Freitag, 7. November 2025

6. November 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Ostwestfalen bei Betty



"Königliches aus dem Wasser und der Erde"
Vorspeise: Kaiserliches Dreierlei - Spargelsalat / Jakobsmuschel / Spargelcremesuppe
Hauptgang: Königliche Köstlichkeiten - Kalbssteak / Trüffel / Spargel / Kartoffelschnee
Nachtisch: Himmlisch-süße Versuchung - Erdbeer-Rhabarber-Törtchen / Vanilleschaum / Erdbeersorbet / Zitronen-Minz-Sorbet


Ein perfektes Leben - und ein anderes ...

Zwar besagt ein Sprichwort, dass unter jedem Dach ein "Ach" wohnt, aber ich wünsche Betty von Herzen, dass ihr Leben so perfekt ist wie sie es darstellt - und ihre lächelnde gute Laune von tief innen kommt. Doch

es gibt ein anderes Lebewesen, das unter ihrem Dach lebt, dessen Leben vollkommen unperfekt ist: das ist der

Kakadu.

Kakadu sind soziale Vögel, die in Gruppen leben sollten, aber dieser ist allein unter Menschen und drei kleinen Hunden. Auch, wenn er nicht - wie am heutigen Tag - sein Leben in einer Abstellkammer verbringen muss, sondern Frei"gang" hat

(es wurde gezeigt, dass er im Garten auf der Terrasse herumwuselt - dass die Flügel gestutzt sind, ist aber nur eine Vermutung von mir),

ist die

Prägung auf Menschen eine böse Fehlprägung.

Betty sollte sich vielleicht einmal vorstellen, dass sie und ihr Kakadu gemeinsam auf einer einsamen Insel leben. Ohne Fernseher, Internet oder Telefon zu ihrer Zerstreuung. Nach einer Weile könnte sie eventuell nachempfinden, wie sich ihr Vogel fühlt, der schon 23 Jahre bei ihr lebt.

Die 60jährige Betty ist in Leipzig geboren und gibt als Beruf "Beraterin" an - wenn ich mich nicht völlig irre, wurde sie am vergangenen Montag "Arbeits-Beraterin" genannt - vielleicht ist sie in einer privaten Arbeits-Vermittlung tätig oder sogar die Inhaberin einer solchen.

Heute könnte sie selbst auf eine "Ausleih"-Küchenkraft zurückgreifen, die sie mit mentaler Peitsche durch den Abend leitet, denn es wird

sehr spät. Erst gegen Mitternacht gibt es den letzten Gang.


Das Menü

weist mehr Schwächen als Stärken auf.

Da legt der als Aperitif servierte Champagner eine falsche Fährte ...

Bereits als Kind soll sie Kaviar und Ähnliches gegessen haben - und darum gibt es heute nur besondere Zutaten. Doch der Umstand als solches irritiert mich, denn sie ist in Leipzig geboren, und in der damaligen DDR soll es oft nicht einmal Bananen gegeben haben. Doch auch im Sozialismus gibt es Eliten ...

Leider bemüht sie sich nicht einmal, die Vorspeise warm auf den Tisch zu bringen, denn sie richtet jeden Teller einzeln an, bringt ihn zum Gast - um sich dann dem nächsten zu widmen. Dass am Ende alles kalt ist, ist der logische Schluss.

Stefanie schmeckt die kalte Spargelsuppe trotzdem besser als die Jakobsmuscheln und der Spargelsalat. Selbst von István gibt es negative Kommentare,

aber: ist die Vorspeise vermutlich trotzdem noch in Ordnung, bleibt mir zum

Zwischengang die Frage: Was soll das? Wem hilft es? Und vor allem: wem schmeckt es?

Von den Gästen mag niemand die Granita aus Spargelsud, aufgefüllt mit Cremant. "Schuss in den Ofen", sagt ein Gast. Andere Kommentare ähneln diesem.

Still wie in dem Beichtstuhl einer Kathedrale

(der Wille zur Beichte ist vorhanden, Sünden gibt es genug - aber irgendwie möchte man dann doch nicht davon erzählen)

geht der Hauptgang vonstatten: mit betretenen Gesichtern stochern die Gäste in den fast rohen Kalbsteaks herum, und niemand möchte am Tisch wirklich etwas dazu sagen.

