Freitag, 28. November 2025

27. November 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Bonn bei Lilli



"Zwischen Gischt und Geweih"

Vorspeise: Asia küsst Amazonia - Thunfisch / Wassermelone / Avocado / Mango
Hauptgang: Wild. Beerig. Bodenständig. Reh / Brombeere / Spargel / Süßkartoffel
Nachtisch: Zitrus, Keks, Gurke und die kalte Beere - Panna cotta / Crumble / Sorbet


Eine perfekte Moderation in eigener Sache

... und beinahe ist der Autor der Sendung ebenso überflüssig wie es der Stamm-Moderator Daniel Werner wäre, wenn sie nicht doch hin und wieder ihre Kommentare schreiben bzw. abgeben müssten, weil das Publikum ungern darauf verzichten würde.

Lilli hat nämlich die Hoheitsgewalt über sämtliche Wörter fest im Griff. Dazu habe ich nur einen einzigen Kritikpunkt, denn ihr oft gebrauchtes "drinnE" versetzt mir jedes Mal einen kleinen Allergie-Stich.

Des Weiteren möchte ich anmerken, dass hier die Showtreppe fehlt, von der sie herabschweben könnte, um ihrem Auftritt noch mehr Ausdruck und Tiefe zu verleihen. - Aber irgendwas fehlt schließlich immer.

Die 20jährige Lilli studiert in Köln Lehramt, u. a. in dem Fach Deutsch.

Sie kocht nicht in ihrer Kölner Wohnung, sondern in ihrem Elternhaus, in dem sie ihre Freundin Antonia begrüßt, die umfangreiche Schnibbelarbeiten mit genauen Anweisungen übernimmt, und das voller Freude und ohne zu Murren.


Das Menü

Zuvor in Sojasoße marinierter Thunfisch thront nach seiner Sekunden-Garung und dem mundgerechten Schneiden über einem Bett aus Avocado und Mango. Melonenmarmelade komplettiert neben einer Erdnuss-Soße den Gang.

Thunfisch betört durch seinen Geschmack und ist immer eine sichere Hausnummer, so lange es ihn noch gibt ...

Hin und weg ist der eine oder andere Gast von der Erdnuss-Soße.

Das dazu gereichte Brot ... wo kommt es plötzlich her? Übersehe ich hier die Zubereitung? Möglich!

Die Brombeer-Soße zum Rehrücken sieht gut aus, während der grüne Spargel müde, schlapp und übergart wirkt.

Dass sie den Crumble für den Nachtisch nicht an diesem Tag zubereitet hat, übersehe ich jedoch keinesfalls. Der taucht plötzlich wie aus dem Nichts auf, ist da, verschafft sich Platz auf den Tellern - und Lilli empfiehlt, ihn gemeinsam mit der Panna cotta zu löffeln -

oder mit dem Sorbet aus Schlangengurke und Brombeeren.

"Eine wilde Mischung", kommentiert Daniel Werner. Hauptsache etwas, das halbwegs abgefahren klingt, ist meine Meinung dazu. Ich kann mir kaum vorstellen, dass man die Gurke herausschmeckt - muss mich jedoch

von Clara belehren lassen, dass sie die Gurke nicht nur herausschmeckt, sondern die Kombination für gelungen hält.

Armin hätte das Sorbet ohne die Gurke besser geschmeckt.

Da Lilli angeblich gern Brombeerkerne in ihrem Eis hat, bleiben die drin.

Vielleicht hat sie ihre Schnibbelhilfe einen Ticken zu früh nach Hause geschickt ... Antonia hätte sicher gern auch noch die Kerne abgesiebt.


Fazit

Zwischen Vorspeise und Hauptgang führt Lilli ihre Gäste in ein kombiniertes Spiel- und Gästezimmer. Dort stehen ein Kicker und zwei Flipper ...

sorry, wenn ich sage, dass es mein persönlicher Albtraum wäre, wenn ich ein perfektes Dinner erwarte und dann flippern soll. Das passt gar nicht zusammen ...

Dennoch ist Lillis Dinner ziemlich geglückt. Von der Ansicht her und nach Abzug einiger persönlicher Befindlichkeiten, die allerdings keine Rolle spielen, würde ich ihr satte

8 Punkte geben.

Die Punkte der Gäste: 9 gibt Armin, 8 Magdalena, und je 7 Clara und Tobias.

Mit 31 Umdrehungen kann sie Clara leider nicht schlagen.

Da Lilli die gesamte Sendung gekonnt moderiert, findet sie auch für ihr "Schluss-Plädoyer" die passenden Worte, die besagen, dass sie

nicht so vermessen sei, ihr Dinner als perfektes anzusehen ... Das wirkt, als hätte sie diese Worte im Vorfeld zwar vor einem Spiegel geprobt ... aber sie klingen eben auch realistisch.


Guten Morgen, Gruß Silvia


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