Freitag, 31. Oktober 2025

31. Oktober 2025 - Halloween - Es fährt ein Zug nach Nirgendwo ... Neuveröffentlichung aus 2018



Es fährt ein Zug nach Nirgendwo ... 

und verabredet haben sich einige berühmte, bereits verstorbene SPD-Politiker, die im Jenseits furchtbare Tränen über ihre Partei vergießen. Dies wollen sie noch einmal während einer Zugfahrt durch die Halloween-Nacht durchhecheln und begießen,

denn nüchtern hält man auch nach dem Tod das ganze Dilemma der einst so geliebten und beliebten Partei nicht aus.

Allen voran schreitet Regine Hildebrandt, denn sie hat die lauteste und schrillste Stimme und führt ihre Kollegen zum bereitgestellten Zug-Waggon. In der Hand hält sie sehr fest den nach ihr benannten "Regine-Hildebrandt-Preis",

denn sie ist sich ziemlich unsicher, an wen dieser überhaupt noch vergeben werden soll.

Dann kommt Herbert Wehner, um ihr in den Zug zu helfen. Wäre Herberts Mutter ledig geblieben, hätte er "Diener" geheißen -

und an Dienern mangelt es der heutigen SPD. Das ist vor allem Regine ziemlich klar. Neben dem Dienen hatte Herbert es jedoch nicht so sehr mit der Ruhe und Ausgeglichenheit: Während seiner Amtszeit kam er auf 75 parlamentarische Ordnungswidrigkeiten. Den CDU-Abgeordneten Jürgen Wohlrabe nannte Wehner "Herr Übelkrähe" und Jürgen Todenhöfer titulierte er gar als "Hoden-Töter".

Willy Brandt war stets feinfühliger (der Liebling vieler Frauen eben), aber auch er wird nun den "Zug nach Nirgendwo" besteigen - sozusagen als Abgesang auf seinen Lieblings-Verein, der SPD. Er ist gewillt, allen heutigen Abgeordneten der einstiegen Arbeiterpartei das "Misstrauensvotum" auszusprechen - so wie es ihm 1972 durch Rainer Barzel ausgestellt wurde.

Doch Rache ist nicht süß - sie macht den Kennedy-Freund Brandt ziemlich wehmütig, und an einem Tag wie diesem erst recht.

Und schon kommt sein Kumpel Horst Ehmke mit roter Nelke im Knopfloch zum Zug - und Willy klopft ihm brüderlich auf die Schulter:

"Du hast ja von dem Elend noch so einiges mitbekommen. Bist ja erst 2017 gestorben."

Horst Ehmke vergießt ein paar bittere Tränen und wirft seine Nelke auf den Bahnsteig. Wer sie findet, sollte mal drüber nachdenken, wofür diese Partei einst einstand.

Beinahe hätte Helmut Schmidt sie aufgehoben, aber noch rechtzeitig versteht er die Symbolik und besteigt den Zug als fünfte Instanz der früheren SPD. Das passt, denn er war der 5. Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.

Seit geraumer Zeit stagniert es mit der Anzahl derer an der Spitze des Staates: Eine Frau, die heute natürlich nicht in diesem Zug mitfahren darf,

blockiert die Chose seit 13 Jahren.

Schmidt wüsste vieles dazu zu sagen, aber er muss in den Zug, der nach Nirgendwo fährt, um noch einmal mit den Kollegen

die damalige Zeit hochleben zu lassen (in der natürlich auch nicht alles nur Vanille-Soße war).

So kreist die Whiskyflasche und Helmut darf trotz des Protestes von Regine eine Zigarette nach der anderen rauchen: Ganz wie im früheren Leben - bekommt er auch hier eine Ausnahme-Genehmigung.

Zudem wissen Willy Brandt und Herbert Wehner und eigentlich auch Regine Hildebrandt nichts vom absoluten Rauchverbot in der heutigen Zeit.

Und als sie sich jeweils in einen Rausch hinein trinken und vor allem reden, legt der Zug langsam vom Bahnsteig ab und beginnt seine letzte Reise -

und wir werden vermutlich nie wieder von Politikern hören, die wir lieber kommen als gehen sehen.


Guten Tag, Gruß Silvia



30. Oktober 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag am Chiemsee bei Raphael



"Zwischen See, Wiese und Kaiserstube"
Vorspeise: „Der See auf Brot“ - Tatar von der Chiemsee-Renke auf hausgemachtem Sauerteig
Hauptgang: „Wiener Schnitzel - klassisch & edel interpretiert“ - Kalbsschnitzel in Butterschmalz gebraten, begleitet von einer edlen Kartoffelbeilage
Nachtisch: „Alpendessert mit Twist“ - Parfait mit Kaiserschmarrn-Stückchen und Zwetschgenröster


Ehrliche Arbeitsteilung: Sie klopft Schnitzel, er Sprüche.
© Sigbert Latzel (1931 - 2025), Dr. phil.

Obwohl so einiges an diesem Tag bereits vorbereitet von hier und dort zur Weiterverarbeitung gelangt, stimmt der obige Spruch

nicht gänzlich: denn Raphael klopft nicht nur die Schnitzel platt, sondern auch jede Menge Sprüche. Er redet und redet, und am allerliebsten über sich selber und seine Kochkünste. So ist es am Ende dieses Tages nicht verwunderlich,

dass er sich 10 Punkte geben würde.

Auf der Suche nach ein wenig mehr bodenständiger Bescheidenheit ... bin ich auf halber Strecke liegengeblieben, weil ich einfach kapituliert habe.