Gibt es nicht nur Trüffel über den Hauptgang, sondern auch im Nachtisch? Ich bekomme das nur mit halber Aufmerksamkeit mit. Es ist, als wäre ich ebenso müde, wie es die Gäste sein müssen an diesem langen, langen Abend.


Fazit

Neid auf Bettys schickes Leben sehe und höre ich bei den Gästen überhaupt nicht. Neid, der so vielen gern unterstellt wird.

Zu diesem Menü gibt es allerdings nur eine, und zwar eine neutrale Meinung: so wie eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, machen teure Zutaten nicht zwangsläufig ein gutes Menü.

Dennoch bleiben die Gäste gebefreudig: 8 Punkte gibt Marc, je 7 Stefanie, Morris und István.

Mit 29 Zählern wird sie trotzdem auf den bisher letzten Platz geschickt.

Kaiserlich? Königlich? - (wie in obiger Speisekarte beschrieben). Oder doch einfach nur bürgerlich unperfekt?


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 6. November 2025

5. November 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Ostwestfalen bei Stefanie


"Soulfood Deluxe"
Vorspeise: Spargelsalat mit Kirschtomaten, Pinienkernen, Schafskäse und Balsamico-Zwiebeln
Hauptgang: Hausgemachte Pelmeni, gefüllt mit würzigem Fleisch, serviert mit einer Joghurt-Schmand-Paprika-Soße und getrockneter Minze
Nachtisch: Ein feines Törtchen aus Schokolade, Sahne und saftigen Kirschen


Überkreuz-Verkupplung

Vielleicht ahnt Stefanie bereits

- denn sie kann nicht wissen, dass sie am Ende des Tages ausgesprochen wohlwollend und viel zu hoch bewertet wird -

dass sie mit ihren Kochkünsten allein keinen Blumentopf gewinnen kann, aber sich mit einem "As im Ärmel" interessanter machen kann.

Dieses "As" heißt Janine, ist 30 Jahre alt, ihre Freundin und Kollegin und heutige Schnibbelhilfe, die wie Morris ebenfalls Single ist. Nachdem der

23jährige Morris bereits am Vortag von Vox genötigt wurde, sein Single-Dasein in den Vordergrund zu stellen - hat die

41jährige Stefanie mit ihrer Freundin bereits die Lösung parat und will Vox überkreuz Konkurrenz machen: aber es ist peinlich.

Über Facetime telefonieren Janine und Morris kurz miteinander, und so lässt Vox die Katze aus dem Sack, dass in dieser Sendereihe alles wichtiger ist, was der Regisseur an Nebensächlichkeiten zu einem Hauptthemen(problem) verbraten kann ... als das Kochen.

Morris wird im Anschluss ans Telefonat gefragt, wie er Janine sieht. "Sympathisch, attraktiv", antwortet er, weil er höflich ist und das Spielchen mitspielt.

Für alle Romantiker kommt hier jedoch der Dämpfer, denn Vox untertitelt

Bisher haben sich Janine und Morris noch nicht getroffen.

Immerhin liegen die Dreharbeiten eine Weile zurück, und bei einem Funkenflug wäre längst Zeit für ein Treffen gewesen.

Vielleicht aber hat Morris zu einem Trick gegriffen und am letzten Abend erzählt, dass ihn am frühen Morgen beim Bäcker der Blitz getroffen hat - und er schockverliebt ist. - Nein, ich habe keine Glaskugel, und das ist nur das, was ich in dem Fall geflunkert hätte.


Das Menü

Die Halbitalienerin Stefanie geht sehr entspannt an ihre Küchenarbeit, die nicht wirklich umfangreich ist - und ihr keinerlei Probleme verursacht.

Die Vorspeise ist ein Spargelsalat mit dieser und jener Zutat - aber ohne Brot und ohne Schwierigkeit.

Die russischen Nudeln sind für sie Routine, da sie die oft zubereitet. Gefüllt werden sie mit gekauftem und bereits fertig gewürztem Mett. Ein paar Kleckse Schmand und Paprikasoße drüber, und fertig ist ein Hauptgang,

über den der Jubel ausbleibt. - Höflichkeiten ersetzen straffe Kritik.

