, kaum dass er beide vorgestellt hat. Nicht jede möchte ins Fernsehen, aber offenbar hat sie

dafür gesorgt, dass Marcus im TV zeigen kann, was er kochmäßig draufhat.


Das Menü

In der Küche wird Marcus von seinem Freund und Versicherungsmakler Bastian unterstützt. Bastian beschreibt Kochen so:

"Kochen ist der Ausgleich zum normalen Leben."

Ich sehe es so:

Kochen ist normales Leben, denn essen müssen wir alle. Aber womöglich denken noch viele Männer, es sei eben nicht ein Teil ihres normalen Lebens ...

Zum ausgiebigen Menü von Marcus empfehle ich mich als nicht so gute Köchin und meine, jeder kann alles auf

Chefkoch.de - unter dem Label "Das perfekte Dinner"

besser nachlesen (inklusive Rezepten) als ich es beschreiben könnte.


Fazit

Obwohl die Philosophie-Studentin und Vegetarierin Julia Sellerie nicht mag, bekommt sie heute zum zweiten Mal das Gemüse als Alternative.

Zumindest darf sie gemeinsam mit Michael den Abend mit einem Liedchen beenden, das mich ebenso wenig begeistert wie sie selber, denn es kommt genau so beliebig daher wie der Gesang ihres Verlobten.

Dass Julia vegetarisch lebt, ist lobenswert. Aber sie ist eine der vegetarisch lebenden Teilnehmerinnen,

die erwartet, erwartet, erwartet ... dass man für sie die kulinarische Welt auf den Kopf stellt. Dass

Marcus, obwohl er von ihrer Aversion gegen Sellerie gewusst haben muss, das nicht bewerkstelligt oder nicht berücksichtigen wollte,

ist für mich in Ordnung: man muss nicht jeden Wunsch erfüllen, wenn man ohnehin mehr als genug zu tun hat.

Die Punkte resultieren wie vermutlich meistens durchs Rotieren einer imaginären Roulette-Kugel: 9 Zähler gibt Michael, je 8 Julia und Paul, 7 ist Angelina der Abend wert.

Und der Phrasenschwein-Inhalt? Reicht vielleicht auch für zwei Kästen Bier.

3.000 Euro gewinnt Michael.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten heute nach einem gestrigen Hitzetag moderate 20 Grad.


Guten Morgen, Gruß Silvia



Freitag, 2. Mai 2025

1. Mai 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Heidelberg bei Michael


„Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren“
Vorspeise: „Ich bin ein Döner“ - Spitzkohl / Zwiebel / Rote Bete / Schnittlauch
Hauptgang: „Ein Jäger aus Kurpfalz“ - Reh / Kartoffel / Steinpilz / Johannisbeere
Nachtisch: „Simply the Best“- Apfel / Haselnuss / Streusel / Eis / Kaviar


Rauch, Dampf, Qualm und jede Menge Feuer ...

Und jeden Moment erwartet man die Feuerwehr, die auf dieser Veranstaltung die Verantwortung übernimmt - oder ihm zumindest eine Einweisung in den Gebrauch von Grill, Herd und Hyperaktivismus verpasst. Stattdessen

gibt es am Ende selbst die Punkte, nicht nur im Überfluss, sondern am absoluten Limit. Voraus schickt Michael den passenden Song zum Limit: "Simply The Best", der direkt in die Köpfe der Mitkandidaten zielt, sich in ihnen breit macht und flüstert: 10 Punkte!

Im Vorfeld sieht sein Dinner mit all seinen Begleitumständen überhaupt nicht nach einem Erfolg aus, und besonders die kritische

Julia möchte weder Sellerieschnitzel noch Gesangseinlagen: "Wenn er länger als 3 Minuten singt, nehme ich mir ein Taxi und fahre nach Hause."

Das ist natürlich verwunderlich, aber nicht im Scherz dahingesagt, dass ausgerechnet Julia liebend gern auf Dinner-Zwischengesänge verzichtet, hat doch am Vortag ihr Freund diesen Part der Unterhaltung erledigt ... und sie damit sehr zufrieden gemacht.

Am Ende jedoch mag sie nicht nur Michaels Gesang, sondern auch seine Interpretation von einem Sellerieschnitzel.

Das kann ja kaum mit rechten Dingen zugehen!