Stattdessen spricht der 30jährige Immobilien-Makler Raphael voller Begeisterung über seinen Kochplan, als würde er die Kochwelt auf ein völlig neues Level bringen:

"Hier findet gleich die Magie statt", benennt er seine Küche. Oder: "... weltbestes Schnitzel in einem privaten Haushalt."

"Bescheidenheit ist eine Zier,
doch weiter kommt man ohne ihr"

Dieses deutsche Sprichwort wird er kennen, denn genauso ist sein Redefluss zu verstehen, den man nicht wegdiskutieren kann.

Er ist nicht eben ein Sympathieträger.

In der Küche - und bei vielen Vorbereitungen am Vortag? - hilft seine Frau Enya, die niedrigen Arbeiten zu erledigen - oder sie steht ihm nur zur Seite, denn damit ist ihm mindestens eine Bewunderin sicher. Aber sie hat auch einen Spruch für und über ihn parat:

"Sein Ego ist das eines Sternekochs."


Das Menü

Zur Vorspeise serviert er ein geräuchertes Renke-Tatar auf dem Brot, dass er selber geformt und in den Backofen geschoben hat - das Ergebnis bringt ihn ins Schwärmen über seine Künste.

Da in dieser Sendung, wie er weiß, oft Tatar von rohem Fisch serviert wird - wollte er sich davon abheben ... na ja, was anderes käme ihm vermutlich kaum in den Sinn.

Die vorbereiteten kaltgepressten Kartoffeln kenne ich nicht, aber die Gäste bewerten sie im Schnitt besser als das

lobgepriesene Schnitzel von Weltklasse.

Die gibt es auch hier in meiner Nähe in einem Brauhaus.

Ich hoffe, Raphael hat einige Zuschauer jetzt nicht eingeschüchtert: ich bin sicher, ihr bekommt ein Schnitzel genau so gut hin!

Zum Parfait ist ihm irgendwie - er weiß auch nicht, wie, denn ihm kommen sowieso die besten Gedanken - eingefallen, dass er Kaiserschmarrn-Stücke einarbeiten könnte.

Und weil er schlau ist und es natürlich wie kaum ein Zweiter ehrgeizmäßig auf Punkte abgesehen hat, bereitet er schnell noch Extra-Kaiserschmarrn zu, der seinen Gästen

schmeckt. Ohne diese Last-Minute-Action hätte ihnen in der Tat etwas im Nachtisch gefehlt.


Fazit

Wiener Schnitzel gibt es wirklich selten in dieser Sendung: sie brauchen eben viel Platz in einer Pfanne und ein Gastgeber muss immerhin 6 davon zubereiten. Ich sehe,

wie er gekonnt eines ins heiße Fett gleiten lässt ... und mir bleibt verborgen, wie es warmgehalten wird. Vermutlich im Backofen?

Hier und da höre ich, dass die Schnitzel trocken seien ...

Die Punkte: je 9 geben Fabian, Franz und Doris, 10 gibt Pia.

Das ergibt ... nein, nicht die Summe von seinen gedachten 40, aber immerhin 37 Zählern.

Damit liegt er gleichauf mit Fabian auf dem bislang 1. Platz.

Viel Glück, Doris!

Für Raphael wünsche ich, dass du das Ruder zu deinen Gunsten noch rumreißen kannst. Mein Wunsch hat weniger mit seinen Kochkünsten, als mit seiner peinlichen Aufschneiderei zu tun.


Guten Morgen, Gruß Silvia

Donnerstag, 30. Oktober 2025

29. Oktober 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch am Chiemsee bei Fabian



"Genuss mit Aussicht - Raffiniert, bayerisch und sensationell gut"
Vorspeise: Pilzravioli in Salbeibutter
Hauptgang: Kalb mit Selleriecreme und glasierten Karotten
Nachtisch: Torte mit Beeren und Likörchen


Eine bayrische Geschichte

samt idyllischer Landschaftsaufnahmen inklusive Chiemsee, anderer Seen, Klosternähe zum Haus, Gaudi, Heimatverbundenheit, die warme Worte findet - beinahe könnte man sich bislang in einer Art Büllerbü in den Bergen fühlen. Oder beim pfiffigen Michel aus Lönneberga, den am ehesten Franz darstellt, der immer einen passenden Spruch auf den Lippen hat - und ein Lausbuben-Zwinkern in den Augenwinkeln.

Wie schön, dass in dieser Woche die "heile Welt" vor uns Zuschauern ausgewälzt wird - und Lust auf mehr davon macht.

Und dann ist der heutige Gastgeber Fabian auch noch Doktorand für bayrische Geschichte, die er völlig losgelöst von der deutschen Geschichte als Dissertation niederschreibt.

Geschichtsträchtig ist auch die Lederhose, die Franz heute trägt: von seinem Großvater geerbt, ist sie etwa 95!!! Jahre alt. Nachhaltigkeit auf bayrisch - mit einer Portion Tradition und Sparsamkeit.

Erst 25 Jahre ist Fabian, aber sein Lebensplan wuselt mit 2 Kindern bereits um ihn herum - er erklärt seine Turbofamilienplanung und -umsetzung damit, dass seine Frau 6 Jahre älter ist als er. Als beide sich kennengelernt haben, hatte er - 17jährig - nicht einmal einen Führerschein, und seine damalige Freundin funktionierte als Chauffeurin.

Für heute ist seine Familie ausgezogen, und so kann Fabian sich in aller Ruhe und Gelassenheit und mit der Hilfe seiner Schwester Meli dem Kochen widmen.

Nur kurz zwischendurch greift er zur Gitarre und promotet seine kleine Band "DaFaBi" mit einem Text in der bayrischen Mundart - ich verstehe kein Wort, aber es klingt nett.


