Mittwoch, 7. Februar 2024

6. Februar 2024 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in München bei Leonard



Vorspeise: Crème brûlée
Hauptgang: Flank / Fenchel / Grober Kartoffelstampf / Miso-Zwiebeln
Nachtisch: Allerhand von der Orange


Männer sterben für eine Idee, Frauen für eine Person.
© Matthias Geßner (*1977), Poet und Sprücheklopfer

Zum Glück muss niemand für irgendetwas sterben und schon gar nicht auf der Stelle, aber der 38jährige Leonard scheint ständig auf der Suche nach neuen Sprüche-Ideen zu sein, während er auch die alten Schenkelklopfer immer und immer wieder anbringt. Zumindest kennt seine

Frau Franziska bereits die meisten "Lebensweisheiten" aus seinem Repertoire und kann nach 13 gemeinsamen Jahren noch immer darüber lachen. Leider stimme ich nicht in ihr Lachen ein, denn bereits nach 13 Minuten fehlt mir die Lust auf diese Ausgabe der Sendung.

Hinzu kommt eine langweilige Kulisse - sprich eine ungemütliche Wohnung, in der sich natürlich Leonard und Franziska wohlfühlen müssen (und nicht ich), aber wenn es für die Augen in der Küche langweilig wird, bietet sie so gar keine Abwechslung für einen anderen Fixpunkt, der dann höchstens auf

Franziska ruht, die im Wohnzimmer Gemüse schnibbelt. Der Einfluss der Langeweile ist heute enorm, und da hilft auch die

frohe Botschaft des Paares nicht, dass sie im April Eltern werden. Mädchen? Junge? So deutlich äußert Leonard sich dazu nicht, als handele es sich um einen medialen Vorteil, wenn wir Zuschauer das Geschlecht des zu erwartenden Kindes erfahren - und daraus dann Kapital schlagen.

Doch vielleicht verstehe ich den Video-Redakteur auch akustisch nicht einwandfrei - und fokussiere mich mehr auf meine Uhr, die mir die verbleibende Zeit der Sendung anzeigt.


Das Menü

Da ich sehr tierlieb bin und sich das auf alle und nicht nur auf Haustiere bezieht, befürworte ich auf jeden Fall eine tierleidfreie Ernährung. Trotzdem nervt es seit gestern, dass hier

die Ernährung von der vegan lebenden Tabea im Mittelpunkt steht, als hätte sie sich diese Sonderbehandlung durch irgendwelche positiven Eigenschaften mehr als verdient. Und nicht nur das! Sie erwartet auch eine tägliche Extrawurst. Vegane Extrawürste haben es natürlich in sich und können jedes ursprünglich gedachte Menü eines Kandidaten auf den Kopf stellen.

Auch Leonard trägt diesem Umstand in vollem Umfang Rechnung:

Während die Crème brulée noch in zwei Varianten in die Tassen gelangt - und einmal mit einem französischen Käse zubereitet wird, während er für

Tabea eine Creme aus Shitake-Pilzen zaubert,

ist der Nachtisch der Einfachheit halber gleich ganz vegan. Diese Einfachheit kann man gut verstehen, aber es könnte dem

Organgenküchlein, dem Orangen-Sorbet und noch diesem und jenem durchaus an Geschmack fehlen.

Egal! Hauptsache, Tabea ist zufrieden. Allein wegen dieser Vorzugsbehandlung müsste sie heute - und vermutlich an den kommenden Tagen ebenfalls - 10 Punkte geben.


Fazit

Aber natürlich ist dieses Menü andererseits keine 10 Punkte wert. Ein Dilemma für Tabea, nicht für mich. Und wenn ich es recht bedenke, ist es auch kein Dilemma für Tabea.

Die Punkte: je 8 geben Tabea und Rosemarie, je 7 Caroline und Kersten.

