Vorspeise: Lachstatar / Gurke / Rote Bete / Quinoa / Paprika / Popcorn
Hauptgang: Gefüllte Kalbsbrust / Möhren / Kartoffeln
Nachtisch: Himbeersorbet / Schokoladentörtchen / Orangencreme
Der Tod hat immer das letzte Wort
... und er passt so gut in den Monat November, in dem die Blätter fallen, die Tage trüb und neblig sein können, und die Natur langsam stirbt. Aber die Natur wird wiedererwachen, während der Tod von Lebewesen endgültig ist.
Die 57jährige Dinner-Kandidaten und Rechtsanwältin Carola hat vor 8 Monaten ihren Mann Klaus verloren, und äußerlich gefasst kann sie darüber sprechen, obwohl man hinter ihren Worten auch sehr viel Trauer wahrnimmt.
Ich meine, sie hatte in einer der vorherigen Sendungen erwähnt, dass es ihrem Klaus nicht gefallen hätte, dass sie an dieser Sendereihe teilnimmt. Nun denkt sie, er wäre dennoch stolz auf sie. Immerhin hat sie von ihm - erfolglos - die Lust am Kochen gelernt.
Für das am Vortag ausgestrahlte Dinner bei Volker musste sie sich wegen einer Erkältung krankmelden.
Wie ich bereits gestern geschrieben habe, erholt man sich nicht innerhalb eines Tages von einer Erkältung, so dass ich davon ausgehe, dass zwischen dem Dinner bei Volker und ihrem eigenen ein paar Wochen liegen.
Ein kleines Indiz dafür liefert sie selber: am Montag oder Dienstag hat sie erzählt, dass ihr Mann vor 7 Monaten verstorben ist - heute jedoch berichtet sie von 8 seit seinem Tod vergangenen Monaten.
Allerdings ist das nur eine Randnotiz - und spielt für diese Sendung keine Rolle: auch vom Tod ihres Mannes schreibe ich nur deshalb etwas ausführlicher, weil sie es
in ihren Menü-Titel hineingestrickt hat - und Carolas Auftritt sonst nicht viel hergibt.
Carola ist eine von ca. 165.800 Rechtsanwälten und Rechtsanwältinnen in Deutschland: sie hat sich auf Asyl- und Familienrecht spezialisiert. Bestimmt ist genau diese Geschäfts-Ausrichtung ausgesprochen lukrativ,
und so kann sie sich im örtlichen Lions-Club engagieren, deren Präsidentin sie für ein Jahr gewesen ist.
Nachträglich darf sie Volkers Menü probequeressen - und gibt ihm dafür 9 Punkte, so dass er mit insgesamt 34 Zählern erst einmal auf Platz 1 landet.
Das Menü
enthält Lieblingsrezepte ihres Mannes Klaus, aber es beinhaltet auch Ähnliches von dem, was sie bereits am Anfang der Woche kritisiert hat:
zum Beispiel gäbe es in dieser Sendung ständig Rinderfilet. Kalbsbrust ist ja nun nicht Welten vom Rinderfilet entfernt ...
Und Lachstatar ist sozusagen ein Lieblings-Klassiker der Dinner-Kandidaten.
Schokoladentörtchen mit oder ohne flüssigen Kern - wir sehen es jede Woche, und nun bereitet auch Carola solche zu.
Sie möchte das "Rad" neu erfinden und dreht sich doch im Kreis des Altbewährten.
"Salat hat nichts mit Kochen zu tun", meint sie. Salat komplettiert im übrigen den einen oder anderen Gang, sage ich, und ist manchmal unverzichtbar.
Die Vorspeise ist trotz Popcorn kein filmischer Vox-Hit.
Der Hauptgang sieht traurig aus.
Das Schichtdessert ist ein Schichtdessert. Das Sorbet wird gelobt. - Die Schoko-Küchenstücke sehen aus wie die Reste eines Maulwurfhügels - und das Salz obendrauf ... soll zu viel sein.
Auf ein Wort ...
Die Grammatik der anderen hat sie hier und dort kritisiert, während für sie selber und im Redefluss alle grammatischen Grenzen fallen. Ich bin sehr traurig, erwähnen zu müssen, was ich ansonsten bei anderen gern und mühelos übersehe ... aber diese Frau ist eine Herausforderung.
Ich spreche auch nicht wie ich schreibe, aber immer sitzt mir als Freund die Grammatik im Nacken und siegt mühelos über irgendeine Schludrigkeit. Die lebe ich andernorts aus, aber nicht in der Sprache.
Fazit
Gleich geschieht ein kleines Wunder für mich, das sich wie ein Drehwurm anfühlt, der sich am 5. Tag endlich positioniert und seine Heimat findet - und ich beginne, Kinga ein wenig zu mögen. Immerhin erinnert sie mich vage an Marianne Sägebrecht.
Volker und sie bekommen sich an die "Köppe" - und ich kann leider jeden verstehen, der mit ihm überkreuz geht: er ist so ... anders ...
Eine nicht so schöne Woche geht zu Ende, und auch Carola bekommt "ihr Fett weg": je 7 Punkte geben André und Volker, 8 gibt Andi und 4 Punkte Kinga.
Es gewinnt Volker. In seinem Namen gehen 3.000 Euro in den großen RTL-Spendenmarathon-Topf.
Am Ende hätte ich erwartet, dass Carola, obwohl sie mit nur 26 Punkten abschmiert, trotzdem
3.000 Euro oben drauflegt - denn
mehrmals und eindringlich hat sie betont, dass sie es kann, das Spenden - und gern etwas an Menschen zurückgibt.
Sie wollte wohl nicht ... oder hatte ihre Spendierhose vergessen. Oder ihre Größe, von der sie so gern geredet hat.
Am sympathischsten sind Andi und André, die andere Mitspieler verdient hätten.
Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir starten mit Null Grad und hangeln uns auf 3 Grad hoch.
Guten Morgen, Gruß Silvia

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