Schokokuchen-Böden mit Sahne obendrauf und ein paar Kirschen ... ich denke nicht, dass auch nur ein Zuschauer ein Rezept dafür haben möchte.


Fazit

Bevor es ans Eingemachte, die Bewertungen, geht, gibt es für die Gäste ein Frage- und Antwortspiel:

Wenn du ein Tier wärst, welches Tier wärst du? Darauf kennt Betty nur eine Antwort: sie wäre ein Schmetterling. Vermutlich hat sie die Zeit als Raupe hier völlig außeracht gelassen.

Welcher wäre dein Traumberuf? - Diese Frage möchte István mit "Pathologe" beantworten. Vielleicht sieht er gerne den Münsteraner Tatort mit dem Forensiker Professor Boerne?

Ich wollte, István hätte heute einen kleinen Schlag vom arroganten TV-Professor ... stattdessen gibt er für dieses Menü

8 Punkte, die auch Betty und Marc passend erscheinen. Morris haut eine 9 raus.

Mit 33 Zählern liegen am 3. Tag Morris und Janine gleichauf.

Eine ehrliche, faire und sachliche Bewertung sähe völlig anders aus ...


Guten Morgen, Gruß Silvia


Mittwoch, 5. November 2025

4. November 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Ostwestfalen bei Morris



Vorspeise
: Tom & Berry - Wenn die Erdbeere tomatet und der Croûton knuspert

Hauptgang: Remy findet Nemo - Lachs mir am Gemüschen - mit Schärfe im Püree
Nachtisch: Dorie-misu - einfach weiterschichten! Du vergisst alles - waren Erdbeeren dabei?



10 Uhr! Beim Bäcker! Irgendwo in Ostwestfalen!

Vielleicht war es früher Paaren unangenehm, wenn sie erzählen mussten, dass sie sich über eine Annonce oder gar ein Heirats-Institut kennengelernt hatten. Heute

ist es gang und gäbe, dass Menschen sich übers Internet oder über ein TV-Format - z. B. First Dates - kennenlernen.

Der Videograf Morris outet sich vor den Kameras als "Single", und schon wird er von Vox genötigt, einen Aufruf für ein Date zu machen.

Er jedoch möchte seine künftige Freundin lieber im realen Leben kennenlernen - und daher passt diese recht vage Beschreibung "10 Uhr! Beim Bäcker! In Ostwestfalen!", denn offenbar hat er kein großes Interesse, sich wie ein "Restposten" anpreisen zu lassen. Er ist erst 23 Jahre alt, und alles wird sich finden, wie es sich immer finden lässt.

Nur seine Lieblings-Bäckerei könnte einen Werbeslogan herausgeben: Bei uns kauft Morris pünktlich um 10 Uhr morgens seine Brötchen.

10 Uhr ist allerdings keine gute Uhrzeit für junge Frauen, ihn kennenzulernen, denn die meisten vielleicht Interessierten werden zu der Zeit arbeiten - sie könnten allerdings auf einen Samstag oder Sonntag ausweichen. Suchen

sollten sie in Bünde.

Lange Vorrede, kurzer Sinn meiner Einleitung: es geht auch darum, ein möglichst perfektes Dinner zu kochen - und nicht, sich von reichweitenstarken Sendern verkuppeln zu lassen. Aber dass in dieser Sendung gekocht wird, bedeutet im Umkehrschluss nicht wirklich, dass es auch eine

Kochsendung ist.


Das Menü

Zur obigen Menükarte hatte ich zuerst den Gedanken, dass Morris hier eine KI hat herumspinnen lassen. Aber ich denke, das hat Morris selbstständig formuliert, wenn ich auch gerne wüsste, warum man zur Nachspeise alles vergisst ...

Im übrigen übernimmt KI immer mehr Funktionen, die in Köpfen fehlen - ohne es kenntlich zu machen. Sobald ich auf KI angewiesen sein sollte, höre ich sofort mit dem Schreiben auf!

Unterstützung beim Schnibbeln bekommt Morris von seinem 60jährigen Onkel Michael, der vor etwa 15 Jahren selber "Das perfekte Dinner" gewonnen hat. Offenbar hat Michael damals auf Mallorca gelebt. Aber vielleicht lebt er noch heute dort - und ist "eingeflogen", so wie am Vortag der Vater von István aus Ungarn extra für diese Sendung angereist ist.