Das Menü

Nicht über 7 Brücken muss Fabian gehen, sondern 7 Böden backen, um am Ende daraus eine Prinzregententorte zu zaubern. Die einzelnen Zwischenräume werden mit Pudding plus Butter gefüllt. Bei Chefkoch.de steht bezüglich Fabians Rezept, es sei dieser berühmte Päckchen-Pudding (aus Bielefeld),

der natürlich auch in Bayern bekannt ist. Über diesen Pudding könnte man auch eine Doktorarbeit schreiben, so prominent wie er ist.

Als Vorspeise gibt es mit Pilzen gefüllte Teigtaschen. Den Teig walzt er völlig ohne jede maschinelle Hilfe platt, und dem

einen sind die Täschchen am Ende noch nicht richtig durchgegart, während eine andere die Garung als genau richtig einstuft.

Der Hauptdarsteller des wichtigsten Ganges sind Kalbsbäckchen.


Fazit

Als Gastgeber ist Fabian offenbar nicht so versiert wie er es als Hobby-Koch ist: die Gäste beklagen seine stetige Abwesenheit,

und ich sehe, dass er sich zum Nachtisch erst an den Tisch setzt, als die anderen beinahe fertiggegessen haben. Das ist unhöflich.

Aber irgendwas ist schließlich immer ...

Die Punkte: 8 gibt Franz, 9 Raphael, und je 10 geben Doris und Pia.

Das entspricht im Schnitt in etwa genau Fabians Wünschen, denn er hätte sich selber 9 Zähler gegeben.

Und so liegt er am 3. Tag mit 37 Umdrehungen auf dem bislang 1. Platz.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Mittwoch, 29. Oktober 2025

28. Oktober 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag am Chiemsee bei Pia




"Heimat trifft Fernweh - meine Dinner-Reise zwischen Dirndl, Dschungel und Strand"
Vorspeise: THAILAND Frühlingsgefühle auf Thai-Art - Frühlingsrolle / Chilisoße / Papayasalat
Hauptgang: BAYERN Klassiker in vegetarisch - Spinatknödel reloaded / Rahmschwammerl / Tofu / Schalotten
Nachtisch: ECUADOR Süße Grüße vom Äquator - Mango und Kokos / Milchträume / Eis / Kuchen


Ein Hof für Tiere

Die 19jährige Pia, die künftig Psychologie studieren möchte, lebt noch in ihrem Elternhaus, der ein Bauernhof für viele Tiere ist, die allesamt nicht geschlachtet, aber deren Wolle, Eier und sie selber als Event-Ereignis vermarktet werden: unter anderem gibt es Schweine, Hühner, Emus, Schafe, Nandos und Alpakas.

Und nein, lieber Franz, es gibt heute keinen Alpakabraten!

Aber die Alpakas sind für Junggesellenabschiede buchbar, erzählt Pia. Da ich mir solche Feiern eher laut und alkohollastig vorstelle, was sie auch sind, erschließt sich für mich kein Sinn dahinter.

Insgesamt handelt es sich wohl um eine Art "Streichel-Zoo".


Alkohol

Zum Aperitif serviert Pia Gin mit Basilikum-Brause. Danach versiegt jede alkoholische Quelle.

Sie meint, dass sie sich mit Weinen nicht auskennt und erst gar nicht so tun möchte, als ob das der Fall wäre. Daher gibt es stattdessen eine kleine Auswahl von Fruchtsäften zum Dinner.

Vermutlich kennen sich die meisten der Dinner-Teilnehmer ebenso wenig mit Weinen aus und lassen sich einfach beraten,

und auch Pia hätte einen Weinhändler fragen können, welcher Wein zu

Tofu passt. Es hätte sicher einen gegeben!

Oder sie hätte einfach Bier serviert. Alternativ hier nur ein Foto von mir, oben zu sehen.

Natürlich gehört nicht zu jedem Essen ein alkoholisches Getränk, das wäre ja fatal - aber zu einem möglichst

perfekten Dinner, gekocht fürs Fernsehen und für Fremde, die es probieren und bewerten,

gehört das

Angebot einer Getränkeauswahl, so dass jeder wählen darf, ob er Alkohol trinken möchte oder nicht.


Das Menü

Vermutlich hätten mir die Frühlingsrollen in der Vorspeise gut geschmeckt, auch, wenn die Teller schmucklos daherkommen - und für die Rollen insgesamt kein großes Kochkönnen erforderlich ist. Für den einen fehlt dann die Würzung, für die anderen nicht ... wie man hören kann.

Der Hauptgang sieht ... nun ja ... nicht gerade einladend aus. Vielleicht würden die Spinatknödel besser schmecken, wenn sie nur in Wasser gekocht und nicht noch in der Pfanne aufgewärmt worden wären ... und Champignons sind auch nicht der Hit: es gibt bessere Pilze, die sind aber auch teurer.

Die Teller sind überladen und leiden unter einer Braun-Überdosierung. Das sieht einfach ... traurig aus.

Der Nachtischkuchen ist einem Biskuitteig ähnlich, erzählt Pia. In den Teig sticht sie Löcher, die dann mit gezuckerter und normaler Kondensmilch gefüllt werden. Mich

schüttelt es bereits bei dem Gedanken, essen würde ich das nicht. Aber vielleicht verbessert die Sahne on top den Geschmack.

Ungezuckerte Kondensmilch bevorzuge ich einzig und allein für Kaffee. Gezuckerte kommt mir nicht ins Haus.