Der 36jährige Michael ist selbstständiger Musiktherapeut und Musiker und hauptsächlich im Seniorenbereich tätig, so dass er

"den ganzen Tag Volkslieder und Schlager" singt. Eines nicht allzu fernen Tages wollen die Senioren jedoch völlig andere Musik hören ...

aber heute heißt es erst einmal "Ich hab' mein Herz in Heidelberg verloren" oder "Ein Jäger aus Kurpfalz", bevor es im finalen "Simply The Best" gipfelt.


Das Menü

Kursiert im Internet ein neuer Hype, nachdem man von der Dubai-Schokolade kaum noch etwas hört? Sogleich greift Michael die schräge Idee auf und serviert als

Gruß aus der Küche die bekannten Milchschnitten für Kinder, die er mit Speck ummantelt frittiert hat.

Die Männer der Runde sind begeistert, während Julia (die veganen Speck um die Schnitte geliefert bekommt) liebend gern drauf verzichten kann.

Wenigstens der Speck entspricht schon mal dem heutigen Motto - er sieht nicht nur kross, sondern verbrannt aus.

Verbrennen lässt Michael gern etwas, und als nächstes ist der Spitzkohl dran, der - ich kann es kaum glauben - eine längere Zeit bei 300 Grad auf dem Grill vor sich hin kohlt.

Nach dem äußeren Verkohlen schält er die besten Stücke heraus, verfeinert sie mit Zwiebeln, Rote Bete und Schnittlauchöl und sicher noch diesem und jenem, das ich vergessen habe,

denn Michael legt ein Tempo vor, dass ich mir ein wenig Unaufmerksamkeit erlaube.

Nach dem Verzehr des fleischlichen Gerichts - und auch, nachdem die

Sellerie-Verweigerin Julia in Zukunft vermutlich ein Fan des Gemüses oder doch nur von Michael sein wird ...

kommt der hübsche Haselnuss-Nachtisch ins Spiel: Haselnuss-Streusel, Bratapfel-Eis, Apfel-Nuss-Cracker, Apfel-Zimt-Kaviar

Letzteres könnte Angelina sauer aufstoßen, denn sie mag nicht nur überhaupt keinen Apfelsaft, sondern scheint sich davor sogar zu ekeln (Grundstoff dieses Kaviars).


Fazit

Doch außer dem Rauchmelder stößt heute niemandem etwas sauer auf, und selbst ungerechtfertigte Ansprüche von Julia bleiben am Ende auf der Strecke. Vielleicht

hat Michael sie allesamt verhext - oder er hat sich die "Drei Haselnüsse von Aschenbrödel" geborgt, sie mitverwendet und auf ihren Zauber gehofft,

der ihm heute glatte

40 Punkte einbringt.

Je 10 von Julia, Paul, Angelina und Marcus.

Vierzig Zähler gab es schon lange nicht mehr - und das heißt, Michael hat eine

Fahrkarte für eine Runde der Besten. Bleibt nur noch die Frage, wann und ob dieser Zug überhaupt abfährt ...

Ich lasse jetzt erst einmal den Rauch aus dem Zimmer, der sich bereits seit der Zubereitung der geräucherten Butter wie von Zauberhand

aus dem Fernseher rausgequält und hier breit gemacht hat.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 1. Mai 2025

30. April 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Heidelberg bei Julia


"Our Last Summer"
Vorspeise: So verlockend wie Dessert am späten Abend - Risotto / Pilze / Ricotta
Hauptgang: So bunt wie ein Sommertag - Bunte Ravioli / Mozzarella / Ricotta / Pistazien / Zucchini / Granatapfel
Nachtisch: So gelb wie die Sonne - Creme / Biskuit / Mango / weiße Schokolade / Basilikum / Zitrone


Gesang kann bestenfalls betören,
im schlimmsten Falle aber stören.

© Wolfgang Lörzer (*1950)

Den am häufigsten gezeigten Gegenstand plus Inhalt habe ich bislang noch nie erwähnt, aber er scheint als eine Art Rettungsanker vorm mentalen Kollaps der Nerven-Enden zu bewahren und enthält das bisschen Koffein, das die Wachheit im besten Fall fördert: die Tasse mit Kaffee. Auch

Julias Hände halten die Tasse fest umklammert wie einen verlässlichen Partner für die ersten Minuten des Zusammentreffens mit dem Vox-Team im eigenen Zuhause.