Mit 30 Punkten bleibt Leonard am 2. Tag hinter Tabea zurück.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 6. Februar 2024

5. Februar 2024 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in München bei Tabea



"Heimat"
Vorspeise: Maultasche / Erbse / Zitrone / gepickelte Senfsaat / Wildkräuter
Hauptgang: Wirsing / Seitan / Ingwer / Rosmarin / Rote Zwiebel / Kürbis
Nachtisch: Apfel / Vanille / Thymian / Schnaps


Angeber sind wie Zwiebeln: Alles Schale - der Rest zum Heulen
- Klaus Klages (1938 bis 2022)

Die 28jährige Tabea sieht sich den Zwiebeln eng verbunden und bezeichnet sich als befreundet mit ihnen. Ihren mickrigen Pflanzenzüchtungen, die ihre Küche bevölkern, hat sie Namen gegeben - und es fehlt ganz sicher der Name

eines sehr prominenten Mannes, der seit jeher mit seinen Pflanzen spricht. Doch in dem Moment, in dem ich dies schreibe, erfahre ich, dass

König Charles an "einer Art von Krebs"(lt. der Bekanntgabe aus dem Buckingham-Palastes) erkrankt ist. Ich schließe mich den vielen von ihm ungehörten und ungelesenen Genesungswünschen an.

Und widme mich der Veganerin Tabea, die den Menschen beweisen möchte, dass man vegan hervorragend essen kann. Auch ist das Gendern an der Veganerin nicht spurlos vorbeigegangen: ich zucke immer und so auch heute zusammen, wenn jemand zum Beispiel Kandidat:innen zum Besten gibt, und nach dem Zusammenzucken bemerke ich eine leichte Gänsehaut. Sprache, wenn es die als falsch empfundene ist, kann

wirklich und wahrhaftig schmerzen, indem sie körperliche Unwohlsymptome hervorruft.

Die Zeiten stehen auf Umbrüchen - und nicht alle sind begrüßenswert. Wie lange wird es dauern, bis den Wortpolizisten der Begriff

"Altweiberkarneval" (der am kommenden Donnerstag in aller Munde ist) gegen den Strich geht. Oder ist hier das Wort "Weiber" schützenswert?


Das Menü

ist rein vegan und hält keinerlei Überraschungen bereit. Die

Vorspeise ist ansprechend, aber kein Hexenwerk (oh je, der Begriff Hexe lebt sicher auch nicht mehr lange).

Wirsingrouladen mit diesem und jenem und Seitan gefüllt ... bereits die Produktbeschreibung von Seitan klingt abschreckend ...

Der Nachtisch ist ein Nachtisch mit Apfelküchlein und einer Vervollständigung ähnlich einer Vanillesoße.


Fazit

Alle Gäste wissen im Vorfeld, dass eine Veganerin teilnimmt - und es ist kaum zu glauben (und das glaube ich auch nicht), dass alle anderen Kandidaten ihre Freude darüber wirklich und wahrhaftig ernst meinen. Für die eine und den anderen scheint diese Tatsache bereits eine Euphorie auszulösen ...

Inzwischen spielen manche Kandidaten sicherlich eine Rolle, um gut anzukommen, um nicht negativ aufzufallen und so richtig cool zu wirken.

Es ist kein Problem, vegetarisch zu kochen - aber vegan erfordert viel mehr Wissen und beinhaltet Stolperfallen. Warum also soll sich eine Kandidatin wie besonders

Rosemarie so sehr darüber freuen, eine vegane Alternative vorbereiten zu müssen ...?

Rosemarie ist neben Kersten die heutige Gästin (kein gegendertes, sondern ein sehr altes Wort), die sich vor lauter Begeisterung über dieses Menü beinahe auf ihre Schenkel schlägt und Hurra schreit ... macht sie nicht wirklich, aber weit weg ist sie nicht davon ...

Inzwischen kann ich mich nicht mehr darauf verlassen, wie ein Gericht wirklich schmeckt ... wenn am Ende

diese Punkte dabei herauskommen, die ich jetzt von der reinen Ansicht her nicht unterschreiben könnte:

je 8 geben Leonard, Caroline und Rosemarie, 9 gibt Kersten.

