Hauptgang: Asiatisches aus dem Schmortopf - Kalb / Sellerie / Kartoffel
Nachtisch: Glück im Baskenland - Birne / Gorgonzola / Honig
Dass Lachen die beste Medizin ist, finden Apotheker lächerlich.
© Klaus Klages (1938 - 2022)
© Klaus Klages (1938 - 2022)
Doch auch der Flugbegleiter Albert findet, dass Lachen überbewertet wird, wenn er stattdessen ausführlich kritisieren und sich aufspielen kann, als hätte er dem Kochen neuen Schwung verliehen - obwohl das genaue Gegenteil auf ihn zutrifft:
Weder kann er kochen noch ist er unterhaltsam.
Anstatt die nächsten Tage mit der Freundlichkeit zu genießen, die ihm in seinem Flugbegleiter-Lehrgang antrainiert worden ist ... gibt er sich hier als Ungelernter, der nur zufällig in einem 8. Stock anstatt in einem Keller lebt, wo jedes Lachen ungehört verklingt.
Die 64jährige Apothekerin im Ruhestand Jutta ist von einem völlig anderen Kaliber: vom Wesen her freundlich und zugewandt, hat sie auch den für diese Sendereihe eigentlich nötigen Spaß am Kochen.
Recht unnötig ist nur ihr Anruf bei der Profi-Köchin Victoria Fuchs (mir war sie bis heute nicht bekannt, aber ich gucke auch keine Kochsendungen), doch es ist möglich, dass es ein Wunsch der Köchin und nicht eine "Angeberei" von Jutta war, sie während der Dreharbeiten telefonisch zu kontaktieren.
Es ist auch nicht so, dass Köche für mich das Maß aller Dinge sind ... sie sind teilweise nur in den TV-Olymp aufgestiegen, weil die Zuschauer daran gewöhnt worden sind, anderen beim Kochen zusehen.
Das Menü
Es beginnt mit viel Roter Bete: selbst der turbogebeizte Lachs ist mit dem Saft der Bete gefärbt. Schöne Vorspeisenteller, die Leckereien versprechen, sollen die Gäste erfreuen. Und die Zuschauer natürlich.
Albert würde nach dem Essen gern eine Zahnbürste haben, weil er Sorge hat, dass das Gemüse seine Lippen und Zähne rot gefärbt haben könnte ... Vielleicht stünde ihm ein bisschen Farbe jedoch durchaus gut, so farblos wie er ansonsten rüberkommt.
Der Hauptgang ist ein Schmorgericht. Ein solches wiederum findet Albert zu einfach, der sein eigenes Wagyu-Fleisch zu einem Unfall geschmort hat anstatt es sekundenschnell zu braten.
Natürlich ist ein Schmorgericht keine große Herausforderung - und Jutta gibt zu, dass sie nach ihrer umfangreichen Vorspeise den Hauptgang etwas unkomplizierter gestalten wollte.
Der Käsekuchen für den Nachtisch enthält außergewöhnliche 50 Gramm Gorgonzola. Ich habe keine Ahnung, wie das schmeckt - aber nachbacken werde ich es nicht. Auch, wenn mir dadurch etwas Tolles entgehen könnte. Allein der Gedanke, dass Schimmelkäse enthalten ist - würde den für mich vorschmecken lassen. Auch, wenn es nur 50 Gramm sind ...
Albert schwingt sich zu literarischen Höhenflügen auf und meint "der Käsekuchen schmeckt wie Erbrochenes".
Fazit
Jutta spricht davon, dass es sie ein wenig mutige Überwindung gekostet habe, sich für dieses Format zu bewerben - und dass sie es interessant findet, vier zuvor Unbekannte kennenzulernen und zu bekochen.
Spätestens zur Ausstrahlung kennt sie die Unbekannten besser. Albert lobt bei Tisch zum Beispiel ihre Vorspeise in den höchsten Tönen - und versetzt demselben Gericht hinterrücks den Todesstoß.
Zwar passieren solche Dinge öfter ... aber derart kontrovers selten. Er macht keine Einschränkungen, er vernichtet nur ... zum Glück zählen seine Worte nicht, denn sie haben keinen kenntnisreichen Hintergrund.
Die Punkte: 7 gibt Albert, je 9 Mark und Daniel, 10 gibt Kaya.
Gottseidank übertreffen die 35 Zähler für Jutta - Alberts seltsamerweise erreichten 32.
Aber: bei der hohen Bewertung seiner Speisen hat auch Jutta mit 8 Punkten geholfen ...
Es ist schwerer, ehrlich zu sein
als ehrlich zu scheinen.
© Sigbert Latzel (1931 - 2025)
als ehrlich zu scheinen.
© Sigbert Latzel (1931 - 2025)
Guten Morgen, Gruß Silvia

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