Freitag, 20. Oktober 2023

20. Oktober 2023 - Charlie war da ...



Charlie war da ...

Wir hatten nur unsere gemeinsamen 17 Monate, denn Charlie war nicht mehr jung, als ich ihn aus einem Tierheim adoptiert habe - und er war herzkrank. 17 Monate können lang oder kurz sein, und ich empfand diese Zeit als eine zu kurze - und hätte ich am Anfang dieser Zeit um die begrenzte Länge gewusst,

ich hätte jeden Tag zu einem sehr besonderen gemacht. Auch, wenn das natürlich schwierig ist.

Meine Erinnerungen an den einzig wahren Buddhisten Charlie sind die allerbesten, und er fehlt, und ich bedauere so sehr, dass ich ihn

nicht all seine Lebensjahre lang gekannt habe. Geboren in 2010 - gestorben am 12. Dezember 2022; mit der gnädigen Hilfe der Medizin und einer Tierärztin.

Charlie war der liebenswürdigste Hund der Welt, und er war der friedvollste: sein Motto lautete in aller Kürze: Leben und leben lassen. In der längeren Version hätte er gesagt, dass man jeden so nehmen muss wie er ist und an jedem einzelnen Lebewesen etwas Liebenswürdiges finden könnte.

Das jedoch fiel ihm selber ein wenig schwer, denn in der Regel interessierte Charlie sich weder für viele andere Hunde noch für die meisten anderen Menschen.

Charlie hatte sich mich als seinen letzten Menschen ausgesucht - und neben einer Handvoll anderer Menschen - reichte ich ihm völlig aus. Er wollte mir stets gefallen und mich glücklich machen, und genau das hat er geschafft.



 Und von Zeit zu Zeit, nicht allzu oft, aber auch nicht gerade selten, besucht

Charlie mich in meinen Träumen. Wir laufen gemeinsam über blühende Wiesen, und manchmal bellt er sogar hell, laut und glücklich  (was er in unseren 17 Monaten auch lediglich im Schlaf gemacht hat). Wir laufen durch die Stadt, er wie immer ohne Leine, ich mit der Sicherheit, dass ihm trotzdem nichts passieren wird.

Diese Traum-Momente sind kostbar, und durch sie können wir ein wenig die uns fehlende Zeit ersetzen. 


Charlie war ein Traumhund, aber er hat es leider nicht gewusst ... von seinen mindestens zwei Vorbesitzern wurde er in seinem normalen hündischen Verhalten ziemlich eingeschränkt ... ich gehe nicht näher drauf ein, weil es ohnehin gar nichts ändern würde.

Ich bin nur froh, dass wir wunderbare 17 Monate hatten - eine sehr wichtige Zeit in meinem Leben.

Und ich freue mich über jeden nächtlichen Besuch von Charlie, denn ein jeder ist einfach

traumhaft schön.


Guten Tag, Gruß Silvia



19. Oktober 2023 - Vox - Das perfekte Dinner - Motto: Nachhaltiger Konsum - Donnerstag in Hamburg bei Lisa




"Lisi Lemon"
Vorspeise: Grünzeug / Dattel / Zitrone
Hauptgang: Pasta / Zitrone / Weißwein
Nachtisch: Zitrone / weiße Schokolade / Honig


Zitronen-verrückt ...

Dort, wo andere Leute auf ihren Armen vielleicht den Namen ihres liebsten Menschen oder auch sein Konterfei als Tattoo verewigt haben, protzen bei Lisa Zitronen. Mit einer Kaffeetasse im Zitronen-Design (oder ist dort heiße Zitrone drin?) betritt sie die Szene, um durch ihren zitronigen Dinner-Tag zu führen. Die Hauptakteurin neben der 25jährigen Lisa ist die eingereiste Zitrone, denn so wirklich will sie in Deutschland nicht wachsen, obwohl ich auch schon mal ein kleines Balkon-Zitronenbäumchen erfolgreich plündern durfte.

Und da auch Lisa sich in einer Motto-Woche befindet, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben hat, betont sie mehrmals, dass für sie "Nachhaltigkeit vor allem bedeutet, auf Wochenmärkten einzukaufen" ... Sie ist ein nettes junges Mädchen und möchte alles richtig machen, und vor allem möchte sie ihren TV-Auftritt gut über die Bühne bringen.