Fazit

Albern geht wieder einmal das Zwiebelschneiden vonstatten. Nina, Pias Schnibbelhilfe, tränen die Augen, es muss sogar ein Fenster aufgerissen werden ...

und dann gibt Pia ihrer Freundin eine Taucherbrille. Eine sehr

dünne Showeinlage!

Ich kann Zwiebeln schneiden, ohne zu weinen. Muss ich eine große Menge schnibbeln, lege ich zwischendurch eine kurze Pause ein,

aber alles ohne jedes Drama.

Ein perfektes Dinner gab es heute nicht! Nur Doris meint, es wäre eine tolle Idee, einen alkoholfreien Abend zu gestalten ... den hätte sie auch ohne Diktat von Pia

haben können.

Die Punkte: je 7 geben Franz und Fabian, 8 gibt Raphael, 9 Doris.

Das ergibt 31 Umdrehungen ... und das alles ohne Umdrehungen in flüssiger Form.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 28. Oktober 2025

27. Oktober 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag im Chiemgau bei Franz


"Heimat Chiemgau"
Vorspeise: Dreierlei vom Chiemseefisch - Renke / Saibling / Schratz - gegart / geräuchert / gebraten
Hauptgang: Von der Weide - Rind / Spargel / grüne Soße
Nachtisch: Aus dem Garten - Erdbeeren / Eis


Zu den allerschönsten Dingen zählt die Freude,
Freude zu bringen.

© Klaus Klages (1938 - 2022)

Und wer Freude bringt, bekommt sie meistens zurück. Für den 64jährigen Gärtnermeister im Ruhestand wird es auch im Nachhinein und einige Wochen nach den Dreharbeiten eine Freude sein, all die zugewandten Kommentare der Zuschauer zu lesen. so dass Franz' großer Spaß an dieser Sendung in die Verlängerung geht und zu einer herrlich aufblühenden Pflanze wird.

Franz lebt auf einem recht großen Anwesen, auf dem er trotz Ruhestand noch immer sein Gemüse in Treibhäusern zieht, während die vielen Obstbäume natürlich ohnehin noch stehen und abgeerntet werden möchten. Und zwischen Spazierwegen, Gewächshäusern und Hühnerfreilauf taucht Franz' 86jähriger Vater, der ebenfalls Franz heißt, auf und guckt sich kurz diese Fernseh-Leute an. Für seinen

Vater kocht Franz jeden Tag - nur heute nicht, heute kocht er für vier Gäste, die gespannt auf ihre erste Zusammenkunft warten.

"Alle Gefechte zwischen uns sind ausgetragen ...", erzählt Franz über seinen Vater.

Als Zuschauerin lehne ich mich bequem zurück, denn dieser 1. Dinner-Tag am Chiemsee lässt keinen Raum für großartige, sondern nur wenige Quengeleien der Gäste - und ein entspanntes Zusehen seitens des TV-Publikums ist garantiert.

Wie es in den nächsten Tagen weitergeht, steht natürlich in den Sternen ... bisher ist alles im

Grünen Bereich.


Das Menü

Grün wird es auch im Hauptgang, denn zum Spargel und Rinderfilet serviert Franz eine abgewandelte "Frankfurter Grüne Soße". Die kennen

Fabian und Raphael überhaupt nicht. Ich wohne auch nicht in Frankfurt und kenne die. Gehört zum kleinen Allgemeinwissen.

Während Franz' Tochter Katharina ihm in der Küche hilft, stammt das Rindfleisch vom Hauptgang von der Zucht seines Schwiegersohnes aus dem Nachbarort. Franz liebt es

regional und saisonal. Obwohl genau das natürlich viele Kandidaten erzählen ... aber ihm glaube ich es auf Anhieb.

Erdbeer- und Schokoladen-Eis samt marinierter Erdbeeren runden das Menü ab. Die 19jährige Pia schwärmt besonders von dem Schoko-Eis, denn ein besseres hätte sie noch nie gegessen.


Fazit

Zu dem 1. Eindruck, den ich von Franz habe, passt es, dass er einen

möglichen Gewinn

der "Tafel" spenden würde.

Sieht ganz gut aus für die örtliche "Tafel": je 9 Punkte geben Pia und Fabian, je 8 Raphael und Doris.

34 Punkte können sich sehen lassen.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Samstag, 25. Oktober 2025

25. Oktober 2025 - Der Angeber ist ein Seiltänzer ohne Seil. © Otto Baumgartner-Amstad (1924 - 2022)



Der Angeber ist ein Seiltänzer ohne Seil

© Otto Baumgartner-Amstad (1924 - 2022)

Manchmal springen mich (Blog-)Themen ziemlich plötzlich an, auch, wenn sie mich im wirklichen Leben schon lange auf eine innerlich vorhandene Palme springen lassen:

So erging es mir mit dem dieswöchigen Dinner, in dem ein Profi-Koch gesucht wurde: und, obwohl es sich um Wiederholungen gehandelt hat, habe ich sie mir zum Teil noch einmal angesehen und war

recht erschrocken,  w i e   manche Menschen drauf sind - und wie sie sich unbewusst und innerlich von den meisten abspalten, obwohl sie ihnen

nur imponieren möchten.

Wie aber lässt sich am wenigsten imponieren?

Meiner Meinung nach mit Angeberei!

Vor vielen Jahren lernte ich eine Frau kennen, als ich mit meinem Hund auf einer Bank gesessen habe. Sie hat sich den lütten Robin angesehen, und wir kamen ins Gespräch,

das vorrangig darum ging, wie viele teure Handtaschen und ähnliche wertvolle Dinge sie besaß. Warum jemand solche Sachen bei einer ersten Begegnung aufs Tapet bringt,

weiß ich nicht.