Es gibt viel zu schnibbeln, und Michael verliert dabei nicht die Gemütlichkeit aus den Augen.

Es kann gut sein, dass es noch nie diese Vorspeise in der Sendung gegeben hat: Erdbeer-Tomaten-Suppe. Grundsätzlich kann ich mir vorstellen, dass Erdbeeren und Tomaten zusammenpassen - aber als Highlight ordne ich das nicht ein.

Der Lachs im Hauptgang ist ziemlich übergart und daher lautet die Meinung einiger Gäste: leider ist der Fisch trocken.

Aufgewärmtes Püree gibt es dazu, obwohl es kein Akt wäre, es frisch zuzubereiten. Frisch schmeckt es viel besser.

Das Tiramisu ist komplett vorbereitet, die üblichen Erklärungen dazu kennt man.


Fazit

Für István ist es ein Bedürfnis, alles zu loben, besonders dass Morris den Mut hat, mit 23 Jahren ein Teil dieser Sendung zu sein. Es gab schon jüngere Teilnehmer, und warum soll jemand in dem Alter sich nicht kochtechnisch über Wasser halten können?

Fettnäpfchentechnisch spielt Marc in der 1. Liga: "Wie ist das eigentlich mit deiner Perle?" stampft er aus der unteren, vergessenen Etage guten Benehmens heraus.

Das Fettnäpfchen mag weniger Morris treffen, aber vielleicht viele Zuschauerinnen.

Die Punkte: 9 gibt István (macht er hier seinen Zusatz-Punkt "Kükenbonus" wahr?), je 8 Stefanie, Betty und Marc.

Am 2. Tag liegt er somit mit 33 Zählern auf dem bislang 1. Platz.


Guten Tag, Gruß Silvia

Dienstag, 4. November 2025

3. November 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Ostwestfalen bei István




„Ein Topf Heimat, gewürzt mit Erinnerungen - Herzensküche vom Kessel bis zur Dessertschale"

Vorspeise: Bohnenglück im Kessel - Traditionelle ungarische Bohnensuppe
Hauptgang: Röstzwiebel-Sinfonie - Lendenbraten für Genießer
Nachtisch: Süßer Ofenduft - Baumstriezel mit Vanillesoße, Eis und Obst


Ein Schwiegervater, ein Vater - und István

Ich lehne mich ein Stück weit aus dem Fenster, denn eigentlich halte ich nichts von vorschnellen Meinungen über mir fremde Menschen, weil sie im nächsten Moment schon wieder als völlig andere vor mir stehen könnten ... und schreibe, wie sehr

der mir auf Anhieb sympathische István mich erfreut.

Der Liebe wegen hat der 55jährige István vor vielen Jahrzehnten seine Heimat Ungarn verlassen, und er ist noch heute mit Alexandra zusammen - und seine Schwiegereltern hat er damals wohl gleich "mit-geheiratet", so innig ist der Familienverbund.

Es ist für jede Ehe von Vorteil, wenn sich Eltern und Schwiegereltern über die Liebe ihrer Kinder freuen, sie unterstützen - und ihr keine Steine in den Weg legen.

Viele Kandidaten in dieser Sendung stellen sich als "Familienmenschen" vor, und manchmal denke ich nur: gut, dieser Kandidat hat eine Familie, und er pflegt Kontakt damit ...

Bei István scheint es viel tiefer zu gehen: er lebt unter einem Dach mit seiner Schwiegermutter, er lebt im unteren Teil, sie im oberen - und schmerzlich vermisst wird sein Schwiegervater: von István so sehr, dass ich

kurzzeitig befürchte, er bricht gleich in Tränen aus. Stattdessen zeigt er der Kamera den Ort, an dem die Asche des Schwiegervaters

im Garten unter einem Bäumchen eine letzte Ruhestätte gefunden hat: Ein Schild weist auf eine "sorgenfreie Zone" hin.

Seit vielen Jahren ist mir die Bestattung in einem Friedwald bekannt, aber eine im heimischen Garten ist mir völlig neu. Gemeinhin gilt in Deutschland Friedhofspflicht, wozu natürlich inzwischen auch die Friedwälder gezählt werden.

