Freitag, 17. Juli 2020

17. Juni 2020 - Hund aus dem Tierheim oder einer Zucht?



Ein Hund aus dem Tierheim
oder aus einer Zucht?

Obwohl ich es nicht besser als mit Robin hätte treffen können (aber das weiß man schließlich nicht vorher), stellte sich mir damals die Frage: Lieber einen Hund aus dem Tierheim holen?

Diese eigentlich recht einfache Entscheidung musste ich jedoch anderen überlassen:

Einfach war die Entscheidung, weil ich stets das Tierheim vorgezogen hätte.

Aber:

Mein Zuhause wurde von zwei Katzen beherrscht, die nicht kampflos ihre Vorrangstellung aufgegeben hätten. Wie würden sie mit einem Tierheimhund auskommen? Vor allem, da es zu dem Zeitpunkt in unserem Tierheim oder in einem in der Nähe keine Welpen gab - und schon gar keine Yorkshire-Terrier-Welpen.

Ich hatte entschieden, nachdem ich mir die Charakterzüge von vielen Hunderassen erlesen hatte, dass ein Yorki am besten zu mir passen würde:

Unabhängig, klein, draufgängerisch, verkuschelt, intelligent und humorvoll. Nicht, dass ich genau so bin, aber so war meine Vorstellung von einem treuen, einzigartigem  Gefährten. Darin irrte ich nicht.

Ich probierte das Zusammentreffen meiner liebsten Katzen mit einem erwachsenen Hund, indem ich eine Bekannte bat, in unserem Katzenheim vorbeizuschauen - und vor allem ihren Hund mitzubringen.

Das war nur insofern eine gute Idee, als es mich vor künftigen Fehlern bewahrte:

Kater Lucky stürzte sich auf den Hund,

Katze Lissy ließ sich von ihm total einschüchtern und flüchtete.

Natürlich ist die Geschichte der Begegnung ein wenig länger, wenn ich sie auch relativ schnell abbrechen - und

unseren Besuch verabschieden musste.

Ein erwachsener Hund könnte also zu einem Problem im friedlichen Zusammenleben werden, soviel stand fest.

Besonders Kater Lucky fühlte sich ohnehin als der "Herrscher der Welt", während Lissy sich mit vielem arrangiert hätte und die Sanftmut in einem Katzenkörper war.


Mit Welpen gibt es so gut wie nie ein Problem

Das stand fest. Auch Lucky würde sich an einen Hunde-Welpen gewöhnen, und ihn am Ende als erwachsenen Hund akzeptieren.

Lucky selber stammte aus einer Familie mit mehreren Katzen und einem Wurf, und er war ein Verkehrs-Unfall. Ihn und die anderen Welpen, seine Geschwister,  wollte die Familie damals schnell loswerden,

so dass Lucky bereits im Alter von 5 Wochen bei uns einzog (völlig verlaust).

Lissy stammte von einem Verein, der "Tierfreunde Du" heißt. Sie wurde Anfang der 1990er Jahre an einem Magdeburger Bahndamm als Welpe gerettet.

Das waren die Hinterlassenschaften der Leute, die auf der Flucht aus der DDR ihre Haustiere gnadenlos zurückgelassen haben. Andererseits hat man damals davon gelesen, dass Leute sogar ihre Kinder zurückgelassen haben ...

Wenn manche Menschen nur die Liebe eines Tieres annehmen und begreifen würden ... aber das ist ein anderes Thema.

So fand ich nun über mehrere Kanäle endlich meinen Robin: Den Namen seiner Züchterin habe ich oben abgedeckt,

er wurde von ihr Eddie genannt, allerdings war sein Zuchtname recht hochtrabend:

Illusion of Moonlight Star.

Beide Namen passten nicht, und so nannten wir ihn Robin. Erst wollte ich ihn Clinton nennen, das hätte ebenfalls gepasst. Er war schon ein immenser Held der weiblichen Gattung, ob Hündin oder Frauen, er liebte beide - und beide ganz sanft und auf die liebevolle Art.

Robin wurde erwartungsgemäß von Kater Lucky und Katze Lissy hervorragend aufgenommen. Lucky hat allerdings seine Vorherrschaft nie aus den Pfoten gegeben  (was gegenüber dem ihm sofort zugetanen  Robin nicht nötig war) und war wesentlich zickiger als

Mama Lissy, die Robin abgrundtief liebte, und zwar, so lange sie lebte.


Als Bienchen im Juni 2010 als fast 7jährige Hündin hinzukam, war unsere Lissy leider bereits verstorben (sie wurde fast 17 Jahre alt) - und Lucky schien altersweise zu sein - oder hat ihr devotes Wesen ihm gegenüber geschätzt.

Das war ein Glück für Bienchen, aber auch für mich: Ich hätte sie nicht behalten können, falls Streitigkeiten zwischen ihr und Lucky aufgetreten wären. Er hatte immerhin die älteren Rechte. Er starb am 12. April 2012 im Alter von 20 Jahren, 3 Monaten und einem Tag.

Immerhin:

Zwar hatte ich Bienchen nicht aus einem Tierheim geholt, sondern von meiner dann verstorbenen Mutter übernommen -

aber somit habe ich sie zumindest vor dem Tierheim bewahrt.


Fazit

Wer ein Herz für Tiere hat, wird immer sein Herzenstier in einem Heim oder dem Tierschutz im allgemeinen finden,

wer nur ein halbes Herz hat - von denen, die gar keines für Tiere haben, will ich gar nicht reden -

sollte sich

ü b e r h a u p t   kein Tier anschaffen.

Tiere kosten Geld, Hunde sogar Steuern, sie machen Dreck - hier und da, im Alter und in der Jugend mehr - sie brauchen Fürsorge und Hilfe in Notzeiten, damit sie niemals oder so wenig wie möglich Schmerzen erleiden müssen.

Ich habe es in keiner Sekunde von Robins Leben bedauert, dass ich ihn aus einer "Zucht" zu mir geholt habe, denn er war in etwa

das Beste, das mir je passieren konnte. Er war tollkühn wie Lucky und sanft wie Mama Lissy.

Mir ist Bienchen geblieben, meine Seele von einer Hündin, wenn sie auch ihre eigenen Kreise in ihrem Kopf zieht.

I miss Robin forever.


Guten Tag, Gruß Silvia


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