Manch ein Bauer auf einem Wochenmarkt verkauft allerdings wesentlich mehr Produkte, als er je selber erzeugen könnte. Es gehört eben auch viel Vertrauen zu jedem Einkauf ...

Lisa hingegen will auch Werbung für ihren Food-Blog machen, in dem sie ihren "Fans" besonders gern verklickert, wo in Hamburg man gut frühstücken kann. Braucht die Welt nicht, ist aber nett! Wie vieles andere auch, zum Beispiel mein Blog.


Das Menü

Mir kommt die Idee, dass sich für diese Motto-Woche auch Leute beworben haben, die gar nicht mal so gut kochen können, aber sich in einer "normal" verlaufenden Woche eventuell mehr verzetteln (und blamieren) könnten, als in dieser vegetarischen - und sie sich somit dieser Aufgabe nicht gewachsen gefühlt hätten. Da ist das Gäste-Publikum, das Vegetarisches erwartet, nachsichtiger ...

Lisa lebt nicht fleischlos, sie kocht nur zu Hause kein Fleisch, wie sie erzählt ... ist ja auch schwierig, ein Steak auf den Punkt zu braten, wenn man sogar Champignons in Sahne ertränkt zu Tode gart.

Lisa versucht sich an Nudelteig, und der sieht sogar gelungen aus und wird samt Ricotta und Zitrone zu Ravioli.

Zum Nachtisch reicht sie einen Käsekuchen mit weißer Schokolade und ... natürlich Zitrone.


Fazit

Zitrone passt eigentlich immer als Nebendarsteller. Heute ist die saure Frucht eben mal eine Hauptdarstellerin. Für

Deborah bedeutet das allerdings nicht, dass "sauer besonders lustig macht", denn sie lacht permanent, auch ohne Zitronenbeteiligung ... sogar ohne Lach-Anlass. Einfach so. Sie muss extrem gut gelaunt sein.

Andere kann genau das schon mal und auf Dauer ziemlich nerven.

Doch bevor das passiert, hier die Punkte für Lisa, die ihr nachhaltiges Herz samt einem Spritzer Zitrone an Wochenmärkte
verloren hat:

je 8 Punkte geben Marvin, Alex und Liya, 7 gibt Deborah.

Für einen Gewinn reicht das nicht. Gut so.


Guten Morgen, Gruß Silvia

Donnerstag, 19. Oktober 2023

18. Oktober 2023 - Vox - Das perfekte Dinner - Motto: Nachhaltiger Konsum - Mittwoch in Hamburg bei Deborah



"Garden‘s Finest"
Vorspeise: Gartenmezze - Bohnensalat / Erbsen-Hummus / Zucchini-Knoblauch-Dip
Hauptgang: Polenta-Taler mit Tomatensoße
Nachtisch: Gegrillter Pfirsich mit Pistazien


Gärtnerin aus Leidenschaft und Überzeugung

Was nachhaltiger Konsum bedeutet, hat die 36jährige Deborah insoweit verinnerlicht, dass ihr kein neues Möbelstück ins Haus kommt, weil alles Gebrauchte noch zu verwenden ist, was nicht aus eigenem Antrieb auseinanderfällt und das Zeitliche segnet. Jeder muss so leben, wie er es mag, selbst wenn er seine Bücher lieber nach Farben als nach Genres sortiert. Mich würde diese Sortierung kirre machen, und ich würde nie mehr ein gesuchtes Buch wiederfinden. Aber vielleicht liest Deborah nicht so gern,

sondern schreibt lieber selber Bücher: drei hat sie bereits verfasst, und es geht um nachhaltiges Leben oder Gärtnern oder gleich um alles zusammen. Die Titel kenne ich nicht.

Voller Freude präsentiert sie ihren Schrebergarten und all seine Schätze. Einige davon sammelt sie ein und bringt sie per Fahrrad nach Hause, um ein möglichst perfektes Dinner für ihre Gäste vorzubereiten.

Falls sie die dieswöchige Veranstaltung gewinnen sollte, würde sie das Preisgeld in ein E-Lastenfahrrad investieren. Allerdings muss sie das gewünschte

Fahrrad nun durch anderen Verzicht finanzieren,

denn sie wird nicht gewinnen. Warum nicht? Vielleicht auch, weil sie nicht besonders gut kochen kann?