Mit 33 Punkten steht Tabea durchaus die Gewinnmöglichkeit offen.

Gerne würde ich die Punkte der einzelnen Gäste wissen, die sie gegeben hätten, wenn die Chose nicht im Fernsehen stattfinden würde ...


Guten Morgen, Gruß Silvia


Samstag, 3. Februar 2024

3. Februar 2024 - Henry, Charlie und Momo - Teil 6



6. Teil
Henry, Charlie und Momo

Zwei Wochen vor Charlies Tod war ich mit ihm zur letzten Herz-Ultraschall-Untersuchung in der Tierklinik, und der Arzt hat resultiert, dass die Herzerkrankung meines lieben Charlie nicht tragischer sein könnte - einen Rat, ihn einschläfern zu lassen, gab er nicht. Und wider besseres Wissen bei einer solch dramatischen Diagnose

hoffte ich, ihn noch lange bei mir haben zu können. Anstrengen musste er sich längst nicht mehr, denn nicht erst seit diesem Tag fuhr ich ihn im Hundebuggy durch seine geliebte Welt, die er nun aus der gemütlichen Position von hoch oben betrachten konnte. Keiner seiner Spaziergänge fiel aus oder wurde verkürzt, nur, weil er nicht mehr selber wirklich gut laufen konnte - denn alles sollte so sein wie immer, und ich fuhr ihn gerne und völlig ohne ein zeitliches Limit zu setzen. Ich würde ihn

heute noch fahren, um seinem Traummaterial Futter zu geben.

Aufmerksam, wissbegierig und alles um sich herum aufsaugend betrachtete er aus seinem komfortablen Gefährt heraus diese seine Welt.

Lange Zeit war er gern mit Henry um die Wette gerannt, voller Lebenslust und dem Drang, alles Schöne auszukosten. Aber er fügte sich auch in seine nun stiller und ruhiger gewordene Welt ... und

Henry war so zufrieden mit Charlie wie dieser eben war: er musste keinen Hand- und Kopfstand machen, um mit Henry befreundet zu bleiben.



Die beiden blieben bis zum Schluss die besten Freunde: Charlie könnte Henry ein wenig wegen seines Übermutes bewundert haben und war vielleicht darum sein Fan.  Henry seinerseits könnte Charlie wegen seiner tiefen Gelassenheit bewundert haben, die er irgendwann auch erreichen will. Wer weiß das schon so genau?

Doch: wie sieht es in einem Hund aus, der plötzlich seinen vorher guten Freund  n i e   wiedersieht? Dass Tiere trauern, ist gewiss,

aber es könnte eine andere, uns Menschen nicht so vertraute Art sein, die sich nicht in Jammern und Selbstmitleid oder Frustrationen äußert, sondern

in einem Weitermachen stattfindet - ganz im Sinne des zu Betrauernden.

Rein äußerlich war Henry keine Trauer anzumerken.


Aber das bedeutet nichts. Wann auch immer er seinen Freund wiedersehen würde, er würde ihn unter vielen anderen sofort erkennen - nur werden sich die beiden in diesem Leben nie wiedersehen.

Für mich war es wichtig, dass Charlie vor seinem Tod so viele Eindrücke wie möglich mitnehmen konnte. Ein Besuch im Zoo war geplant (der war gerade wieder für hündische Besucher freigegeben, weil die besucherarme Zeit angebrochen war), aber das ließ sich nicht mehr verwirklichen.

Ein Zoobesuch ist sicherlich nicht für jeden Hund ein willkommenes Ereignis, aber für den in sich ruhenden Charlie wäre es ein Lebens-Highlight gewesen ... er hätte ohne Ende gestaunt. 

Einen Gang zum Weihnachtsmarkt konnten wir noch mitnehmen - und: das war natürlich für Charlie kein Spießrutenlaufen durch viele fremde Beine, sondern ein Logenplatz in seinem Buggy auf einer kleinen Anhöhe, von der aus er die

Menschen und andere Hunde beobachten konnte.


