Wenn doch alle Straßen Gärten wären ...
Eine romantische Idee für ein vollkommen friedliches Leben zwischen bunten Blumen, grünen Wiesen und ein paar Tomaten und Kartoffeln. Obwohl
solch ein Garten einst von höchster Stelle Adam und dann auch Eva angeboten worden ist, hat es nicht funktioniert. Ein
Apfel zu viel, ein bisschen Gehorsam zu wenig: futsch war das Paradies. Und Eva galt auf ewig als undankbar,
obwohl Adam für ihre Gestaltung eine Rippe hergegeben hatte.
Trotzdem hat kein Mann eine Rippe weniger als eine Frau, denn es wurde nur die DNA gebraucht, an der Gott hier und da ein bisschen geschraubt und verbessert hat, damit aus einem XY ein XX wird. Es ist wie
in Gärten, in denen man nicht nur die Natur, sondern hin und wieder auch sein eigenes Genie schalten und walten und wirken lässt.
Aber: was würde passieren, wenn aus allen Straßen Gärten würden?
Der eine schielt in Nachbars Garten und fragt sich, warum dessen Erdbeeren so saftig rot sind und seine Kirschbäume voller Früchte hängen,
während man selber noch seinen Daumen in Grün färben möchte, aber einfach keine Idee hat, wie man das anstellen soll.
Und was passiert, wenn man sich aus dem eigenen Garten allein gar nicht ernähren kann? Nächtliche Raubzüge in
Nachbar-Gärten? Oder eher direkte Überfälle auf Stachelbeeren und Zucchini und Kohlrabi, damit der eigene Speiseplan bunter wird?
Die Lösung wäre natürlich, jeder Gärtner würde Überflüssiges verkaufen - und das Nötige anderswo einkaufen. Doch dann
fehlen wieder die Straßen, um all die Schätze hin und her zu transportieren.
Es ist am Ende ein ziemlich grüner Gedanke, aus dem heraus Leute unschuldige Brücken mit Illusionen beschmieren - wie auf meinem Foto zu sehen ist.
Und es braucht ein schlichtes Gemüt, um zu glauben, dass damit irgendwem geholfen wäre, wenn es nur
mehr Gärten gäbe,
die in Wirklichkeit nur zu großem Unfrieden führen würden.
Es ist ein Dilemma! Es bleibt eines!
Trotzdem sind Gärten schön. Aber wenn es nur noch Gärten gäbe, wäre kein einziger mehr sicher vor den
räuberischen Gedanken der anderen - und jeder Neid bekäme eine Einladung, sich zu bedienen.
Guten Tag, Gruß Silvia

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