Dienstag, 28. April 2026

27. April 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Potsdam bei Saskia


"Ost-Klassiker neu interpretiert - Ein Abend mit Geschmack und Geschichte"
Vorspeise: Kleines Ragout mit Ost-Charme - Ente / Brühe / Käse / Brot
Hauptgang: Knusprige Panko-Eier auf Trüffel-Senfsoße, dazu Cremiges von der Kartoffel
Nachtisch: Süße Ostalgie - Quarkkeulchen trifft cremiges Zitrönchen



Die einen wissen, wie es in der DDR war, und die anderen haben in ihr gelebt.
© Klaus D. Koch (*1948), Dr. med.

Und die, die wissen wollen, wie es in der DDR gewesen ist, werden heute direkt, überhaupt nicht dezent, laut und vorlaut von Saskia einfach mitgenommen, um in ihrem Redeschwall unterzugehen - oder die ganze Chose mit einem Klick auf die Fernbedienung zu beenden.

Die 30jährige Saskia hat eine bestehende DDR nicht mehr erlebt, aber offenbar liegt dieser Staat einfach in ihren Genen. Ich stelle mir gerade vor,

wie eine Sendung "das perfekte Dinner" in 1980 und in der DDR gedreht, hätte aussehen können:

und genau das bekomme ich heute zu Gesicht. Ich befinde mich wie in einer Zeitmaschine, die mich unaufgefordert überrollt, ohne dass ich

wirklich wissen will, wie es in der DDR war.


Das Essen

spricht die Sprache "man nehme, was man billig organisieren kann" - und lasse jeden Charme beiseite, obwohl der in der Menükarte versprochen wird.

Als Aperitif erhitzt sie gekauften Glühwein, der nur auf Weihnachtsmärkten künstlich teuer wird.

Würzfleisch in Anlehnung ans Ragout Fin soll ein DDR-Klassiker sein - in Gemüsebrühe kocht sie 2 Entenbrüste - und am Ende und nachdem ich dieses Gericht gegoogelt habe,

denke ich, hier könnte sogar ein Fertig-Dosen-Produkt nicht schlechter sein.

Aber es geht noch heftiger abwärts, denn der Hauptgang besteht aus je einem panierten Ei und einer was-weiß-ich-Soße plus Kartoffel-Pampe samt Trüffelbutter. Nix mit echten Trüffeln.


Fazit

Beim Eierpellen gerät Saskia an ihre Grenzen ... wobei Fluchen ihr Fluchtversuch ist: doch sie kennt ein Schlupfloch:

die Gäste haben schließlich nichts Besseres zu tun und dürfen nun die Eier pellen.

In der letzten Woche hat sich jemand seinen Nachtisch mitgebracht - in dieser müssen die Gäste selber Hand anlegen, damit sie was auf die Teller bekommen.

Aus Saskias Fluch-Lexikon eine kleine Auswahl:

Eh Alter. Oh Scheiße. Hab' kein' Bock, die Scheiß-Eier zu pellen.

Eine Rauch-Pause muss allerdings sein, damit die Zuschauer nicht vergessen, in welch falschem Film sie gelandet sind.

Die Punkte für Saskia: je 7 von Anna und Bea, je 8 von Pauline und Konrad.

Es kommen unglaubliche 30 Umdrehungen für ein Essen zusammen, das weder viel gekostet noch irgendwelche Mühe gemacht hat.

Nur Saskia hatte Spaß - ist das nicht die Hauptsache? Sie verabschiedet sich vom Team, um zu duschen und - O-Ton - "meine Kauleiste zu putzen".

Ich schalte schnell zum Barnaby-Krimi "Der Tod und die Lady", in dem zwar gemordet wird, aber auf eine unterhaltsame Art und ohne Vulgärsprache. Es ist eben eine Lady in diese Todesfälle verwickelt, und sie bleibt selbst dann eine Lady, als sie einer anderen Frau heftig ins Gesicht schlägt.

Der Saskia-Abend ist in vieler Hinsicht nicht besser als ein Schlag ins Gesicht - so deftig uncharmant.


Guten Morgen, Gruß Silvia


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