Er war an diesem Nachmittag ein wirklich glücklicher Hund, der Freude daran hatte, an den Leben anderer Anteil zu nehmen,

während sein eigenes Leben genau 8 Tage später endete. 



Selbst an unseren letzten sehr langen Spaziergängen am 11. Dezember 2022 - es war ein Tag vor seinem Tod - war er aufmerksam und erfreut über all die Dinge und Menschen und Hunde, die er unterwegs gesehen hat.

Ich wollte diesen Tag ganz allein mit Charlie genießen, denn auch ich ahnte, dass die Anzeichen, dass er "gehen" wollte, bald unübersehbar sein würden - und ich ihm dabei helfen musste, über die Regenbogenbrücke zu gehen.

"You were my favorite Hallo - and my hardest Goodbye".


Fortsetzung folgt

Guten Tag, Gruß Silvia



2. Februar 2024 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Nürnberg bei Björn

Ein langer Tag im Wald ...



"Franken meets the World"
Vorspeise: Ein langer Tag im Wald
Hauptgang: Vom Hauptmarkt auf die Weide
Nachtisch: Eine Fränkin auf Weltreise


Man muss für seinen Arzt geboren sein,
sonst geht man an seinem Arzt zugrunde
- Friedrich Nietzsche (1844 - 1900)


Der 44jährige Björn hat Medizin studiert und war auch eine Weile als Arzt tätig ... bis er (für sich wohlgemerkt) erkannt hat, dass dieser Beruf zu eintönig ist, weil jeden Tag das Gleiche geschieht ... ist das so?

Es ist natürlich nicht so! Vielleicht hat Björn es so empfunden, oder aber, im schlimmsten Fall hat er keine Patienten gefunden,

die für ihn als Arzt geboren waren.

Krampfhaft überlege ich, in welchem Fachbereich er als Arzt tätig gewesen sein könnte - aber mir fällt überhaupt keines ein, das auch nur im Ansatz langweilig ist.

Natürlich kann man an anderen Dingen herummäkeln, zum Beispiel an den Dienstzeiten und Bereitschaftszeiten und Rufbereitschaften ... an fehlenden Aufstiegsmöglichkeiten in der Krankenhaus-Hierarchie oder an den seelischen Belastungen - und nicht zuletzt an dem Gehalt ... aber dann muss ich Björn attestieren,

dass er erst ziemlich spät nach mindestens 12 Semestern Medizin und der Tätigkeit als Arzt "schlau" geworden ist. Ist ja nicht schlimm, wenn manche Menschen erst spät klug werden ...

Vielleicht kann er auch eher monetäre Lücken diverser Unternehmen "heilen" als eine böse Erkrankung oder auch eine leichte Befindlichkeit?

Denn heute ist Björn Unternehmensberater - und bei Ansicht seiner Lebensumstände muss ich anerkennen: manch ein Arzt (nicht alle) ist dagegen wirklich arm dran ... aber vielleicht trotzdem glücklich.

Ein Lebenslauf wie der von Björn irritiert mich ... beinahe könnte ich denken: da stimmt etwas nicht.


Das Menü

Steinpilzsuppe mit Reh-Tatar - das ist für Björn ein langer Tag im Wald. Mein langer Tag im Wald sieht anders aus: ich sehe - mit viel Glück - ein vorbeihuschendes Reh ... und hier: niemals und leider keine Steinpilze.

Lamm, Rosenkohl, Süßkartoffel-Mousse.

Pflaumen-Mousse, Zabaione und noch einiges mehr ... er haut raus, was er raushauen kann.


Fazit

An den vergangenen Tagen hat mir Björn wirklich gut gefallen, aber heute relativiert sich das. Will er für seinen Beruf als Unternehmens-Berater werben oder

will er einfach nur den Zuschauern zeigen, zu welchem Wohlstand er es gebracht hat?

Wohlgemerkt finde ich sein Haus wirklich schick - mich irritiert trotzdem sein beruflicher Werdegang und dass sein Weg offenbar dem

Geld gefolgt ist.

