Mittwoch, 27. Dezember 2017

26. Dezember 2017 - ARD: Tatort Weimar - Der wüste Gobi



Darsteller:

Nora Tschirner
Christian Ulmen

Jürgen Vogel
Thorsten Merten
Arndt Schwering-Sohnrey



Der wüste Gobi

Wer noch ein paar Anleitungen für very sexy Unterwäsche benötigt, ist hier gut aufgehoben, denn Gobi, der eigentlich

Gotthilf Bigamiluschvatokovtschvili

heißt, häkelt für sein Leben gern, um damit all die Damen zu entzücken, die seinen Weg kreuzen und die er manchmal ohne Umschweife oder langes Palavern aufs Kreuz legt.

Ist er aber auch ein dreifacher Fauenmörder, der seitdem in der forensichen Psychiatrie sitzt und auf einen Umzug in eine normale Haftanstalt hofft?

Bevor sein Hirn völlig von Professor Eiler zu Pudding sediert wird, kann er durch die Kanalisation in die wirkliche

Unterwelt

von Mimi flüchten.

Sie möchte Gobi ganz für sich allein beanspruchen und denkt schon an ein tiefes Keller-Versteck in ihrem Haus nach, in dem sie endlich und zufrieden mit Gobis Hilfe unter anderem auch Mutter werden könnte.

Inzwischen wird die an Parkinson erkrankte Frau von Professor Eiler ermordet, doch viele Spuren werden verwischt, weil die arme Frau unter der Heizdecke bei einem finalen Wasserlassen in Brand aufgeht.

Das alles kommt den Ermittlern Dorn und Lessing, die auch lieber unter einer Bettdecke feurig zur Sache gehen möchten, nicht gut zu pass, denn sie

müssen so einige Taten aufklären.

Man kann diesen Tatort mögen oder eben nicht. Man kann sagen, er sei von Anfang bis zur Zensur durch die Zuschauer

hanebüchen,

aber trotzdem liegt er nicht so quer im Magen wie manches Weihnachts-Leckerlie der süßeren Art (ich rede von TV-Sendungen), die in diesen Tagen dem Publikum derart häufig vorgesetzt wurden,

dass ich bereits dachte, außer Aschenbrödel läuft so gar nichts im Fernsehen. Jedesmal, wenn ich den Versuch machte, das Gerät anzustellen,

kam ich bei dem Märchen raus.

Dagegen ist dieser Krimi bitterböse, aber erfrischend. Kluge Witze lösen sich mit banalen ab, aber der guten Stimmung tut es keinen Abbruch.

Nur zur Aufklärung:

Gobi ist an allen Morden unschuldig, er ist zwar ein Sex-Monster ("die besten 15 Minuten meines Lebens" urteilt eine, die sicher später noch umhäkelt wird),

aber kein Monster im Sinne des Tatortes.

Von hier aus gibt es vier von fünf möglichen Sternen für eine schräge Idee und die spielfreudige Umsetzung.


Guten Morgen, Gruß Silvia




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