Zwei Bäume ... wie ein Symbol mancher Liebe
An den miteinander verschlungenen Stämmen erkennt man kaum, dass es sich um zwei Bäume handelt, die in einem Taumel der Liebe verschmolzen sind.
Da sind sie den Menschen nicht unähnlich, die im ersten Liebesrausch kaum die Finger voneinander lassen können, alles miteinander teilen wollen und das Leben insgesamt in rosaroten Farben erleben, von denen sie denken, dass es niemals Schattierungen geben wird.
Nichts im Leben ähnelt einer Verliebtheit, die wie in einem Rausch erlebt wird. Drumherum kann die Welt in Scherben liegen, aber innen drin toben Feuer, die
nicht zu löschen sind. Und die ewig lodern sollen, an jedem einzelnen Tag, an dem vielleicht in anderer Hinsicht nicht alles so rund läuft. Die Welt ist ein
wundervoller Ort, und jede Berührung ist wie ein elektrischer Schlag, der nach dem nächsten verlangt.
Man fühlt sich wie die Hauptdarsteller in einem großartigen Liebesfilm, der so einzigartig ist, dass er alle anderen im Schatten hinter sich lässt.
Wer träumt nicht hin und wieder von diesen Liebesfilmen und würde gern eine Hauptrolle darin spielen,
obwohl er weiß,
dass die besten dieser Movies zwar über große Lieben sprechen, aber ohne Happy End bleiben.
Dann wächst der Baum weiter in die Höhe und es geht Zeit ins Land
Zeit, die nicht alle Illusionen erfüllt. In der ersten Etappe entscheidet sich der eine Baum, dass er sich dem anderen hinneigt, denn die gemeinsamen Liebeswurzeln sind in den Hinterstübchen noch vorhanden - nur leicht entfernt sich der eine vom anderen Stamm, um dann wieder zu ihm zu finden.
Vielleicht ist in diesen Momenten aus Verliebtheit Liebe geworden. Ziemlich nah, aber nicht mehr holznah, sondern mit kleinem Abstand, leben sie miteinander vor sich hin
und glauben, dass nichts sie je trennen kann. Auch, wenn die Interessen bereits in verschiedene Himmelsrichtungen gehen. Ihnen
bleiben die gemeinsamen Wurzeln.
Und irgendwann - niemand weiß genau, warum - geht die Liebe auf Abstand
und lässt sich in großer Entfernung zueinander nieder. Aus zwei Bäumen, die zu einem geworden sind, werden plötzlich wieder zwei. Sie driften auseinander,
sie haben keinerlei Berührungspunkte mehr. Jeder sucht sich
sein eigenes Stück vom persönlichen Himmel, und beide passen längst nicht mehr zueinander, sondern driften ab. So weit, dass es nicht zu erwarten ist,
dass sie irgendwann wieder unter demselben Horizont miteinander verwoben sein wollen.
Nicht allein die Äste haben sich voneinander getrennt, sondern das Fundament ihrer Liebe, die Stämme.
Mit diesem großen Abstand ist Zuhören schwierig - und Küssen unmöglich.
Im Wald haben die beiden Bäume sich getrennt - und trotzdem bleiben ihre Wurzeln miteinander verbandelt.
Liebe ist wie ein Gewitter mit Blitzeinschlag, aber manchmal baut der Blitz sich zu einem Brand auf, der alles
vernichtet.
Die Idee zu diesem Beitrag kam mir, als ich im Wald genau solch einen Baum entdeckt und ihn fotografiert habe.
Guten Tag, Gruß Silvia

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