Ich mag Ärzte, die noch ein wenig idealistisch sind - und ihren Patienten anstatt 7 (gestoppte) Minuten vielleicht sogar die volle Zuwendung zuteil werden lassen. Am Hungertuch leiden sie dann trotzdem auf keinen Fall.

Björn will alle Länder dieser Welt bereisen, bevor er stirbt ... das ist ein straffes Vorhaben. Und er wird es nicht als ein Arzt im Sinne von "Ärzte ohne Grenzen" tun, sondern als Großverdiener.

Ich gönne jedem sein Geld und seinen Luxus, aber heute bin ich ein wenig enttäuscht: ein Arzt, der vorgibt, Langeweile in seinem Beruf gehabt zu haben ...

ist einfach unglaubwürdig ....

Nicht ganz so unlogisch treibt es Sabrina: die Erzieherin in einem Kindergarten hat ein Kinderbuch geschrieben "Die kleine Rotzglocke" heißt es,

und sie überreicht es dem heutigen Gastgeber. Immerhin ist der Platz des ehemaligen Kinderbuch-Autors Robert Habeck frei,

den ich gern mit Sabrina besetzt sehe. Auf Augenhöhe könnten sich beide vielleicht einmal irgendwo treffen.

Die Punkte: je 9 geben Martin, Sabrina und Jutta, 8 gibt Bernhard.

Bernhard hat es sicher nicht leicht als einziger Mann zwischen Ehefrau und Klammer-Tochter: aber er bleibt fair und weint brav ein paar Tränen zum Ukulele-Gesang von Sabrina.

Den Jackpot - gefüllt mit 3.000 Euro - gewinnt Martin.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten heute 11 Grad, wovon bereits 9 durchgedrungen sind. Bis 14.00 Uhr soll es trocken bleiben, aber ein scharfer Wind kann uns ins Gesicht wehen.


Guten Morgen, Gruß Silvia




Freitag, 2. Februar 2024

2. Februar 2024 - Kandidaten der Sendung "Das perfekte Dinner"





Kandidaten der Sendung "Das perfekte Dinner"

Wer die Sendung kennt, weiß, dass sich sich hier beinahe alle Typen tummeln, die man auch in seinem Privatleben kennenlernen könnte - nur ist die Auswahl wesentlich geballter. Denn wer lernt schon jede Woche fünf vorher fremde Menschen kennen ... und freundet sich sogleich mit ihnen an? Wer überdies einmal in diesem

Format mitwirken möchte, melde sich einfach beim Sender an, denn wie die Kandidaten oft zum Besten geben, ist eine

Bewerbung unüblich, weil eine reine Anmeldung reicht

(scheint einfacher zu sein, als einen Termin bei einem Orthopäden zu bekommen):

im übrigen sollte man glaubhaft mündlich übermitteln,  dass man

zumindest Wasser nicht anbrennen lässt. Ansonsten ist alles offen und das Wort Kochkunst darf frei interpretiert werden. So manchem Kandidaten ist der Begriff "Kochenkönnen" ohnehin gänzlich unbekannt, noch wissen sie, was das überhaupt bedeutet.  W a s   allerdings jeder

Kandidat - oder beinahe jeder - aus dem Effeff beherrscht, ist die Kunst des Essens, auf die die Kunst der Bewertung eben jedes Essens folgt. Die Bewertung muss nicht fair sein, sich aber im

Rahmen bewegen. Eben in dem Rahmen zwischen der Null und der Ziffer 10.


Runterpunkter

sind bekannte Kandidaten-Phänomene dieser Sendung, denn was wäre eine TV-Welt, die auch noch eine gerechte wäre? Also werden auch keine Gerechtigkeitsfanatiker bevorzugt in die Kandidaten-Liga aufgenommen,

o b w o h l    man das manchmal gar nicht so gut beurteilen kann: und schon schummelt sich jemand in die Sendereihe, der einfach alles, aber auch wirklich alles, auch jeden Misthappen zwischen den Zähnen, als wunderbar wahrnimmt.