Ich habe während der gesamten Unterhaltung nur die Brötchentüte in ihrer - nicht so teuren - Tasche gesehen, deren Inhalt von einem Billig-Bäcker war.


Angeberei ist ein defizitärer Charakterzug!

Wer in der vergangenen Woche die Sendung "Das perfekte Dinner" mit Widerwillen und der Hoffnung, dass er selber hoffentlich nicht ähnlich, sondern ganz anders ist, angesehen hat, kann nur ein Gegner

von Angeberei sein, denn

der Münchner Kandidat S.

hat es auf die Spitze getrieben, weil in München und für ihn selber Geld keine Rolle spielt. Hoffentlich muss er nie in eine ärmere Gegend der Stadt ziehen, in dem

ihm beigebracht wird, dass Geld nicht alles, aber knapp ist.

Die Kandidatin D. war in Bezug auf ihre kulinarischen Erlebnisse völlig geblendet, aber auch verblendet. Es wird im

übrigen überall nur mit "Wasser gekocht" - und egal, wie viele Spitzenköche jemand kennt, es macht ihn 

noch lange nicht selber zu einem.


Social Media und die Angeberei

Wo kann man sie intensiver bemerken? - Nirgendwo!

Hier treffen Schein und Sein eine von vielen unbemerkte Allianz ein, weil nicht klar ersichtlich ist, was stimmt - und was nicht.

Die eine schönt Fotos, während ein anderer

gleich seine gesamten schriftlichen "Ergüsse" von einer

KI

deutlich und sowohl inhaltlich wie auch rechtschreibmäßig aufhübschen lässt.


Die Wahrheit

benötigt keine Angeberei, obwohl sie womöglich so unspektakulär ist ...

wie es das Foto einer Unaufgehübschten wäre

oder der Text eines Menschen,

der das nutzt, was der eigene Intellekt ihm in den Kopf fegt.



Zufriedenheit

durch Angeberei dürften nur die finden, die am Ende ihren eigenen Höhenflügen Glauben schenken, obwohl sie

tief in ihrem

Innern wissen, dass

Authentizität

das einzig Wahre ist.

Aber: Wahrheiten sind weniger denn je gefragt, wenn man sich stattdessen

aufplustern, größer machen, intelligenter ... und was immer euch noch als Attribut zu den Angebern einfällt - machen kann.


Ich bleibe ich selber. Schriftlich und auch auf Fotos. Na ja, ein wenig "gebe ich jetzt mit einem älteren Foto an", auch, wenn es immer noch mich selber zeigt und nicht bearbeitet ist. 

Weder nutze ich KI noch stehle ich fremde Gedanken.

Alle Angeber tanzen ohne Seil, denn ob es für dieses menschliche Dilemma Gründe gibt oder nicht, sie können so schnell

Schnee von gestern sein

wie ein Traum aus der vergangenen Nacht. Und futsch sind alle Gründe für Angeberei ... obwohl

Profi-Angeber gar keine Gründe benötigen.


Guten Tag, Gruß Silvia




Dienstag, 21. Oktober 2025

20. bis 24. Oktober 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Wer ist der Profi? - Wiederholungen aus dem Jahr 2023


Vom 19. bis 23. Juni 2023 wurde ein Profi, der sich unter die Hobby-Köche gemischt hatte, gesucht.

Den 1. Tag hat damals Christine bestritten und das Menü

Vorspeise: Goldener Ring
Hauptgang: Von den Läufen in die Luft
Nachtisch: Dessert mit WOW

serviert.

Ihrer Ausgabe der Sendung habe ich den Titel

Auch die schönsten Rehaugen beeindrucken den Jäger nicht.
© Harald Schmid (1946 - 2020)

Mich hingegen hat Christine nicht beeindruckt, eher hat sie mich abgeschreckt.


Hier der Link zu meinem damaligen Blog-Beitrag:





Am 20. Juni 2023 wurde die Koch-Show mit Thomas in der Hauptrolle ausgestrahlt.

Sein Menü:

„Kulinarische Reise über den Viktualienmarkt“
Vorspeise: Seeteufel / Duett vom Spargel / Fregola Sarda
Hauptgang: Short Ribs / Süßkartoffel und Kürbis / Wilder Brokkoli
Nachtisch: Salz-Karamell-Eis / Palatschinken


Ihm habe ich den Titel:


Arroganz ist der Kunstdünger des Selbstwertgefühls.
© Sonja M. Grass (*1959)

gegeben.

Ob er sich freut, dass sein Auftritt von damals wiederholt wird? Kann sein! Traue ich ihm zu! - Andere würden eher im Erdboden versinken.


Hier der Link zu meinem damaligen Blog-Beitrag:






Am 21. Juni 2023 hatte Stefan ein Rendezvous mit seinen Gästen, und es bleibt die Frage, ob er noch heute darunter leidet ... oder einfach laut drüber lacht.

Besonders Daniela, Christine und Thomas hängen sich ins Zeug, um diese Veranstaltung nachhaltig durch geballte Feindseligkeit und Besserwisserei zu stören.


Stefans Menü:

Vorspeise: Tunfisch - Kohlrabi / Gurke / Salatwasser
Hauptgang: Reh - Wirsing / Kräuterseitlinge / Kartoffel / Apfel
Nachtisch: Schokolade - Matcha /Mango


Seiner Sendung habe ich damals den Titel


Krieg zwischen Gurken, Schokolade und Tisch-Dekorationen!

gegeben.


