Freitag, 5. Juni 2026

4. Juni 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Kassel bei Alex




"Der Senf dazu"

Vorspeise: Agnolotti / Pilz-Ricotta / Nussbutter / Tomate / Haselnuss
Hauptgang: Kalb / Brokkolini / Sellerie / Zwiebel / Jus
Nachtisch: Birne / Zitrone / Mandel / Granatapfel / weiße Schokolade hoch zwei


Es muss nicht immer extra scharf sein, wenn du deinen Senf dazu gibst.
- Michael Marie Jung (1940 - 2025)

Es darf auch süß und sauer oder auch leicht eingefärbt sein, und der im Menütitel gemeinte Senf spricht sogar die Sprache der Liebe:

bei der Vorbereitung auf diese Sendung hat Alex jeden einzelnen Bestandteil seiner Frau Toni zur Abschlusskontrolle vorgelegt - und sie hat kräftig mitgesenft, inspiriert und verbessert.

Als Belohnung der eigenen Akribie und der präzisen Herangehensweise ist Alex nach dem 3. Gang als dieswöchig höchstbewerteter Kandidat bereit zu einem Sprung aufs Treppchen.

Und falls er doch noch von Madeleine überholt werden sollte, so kann er trotzdem einen Gewinn aus dieser Sendung mitnehmen:

Denn wenn die inflationäre Nutzung des Worte "quasi" nicht ausschließlich seiner Aufgeregtheit geschuldet ist, kann er daran arbeiten, es völlig und ersatzlos aus seinem Sprachschatz zu streichen. Jeder einzelne Satz, in dem er das Wort meist sogar mehrfach nutzt, kommt besser ohne es aus und machte Sinn.

Im Gegenzug wird die Zuschauer-Konzentration auf einen Nebenschauplatz verlegt, der die Freude schmälert, denn die Häufigkeit des Begriffs ist wie ein Tsunami, der alles andere überrollt und wie die Hauptzutat eines Abends in Erinnerung bleibt.

Wie schön klingt hingegen das Bellen seines kleinen Pudels "Kurt", der die Crew laut begrüßt, als wolle er sie zunächst gern vertreiben, um sich dann doch Zeit mit ihr zu gönnen.

Der 29jährige Alex hat Sportwissenschaften studiert, "pumpt" gerne im Fitness-Studio, wie er erzählt, und wird bald Vater eines Jungen.

Und ... er ist leidenschaftlicher Foodcontent-Junkie, der "sich jede freie Minute im Internet Kochsendungen, Kochblogs etc." ansieht. Was Toni oder Kurt dazu sagt oder bellt ... ist nicht bekannt.


Das Menü

Agnolotti sind von ihm kunstvoll gefaltete und mit Pilzen und Rucola gefüllte Teigtäschchen. Ein paar nach genauem Plan geschmorte Cocktailtomaten plus Nüssen als Topping vervollständigen den 1. Gang, der die Gäste verzaubert.

Das Kalbfleisch im Hauptgang kritisiert er einerseits, andererseits vertraut er seinem Metzger. Eine Floskel zur Beruhigung des Gewissens!

Das Highlight ist sicherlich der Nachtisch: er schält Birnen, "poliert" sie mit einem natürlich neuen, zuvor unbenutztem Spülschwamm - und füllt sie am Ende mit weißer Schokolade, Lemoncurd und Granatapfel-Kernen. Eine akkurat geformte Schokomousse gesellt sich hinzu.

Ein wenig pingelig ist er schon ...


Fazit

Gar nicht pingelig ist er, wenn es darum geht, Schuhregal und Garderobe in den Hausflur auszulagern. Natürlich ist seine blitzsaubere Wohnung sehr klein, aber das ist kein Grund, die Wohnfläche nach außen zu erweitern. Das sieht einfach unschön aus.

Nicht jedem der Gäste gefällt offenbar die Pausen-Aufgabe, kleine Leinwände mit Pinseleien versehen zu sollen - aber sie fügen sich. Was auch sonst? Hätte etwa der Gesprächsstoff gefehlt, obwohl sie sich doch alle so gut verstehen?

Gegen die Bewertungs-Tafeln hat dann niemand einen Einwand - und einhellig, wenn auch nicht völlig übereinstimmend, werden viele, viele Punkte vergeben:

je 10 geben Elina und Madeleine, je 9 Kei und Tim.

Das ergibt die Summe von 38 Zählern - und beschert ihm den bislang 1. Platz, den ihm nur noch Madeleine streitig machen kann.


Guten Morgen, Gruß Silvia


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