Hierbei handelt es sich um die

Toppunkter (Arschkriecher?), die keinerlei Zuschauer-Attacken auf sich vereinen, sondern als gute Menschen gelten möchten, aber sich scheuen, der Wahrheit entsprechend zu punkten. 

Doch das sind die - bislang, Tendenz allerdings steigend - eher kleinen Ligen neben einer anderen großen: den 


Werbetreibenden in eigener Sache

Diese befinden sich hier in bester Gesellschaft, denn selten gehören sie zu den guten Hobby-Köchen, wenn man bei ihnen überhaupt von einem Hobby ausgehen kann, das sich aufs Kochen bezieht. Von dezenter bis aufdringlicher Werbung ist

hier alles möglich. Natürlich muss auch der Sender bei diesem Trick mitwirken, denn er könnte gnadenlos jedes Wort in Richtung Eigenwerbung streichen ... aber die Macher lassen vieles zu, manches auch, weil es die Zuschauer nervt? Doch:

wenn es nervt, kann man mehr darüber schreiben ....


Beinahe jeder Kandidat bezeichnet sich als


Familienmensch,

und nur die Richter und Beisitzer der Familiengerichte (und einige andere Behörden-Angehörige) bezweifeln diese oft genannte Tatsache, als wäre sie einem Märchen entsprungen. Allerdings ließe es einen Kandidaten nicht wirklich

sympathisch wirken, wenn er betont, dass er mit seiner Familie nichts anfangen kann - und daher werden solche Aussagen erst gar nicht getätigt. Man stellt sich ohnehin schon einem Publikum,

das jede Schwäche mit Vorliebe kommentiert und zerpflückt und niedermacht.


Neid

ist zum Beispiel eine Eigenschaft, mit der ein Kandidat beim Publikum überhaupt nicht punkten kann - und da ist es unerheblich,

wie viele Zuschauer ebenfalls hier und da Neid empfinden ... die Zuschauer stehen nicht zur Aburteilung bereit, sie bleiben anonym.


Dauernörgler und Besserwisser

Dieser Rubrik widme ich den letzten Abschnitt meiner kleinen Abhandlung, die natürlich unvollständig bleibt, weil es bereits in der nächsten Woche einen Kandidaten gibt, der ganz neue Saiten oder Seiten zum Klingen bringt.

Besserwisser sind mir persönlich zu aufdringlich in der belehrenden Weitergabe von augenscheinlichem Wissen, das den Anschein erwecken soll, als hätten sie mehr Bildung als die anderen und sowieso mehr und besseres Urteilsvermögen. Niemand neidet ihnen ihr angebliches oder tatsächliches Wissen - aber auf der anderen Seite lassen sich Menschen auch nicht gern auf eine überhebliche Art und uneingeladen von Menschen belehren, die ihrerseits für die Argumente und das Wissen ihrer Mitmenschen keinerlei Interesse zeigen.

Über die Dauernörgler hingegen kann ich mehr oder weniger müde lächeln, denn sie fordern mich zum parodistischem Gegen-Nörgeln heraus ...

was ich mir bei Besserwissern lieber verkneife, weil ich nämlich

genau so nicht rüberkommen will, denn das wäre nicht ich. Jeder darf so viel wissen, wie er meint ... ich muss nur nicht alles glauben, was er von sich gibt ...


Ich mag

diese Sendereihe, aber mit einer Kochsendung hat sie nur am Rande und als Alibi zu tun: wer auf hervorragende Kochergebnisse hofft,

kann sich auf eine lange Wartezeit einstellen. Oder auch darauf, auf ein Glas Milch zu warten -

aber am Ende ein Glas Buttermilch serviert bekommen. Und wie die dann schmeckt, kann man sich denken ...