Hier der Link zu Stefans Koch-Event:






Am 4. Tag der Profi-Suche enttarnen die vier Gäste in seltener Einigkeit Paul als den gesuchten Koch. Sogleich kann dieser den Namen Paul ablegen - und ist froh, endlich wieder Alex sein zu dürfen.

Der eine oder andere Gast mag denken: Okay, gegen einen Profikoch zu verlieren, ist ja keine Schande.

Selbst für den Münchner Thomas, für den Geld keine Rolle spielt, ist es okay, hier mal (zu Recht) verschwenderisch mit Punkten umzugehen.


Hier Pauls/Alex' Menü:

Vorspeise: Tomaten / grüner Pfeffer / Gurke / Spitzpaprika
Hauptgang: Rind / Petersilienwurzel / Zwiebel
Nachtisch: Avocado / Mango / Kokos


Ihm habe ich den Titel


Vier geben sich geschlagen

gegeben.



Den letzten Abend in dieser Wiederholungs-Sendung darf Daniela bestreiten, die sich hauptsächlich darüber definiert,

welche Spitzenköche sie kennt.

Ihr Menü:

Vorspeise: Feldsalat / Leber / Kirschen
Hauptgang: Kalbsfilet / Erbsen / Karotten / Blumenkohl
Nachtisch: Schwarzwälder-Kirsch im Glas / Sorbet


Ihrem Auftritt habe ich den Titel


Es gibt nichts Besseres als einen guten Arzt und nichts Schlechteres als einen schlechten Arzt.
© Gerhard Kocher (*1939)

gegeben.


Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir dürfen uns bei einer einzigen mickrigen Sonnenstunde auf maximal 11 Grad freuen. Und Wind! Sehr viel Wind! Starker Wind!

In der nächsten Woche gibt es neue Dinner-Folgen vom Chiemsee.


Guten Morgen, Gruß Silvia



Samstag, 18. Oktober 2025

17. Oktober 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag im Rhein-Main-Gebiet bei Ella



"RHEINHESSISCHES DINNER MIT HERZ"

Vorspeise: Getrüffelter Steinpilz-Cappuccino mit Parmesanchip und Wurzelbaguette
Hauptgang: Involtini vom Kalb mit Parmaschinken und Kapern an Kartoffel-Erbsen-Wasabi-Püree und Ofenspargel
Nachtisch: Mooskuchen und Himbeereis


Rot ist die Liebe. Folglich kann sie nicht das Gelbe vom Ei sein.
© Peter F. Keller (*1949)

Ellas Wunsch ist es, dass ihre Gäste sich zum finalen Dinner dieser Woche rot in Schale schmeißen, und wie es mit den Wünschen ist: nicht jeder fügt sich. Einzig Özlam erscheint in einem rotgemusterten Kleid,

während Baris wieder etwas verwechselt: nämlich rosa mit rot. Um dem Kopf hat er ein rosa Stirnband samt gleichfarbiger Schleife drapiert. Einzig ums Handgelenk trägt er irgendetwas in Rot, das dem Dress-Code geringfügig ähnlich ist, etwa so, wie sein Dinner keine Ähnlichkeit mit einem "Fine Dining" gehabt hat. Zumindest bemüht er sich mit einer farblichen Anpassung an das von Ella Gewünschte.

Rot ist aber auch nicht jedermanns Farbe, manch einer möchte sie überhaupt nicht tragen und einem anderen steht sie einfach nicht.

Reiner ist zwar keinen Deut in Rot gekleidet, aber als Gastgeschenk hat er neben seinen roten und rosa Rosen einen kleinen roten Wasserbehälter in Fischform mitgebracht. - Mit Geschenken kennt er sich wirklich aus: für seine Freundin hat er zu ihrem 50. Geburtstag 47 Gäste bekocht.

Ich sehe eher rot beim Hobby der 63jährigen gebürtigen Polin Ella, denn sie liebt es, Pilze zu sammeln. Aber: wenn sie sich perfekt auskennt, ist daran eigentlich nichts auszusetzen.

Mein Mann hat in einem Wald nahe unseres damaligen Wochenend-Domizils auch gern Pilze gesammelt: und ich - als Krimi-"Expertin" - musste ihn knechten, mir schriftlich zu bestätigen, dass er die Pilze freiwillig isst.

Es ist alles gut gegangen, aber eine Pilzsammlung später hatte er diverse Magen-Darm-Beschwerden nach dem Genuss der gesammelten Beute. Er hat sein Laien-Hobby zum Glück inzwischen aufgegeben.

Während Ella mit ihrer Tochter Sarah sich an die Vorbereitungen fürs Dinner macht,

lacht Baris sich lauthals über Özlem "einen Ast", denn vermutlich hält er ihren Verdacht, dass Reiner auf dem bislang 1. Platz und sie gleich dahinter liegt, für reinste Spekulationen.

Baris wird sich noch wundern ...

Ich mag Özlem. Sie nimmt kein "Blatt vor den Mund".

Zu Baris finde ich keinen Draht, denn sein überbordendes Selbstbewusstsein hat keinen Bezug zur Realität.


Das Menü

Zur Vorspeise ruft die laute Ella: "Ich bin reeedie" - und meint "ready". Ihr breiter Akzent dehnt sich also neben dem Deutschen auch aufs Englische aus. - Aber:

die Steinpilzsuppe, die wie üblich als Cappuccino mit einem Klecks Sahne obendrauf serviert wird,

würde mir vermutlich gut schmecken.

"Die Involtini sind echt der Hammer", doziert Ella in großem Eigenlob - und reicht dazu Spargel, Kartoffel-Erbsen-Püree und eine über eine Woche lang eingekochte Soße.

