Vorspeise: Orient-Fladen mit Kichererbsen, Zitronen-Tahina-Joghurt und arabischer Butter
Hauptgang: Würziger Bulgur mit grünen Linsen, Röstzwiebeln und Cashew-Topping
Nachtisch: Traditioneller syrischer Grießkuchen mit Pistazien und Zuckersirup
Workouts mit Redeschwall
Man kann diese Ausgabe der Sendung lustig finden und auf die Schippe nehmen - oder sich ärgern, dass Vox wieder einmal zeigt, wie wenig das Format mit einer Kochsendung gemeinsam hat.
Es wird ein Ausschnitt aus Adibs extrem munterem und exzentrischem Bewerbungs-Video gezeigt - und damit hat er alle Knöpfe bei den Castern gedrückt, die genau solche Kandidaten suchen. Vermutlich wird nur ein wenig darauf geachtet, dass nicht aus Versehen fünf solcher Selbstdarsteller für dieselbe Woche ausgewählt werden ... und daher behalte ich die
Nerven, denn ein Adib allein macht mir noch keine schlechte Laune. Allerdings verlasse ich einige Male den Raum, in dem der Fernseher steht, um gaaanz tief Luft zu holen und mich für meine nächste, mir selbst auferlegte Etappe, zu wappnen. Nein,
Workouts mache ich dann nicht, aber auch keine Schrei-Therapie.
Ich gehe dadurch wie eine Heldin.
Der 38jährige Adib hat syrische Wurzeln und ist von Beruf Coach- und Fitness-Trainer. Selber nennt er sich lieber:
Sparringspartner für Kopf und Körper.
Die Kniestützen machen ihn "wieder lebendig". Als wäre er vorher und zwischendurch mundtot gewesen!
Das Essen
Ein anderer Spruch von ihm lautet: "Ohne Wettbewerb würde es kein Leben geben."
Zumindest kochtechnisch ist er nicht wettbewerbsfähig. Beim Dauer-Quasseln ohne großartige Inhalte macht ihm hingegen so schnell niemand etwas vor.
Er rührt Joghurts zusammen - und als er einen 3,5prozitigen mit einem 10prozentigen mischt, gibt ihm das einen besonderen "Kick". Das denke ich mir nicht aus, das sagt er genau so.
Und es geht noch weiter: "Spaß kommt nicht aus der Flasche, sondern aus dem Unterbewusstsein."
Sein Essen ist vegetarisch und Alkohol gibt es keinen - vielleicht meint er, dass er auf diese Art das Unterbewusstsein seiner Gäste kitzelt.
Währenddessen dreht Siegmund Freud sich im Grabe herum und fragt sich, warum der das Unterbewusstsein erforscht hat.
Dies ist ein sehr, sehr preiswerter Abend. Vermutlich ist die Mascarpone noch der teuerste Bestandteil des ganzen Essens.
Fazit
Adib lobt in epischer Breite das syrische Essen (seine Interpretation davon kann er eigentlich nicht meinen) - bei so viel Stolz können wir allesamt und als Deutsche einpacken mit unseren regionalen Vorlieben.
Nach jedem Gang kennt seine Begeisterung über sich selber keine Grenzen. Am Ende glaubt er wirklich, was er von sich gibt -
und spricht von seinem perfekten Dinner.
Die Gäste sehen das völlig anders, und ich als Zuschauerin ohne die Möglichkeit, irgendetwas zu probieren, ebenfalls.
Nur dem Nachtisch wird relativ gut hinterhergeredet. Über die beiden vorhergehenden Gänge wird so freundlich und nachsichtig milde wie möglich gelästert.
Die Punkte: 6 gibt Sascha, 7 Andreas und Kira, 8 gibt Frank.
Offenbar hat er seine Mitstreiter verbal hypnotisiert, bis sie kapituliert haben, denn anders kann ich mir die 28 Zähler nicht erklären.
Guten Morgen, Gruß Silvia

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