Guten Tag, Gruß Silvia


1. Februar 2024 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Nürnberg bei Martin



"Auf dass mer sadd wern!"
Vorspeise: Fang mer ooo! - Fang mer ooo midm Subbnkaschber seim Daddldraam
Hauptgang: Mach mer weider! - Machmer weider mid ahm fränggischen Rindfiech fo (?)
Nachtisch: Hör mer aaaf! - Hör mer aaf mid aa bissala was vom wenicher Saukaldm


Wenn ich mir die Haare schneiden lasse, so bin ich besorgt, dass der Friseur mir einen Gedanken durchschneide.
- Karl Kraus (1874 - 1936)

Wenn ich beim Friseur bin, habe ich keine wichtigen Gedanken, die man auf Dauer "beschädigen" könnte, denn jeder Friseurladen ist ein Tempel des

Small Talks. Da schadet es bisweilen nicht, wenn man die seichten Gedankengänge unterbricht oder meinetwegen auch abschneiden lässt. Ohnehin ist ein schweigender Friseurbesuch entspannter.

Der 53jährige Martin ist Friseurmeister, lebt mit seinem Mann Joachim und vier Windhunden in einem schönen Haus. Unter den Windhunden ist die einzige Hündin Lotte die Chefin von drei Rüden ... wer der männliche Chef im Haus ist: ungewiss. Vielleicht auch die schrille

Hausfreundin und Schnibbelhilfe Elke?

Martin bezeichnet sein Kennenlernen mit Joachim als "Klassiker": ursprünglich war er in einer Schwulenkneipe, um jemanden zu treffen - der nicht gekommen ist. Und da stand Joachim, ein "Verlegenheits-Zufall" - und obwohl Martin ein Nein durchaus einkalkuliert hatte, hat Joachim Ja gesagt ... und ist noch

heute, 22 Jahre später, an seiner Seite. Oder Martin ist an Joachims Seite. Oder sie gehen Seite an Seite.

Arbeiten geht Martin in einem Kellerraum seines Hauses. Hier ist er als Friseurmeister in einer "One Man-Show" tätig. Das kann durchaus lukrativ sein ... ohne weitere Nebenkosten muss Martin seine 'Umsätze nur mit dem Finanzamt teilen ...

Da ich keine Fenster in dem exklusiven Friseursalon sehe ... fällt mir eine düstere Krimi-Geschichte ein, die in eben einer solchen Wirkungsstätte spielen könnte ... aber

ich will nicht zu weit abschweifen, denn ...


Das Menü´

... während ich mich durch Martin und sein Umfeld gut unterhalten fühle, dürfen seine Gäste ein gutes Menü genießen ...

Zur Vorspeise gibt es Maronensuppe samt Datteln im Speckmantel und selbstgebackenen Brötchen.

Rückwärtsgegart ist das Roastbeef - und ich denke in der obigen Speisekarte fehlt am Ende der Hauptgangbeschreibung der Begriff

"von hinten". Für die Online-Verbreitung von Vox gestrichen? Auch in meiner TV-Zeitung klafft hier eine Lücke. - Ich meine, es in der TV-Ausstrahlung gehört zu haben, weil die Gäste sich gefragt haben, was hier "von hinten" bedeutet.

Der Nachtisch ist ein unverfängliches Sorbet mit Sauerkirschen und einem Minzspiegel.


Fazit

Obwohl ich mich unterhalten fühle, empfinde ich Martin nicht eben als großartigen Sympathieträger. Auch Bernhard verliert ...

nicht nur, weil er heute die Pol-Position einbüßt, sondern weil es ihm offenbar wichtig zu sein scheint, diese Challenge zu gewinnen. Ich tippe mal, dass es der Fremd-Ehrgeiz seiner Frau und seiner Tochter ist, die ihn antreiben ... Aber auch er bleibt in seiner Bewertung fair.

Die Punkte: 10 gibt Sabrina, je 9 Jutta und Björn, 8 Bernhard.

Mit insgesamt 36 Zählern überholt er Bernhard um einen einzigen Punkt.


