Vorspeise: Lachs / Gurke / Meeresspargel
Hauptgang: Iberico / Süßkartoffel / Erbse / grüner Spargel / Edelpilz
Nachtisch: Mousse / Kompott / Eis / Kuchen: Tonkabohne / Mango / Rosmarin / Limette / Pistazie
Cineast: Filmfreund, der zu seinem Kino fliegt
© Andreas Egert (*1968)
© Andreas Egert (*1968)
Der 50jährige Frank hat es hier wesentlich einfacher, denn er muss nur einige Stufen in seinem Haus nach unten gehen - und strandet in seinem eigenen perfekten Heimkino samt Vorraum, in dem alles ordentlich in Reih und Glied steht, damit nur nichts aus dem Rahmen, aber alles hübsch ins Auge fällt.
Es ist sonnenklar, dass das Film-Team nicht nur diesen Raum sehen muss und soll, sondern auch sein Ankleidezimmer mit den akkurat aufgestellten unzähligen Schuhen, die in ihrer vollen Schönheit gegeneinander konkurrieren.
Alles in Franks Haus, in dem er mit seiner "Lebensgefährtin Alexa" ein einträchtiges Miteinander führt, ist aufgeräumt und blitzblank,
und ich bin sicher, dass jedes Staubkörnchen bereits vor der Haustür gnadenlos abgewiesen wird, als handele es sich um Zugehörige der Zeugen Jehovas.
Und sicher würde kein Gast in seinem Heimkino Popcorn essen wollen - es könnten schließlich Krümel aus dem Mund oder während der starren ängstlichen Begeisterung angesichts eines Horrorfilms zu Boden fallen.
Und natürlich meine ich mit "Alexa" die Sprachassistentin, die durch Ansage steuerbar ist, keine Mucken macht, nie Widerworte gibt und einfach nur smart ist.
Frank lebt allein in seinem Haus, und eine Schnibbelhilfe hat er nicht engagiert: er stemmt alles allein, und womöglich würden ihm helfende Hände ohnehin im Weg stehen - und ihn eher behindern.
Das Menü
Dass er die fein durchdachte Vorspeise auf eckigen Tellern serviert, hat die Absicht, Speise und Geschirr zu einer Einheit zu verbinden, damit es harmonisch aussieht. Dass die Teller aus Schiefer sind, ist ein Nachteil, den er selbst bemängelt: denn das kratzt so unschön beim Schneiden. Es soll auch andere eckige Teller geben ...
Der Hauptgang mit dem Iberico-Schwein und weiteren Zutaten (s. o.) sieht ebenso schön aus. Für Adib, der kein Schweinefleisch isst, gibt es ersatzweise Rinderfilet.
Die Gäste loben, loben, loben - und auch der Nachtisch mit etlichen Zutaten enttäuscht sie nicht.
Fazit
Frank ist pingelig, präzise, übergenau - keine für andere Menschen einfachen Eigenschaften. Eine Chaotin hätte sicherlich keinen Platz in seinem Leben.
Manches erwähne ich absichtlich eher selten, aber wenn es doch so sehr ins Auge fällt wie heute ... bei Kira, die in ihrem ärmellosen
T-Shirt die Kritzel-Tattoos so sehr in den Vordergrund stellt: sie sehen aus, als wären sie eine Vorlage für ein Kinder-Malbuch, das zur kreativen Weitergestaltung auffordert.
Vielleicht bin ich auch nur neidisch, weil sie so sommerlich draußen herumlaufen kann - während ich mich dick einmummeln muss fürs Spazierengehen mit meiner Hündin Momo.
Adib schwingt Reden - und wird von Kira ausgebremst, weil diese Reden sie triggern. Da er nur Belanglosigkeiten von sich gibt, verstehe ich ihre Probleme nicht. Aber natürlich bekomme ich als Zuschauerin auch nicht die Gesamtlänge seiner Reden zu hören.
Der Gastgeber ist so aalglatt wie sein Haus. Aber ich mag es, dass er durchaus und trotzdem die Nachbars-Katze hineinlässt, obwohl sie schließlich ein paar Spuren hinterlässt.
Die Punkte für Frank: je 9 geben Kira und Adib, 8 gibt Sascha und nur 7 Punkte ist Andreas dieser Abend wert.
Am 2. Tag liegt er mehr als verdient mit 33 Zählern auf dem bislang 1. Platz.
Guten Morgen, Gruß Silvia
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