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Dienstag, 21. März 2017

21. März 2017 - Vox - Shopping-Queen - Dienstag in der Nähe von Stuttgart bei Nadine

Foto: S. B.


Je ne regrette rien

sagt Nadine am Ende der dreifachen harschen Kritik und dem Lob von Lucy, nimmt einen Schluck Veuve Clicquot und verabschiedet sich nach erfolgreichem Einkauf

von der Stuttgarter Bühne. Insgesamt bekommt sie neunundzwanzig Punkte, und dass die gestrige bemüht, aber vergeblich erfolgreich Einkaufende das meiste zu meckern hat,

ist klar: Hier trifft die Provinz-Biene auf eine Frau, die das Leben kennt.

Doch auch ich muss, um zum Anfang zurückzufinden, tief durchatmen, um Nadine durch ihren Shopping-Wahnsinn folgen zu können. Begleitet wird sie von ihrer Mama Erika, und es ist gut, dass sie die Mama hat -

beste Freundin und Mutter. Völlig unaufgeregt obendrein, denn wenn eine Nadine kennt, dann ist es Erika.

Nadine weiß genau, was sie will und was sie nicht will, und die einzige Schwierigkeit sehe ich persönlich in dem

Budget,

dass ansonsten mal eben ausreichend ist, um ein paar Schuhe zu kaufen. Erikas Bemerkung hierzu schlucke ich mal runter ...

Egal, was sie nicht braucht, kann sie später immer noch in die Altkleidersammlung geben, obwohl sowohl Outfit als auch

die irre hochgesteckte Frisur

genau zu dem Musical "We will Rock You"

passt, sogar die Schuhe richten es.

Das Motto hat sie voll getroffen, und ich gebe ihr genau so viele Punkte wie Lucy es begeistert tut.

Und was andere für "verkleidet" halten - muss noch lange nicht verkleidet sein. Da wird der eigene Maßstab angelegt -

und ich befürchte, so dolle Sachen werden wir in dieser Woche nicht mehr zu

sehen bekommen.

Besonders die erst fünfundzwanzigjährige Julia scheint, was den Mut zur Mode angeht, entwicklungsbedürftig zu sein. Ich denke an ihr gestriges Beerdigungs-Outfit.

Zwar steht auch bei Nadine die Farbe Schwarz im Vordergrund, aber hier lockert die kleine Jeans-Jacke ungemein auf.

Natürlich polarisiert Nadine mit ihre forschen Art. Aber als sie den Verkehr aufhält, um rechtzeitig zum Friseur zu kommen,

fällt mir ein, dass ich so etwas auch schon öfter erfolgreich gemacht habe: In riesigen Städten in anderen Ländern macht man das eben so, sonst steht man noch in drei Jahren auf der falschen Straßenseite.

Dass sie ein bisschen über der Spur ist, kann daher rühren,

dass kurz vor den Dreharbeiten der eine ihrer beiden Hunde-Möpse verstorben ist. Das war ein harter Schlag für sie,

und ich kann es gut verstehen,

dass dann eine Abwechslung wie ein Dreh-Team gerade recht kommt.

Natürlich kann ich jetzt nicht ganz verheimlichen, dass ich Nadine ein wenig kenne - und ich kenne sie als einen herzlichen Menschen -

soviel Herzlichkeit müssen diejenigen, die vorhin den Shit-Storm gegen sie los getreten haben oder diesem mit Wonne folgen

erst einmal beweisen.

Guten Tag, Gruß Silvia


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