Guten Morgen, Gruß Silvia



Donnerstag, 1. Februar 2024

31. Januar 2024 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Nürnberg bei Sabrina



Vorspeise: Vitello tonnato
Hauptgang: Rinderroulade italienischer Art mit Tagliatelle und Radicchio-Salat
Nachtisch: Tarte mit Apfel und Mandeleis


Die Küchen-Domina

Felix heißt: der Glückliche. Felix heißt der Glückliche. Zwischen beiden Sätzen besteht ein kleiner Unterschied, aber sicher ist Sabrinas Mann Felix so oder so der Glückliche. Geheiratet haben die beiden Mitte 2023, und schon

stehen sie vor den Kameras von Vox und feiern die Erfindung des Fernsehens, denn sonst müssten sie völlig allein in ihrer Küche wurschteln, hätten weder eine immense Zahl von Zuschauern und auch keine Gäste. Für die Sendung beworben hat sich

die 28jährige Sabrina, die Erzieherin in einem Kindergarten ist, und auch zu Hause den strammen Erziehungs-Stil verfolgt. Erstmals hat sie sich vor bereits 6 Jahren für diese Sendung beworben - hat Vox nun auf solche alten Mails zurückgegriffen - oder hat sie sich erneut dem Sender aufgedrängt? Man weiß es nicht, denn die Macher der Sendung glauben in der Regel,

dass für Zuschauer ein Halbwissen reicht und man sie nicht übermäßig informieren muss. Ich muss wirklich nicht alles wissen, und wer sich wie und warum und überhaupt auf welchem Weg fürs "Dinner" beworben hat - ist mir egal.

Mir ist es ebenfalls gleichgültig, dass heute verwischt wird, wer hier eigentlich der Kandidat, die Kandidatin ist ... und wer nur schnibbeln helfen soll. Das junge Ehepaar arbeitet Hand in Hand,

während natürlich die Befehlshoheit bei Sabrina liegt: zwischen Zuckerbrot und Peitsche fühlt sie sich offenbar pudelwohl.


Das Menü

Größtenteils kann man das Dinner auf obiger Karte ablesen. Das ist schon mal besser, als in kitschigen Dichtungen oder märchenhaften Umschreibungen nach der Lösung zu suchen.

Die Rinderroulade - italienisch gefüllt - schmeckt Bernhard, aber: für ein perfektes Dinner hätte er sich etwas anderes als ein Schmorgericht vorgestellt. Wirklich? Hat nicht seine Tochter Liane seinerzeit ihr ganzes Menü "Rolle" genannt (wie er erzählt hat) und Ähnliches serviert? Ich kann mich irren, und ich kann mich auch irren, dass Bernhard unbedingt gewinnen möchte, um seine beiden Damen (Ehefrau und Tochter) zufriedenzustellen.

Die Soße dickt Sabrina mit einem bekannten Soßenbinder an, den ich schon lange nicht mehr in dieser Sendung gesehen habe - was jedoch nicht heißt, dass andere den nicht auch benutzen. Leider ist die Soße dann nicht einmal geschmeidig angedickt, sondern dünn wie ein Bach bei Hochwasser.

Am besten schneidet die Tarte im Nachtisch ab: den sogenannten Blitz-Blätterteig hat sie vor laufenden Kameras selber hergestellt - und offenbar und lt. Gästeurteil hat sich das gelohnt.


Fazit

Sabrina betont, dass sie die Kreativere in ihrer Beziehung sei und Felix der Ausgeglichene, den sie manchmal "mitziehen" muss. Inwiefern sie kreativ ist, erzählt sie nicht, aber neben den nachträglichen Glückwünschen für eine glückliche Ehe wünsche ich beiden,

dass sich Sabrinas Ton im Laufe der Zeit nicht noch verschärft. Aber vielleicht beschränkt sie sich ja auch darauf, eine Küchen-Domina zu sein. Wer weiß!

Die Punkte: je 8 geben in aller Einigkeit Bernhard, Jutta, Martin und Björn.

Das ergeben 32 Zähler, und damit kann sie den bislang führenden Bernhard nicht toppen.


Guten Morgen, Gruß Silvia