Das Menü

Im Großen und Ganzen kommen drei Gänge so auf den Tisch, wie sie in obiger Speisekarte stehen. In der dreiteiligen Vorspeise fungiert jeder einzelne Bestandteil für sich selber, denn sie finden keinen Bezug zueinander.

Der Hauptgang sieht ... wie soll ich es sagen ... zu ärmlich aus, um als Teil eines angedachten perfekten Dinners auch nur ansatzweise durchzugehen.

Der Nachtisch begeistert die Gäste: vermutlich deshalb, weil er der erste Gang ist, der überhaupt nachhaltige Beachtung findet.

Ich empfinde auch den Nachtisch als eine simple Kiste: ein paar Pfirsichhälften angrillen, Streusel und Pistazien hinzu = fertig.

Ein Menü ohne Pepp und Charakter, und nicht nur haarscharf, sondern völlig am Thema "perfekt" vorbei.


Fazit

Interessant ist der Gang durch ihren Schrebergarten, in dem alles ziemlich wild wachsen darf - obwohl ich immer gedacht habe, dass es

strenge Ordnungen in solchen Gärten gibt. Schön, wenn es hier und da nicht mehr der Fall ist.

In Deborahs heimischer Küche geht es uninteressant weiter, weil sie wohl Gärtnerin, aber keine Köchin aus Leidenschaft ist.

Die Punkte: je 7 geben Marvin, Alex und Lisa, 8 gibt Liya.

Mit 29 Punkten liegt sie am 3. Tag auf dem zum Glück bislang auch 3. Platz.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Mittwoch, 18. Oktober 2023

17. Oktober 2023 - Vox - Das perfekte Dinner - Motto: Nachhaltiger Konsum - Dienstag in Bad Salzuflen bei Marvin



Vorspeise: Champignons / Kartoffeln / Erbsen
Hauptgang: Nudeln / Meer / Hartkäse
Nachtisch: Tante Trautchens Schokomousse, Vanille & Pfirsich


Es gibt viele bedrohte Arten,
aber nur eine nachhaltig drohende.
© Michael Marie Jung (*1940)

In dieser Woche geht es um nachhaltigen Konsum und vegetarische Speisenpräsentationen. Und bis zum heutigen Dienstag fällt mir keiner der Teilnehmer negativ belehrend oder arrogant seine nachhaltige Lebensweise verteidigend auf. Vermutlich lebt sogar niemand der Teilnehmer - oder höchstens eine Kandidatin? - wirklich vegetarisch. Zusammengefasst wird vegetarisch gekocht und ein wenig über Nachhaltigkeit geplaudert.

Der 28jährige Marvin lebt in dem ruhigen, von vielen älteren Kurgästen bevölkerten Bad Salzuflen. Womöglich hat das Ruhige ziemlich auf ihn abgefärbt, denn am Ende sehen zwar seine drei Gänge sehr hübsch aus, die Sendung im

allgemeinen langweilt enorm. Dass er in dieser Motto-Sendung mitwirkt, weil die Teilnahme ihm helfen soll, vom vielen Fleischkonsum loszukommen - ist nur ein Lippenbekenntnis. Als würde man durch irgendeine dieser Sendungen auch nur ein bisschen schlauer oder Gewohnheiten ändern: abzunehmen hat er (vor ein paar Jahren?) auch ganz allein geschafft - es sollen sogar 35 bis 40 kg in nur 3 Monaten gewesen sein.

Und dass er sich nicht wirklich für Nachhaltigkeit interessiert, zeigen seine vielen Blumengebinde aus Plastik, die überall auf Holzplatten festge(klebt?) sind. Plastikblumen sind nicht nur hässlich, sondern auch überhaupt nicht nachhaltig: irgendwann sehen sie verblasst aus und landen im Müll, auch, wenn sie rein theoretisch Generationen überdauern können.

In Zukunft teilt er sich vielleicht die Räumlichkeiten in dem bislang allein bewohnten Haus mit einer Freundin, denn kurz vor Drehbeginn hat es zwei Leute erwischt und sie sind ein Paar. Zu den Räumlichkeiten

muss ich jedoch bemerken: alle politischen Vorstöße, Wohnraum nach einem tatsächlichen Bedarf zuzuteilen, sind

absolut gaga und übergriffig! Jeder soll wohnen dürfen wie er möchte.


Das Menü

Zur Vorspeise gibt es neben einer Champignonsuppe jede Menge kleinteiliges Gemüse, das Marvin als Umstandskrämer wie er im Buche steht einzeln und mit Hilfe einer Pinzette auf die Teller bugsiert. Ich muss wegsehen ...

Zum Hauptgang simulieren Möhren samt Noriblättern und labfreiem Käse als Auflauf zubereitet - eine fischartige Speise.

Als Nachtisch gibt es Vanille-Eis mit Pfirsichsoße und Krümeln eines Florentiners - oder sind es keine Krümel, sondern Stücke?

Meine Aufmerksamkeit sinkt, weil der Unterhaltungswert völlig fehlt.


Fazit

Es ist nicht viel los an diesem Abend, und nur Deborah lacht und gackert unablässig. Die Gründe kennt nur sie allein.

Am Ende trumpft Marvin selbstbewusst auf, dass er fast das perfekte Dinner serviert hat und sich selber 9 Punkte geben würde ... zuvor war von solch einem temperamentvollen Schwung nichts zu spüren, jetzt am Ende ist es überheblich.

Die Punkte: 9 gibt Deborah, je 8 Alex und Liya, 7 gibt Lisa.

Mit 32 Zählern liegt er am 2. Tag auf dem bislang 2. Platz. Und ich bin - vorhin noch hellwach - wieder müde geworden in der Erinnerung an die gestrige Marvin-"Show".


Guten Morgen, Gruß Silvia





Dienstag, 17. Oktober 2023

16. Oktober 2023 - Vox - Das perfekte Dinner - Motto: "Nachhaltiger Konsum" - Montag in Rödinghausen bei Alex



Vorspeise: Zucchini erschrickt sich vor den Hühnern, fällt ins Kräuterbeet und cremt sich danach ordentlich ein
Hauptgang: Die Kartoffel lädt Erbse und Blumenkohl ein, und die Erbse bringt einen asiatischen Bekannten mit
Nachtisch: Lavendel nimmt mit seinem Freund Honig ein Bad in Milchprodukten, und ihnen wird dann noch richtig eingeheizt


Dichter und Selbstversorger

Vielleicht ist die obige Speisekarte Alex' einziger Ausflug in die Welt der Kitsch-Dichter, andererseits könnte er ähnliches auch für die angedachte und geplante Vermarktung seines Viehbestandes vorgesehen haben, aber dann möchte ich doch lieber nicht irgendwann lesen,

wie er die fernsehbekannte Sau Resi anpreist, wenn ihre Zeit gekommen ist ...

Bislang ist die in den Wehen liegende Resi, die nach und nach ihre Ferkel zur Welt bringt, nämlich mein Liebling der Woche ... ob noch der eine oder der andere Liebling hinzukommt? Ich weiß es nicht.

Während Alex kocht, bin ich mit meinen Gedanken eher im Stall bei Resi - obwohl es sich hier natürlich um keine Live-Sendung handelt und Resi die Qualen längst überstanden hat ... und neuen entgegensieht? Wie oft müssen Säue eigentlich werfen, um für den Bauern rentabel zu sein?

Im Moment der Aufzeichnung ist Alex "in Elternzeit". Aber er plant die Selbstversorgung seiner Familie in die Vermarktung umzuwandeln, denn er "produziert" viel mehr Fleisch als seine Familie, die ohnehin meist fleischlos isst, braucht. Ja, wenn nur das das Problem wäre ... könnte er ja auch neue Geburten mühelos verhindern.

Als Stadtkind bin ich hier geflasht: niemals könnte ich Teile eines Tieres essen, das ich selber großgezogen und dem ich einen Namen gegeben habe. Es würde mir glatt im Hals stecken bleiben und einfach nicht runter-, aber wieder rausrutschen ... das wäre ein Reflex, gegen den ich nichts tun könnte.

Aber auch Alex ist kein Bauer in langer Tradition bäuerlicher Vorfahren. Den Hof samt Haus, gebaut in 1905, haben sie in den Ebay-Kleinanzeigen gefunden ... seit wann sie hier leben, weiß ich nicht.


Das Menü

Trotz der Speisekarte, die in eine Kurzgeschichte verwoben ist, weiß man, was seine Gäste auf die Teller bekommen. Zumindest das bleibt nicht unklar.

Das Menü sieht durch die Bank gut und schmackhaft aus. Einzelheiten habe ich gerne verpasst, weil ich mit meinen Gedanken bei Resi war.


Fazit

Insgesamt geht es in dieser Woche um einen möglichst nachhaltigen Konsum. Das beinhaltet natürlich nicht nur regionale und saisonale Speisen, sondern auch zum Beispiel und heute die

Anfahrten der Gäste: augenscheinlich kommen alle einzeln mit einem Taxi auf einem Feldweg vor dem Hof an. Allerdings glaube ich nicht, dass Vox ausgerechnet in einer Nachhaltigkeits-Woche diesen groben Fehler begeht - und ihn versehentlich auch noch filmt.

Eher sieht es nur so aus, als kämen alle einzeln an, denn es geht ganz sicher hauptsächlich um die dicke, fette Werbung, die auf dem Taxi steht - und die dem Zuschauer eher auffällt, wenn alle einzeln aus dem Auto steigen.

Und wo ist eigentlich Rödinghausen? Und woher kommen die anderen Gäste? Wenn sie nicht aus der unmittelbaren Nähe kommen, organisiert Vox in der Regel die Anfahrten.

Die Punkte gelten dem Dichter und Hobby-Koch Alex: je 8 geben Deborah, Lisa und Liya, 9 gibt Marvin.

Alex kann sich für insgesamt 33 Zähler auf die Schulter klopfen.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Samstag, 14. Oktober 2023

14. Oktober 2023 - Glücklich Rauchfrei? - Soweit bin ich sicher noch lange nicht ...




Heute ist mein 14. rauchfreier Tag, was aber einerseits nicht bedeutet, dass ich von nun an jede Woche über Fort- oder Rückschritte berichte,

sondern dies vielleicht erst in einem halben Jahr zusammenfasse, denn

Aller Anfang ist schwer

... und der Anfang ist genau so schwer, wie ich ihn mir vorgestellt habe, was jedoch nicht bedeutet, dass meine Erwartungshaltung das Unternehmen "rauchfrei" unnötig verstärkt hätte, sondern dass es einfach wirklich unglaublich schwer ist, die Glimmstengel loszulassen. Sie waren Begleiter in guten und nicht so guten Zeiten, haben mich beim Feiern ebenso unterstützt wie beim Trauern oder in belanglosen Zeiten. Sie waren die verlässliche Größe, durch die man sich neben Freude und Entspannung auch Erleichterung verschaffen konnte.

Aber: das ist alles nur antrainiert! Suchtmittel verschleiern die Wirklichkeit, und sie gaukeln uns eine Unentbehrlichkeit vor, die wir uns einbilden. Die Tatsache ist: man kann auch ohne Zigaretten ein schönes Leben führen.

Aber, wer so lange geraucht hat wie ich, der glaubt das erst einmal nicht. Die Vorstellungskraft ist durch die vielen rauchintensiven Tage in dieser Hinsicht eingeschränkt. Und so kreisen meine Gedanken - seit 14 Tagen - auch

meistens um den Wunsch, eine Zigarette anzuzünden. - Natürlich hatte ich keine Zuhause, sonst wäre ich ohne schlechtes Gewissen diesem Wunsch rasch gefolgt. Der Weg zum nächsten Zigarettenladen indes erfordert mehr Einsatz und auch mehr Vorsatz,

der vorgenommenen Rauchfreiheit zu entkommen. Bis jetzt habe ich es geschafft, keine Zigaretten zu kaufen. Seit mehr als 14 Tagen. Ich beabsichtige, dass mein Vorhaben am Ende von Erfolg gekrönt sein wird.

Aber ich bin noch nur vorsichtig optimistisch - und gehe einen rauchfreien Tag nach dem anderen an.

In den ersten rauchfreien Tagen habe ich unter einem Phänomen gelitten, das dem "Phantom-Schmerz" nicht unähnlich ist: ich hatte den Geschmack der Zigaretten auf der Zunge liegen - obwohl ich gar nicht geraucht hatte.

Die gute Nachricht ist natürlich, dass es keine körperlichen Entzugserscheinungen gibt, wenn ich die begleitende schlechte Laune nicht dazu rechne.

Und ich habe auch nicht immer schlechte Laune: Momo, meine kleine Hündin, heitert mich auf und gibt mir Kraft. Meine beste Freundin erfreut mich auf ihre eigene Weise und gibt mir Kraft.