Es wäre einfallsreich gewesen, aber natürlich übertrieben, hätte sie die Crew mit der Gitarre in der Hand, die Hände auf den Saiten klimpernd und einem Liedchen auf den Lippen begrüßt.

Das betone ich natürlich nicht aus dem Blauen heraus, sondern aus Gründen: die

26jährige Julia ist Studentin der Germanistik und Philosophie und arbeitet in einer Zeitungs-Redaktion, und ein gemeinsames Hobby mit ihrem Freund Markus ist

die Musik.

Später greift Markus zur Gitarre und offenbart seine in Musik umgesetzten Gedanken für Julia einem breiten Publikum, und die Vor-Ort-Applaudierenden sind natürlich hin und weg ... es gilt ja auch nicht, die Musik-Kritiker zu geben, sondern einen guten Eindruck beim TV-Publikum zu hinterlassen ...

"Mutig", nennt Angelina die Gesangseinlage. Mut gehört dazu, wenn man bekannt werden möchte, mit welchem Talent auch immer ...

Ob diese unspektakuläre Gesangs- und Gitarren-Kostprobe ausreicht? Eher nicht!


Das Menü

In der Küche sind Julia und Markus ein eingespieltes Team, und gemeinsam bereiten sie ein vegetarisches 3-Gänge-Menü vor. Persönlich würde ich

selbstverständlich von einer Vegetarierin niemals erwarten, dass sie Fleisch zubereitet: so viel Verständnis für eine Lebensweise - Julia hat sie aus Tierliebe getroffen - sollte man haben.

Aber reicht es für einen Höhenflug, Mozzarella selber zuzubereiten? - Wenn ich mich recht erinnere, hat das vor einiger Zeit ein Mallorca-Sänger übrigens erfolglos versucht ...

Wie es scheint, ist jedoch die Verarbeitung von Milch zu Mozzarella kein Hexenwerk, aber zeitintensiv.

Eine brennende Kerze aus Butter, die einen ungiftigen Docht enthält, hört sich zwar innovativ an, aber wer möchte schon, dass die Butter durch die Wärme aufs Brot träufelt? Und wie sieht das Häufchen aus, wenn es runtergebrannt ist?

Das Risotto der Vorspeise macht einen Eindruck wie ein zu einem steinähnlichen Gebilde zusammengeschweißter undefinierbarer Klumpen. Im übrigen wird das Risotto kalt serviert ...

Die gefüllten Ravioli sehen schon besser aus, während der Parmesanchip recht angebrannt über dem Ganzen thront.


Fazit

Julia, die Zeitungs-Beiträge schreibt, wird gefragt, welchen Titel sie dem dieswöchigen "Dinner" geben würde, und rasch entscheidet sie sich für

"Heidelberg - doch nicht so versnobt wie man denkt"

Zwar habe ich noch nie gehört, dass Heidelberg besonders versnobt ist, aber dann - wie zum Beweisantritt - wird die 20jährige Angelina von ihren männlichen "Kollegen" auf den Arm genommen,

weil sie stets erwähnt, wie exklusiv teuer die Getränke sind, die sie gewöhnlich schlürft. Als Zuschauerin habe ich davon natürlich gar nichts mitbekommen, und auch hier fällt das Thema

schnell unter den Tisch, nachdem Paul meint, er hätte in ihrem Alter Bier aus Dosen konsumiert. Nein, so etwas kommt für Angelina natürlich nicht in Frage ... und schwupps ein Schnitt - Ende der Diskussion ... zumindest für die Zuschauer.

Da interessiert mich einmal der Fortgang eines Gesprächs - und dann werde ich als Zuschauerin rigoros ausgeschlossen.

Nicht ausgeschlossen sind natürlich alle Zuschauer von Lob und Kritik am heutigen Dinner, wobei Lob überwiegt - und man deutlich spürt, dass es sich für Julia gelohnt hat, die Mozzarella selber zuzubereiten:

10 Punkte gibt Angelina, 9 Michael, je 8 Paul und Marcus.

Mit sagenhaften 35 Zählern übernimmt Julia am 3. Tag den vorerst 1. Platz.

Der Gesang ihres Freundes Markus hat also keineswegs dem Gesamtbild des Abends einen Schaden zugefügt, ganz im Gegenteil.

Ich denke eher an die vergangenen Tage, an denen Julia durchaus mit weniger Herzlichkeit am Start gewesen ist.

So what!


Guten Morgen, Gruß Silvia