Betty, eine Mitstreiterin in dieser Woche, erzählt, dass sie lieber einen "Diamanten" aus Asche gepresst haben möchte - wofür sicherlich nur eine kleine Menge an Asche nötig ist. Irgendwie passt dieser Wunsch zu der 60jährigen, die wie eine Barbie-Puppe in Rosa gekleidet in die Sendung schneit.

Überhaupt bin ich zwar begeistert von István, aber gleichzeitig weniger von Betty - und dem geschwätzige Marc,

der nach der Ankunft beim heutigen Gastgeber schreit: "Ich habe mir eine ungarische Oma gewünscht. Eine ungarische Omma."

Vermutlich sind weitere sprachliche Entgleisungen von Marc zu erwarten ...


Das Menü

Extra für die Filmaufnahmen ist Istváns 81jähriger Vater István aus Ungarn angereist. Was diverse Auftritte von Verwandten anbelangt, kann es mir hier und da schon mal übertrieben vorkommen - aber hier ergibt die Reise von István senior Sinn - denn István junior möchte diesen Ausflug in die Fernseh-Landschaft seinem Papa zeigen. Das wollen andere Kandidaten zwar auch, aber wenn viele das Gleiche tun, ist es nicht immer Dasselbe ...

Das Essen ist bodenständige ungarische Hausmannskost, die sicherlich niemanden wirklich vom Hocker reißt. Eine

Bohnensuppe mit all dem, was man eben von einer deftig-ungarischen erwartet ... alltagstauglich.

Der Hauptgang sieht weniger nach einer Sinfonie als nach einem Volkslied aus.

Das Filet-Steak, das ich im Fernseher zu sehen bekomme, ist ziemlich durchgegart. Offenbar haben ihn die unterschiedlich gewünschten Gargrade ziemlich irritiert.

Ich empfehle, Gäste nicht danach zu befragen, sondern es medium zu braten.

Die Baumstriezel im Nachtisch haben ihm zu einem 2. Standbein neben seinem Beruf verholfen: er verkauft diese über einen Wagen, mit dem er offenbar auf Feste fährt ... oder was auch immer.

Das Equipment zur Herstellung nimmt viel Platz ein - und in der Sendung auch ein paar Minuten Raum, denn die

Gäste dürfen die Backware selber rollen und fertigstellen. Dazu gibt es ein Haselnuss-Eis.


Fazit

Warum mir Kaiserin Sisi in den Sinn kommt, könnte an ihren Ungarn-Reisen gelegen haben - in denen sie vielleicht auch einen István getroffen hat.

Und wenn der heutige Kandidat István sich einmal umblickt, könnte er in Betty die Kaiserin Sisi entdecken.

Schluss mit dem Quatsch, Silvia!

Die Punkte: je 8 geben Morris, Betty und Marc, 7 gibt Stefanie.

31 Zähler sind eine faire Bewertung.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Samstag, 1. November 2025

1. November 2025 - Allerheiligen in unserer Familie - Yesterday ... Neuveröffentlichung aus 2015



Allerheiligen in unserer Familie - Yesterday

war die Welt um mich herum aus kindlicher Sicht in wunderbarer Ordnung. Und an Allerheiligen denke ich immer gerne zurück, besonders an das in meiner frühen Kindheit.

Heute hat es für mich an Bedeutung verloren, denn ich besuche kaum einmal ein Grab, weil es mir nichts gibt, an Gräbern zu stehen. An die lieben Verstorbenen kann man überall denken, und gerade an Gräbern habe ich am wenigsten das Gefühl, einem meiner Verstorbenen nahe zu sein.

Das unterscheidet sich im übrigen nicht viel von den Gefühlen aus meiner Kindheit. Gräber waren nie ein wichtiger Ort.

Doch damals wurde Allerheiligen zelebriert und zu einem Event hochgearbeitet. Meine Oma Josefine, ihre Schwestern und Schwägerinnen agierten hier als Event-Managerinnen, lange bevor man überhaupt eine Frau als Managerin bezeichnet hätte.

Und so hatten besonders meine Oma und ihre Schwägerin Jo (sie hieß ebenfalls Josefine) alle Familienangehörigen - eine Größenordnung in der Form kam überhaupt nur an Allerheiligen zusammen - an einen Ort beordert, von dem aus die Sache angegangen wurde. Es war die Schüruferstraße in Dortmund-Schüren.

