Montag, 29. Mai 2017

29. Mai 2017 - ZDF (heute ab 20.15 Uhr) - Der Mann ohne Schatten



Darsteller:

Jan Josef Liefers
Henry Hübchen
Stefanie Stappenbeck

Alina Levshin
Gudrun Landgrebe


Regie: Carlo Rola


Der Mann ohne Schatten

und am Ende des Films vermisst man die großartige Deutung des Ganzen, die sich dann doch in der jüngeren deutschen Geschichte wieder findet,

die noch für viele Jahre als ergiebig angesehen werden kann und erst dann keinen Stoff mehr bietet, wenn alle damaligen fiktiven Beteiligten an diversem Unheil, das sie über die Menschen brachten, längst verstorben sein werden. Dann bleiben noch die Möglichkeiten, derartige Filme in der Vergangenheit spielen zu lassen.

Dieser spielt in der Gegenwart: Katherina (mir "e") vermisst seit 30 Jahren schmerzlich ihren Bruder, der damals in die DDR gegangen sein soll,

und auch da sie nun ihr Elternhaus verkaufen muss,

sucht sie noch einmal dringlicher nach Martin Gebhardt.

Sie wendet sich an den Anwalt Joachim Vernau, dessen Kanzlei gerade nach einer Explosion in einem anderen Stockwerk im Chaos versinkt:

Vernau wird von Jan Josef Liefers gespielt, der in den ersten Momenten des Films eine leichte Überleitung von seiner wohl

bekanntesten Rolle,

dem Gerichtsmediziner Boerne hinlegt.

So finden sich die Fans müheloser ins doch differente Wesen des Anwaltes.

 Vernau fliegt nach Kuba, denn

dort vermutet Katherina ihren Bruder.

In Havanna stolpert der Gesuchte dem Anwalt schnell über die Füße, und um die Sache zu einem Ende zu bringen,

unterschreibt Gebhardt rasch eine Verzichtserklärung auf den Anteil seines Verkaufserlöses für das Elternhaus. Weiterhin will er Katherina nicht sehen -

doch diese ist alarmiert, als er ihren Namen Katharina und nicht Katherina schreibt - sie glaubt, dass er nicht ihr Bruder ist ...

und reist selber nach Havanna.

Unterdessen hat Vernau eine Liebesaffäre mit einer geheimnisvollen jungen Frau, die er, der Playboy, sogar bittet,

zu ihm nach Berlin zu ziehen.

Während man hier von einem örtlichen Tapetenwechsel der Serie über den Anwalt Vernau sprechen kann, da der Film hauptsächlich in Havanna spielt,

werden in seiner Kanzlei die Tapeten von den zwei lieben Tantchen des Anwaltes

symbolträchtig aus der Zeit,

als viele das System im Westen ablehnten, um in den hoffnungsvollen Osten des Landes zu gehen,

gefischt und an die Wände angebracht.

Da sitzt er nun wieder in Berlin und nimmt dankbar den Drink, den ihm seine Kollegin Marie-Luise reicht: Sauf sie dir schön,

sagt sie und er antwortet:

Man kann sich Frauen schön saufen, aber keine Tapeten.

Recht hat er: Denn diese Tapeten sind das Schrägste, was man sich denken kann - und die Frage ist, ob die jemals modern waren.

Ein Film, in dem sich Henry Hübchen und Jan Josef Liefers auf Augenhöhe begegnen,

und wären die beiden Film-Charaktere nicht so unterschiedlich in ihren Wesen, könnten sie beinahe die besten Freunde werden. Hier und da habe ich mir eine solche Wendung gewünscht ...

Dreieinhalb von fünf möglichen Sternen von hier aus. Ein bisschen gestilltes Fernweh inklusive.


Guten Tag, Gruß Silvia


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen