Sonntag, 21. Oktober 2018
21. Oktober 2018 - Mein Hunde-Sohn Robin - 10. Teil -
Das Ding mit der "neuen" Nachbarschaft
Es gab eine Vorhunde-Zeit und eine Zeit mit Hund, und die unterscheidet sich grundsätzlich in vielen Bereichen. Früher ging ich morgens aus dem Haus, kam abends wieder, traf in der knappen Zeit kaum Leute auf der Straße, kurz: Ich kannte meine Nachbarn überhaupt nicht.
Als die Hunde-Zeit begann, fing meine Bekanntschaft mit der "neuen" und dennoch nicht neuen Nachbarschaft an. Die musste nicht gleich so sein wie im Hitchcock-Thriller
"Das Fenster zum Hof" (wer weiß, wer solch eines nutzt?) oder sogar wie in "Rosemaries Baby" - zum Gruseln schön, wenn man selber nichts damit zu tun hat. Auch einen Nachbarn nach Art von "Arlington Road" habe ich zum Glück nicht kennen gelernt.
Erst für diese Geschichte über Robin habe ich wirklich registriert, wie viele Nachbarn wir eigentlich kennen - obwohl wir in einer Großstadt leben.
Gerade eben (Oktober 2018) habe ich erfahren, dass unsere Nachbarin Frau F. in ein Altersheim gegangen ist. Sie war noch nicht wirklich alt, aber sie hatte mehrere Nierentransplantationen. Das weiß ich noch von ihr selber. Aber sie werde ich vermutlich nicht mehr sehen.
Das macht den Unterschied zwischen Freunden und Nachbarn. Wenn jemand - aus welchen Gründen auch immer - wegzieht, sieht man sich höchstens durch Zufall wieder.
Der schöne Robin allein gab genug Anlass, dass tierliebe Leute damals wie heute stehen bleiben, man einen kleinen Plausch hält - und sich über dieses und jenes austauscht. Die Leute, die selber Hunde haben, kennt man ohnehin. Es sei denn, ihre Hunde bekommen keinen Auslauf ...
Robin hatte noch mehr Freude als ich, wenn sich Menschen mit Interesse an seiner kleinen Persönlichkeit ihm zuwandten. Er dankte es ihnen mit stetigem Wiedererkennen, egal, wie lange er sie zuvor nicht mehr gesehen hatte.
Im Jahre 1999 - fünf Jahre vor Robins Geburt - war ein Nachbarschaftsstreit in aller Munde: Regina Zindler verlangte in einer Gerichts-Show, dass ihre Nachbarn einen Knallerbsenstrauch entfernen sollten, der ihren Maschendrahtzaun beschädigte ... Stefan Raab veralberte die Protagonistin der Show für ihren Dialekt und wer weiß was sonst noch ... Damals sollen noch wirkliche Fälle in derartigen Shows verhandelt worden sein.
Zum Glück kenne ich solche Knallerbsen-Verhältnisse hier nicht. Und zu einem noch größeren Glück wohnt auch Stefan Raab nicht in meiner Nachbarschaft.
Es ist schon ein Ding mit der Nachbarschaft. Über manche freut man sich, andere übersieht man einfach. Doch auch hier hat es sich längst eingebürgert, dass man sich grüßt - vor allem, wenn man sich öfter trifft.
Robin hatte in seinen ersten Lebensjahren eine besondere Vorliebe für junge Mädchen und junge Frauen. Im Laufe der Zeit durften die Frauen auch schon mal älter sein, und Männer durften ihn ebenfalls streicheln. Hauptsache: Tierlieb!
In der letzten Zeit flaut sein Interesse an den Bekanntschaften ein wenig ab, obwohl er noch immer mein bester Robin aller Zeiten ist.
Dafür interessieren sich besonders Nachbarn, die ihn länger nicht gesehen haben, für ihn, und fragen nach seinem Alter, seinen Beschwerden ...
Doch ich kann allen sagen: Soweit geht es dem bald 15jährigen Robin gut. Ein bisschen ist es das Herz, ein bisschen das rechte Auge - aber wir bleiben tapfer.
Immerhin ist er medikamentös gut eingestellt und hat keine Schmerzen.
Das freut die Menschen. Und mich erfreuen die Menschen, die daran Interesse zeigen.
Fortsetzung folgt
Copyright Silvia Gehrmann
Samstag, 20. Oktober 2018
20. Oktober 2018 - Die falsche Reihenfolge ... Eine Friedwald-Bestattung
Die falsche Reihenfolge
Wenn es eine falsche gibt, so gibt es auch eine richtige. Mutter oder Vater sterben vor ihren Kindern, und nicht danach. Da ich selber keine Kinder habe, wird mich dieses Schicksal niemals ereilen -
oder doch?
In stellvertretender Mission?
Es gibt die Co-Abhängigen bei allen Süchten. Gibt es auch die Co-Trauernden?
Mein Mann hatte ein einziges Kind, einen Sohn Michael (er hieß wie sein Vater).
Er, der Sohn, starb Anfang September 2018 - und wie wir erfahren haben, nur drei Tage nach dem
Krebs-Tod seiner Mutter.
Ich lernte meinen Mann kennen, nachdem er bereits von seiner ersten Frau geschieden war - und ich, blutjung und nicht bereit für Kinder
konnte diesen Sohn niemals so annehmen wie es erfahrenere Frauen vielleicht können.
Heute ist die Asche von Michael in einem
Friedwald
beigesetzt worden.
Eine Friedwald-Beisetzung war, seitdem ich davon gehört hatte, mein Wunsch für eine eigene Bestattung - irgendwann.
Daher gefiel meinem Mann die Idee auch für seinen Sohn.
So konnten wir unvermutet und unerwartet und auf alle Fälle unerwünscht
schon einmal mitbekommen,
wie schön solch eine Bestattung sein kann. Falls man in diesem Zusammenhang überhaupt von "Schön" reden darf.
Es war ein harter Tag und dem gingen viele andere voraus, doch man muss mit dem leben, was einem das
Leben beschert.
Michael, dessen Asche nun begraben ist, hinterlässt außerdem eine sehr alte Oma, die mir in der Seele leid tut (innerhalb von ein paar Tagen hat sie sowohl ihre Tochter als auch den Enkelsohn verloren) - ich kenne sie gut -
und ich schätze sie.
Man muss das Leben nehmen wie es ist. Ich wünsche euch allen viel Trost in jeglicher Art von Trauer und jede Menge Glück
im Leben. Wir haben nur eines, und das muss man behüten wie einen großen Schatz.
So sieht die Plakette für das Friedwald-Grab aus.
Guten Tag, Gruß Silvia
20. Oktober 2018 - Mein Hunde-Sohn Robin - Teil 9
Sogenannte Zoobrücke zum Wald
Meine Höhenangst - und Robin, mein Therapeut
Die Höhenangst ist sehr schön im Hitchcock-Film "Vertigo" beschrieben. Egal, was passiert, egal, was droht, man fühlt sich unfähig, den Weg zu nehmen, der in die Höhe führt.
Zunächst und viele Jahre in meinem Leben hatte ich überhaupt keine Probleme mit Höhe, sondern stand ihr gelassen und gleichgültig gegenüber. Wie oft war ich zum Beispiel auf unserem Dortmunder Fernsehturm? Unzählige Male!
Irgendwann, ich war Mitte 20, erlebte ich Altbekanntes auf dem Frankfurter Fernsehturm plötzlich völlig anders. Der Turm schwankte (das muss er natürlich, aber man merkt davon in der Regel nicht viel), die Panik wuchs, denn ich war sicher, er würde gleich einstürzen. Dieses Panik-Gefühl war völlig neu für mich. Mein Magen drehte sich um, und ich dachte, ich könne keinen einzigen Schritt mehr machen, weder vor noch zurück ... ich würde einfach dort, wo es mich überfallen hat, stehenbleiben und irgendwann sterben ...
Mit dieser Akrophobie war ich nicht allein, sondern sogar in prominenter Gesellschaft:
Johann Wolfgang von Goethe und James-Bond-Darsteller (man lasse sich das mal wegen der waghalsigen Szenen auf der Zunge zergehen) Roger Moore litten unter Höhenangst. Natürlich hatte Moore einen Stuntman, der die Waghalsigkeit eines Bond, James Bond, stellvertretend übernahm.
Ich hatte keinen Stuntman, und trotzdem versuchte ich mich in der Zeit nach dem Frankfurter TV-Turm sogar am World-Trade-Center und am Empire-State-Building. Es war hoffnungslos. Ich würde heute noch dort stehen (auf dem WTC natürlich nicht, niemand vergisst Nine Eleven), wenn man mich nicht zu den jeweiligen Aufzügen runter auf die Straße regelrecht zurückgeschubst hätte.
Ebenso erging es mir in einem Restaurant im 16. Stock. Dort startete ich einen neuerlichen Versuch: Mit dem Ergebnis, dass wir vor dem Essen alle wieder gehen mussten, weil ich - wie sicher der eine oder andere meinte - herumzickte.
Es war jedoch kein Herumzicken. Es war eine tiefsitzende Panik.
Die begann bereits auf Brücken. Typisch für diese Störung des seelischen Gleichgewichts.
Zu Robins Lieblingswald gibt es einen freien Eingang und zig Brücken-Übergänge. Ich konnte Hochhäuser meiden und vieles andere auch,
aber wie sollte ich es auf Dauer vermeiden, über diese Brücken zu gehen?
Also entschloss ich mich todesmutig, hier und da mal eine Brücke im Laufschritt zu überqueren - nur um im Anschluss daran zu merken, dass mir für zwei Stunden Waldspaziergang speiübel war.
Mir war derart übel, dass der feinfühlige Robin sich ständig mit besorgtem Blick zu mir umdrehte. Dabei sollte ich schließlich auf ihn aufpassen - und nicht umgekehrt.
Ich muss etwas tun, entschloss ich mich ...
und ging fortan langsamen Schrittes und in der sicheren Protektion von Robin über Brücken. Die anschließende Übelkeit kalkulierte ich in einen Heilungsprozess ein,
denn mein Therapeut Robin ließ mich schließlich nicht im Stich. Und wenn er ohne Angst darüber laufen konnte, so sollte ich das auch können.
Es dauerte vielleicht ein paar Wochen und kostete viel eisernen Willen ... und seit diesem Zeitpunkt kann ich jede Brücke überqueren.
Einen Restaurant-Besuch in einem 16. Stock verkneife ich mir trotzdem, denn einen Rückfall möchte ich ungern riskieren,
obwohl ich denke, dass ich geheilt bin.
Dank Robin! Dank meiner Liebe zu ihm!
Und zu diesem schönen Herbsttag ein passendes Foto abseits von diesem Beitrag:
Fortsetzung folgt
Copyright Silvia Gehrmann
Meine Höhenangst - und Robin, mein Therapeut
Die Höhenangst ist sehr schön im Hitchcock-Film "Vertigo" beschrieben. Egal, was passiert, egal, was droht, man fühlt sich unfähig, den Weg zu nehmen, der in die Höhe führt.
Zunächst und viele Jahre in meinem Leben hatte ich überhaupt keine Probleme mit Höhe, sondern stand ihr gelassen und gleichgültig gegenüber. Wie oft war ich zum Beispiel auf unserem Dortmunder Fernsehturm? Unzählige Male!
Irgendwann, ich war Mitte 20, erlebte ich Altbekanntes auf dem Frankfurter Fernsehturm plötzlich völlig anders. Der Turm schwankte (das muss er natürlich, aber man merkt davon in der Regel nicht viel), die Panik wuchs, denn ich war sicher, er würde gleich einstürzen. Dieses Panik-Gefühl war völlig neu für mich. Mein Magen drehte sich um, und ich dachte, ich könne keinen einzigen Schritt mehr machen, weder vor noch zurück ... ich würde einfach dort, wo es mich überfallen hat, stehenbleiben und irgendwann sterben ...
Mit dieser Akrophobie war ich nicht allein, sondern sogar in prominenter Gesellschaft:
Johann Wolfgang von Goethe und James-Bond-Darsteller (man lasse sich das mal wegen der waghalsigen Szenen auf der Zunge zergehen) Roger Moore litten unter Höhenangst. Natürlich hatte Moore einen Stuntman, der die Waghalsigkeit eines Bond, James Bond, stellvertretend übernahm.
Ich hatte keinen Stuntman, und trotzdem versuchte ich mich in der Zeit nach dem Frankfurter TV-Turm sogar am World-Trade-Center und am Empire-State-Building. Es war hoffnungslos. Ich würde heute noch dort stehen (auf dem WTC natürlich nicht, niemand vergisst Nine Eleven), wenn man mich nicht zu den jeweiligen Aufzügen runter auf die Straße regelrecht zurückgeschubst hätte.
Ebenso erging es mir in einem Restaurant im 16. Stock. Dort startete ich einen neuerlichen Versuch: Mit dem Ergebnis, dass wir vor dem Essen alle wieder gehen mussten, weil ich - wie sicher der eine oder andere meinte - herumzickte.
Es war jedoch kein Herumzicken. Es war eine tiefsitzende Panik.
Die begann bereits auf Brücken. Typisch für diese Störung des seelischen Gleichgewichts.
Zu Robins Lieblingswald gibt es einen freien Eingang und zig Brücken-Übergänge. Ich konnte Hochhäuser meiden und vieles andere auch,
aber wie sollte ich es auf Dauer vermeiden, über diese Brücken zu gehen?
Also entschloss ich mich todesmutig, hier und da mal eine Brücke im Laufschritt zu überqueren - nur um im Anschluss daran zu merken, dass mir für zwei Stunden Waldspaziergang speiübel war.
Mir war derart übel, dass der feinfühlige Robin sich ständig mit besorgtem Blick zu mir umdrehte. Dabei sollte ich schließlich auf ihn aufpassen - und nicht umgekehrt.
Ich muss etwas tun, entschloss ich mich ...
und ging fortan langsamen Schrittes und in der sicheren Protektion von Robin über Brücken. Die anschließende Übelkeit kalkulierte ich in einen Heilungsprozess ein,
denn mein Therapeut Robin ließ mich schließlich nicht im Stich. Und wenn er ohne Angst darüber laufen konnte, so sollte ich das auch können.
Es dauerte vielleicht ein paar Wochen und kostete viel eisernen Willen ... und seit diesem Zeitpunkt kann ich jede Brücke überqueren.
Einen Restaurant-Besuch in einem 16. Stock verkneife ich mir trotzdem, denn einen Rückfall möchte ich ungern riskieren,
obwohl ich denke, dass ich geheilt bin.
Dank Robin! Dank meiner Liebe zu ihm!
Und zu diesem schönen Herbsttag ein passendes Foto abseits von diesem Beitrag:
Fortsetzung folgt
Copyright Silvia Gehrmann
20. Oktober 2018 - Mein Hunde-Sohn Robin - Teil 8
Hundefreunde sind allesamt freundliche Menschen!
Sind sie das?
"Krieg der Welten" ist ein finanziell erfolgreicher Film aus dem Jahre 2005. Und ein Krieg der Hundebesitzer ist hier und da durchaus schon ausgebrochen. Da wünscht der eine dem anderen, da hin zu gehen, wo der Pfeffer wächst, nach
"Madagascar"
zum Beispiel, ebenfalls ein Film auf der Hitliste aus 2005.
Insgesamt sind Hundehalter im Schnitt genau so wie andere Leute, nur ein wenig erweitert in ihren Möglichkeiten, an anderen etwas zu kritisieren. Sie - wir - haben ja schließlich noch den Hund, den wir in diverse Handlungen mit einbeziehen können, sollen, müssen, vor allem: wollen!
Seit November 2005 ist Angela Merkel Bundeskanzlerin, und anstatt Geschichte (es hat schon seinen Sinn, dass us-amerikanische Präsidenten maximal zwei Amtszeiten regieren dürfen) zu sein, wurschtelt sie noch immer herum.
So wie manche Halter herumwurschteln, wenn es um ihre Hunde geht. Man kann oft beobachten, dass Leute ihre Hunde aus dem Haus bringen - und keine fünf Minuten später schon wieder in diesem verschwinden.
Nun könnte man die natürlich irgendwie anschwärzen, aber als Tierfreundin bin ich schon froh, wenn ich keine Spuren von Gewalt an den Hunden feststellen muss. Was also soll es, sich um fehlenden Ausgang aufzuregen?
Na, ich rege mich eben drüber auf!
Mit solchen Menschen kann man leider nicht reden. Ich habe es versucht. Als Ernte habe ich ein paar derbe Beleidigungen hier und eben solche Beschimpfungen dort eingefahren. Mit dem eigenen Blick auf böse gleichwertige Erwiderungen
muss ich noch viel ruhiger werden.
Manche Hunde-Leute beziehen das Verhalten anderer Hunde nicht nur auf ihren eigenen Hund - und da ist schon mal Krawall schnell ausgebrochen - sondern auch auf sich selbst. Sofort wird jede Grußformel eingestellt. Fortan gehen die beiden Leute aneinander vorbei wie beleidigte Leberwürste, und nur das gegenseitige Ankläffen ihrer Hunde ist zu vernehmen.
Das ist ziemlich einfältig, aber überhaupt nicht selten.
Auch der alleinige Blick auf den eigenen Hund ist weit verbreitet - und wenn der sich noch so unerzogen benimmt, Fehler machen immer nur die der anderen Leute.
Da ich die Weisheit nicht gepachtet habe, will ich mich hier überhaupt nicht ausnehmen, aber ich bemühe mich meistens um eine ausgewogene Sachlichkeit, auch den Schwächen des eigenen Hundes gegenüber.
Hier und da kann man sich dennoch und durchaus mitten in dem Film "The Flodders" wähnen.
Verhaltensauffällige Hunde
haben oft verhaltensgestörte Menschen an ihrer Seite. Apollo war ein trauriges Beispiel dafür. Er war ein Schäferhund-Malamute-Mischling (siehe Foto unten, das von H. Z. ist), und sein Herrchen war ein obdachloser Mann in mittleren Jahren, der es einerseits schaffte, sich einzuschleimen (und auf diese Tour manchmal irgendwo Unterschlupf fand) - und andererseits nicht mal bei den Mit-Obdachlosen besonders beliebt war. Sein Pegel muss nach vermutlich langer Gewöhnung mindestens bei stetig 3 Promille, aber eher höher, gelegen haben.
Der Halter war auch beim Ordnungsamt ziemlich bekannt, denn gegen ihn und seinen Hund lagen allein mir bekannte elf Anzeigen vor. Und ich weiß noch lange nicht alles, was sich hier so abspielt.
Will ich auch gar nicht wissen.
Auch ich musste das Ordnungsamt mehrfach anrufen, wenn Apollo meinem Robin und mir bedenklich nahe zu kommen drohte. Der Hund besaß weder Geschirr noch Leine. Und mit meinem kleinen Wüterich an der Seite - blieb mir oft nur noch die Flucht vor Hund und Halter.
Den Angehörigen des Ordnungsamtes reichte allein schon der erste Buchstabe im Hundename, um beinahe in Ohnmacht zu fallen und genau zu wissen, um wen es sich wieder handelte.
Den Hund eines Bekannten hat Apollo - ich war zufällig Zeugin aus der Ferne - durch einen Biss stark verletzt.
Der Bekannte war ein alter Mann, der zudem nicht viel Geld zur Verfügung hatte. Als er den Hundehalter daraufhin ansprach und um Erstattung der Tierarztkosten bat, bekam er lediglich Prügel angedroht.
Die Behörde brauchte trotz vieler Anzeigen wegen Beißvorfällen und Bedrohungen 11 Jahre, um dem Halter den Hund abzunehmen.
Apollo hatte übrigens in der Nachbarschaft eine leibliche Schwester, Dixie. Die wuchs in anderer Umgebung bei anderen Leuten auf, und sie war soweit es mir bekannt ist, ihr Leben lang friedlich.
Daher bin ich skeptisch, wenn es um Obdachlose und Hunde geht. Einerseits können durchaus viele ihre Hunde lieben, andererseits sind nicht alle Hunde geeignet, bei Wind und Wetter auf der Straße zu überleben. Damit hatte Apollo als Malamute-Mischling wohl weniger Probleme als mit dem aggressiven Halter.
Desweiteren fehlen obdachlosen Hunden oft ärztliche Betreuungen, und ich möchte nicht wissen, wie erbärmlich manche dieser Hunde am Ende sterben müssen.
Das Thema werde ich nicht weiter vertiefen. Wie ich hörte, hatte Apollo noch eine schöne und ruhige Zeit bei Leuten, die ihm endlich ein Zuhause geboten haben.
Apollos Herrchen ist inzwischen auch verstorben. Er soll mit Mitte seiner 50er Jahre an seinem eigenen Erbrochenen erstickt sein. So erzählte man es.
Fortsetzung folgt: Teil 9: Meine Höhenangst und mein Therapeut Robin
Copyright Silvia Gehrmann
19. Oktober 2018 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Münster bei Claus
Foto: S. B.
Vorspeise: Rote-Bete-Carpaccio mit gratiniertem Ziegenkäse
Hauptgang: Roastbeef mit Salsa, Espresso-Steak mit Kaffeecreme, dazu Zucchinitörtchen und gebackene Möhren
Nachtisch: Tiramisu mit Himbeer-Frozen Yogurt
"Kettenhund" und blutrünstiger Gast
Seinen großen schwarzen Hund "Lotte" (Labrador?) legt Claus erst einmal an die lange Leine und mit genügend Abstand zur Küche, denn ein weiterer Hunde-Haar-Alarm wäre ein fataler Abschluss - und Eddis Essen für die Tonne.
Mit einem Hauch von Erziehung könnte er sich die lange Leine sparen, aber zum Glück wird Lotte am Abschluss der Vorbereitungen befreit.
Unterdessen lobt Filippi die Gruppen-Dynamik in den höchsten Tönen. Hätte er hier und da ein Pünktchen mehr in die Gemeinschafts-Kasse geworfen, könnte alles gut sein - doch ob er am Ende dieser Woche wirklich noch in der gerade erst gegründeten Whats-App-Gruppe ist oder sogar zu diversen geplanten Verabredungen eingeladen wird, ist fraglich.
In der Tat gibt es vermutlich keinen Zuschauer, der gerne für Filippi kochen möchte. Woher hat er nur diesen extrem verwöhnten Gaumen? Die eigenen, eher bescheidenen Kochkünste können kaum ursächlich dafür sein.
Das Fleisch wünscht Filippi sich blutiger, viel blutiger - diese Blutrunst spielte an seinem eigenen Dinner-Abend keine Rolle, denn Fleisch ist teuer, und teuer mag Filippi vermutlich nur, wenn andere bezahlen.
Somit hat Filippi bereits Kasse gemacht - denn von den 800 Euro Aufwandsentschädigung hat er jede Menge Euros in die eigene Tasche gespart.
Kurz vor seiner Urteilsverkündung über Claus' Menü gibt er Eva noch einen deftigen Klaps auf den Hintern ...
... und wer derart ignorant auf die MeToo-Bewegung reagiert und in altbekannte dumme männliche Muster zurück fällt,
bekommt von hier aus keinen Sympathiepunkt, sondern den Total-Abzug.
6 Zähler hat er für Claus übrig. Eddi gibt 10, Hanni und Eva je 8. Das summiert sich auf insgesamt 32 Punkte.
Am Ende streicht Eva den Wochen-Gewinn ein, auf den Filippi eigentlich hingearbeitet hat.
Manchmal ist mehr eben doch mehr, Filippi, und mit mehr macht man sich mehr Freunde.
Allen Lesern wünsche ich ein schönes Wochenende - und für alle, die kochen, weder Haare im Essen noch Niedrigpunkter am Tisch, und schon gar nicht beides zusammen.
Guten Morgen, Gruß Silvia
Vorspeise: Rote-Bete-Carpaccio mit gratiniertem Ziegenkäse
Hauptgang: Roastbeef mit Salsa, Espresso-Steak mit Kaffeecreme, dazu Zucchinitörtchen und gebackene Möhren
Nachtisch: Tiramisu mit Himbeer-Frozen Yogurt
"Kettenhund" und blutrünstiger Gast
Seinen großen schwarzen Hund "Lotte" (Labrador?) legt Claus erst einmal an die lange Leine und mit genügend Abstand zur Küche, denn ein weiterer Hunde-Haar-Alarm wäre ein fataler Abschluss - und Eddis Essen für die Tonne.
Mit einem Hauch von Erziehung könnte er sich die lange Leine sparen, aber zum Glück wird Lotte am Abschluss der Vorbereitungen befreit.
Unterdessen lobt Filippi die Gruppen-Dynamik in den höchsten Tönen. Hätte er hier und da ein Pünktchen mehr in die Gemeinschafts-Kasse geworfen, könnte alles gut sein - doch ob er am Ende dieser Woche wirklich noch in der gerade erst gegründeten Whats-App-Gruppe ist oder sogar zu diversen geplanten Verabredungen eingeladen wird, ist fraglich.
In der Tat gibt es vermutlich keinen Zuschauer, der gerne für Filippi kochen möchte. Woher hat er nur diesen extrem verwöhnten Gaumen? Die eigenen, eher bescheidenen Kochkünste können kaum ursächlich dafür sein.
Das Fleisch wünscht Filippi sich blutiger, viel blutiger - diese Blutrunst spielte an seinem eigenen Dinner-Abend keine Rolle, denn Fleisch ist teuer, und teuer mag Filippi vermutlich nur, wenn andere bezahlen.
Somit hat Filippi bereits Kasse gemacht - denn von den 800 Euro Aufwandsentschädigung hat er jede Menge Euros in die eigene Tasche gespart.
Kurz vor seiner Urteilsverkündung über Claus' Menü gibt er Eva noch einen deftigen Klaps auf den Hintern ...
... und wer derart ignorant auf die MeToo-Bewegung reagiert und in altbekannte dumme männliche Muster zurück fällt,
bekommt von hier aus keinen Sympathiepunkt, sondern den Total-Abzug.
6 Zähler hat er für Claus übrig. Eddi gibt 10, Hanni und Eva je 8. Das summiert sich auf insgesamt 32 Punkte.
Am Ende streicht Eva den Wochen-Gewinn ein, auf den Filippi eigentlich hingearbeitet hat.
Manchmal ist mehr eben doch mehr, Filippi, und mit mehr macht man sich mehr Freunde.
Allen Lesern wünsche ich ein schönes Wochenende - und für alle, die kochen, weder Haare im Essen noch Niedrigpunkter am Tisch, und schon gar nicht beides zusammen.
Guten Morgen, Gruß Silvia
Freitag, 19. Oktober 2018
19. Oktober 2018 - Mein Hunde-Sohn Robin - 7. Teil
Mama Lissy mit Robin
Traum-Material
Ein Mensch, der nicht träumt, wird schnell zu einem bedauernswerten Häufchen Elend. Die nächtlichen Träume sind gemeint - oder auch die, die den Mittagsschlaf noch schöner machen (falls er schon genossen werden kann).
Auch Hunde brauchen für ihre Ausgeglichenheit Träume.
Robin träumt "laut" und "bewegt": Er zappelt hin und her, und sein Bellen und Knurren hört sich an, als käme es aus weiter Ferne.
Ich bin sicher, dass er im Traum so manchen Rivalen vermöbelt und öfter mal unserem Kater Lucky gezeigt hat, wer der wahre Herr im Hause ist.
Fürs Träumen braucht man jedoch Traum-Material. Ein Leben auf der Couch ohne weitere Erlebnisse kann niemals ein Ersatz für
Toben im Park, Abfeiern im Wald, Begegnungen mit anderen Hunden, Spuren-Suche oder Wasser-Spiele sein.
Der Hund braucht Bewegung, und die beschert ihm neue Eindrücke. Zwei Fliegen mit einer Klappe sozusagen. Nur der je nach seinem Naturell und Alter ausgepowerte Hund ist ein zufriedener Hund.
Er muss an dem riechen, was andere Hunde hinterlassen haben. Denn das sind mehr als nur Pipi- oder Blut-Geschäftchen, das sind Spuren, die etwas über den anderen verraten. Hunde sind nämlich furchtbar neugierig.
Robin war nie der Wasserhund, der unbedingt in jede Pfütze springen oder gar von einem Ufer eines Sees zum anderen schwimmen wollte. Versehentlich ist er als Jungspund-Hund im Übermut einmal Enten hinterhergejagt, die in einen See flüchteten -
aber so pitschnass wollte er offenbar nie wieder werden.
Für ihn ist der Wald der optimale Platz zur Selbstverwirklichung. Am liebsten ist ihm sein großes Waldgebiet hier in unserer Stadt, das weit über die Stadtgrenze hinausgeht - der Hund ist eben auch ein Gewohnheitstier -, aber er hat auch bereits viele andere Wälder mit seiner Spürnase zu Traum-Material verarbeitet.
Wer als Mensch keine Lust auf ausgiebiges Suchen von Traum-Material für einen Hund hat, sollte sich zum Beispiel lieber eine Katze anschaffen (die Freigänger sorgen schon selber und ohne Begleitung dafür). Katzen sind entzückende Begleiter - immer auf Augenhöhe mit ihren Menschen.
Das Thema Urlaub kommt später - aber auch hier war mir schnell klar:
Nicht ohne meinen Hund!
In Urlauben sammelt der Hund besondere, einzigartige und vielleicht nie wieder kehrende Traum-Erlebnisse. In jedem weiteren Urlaub kommen andere Erlebnisse hinzu.
Im Jahre 2005 war der Film "Harry Potter und der Feuerkelch" der finanziell erfolgreichste des Jahres. "Charlie und die Schokoladenfabrik" stand ein wenig dahinter auf Platz 8.
Wären diese Filme ohne das Traum-Material der Autoren denkbar gewesen? Wohl kaum! Obwohl ich die vielleicht einzige weit und breit bin, die Harry Potter nie gelesen oder als Film gesehen hat. -
Charlies Schokofabrik gefiel mir als Film ... mit Johnny Depp. Auch so ein Typ, der Traum-Material (für Leute) sein kann. Wenn er nur nicht so bekloppt geworden wäre ...
Frauchen (Herrchen) oder Mama (Papa)
Generell ist es dem Hund völlig egal, ob sich sein Frauchen ihm gegenüber als Mama ausgibt, ob sie ihm ihren Vornamen oder sich Frauchen nennt oder überhaupt keinen dieser Begriffe nimmt. Für ihn sind es nur Wörter,
und egal, für welches man sich entscheidet,
er wird damit die Person in Verbindung bringen, die er (hoffentlich) liebt.
Nur Menschen machen ein Politikum aus der Bezeichnung, die sich Hundehalter gegenüber ihren Lieblingen geben.
Als Robin zu uns kam, war er gerade mal eine Handvoll Hund, und das meine ich nicht im übertragenen Sinne - er war in der Tat nicht größer.
Er war so niedlich und so schutzbedürftig, dass mir nur "Mama" als Bezeichnung für mich, seine Hüterin, einfiel.
Hingegen gefällt mir das Wort "Frauchen" überhaupt nicht - es hat etwas von "Fräulein" oder auch von kleinem dummen Dingchen. Nein, Frauchen kam nie in Betracht.
Natürlich rufe ich niemals laut durch den Park: "Komm mal her zur Mama!" In solchen Situationen benutze ich lediglich seinen Namen.
Hunde mögen ohnehin kurze knappe Ansprachen - weil sie die besser verstehen. Wenn jemand seinem Hund eine ausführliche Geschichte erzählt, so ist das,
als wenn mit mir irgendwer chinesisch redet, obwohl er dringend möchte, dass ich alles verstehe.
Je mehr Begriffe ich meinem Hund beibringen möchte, je kürzer halte ich die, ohne große Umschreibungen.
Robin kennt jede Menge Begriffe. Natürlich hört er schon mal "schlecht" - denn er ist auch ein eigenwilliger
Terrier.
Doch in der Regel verstehen wir uns völlig ohne Worte. Wir sind ein lange eingespieltes Team: Da macht keiner dem anderen mehr irgendetwas vor.
Fortsetzung folgt
Copyright Silvia Gehrmann
Traum-Material
Ein Mensch, der nicht träumt, wird schnell zu einem bedauernswerten Häufchen Elend. Die nächtlichen Träume sind gemeint - oder auch die, die den Mittagsschlaf noch schöner machen (falls er schon genossen werden kann).
Auch Hunde brauchen für ihre Ausgeglichenheit Träume.
Robin träumt "laut" und "bewegt": Er zappelt hin und her, und sein Bellen und Knurren hört sich an, als käme es aus weiter Ferne.
Ich bin sicher, dass er im Traum so manchen Rivalen vermöbelt und öfter mal unserem Kater Lucky gezeigt hat, wer der wahre Herr im Hause ist.
Fürs Träumen braucht man jedoch Traum-Material. Ein Leben auf der Couch ohne weitere Erlebnisse kann niemals ein Ersatz für
Toben im Park, Abfeiern im Wald, Begegnungen mit anderen Hunden, Spuren-Suche oder Wasser-Spiele sein.
Der Hund braucht Bewegung, und die beschert ihm neue Eindrücke. Zwei Fliegen mit einer Klappe sozusagen. Nur der je nach seinem Naturell und Alter ausgepowerte Hund ist ein zufriedener Hund.
Er muss an dem riechen, was andere Hunde hinterlassen haben. Denn das sind mehr als nur Pipi- oder Blut-Geschäftchen, das sind Spuren, die etwas über den anderen verraten. Hunde sind nämlich furchtbar neugierig.
Robin war nie der Wasserhund, der unbedingt in jede Pfütze springen oder gar von einem Ufer eines Sees zum anderen schwimmen wollte. Versehentlich ist er als Jungspund-Hund im Übermut einmal Enten hinterhergejagt, die in einen See flüchteten -
aber so pitschnass wollte er offenbar nie wieder werden.
Für ihn ist der Wald der optimale Platz zur Selbstverwirklichung. Am liebsten ist ihm sein großes Waldgebiet hier in unserer Stadt, das weit über die Stadtgrenze hinausgeht - der Hund ist eben auch ein Gewohnheitstier -, aber er hat auch bereits viele andere Wälder mit seiner Spürnase zu Traum-Material verarbeitet.
Wer als Mensch keine Lust auf ausgiebiges Suchen von Traum-Material für einen Hund hat, sollte sich zum Beispiel lieber eine Katze anschaffen (die Freigänger sorgen schon selber und ohne Begleitung dafür). Katzen sind entzückende Begleiter - immer auf Augenhöhe mit ihren Menschen.
Das Thema Urlaub kommt später - aber auch hier war mir schnell klar:
Nicht ohne meinen Hund!
In Urlauben sammelt der Hund besondere, einzigartige und vielleicht nie wieder kehrende Traum-Erlebnisse. In jedem weiteren Urlaub kommen andere Erlebnisse hinzu.
Im Jahre 2005 war der Film "Harry Potter und der Feuerkelch" der finanziell erfolgreichste des Jahres. "Charlie und die Schokoladenfabrik" stand ein wenig dahinter auf Platz 8.
Wären diese Filme ohne das Traum-Material der Autoren denkbar gewesen? Wohl kaum! Obwohl ich die vielleicht einzige weit und breit bin, die Harry Potter nie gelesen oder als Film gesehen hat. -
Charlies Schokofabrik gefiel mir als Film ... mit Johnny Depp. Auch so ein Typ, der Traum-Material (für Leute) sein kann. Wenn er nur nicht so bekloppt geworden wäre ...
Frauchen (Herrchen) oder Mama (Papa)
Generell ist es dem Hund völlig egal, ob sich sein Frauchen ihm gegenüber als Mama ausgibt, ob sie ihm ihren Vornamen oder sich Frauchen nennt oder überhaupt keinen dieser Begriffe nimmt. Für ihn sind es nur Wörter,
und egal, für welches man sich entscheidet,
er wird damit die Person in Verbindung bringen, die er (hoffentlich) liebt.
Nur Menschen machen ein Politikum aus der Bezeichnung, die sich Hundehalter gegenüber ihren Lieblingen geben.
Als Robin zu uns kam, war er gerade mal eine Handvoll Hund, und das meine ich nicht im übertragenen Sinne - er war in der Tat nicht größer.
Er war so niedlich und so schutzbedürftig, dass mir nur "Mama" als Bezeichnung für mich, seine Hüterin, einfiel.
Hingegen gefällt mir das Wort "Frauchen" überhaupt nicht - es hat etwas von "Fräulein" oder auch von kleinem dummen Dingchen. Nein, Frauchen kam nie in Betracht.
Natürlich rufe ich niemals laut durch den Park: "Komm mal her zur Mama!" In solchen Situationen benutze ich lediglich seinen Namen.
Hunde mögen ohnehin kurze knappe Ansprachen - weil sie die besser verstehen. Wenn jemand seinem Hund eine ausführliche Geschichte erzählt, so ist das,
als wenn mit mir irgendwer chinesisch redet, obwohl er dringend möchte, dass ich alles verstehe.
Je mehr Begriffe ich meinem Hund beibringen möchte, je kürzer halte ich die, ohne große Umschreibungen.
Robin kennt jede Menge Begriffe. Natürlich hört er schon mal "schlecht" - denn er ist auch ein eigenwilliger
Terrier.
Doch in der Regel verstehen wir uns völlig ohne Worte. Wir sind ein lange eingespieltes Team: Da macht keiner dem anderen mehr irgendetwas vor.
Fortsetzung folgt
Copyright Silvia Gehrmann
19. Oktober 2018 - Mein Hunde-Sohn Robin - 6. Teil
Noch mehr Freunde
Robin hatte seine Pubertät noch nicht überstanden, als er seinen 1. Geburtstag am
13. Januar 2005
(ebenfalls an einem 13. Januar Geburtstag haben unter anderem: Orlando Bloom, Josefine Preuß, Sydney Brenner, Patrick Dempsey)
begehen konnte, aber insgesamt stimmte das Gleichgewicht zwischen Freund- und Feindschaften, es wurde ausgewogener. Er küsste noch immer gern, und das bis heute ... aber genau so gern zoffte er sich.
Einen Tag nach Robins 1. Geburtstag starb Rudolf Mooshammer. Er wurde ermordet. Diese traurige Geschichte wurde damals überall diskutiert.
Ich nehme sie nach so vielen Jahren, in denen die öffentliche Trauer hoffentlich versiegt ist, zum Anlass, das traurige Leben von Yorkie-Hündin Daisy kurz zu beleuchten:
Stets sah man das arme Wesen auf Mooshammers Arm, als könne es nicht selber laufen. So absolut schick frisiert, dass es einfach nicht denkbar war, dass sie je viele Hundebegegnungen oder Freilauf in einem Wald hatte. Hoffentlich hatte sie in ihren letzten Lebensjahren bei Mooshammers Chauffeur ein hundegerechteres Leben.
Hätte Robin derart gelebt, er hätte natürlich keine Feinde gehabt, aber er hätte auch keine Freunde besessen - und keine Hunde-Freuden kennen gelernt. Er wäre kreuzunglücklich gewesen.
Die wichtigsten Freunde waren unter anderen Arctos, Bruce und Bodo. Wir trafen einander einst zufällig im Wald. Damals waren es nur Arctos und Bruce, und dadurch entstand auch eine Freundschaft zwischen Ferdi, der für seine Tochter die Hunde ausführte, und mir. Später wurde auch seine Tochter eine Freundin.
Ferdi, der genau einen Tag älter ist als mein eigener Vater wäre, konnte mir Dinge erzählen, die mein Vater mir nie erzählt hatte (er schwieg insgesamt über diese Zeit):
Zum Beispiel war er ebenso in französischer Kriegsgefangenschaft wie mein Vater. Dass ihn die Franzosen damals aus dem Ruhrgebiet nach Frankreich verschleppt hatten - war eine Überraschung für mich. Und es ist denkbar, dass es meinem Vater ähnlich ergangen sein könnte. Vielleicht kannten die beiden sich sogar - aber Ferdi erinnert sich nicht an ihn. Man vergisst ja auch viele Namen im Laufe des Lebens.
Um die Geburts-Zufälle vollständig zu machen: Ferdis Tochter ist genau einen Tag jünger als mein verstorbener Bruder.
Leider starb Bruce bereits mit 6 Jahren. Später kam der tollpatschige und lustige Bodo hinzu (Foto oben).
Ein weiterer Top-Freund war Joschi:
Joschi ließ keine Wasserstelle aus, ob sauber oder tiefdreckig, Wasser war sein Element. Robin war im Gegensatz dazu niemals ein Wasserhund. Aber Pudel sind bekannt für ihre Wasser-Liebe. Und Joschis Styling auf dem Foto war immer nur so lange perfekt, bis er ein schmutziges Wasserloch ausfindig machen konnte.
Leider werden viele Pudel als "Schoßhündchen" gehalten - was ihrem Naturell überhaupt nicht entspricht und sie todunglücklich werden lässt. Im übrigen sind Pudel die zweit-intelligentesten Hunde überhaupt, und auch das spricht gegen ein langweiliges ödes Leben auf der Couch. Die wollen Abenteuer, Traum-Material.
Traurig: Sowohl Arctos als auch Joschi sind kürzlich (in 2018) über die Regenbogenbrücke gegangen.
Im Laufe der Aufzeichnungen über Robins Leben werden meine Leser noch weitere Freunde Robins kennen lernen.
Fortsetzung folgt ... in Teil 7: Traum-Material und Frauchen (Herrchen) oder Mama (Papa)
Copyright Silvia Gehrmann
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