Im allgemeinen lasse ich mich aber von der schlechten Laune gerne selber in die Mangel nehmen. Alles nicht so Gute ist auf einmal doppelt so schwer,

alles Gute ist nur noch halb so schön.

Die Erkenntnis wächst jedoch, dass ich etwas zu meinem Lebensinhalt gemacht habe, das es gar nicht wert ist. Es kann krankmachen, die Energie schmälern, und teuer ist es zudem auch noch.

Ich schaffe den endgültigen Absprung - und melde mich diesbezüglich in einem halben Jahr wieder.


Guten Tag, Gruß Silvia




13. Oktober 2023 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Mannheim/Heidelberg bei Tobias




Vorspeise: Burrata, Tomate, Pfirsich, Granatapfel
Hauptgang: Nocken, Pilze, Parmesan
Nachtisch: Baiser, Früchte, Liquid Cocaine


Dynastie

Der 37jährige Tobias ist Florist aus Leidenschaft, und aus diesem Grund - und zu Werbezwecken in eigener Sache - haben wir Zuschauer in den letzten Tagen vier hervorragend schöne Blumenstrauß-Kompositionen sehen können, die er den jeweils anderen Kandidaten mitgebracht hat. Er ist nicht der erste blumen- und pflanzenvernarrte Mensch in seiner Familie,

denn bereits sein Großvater hatte mehrere Blumenläden. Tobias folgt also der Idee seiner Dynastie.

Wir sollten insgesamt mehr auf die Blumen achtgeben - und nicht, dass sie durch Bomben zerstört werden. Insgesamt tue ich mich ein bisschen schwer mit einem leicht-flockigen und lockeren Beitrag zum Dinner, wenn ich an all die

entführten und vorgeführten und gedemütigten Opfer der Hamas denke.

Krieg ist sowas von aus einer anderen Zeit ... dass ich das nicht mal in Worten beschreiben kann.

Kleinkrieg kann es allerdings jeden Tag geben, denn im Kleinen ist der Mensch doch weniger vernünftig als im Großen? Oder? Für die großen Dinge hat jeder Staat seine Berater, die ihn im besten Fall auf einen klugen Weg bringen, im schlechtesten auf einen Irrweg.

Heute erscheint Ella als ein floraler Engel - denn sie weiß schließlich, wie sie sich zu welcher Gelegenheit zu kleiden hat. Wer das nicht beherrscht und morgens nach dem nächstbesten Kleidungsstück greift, ist in ihren Augen

oberflächlich.

Natürlich ist niemand in solch einer Sendung oberflächlich gekleidet. Aber: es gibt Menschen, die sich am frühen Morgen gar nicht an den

Code ihres Kleiderzimmers erinnern - und deshalb schlampig in die Klamotten von gestern steigen. Gut, dass

Ella sich immer an den Code erinnert.

Ich schweife ab.

Heidi hat salbungsvolle Worte über ihre Mitstreiter: in jeder steckt eben eine Philosophin.

Ungern erwähne ich Ellas dicke Lippen, denn sie scheinen in dieser Woche täglich ein bisschen voluminöser geworden zu sein ... hoffentlich haben die Patienten in der orthopädischen Praxis, die sie managet, keine Sorgen vor

dicken Knien, wenn sie eine Spritze bekommen ... Man weiß ja nie.

Schön geht anders und auch niveauvoller.

Meine Gedanken waren heute an einem anderen Ort, aber was ich von Tobias' Kochkünsten gesehen habe, war subjektiv sehr gut. Seine Punkte sind dennoch unter denen von

Heidi: je 8 geben Ella, Gerhard und Heidi, 9 gibt Carl.

Mit 33 Umdrehungen unterliegt er der

Super-Heidi, die wie eine "bunte Hündin" durch Heidelberg wandelt und von jedem gekannt wird.

Ich werde sie hoffentlich bald vergessen, denn was mir heute von ihr in Erinnerung bleibt,

ist die Furcht vor einem nächtlichen Traum, in dem ich durch diesen entsetzlich kaputten Tanzsaal schwebe und Angst vor Geistern, die durch Löcher kommen, habe,

während

Stephen King darüber gerade sein neues Buch anfängt.

Guten Morgen, Gruß Silvia