Es folgt: keine große Begeisterung der Gäste.

Der Nachtischkuchen sieht nett aus, aber die Zutat Babyspinat ist befremdlich. Obendrein ist Kuchen kein Nachtisch, sondern als Dessert eher eine Notlösung, die zu jedem Nachmittagskaffee besser passt.


Fazit

Reiner sagt im Vorgespräch: "Ich stelle sie mir als mütterliche Köchin vor."

Was um Himmels willen ist eine mütterliche Köchin? - Aber die Gäste spekulieren weiter über andere Formate, die sie durch ihre "Dinner-Teilnahme" erreichen könnten ... Also, nicht alle, aber allen voran Baris,

der meint, auch Männer könnten shoppen (Shopping-Queen). - Zwar gucke ich die Sendung nicht, aber ich glaube, dass

bereits Männer geshoppt haben. Nur zu! Vielleicht klappt es ja dort mit einem Sieg, Baris! - In dieser Challenge erreicht er nur den vorletzten Platz.

Die Punkte: 9 gibt Jasna, je 8 Özlam und Reiner, 7 Baris.

Mit 32 Punkten kann sie nicht gewinnen, denn, obwohl

Reiner am Montag geglaubt hat, es sei schwer, an Montagen zu gewinnen,

darf er den Jackpot mit nach Hause nehmen. Verdient!

In der nächsten Woche wird ein Profi-Koch gesucht - aber für voreilig erfreute Zuschauer: es handelt sich um eine Wiederholung aus Juni 2023.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten heute drei Sonnenstunden bei maximal 13 Grad.



Guten Morgen, Gruß Silvia


Freitag, 17. Oktober 2025

16. Oktober 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag im Rhein-Main-Gebiet bei Baris


"Kulinarische Kunst trifft auf sinnlichen Genuss"
Vorspeise: Zweierlei vom Bison-Tatar - Klassisch und als Pani Puri mit Trüffelmayonnaise
Hauptgang: Filet vom Rind in Rotweinreduktion / Fondant-Kartoffeln / Orangenmöhren / Spargel / Erbsenpüree
Nachtisch: Lemon Posset mit Amalfi-Zitronen-Sorbet


Der Schweiß ist die Träne der Arbeit.
- Peter Hille (1854 - 1904)

Schweißperlen rinnen in feinen Linien durch Baris' Gesicht, und das liegt nicht allein an der Wärme rund um den Herd oder an den vielen Scheinwerfern, die ihn ins recht Licht rücken wollen ...

aus dem er sich dann selber herauskatapultiert. Ich sehe den

31jährigen Osteopathen und Physiotherapeuten Baris, dessen Wurzeln in der Türkei und im Iran liegen, und der sich der

bei anderen unbeliebten Angeberei verschrieben hat.

Baris sieht sich als jemanden, der "gut kochen kann" - und der selbst im Alltag Wert auf Fine Dining legt und dem ein mit Eigenlob gespicktes hochtrabendes Dinner-Motto keinesfalls peinlich ist: ich sehe nämlich keine kulinarische Kunst und sinnliche Genüsse!

Nicht unerwähnt lässt er seine Zeit in einem Internat in England, in dem man ihm ... ja was? ... beigebracht hat? Da seine Schwester in Dubai lebt, ist er zweimal jährlich dort

und tourt durch Sternerestaurants. Nun glaubt er offenbar, dass "Fine Dining" eine ansteckende Sache ist, die jeden treffen kann, wenn er nur oft genug davon träumt oder hin und wieder mal wirklich "fine" diniert.

Konträr zu seinen Erzählungen sind seine Kochtaten. Und: wenn man "Fine Dining" wirklich verinnerlicht, dann gehört dazu viel, viel mehr, u. a. eine

passende Atmosphäre ... und sogar die passende Kleidung eines Gastgebers. Ich gebe zu, dass ich das gegoogelt habe (sollte er vielleicht auch in Betracht ziehen), denn sein T-Shirt zum Beispiel passt ebenso wenig wie seine Angeberei, vom Kochen gar nicht zu reden. Vielleicht ist

er aber - und das im besten anzunehmenden Fall - nur ein großer kleiner Junge, der einfach nicht anders kann als sich selber hervorzuheben, weil er es genau so und nicht anders gelernt hat.


Das Menü

Es fängt bereits unfein an, denn an das Tatar kippt er u. a. einen gewöhnlichen Ketchup. So geht Verhunzen!

Beeindruckt es etwa seine Gäste, dass er die gleiche Vorspeise wie die heutige in einem 3-Sterne-Lokal in Dubai gegessen habe? Ich denke nicht!

Er wusste im Vorfeld, dass Özlam (Jeannie) kein rohes Fleisch essen mag, und zum Glück und meiner Freude bemängelt sie das auch. Isst jedoch tapfer ein paar Bissen, bis Baris ihr

offenbart, dass er sie das Tatar nur probieren lassen wollte, denn in der Küche stünde ihre Alternative.

Eine glatte Lüge, denn die Alternative muss er erst noch zubereiten ... was ein Fine Dining wiederum ad absurdum führt, denn sie bekommt das Rote Bete-Carpaccio, als die anderen Gäste bereits fertig mit Essen sind.

Die Soße zum Hauptgang setzt er mit viel Gemüse an, das er sogleich "würzt", wie moderiert wird - und das Gewürz sieht aus wie Fertigpulverbrühe - und verschwindet schnell in der Versenkung.

Die unterschiedlichen Gargrade der Steaks misslingen.

Auf viel zu kleinen Brettchen gelangen die ausgehöhlten Amalfi-Zitronen samt ihren zitronigen Füllungen an den Tisch: zum Glück purzeln die beim Servieren nicht auf den Boden.


Fazit

Baris gebündelte Nervosität, die von seinen Schweißausbrüchen untermalt werden, entlädt sich nach dem Dessert in einem

lautstarken hysterischen Lachen, das schwer nach Überforderung klingt, die nun langsam von ihm abfallen darf.

Wäre er nicht ein solcher Angeber, als den man ihn vor dem Bildschirm wahrnimmt, hätte mein Text heute völlig

anders ausgesehen. Aber Aufschneiderei über eine Leistung, die nicht erbracht wird, ist

selten dämlich.

Für die Zukunft hoffe ich, dass Baris immer genug Zeit bleibt, ein tägliches Fine Dining zuzubereiten, und ja, das meine ich

jetzt ironisch.

Die Punkte sprechen ebenfalls eine andere Sprache als Baris: je 7 geben Jasna, Özlam und Ella, 8 gibt Reiner.

Mit 29 Zählern liegt er am 4. Tag auf dem bislang 3. Platz. Wer hätte das gedacht? - Baris sicher nicht!


Guten Morgen, Gruß Silvia



Donnerstag, 16. Oktober 2025

15. Oktober 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch im Rhein-Main-Gebiet bei Jasna


"Mediterraner Genuss - wo das Meer die Aromen küsst"
Vorspeise: Mediterraner Auftakt mit Tiefe - Oktopus-Salat mit Kartoffeln, Kapern und Kräuter-Vinaigrette
Hauptgang: Das Beste aus Meer und Garten - Wolfsbarsch auf Mangold-Kartoffelstampf mit Ofentomaten
Nachtisch: Finale in Frucht und Fülle - Pochierte Birne mit Mascarpone-Zitronen-Creme, dazu Biskuit-Crunch


Mit Salz und Spaß darf man’s nicht übertreiben.
- Deutsches Sprichwort

Spaß miteinander haben heute - fast - alle Kandidaten, nur Baris schwirrt der eigene morgige Kochtag im Kopf herum und macht ihm offenbar so schwer zu schaffen, als müsste er in Sandalen die Zugspitze besteigen. Hoffentlich hat er besseres Rüstzeug ...

Ein gutes Beispiel könnte er sich an Jasna nehmen, denn sie ist unaufgeregt konzentriert, um ihre Gäste bemüht und wandert durch die Show, als mache sie kaum jemals etwas anderes -

dabei ist die 58jährige gebürtige Kroatin die Chefin eines kleinen Schmuckunternehmens. Allerdings fällt heute jede Werbung darüber flach, was nicht so häufig vorkommt, wenn jemand eigene Erzeugnisse verkauft.

Jasna bezeichnet sich immerhin als "sehr kreativ", und als ihre Tochter Julia zum Helfen eintrifft, äußert sie:

"Meine wunderhübsche Tochter, die mir ähnlich sieht ...".

Kurz schneit Jasnas Mann Neno (Lennart?), der die Ähnlichkeit seiner Tochter eher auf sich projiziert, in die Küche ... Jasna und er haben bereits als Teenager zueinander gefunden und sind seit über 30 Jahren verheiratet.


Das Menü

erinnert die Gesellschaft in der Vorspeise an die Wichtigkeit von Salz. Und Salz ist besonders dann sehr wichtig, wenn es ... fehlt ... wie

in dem kleinteilig im Kreis dekonstruierten und arrangierten Octopus-Salat (Tintenfische sind sehr, sehr intelligent, aber das nur am Rande). Das zeigt, wie sehr das äußere Erscheinungsbild vom inneren Zustand abweichen kann. Immerhin kann man nachsalzen, nachpfeffern - und kann dem Gericht am Ende auch etwas nachsagen.

Der Hauptgang mit dem Hauptdarsteller Wolfsbarsch sieht nett aus,

während der Nachtisch wie eine zufällig dahingeworfene Mascarpone-Creme mit etwas matschig scheinenden pochierten Birnen daherkommt.

Biskuit-Crunch vervollständigt den Gang - eine Modeerscheinung, geeignet für Leute, denen ihr Kuchen regelmäßig misslingt. Warum soll ich Krümel essen, wenn ich ein ganzes Stück Kuchen verspeisen könnte? Aber das geht nur mir so mit all den Kuchen-Crunch-Krümeln und gilt natürlich nicht für die Allgemeinheit,

die sich den Trends nicht verschließen möchte.


Fazit

Jasna hat eine angenehm anzusehende und anzuhörende Persönlichkeit, die zum Abschluss ihres Dinners meint, dass es ein solides schönes Abendessen gewesen ist, dem es an mancher Stelle gehapert hat ...

Ich weiß natürlich nicht, ob es nur zu wenig Würze und vor allem Salz gewesen ist - oder ob es völlig salzlos war: selber brauche ich ziemlich wenig Salz, so dass ein Nachsalzen meiner Gerichte für manche andere geradezu unerlässlich ist.

Die Punkte: je 8 geben Özlam, Baris und Ella, 9 Reiner.

Mit 33 Zählern liegt Jasna somit am 3. Tag auf dem bislang 2. Platz hinter Reiner.

Die gechillte Jasna ist damit vermutlich sehr zufrieden. - Das einzige Nervenbündel am Tisch ist ohnehin Baris,

während Ella mir mit ihrer aufdringlichen Art Nerven raubt. Ich freue mich nicht auf ihren Dinner-Tag, wenn sie noch mehr Redezeit als üblich bekommen wird ...


Guten Morgen, Gruß Silvia