Wirklich viele Kinder gehörten nicht zu unserer Familie, so dass ich das Gefühl behielt, hier ordentlich im Mittelpunkt zu stehen. Wenn ich heute daran zurück denke, stelle ich mir immer eine Horde von miteinander verwandten Menschen vor, die einem Marschbefehl folgte.

Los ging es zum örtlichen Friedhof, und zwar erst in der Dunkelheit. Bewaffnet mit Grabgestecken und diesen roten Langzeit-Kerzen, die es immer noch gibt. Oma wusste ganz genau, wo welcher Verstorbene zu finden war.

So gingen wir unter anderem zu dem Grab ihres Mannes Silverius, den ich leider nie kennen lernen durfte. Bereits im Alter von siebenundvierzig Jahren war er an einer Staublunge verstorben, denn er war Bergmann von Beruf. Eine kleine Nebengeschichte dazu zeigt die Gläubigkeit meiner Oma: Um diese Todesursache amtlich zu machen, hätte sie ihn obduzieren lassen müssen. Das hätte auch ihre Rente erhöht. Aber um nichts in der Welt wollte sie seine Totenruhe stören lassen ...

Lange nach seinem Tod setzte meine Oma es durch, dass ich nach ihm Silvia benannt wurde - obwohl meine Mutter mich Monika nennen wollte. Danke, Oma, ich heiße viel lieber Silvia als Monika.

Ein ganz trauriger Gang führte zu Johannes Grab. Meine Oma hatte drei Söhne gehabt: Meinen Vater, Franz und Johannes, den ältesten. Johannes, Hans genannt, war mit 21 Jahren von den Nazis ermordet worden. Das habe ich aber erst vor etwa zehn Jahren von meiner Mutter erfahren, Oma hat nie darüber gesprochen. Und ich mache das jetzt auch nicht.

Natürlich besuchten wir stets so einige Gräber, so genau erinnere ich die anderen leider nicht.

Denn erst nach dem Friedhofs-Gang wurde es spannend für mich. Die ganze Familie fand sich in Möllmanns Wirtschaft (sagte man damals zu manchen Lokalen) ein. Die Möllmanns waren ein Geschwister-Paar, das ihr ganzes Leben miteinander verbrachte und dieses Lokal führte.

Hier gab es dann das, was man heute neudeutsch Dinner nennt, Getränke nach Wahl und jede Menge Fröhlichkeit. Es wurde viel getrunken und gelacht - und wir Kinder waren mittendrin in einem lustigen Haufen von Verwandten, und wir wurden verwöhnt bis der Bauch sich vor Lachen wölbte oder auch die Schokolade einfach nicht mehr hinein passen wollte.

Das ist lange her, aber ich denke sehr oft an diese Zeit zurück. Mit der Reise meiner Oma ins Vergessen - nein, es war nicht Alzheimer, sondern eine andere Form der Demenz  - endeten diese Zusammenkünfte. Tante Jo starb viele Jahre vor meiner Oma.

Der ehemalige Zusammenhalt unserer Familie endete auch durch den Tod so einiger anderer Verwandter. Aber die Erinnerungen daran nimmt mir keiner, auch wenn heute alles anders geworden ist - und ich es auch nicht mehr so haben möchte, wie meine Oma es sich vielleicht für mich gewünscht hätte.

Guten Tag, Gruß Silvia



31. Oktober 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag am Chiemsee bei Doris



"Heimat trifft Fernweh"
Vorspeise: Bayrische Tapas - Knödel / Renke / Summer Roll
Hauptgang: Kalb küsst Kräuter - Saltimbocca auf Spargel
Nachtisch: Krokantje tanzt auf Erdbeere und Vanille - Bayrisch Creme / Erdbeeren / NL-Crunch


Schlusswort: Unterhaltsam war es!

Mit dieser Dinner-Ausgabe aus dem Chiemgau hat Vox seinen Sendeauftrag erfüllt - gut, Vox ist nicht öffentlich-rechtlich und eher der Werbeindustrie verschrieben, die aber nur zufriedengestellt werden kann, wenn die Zuschauer nicht fernbleiben: es ist bis zum letzten Abend unterhaltsam und kochtechnisch gesehen auch in Ordnung.

Mit Franz zum Beispiel wurde ein Kandidat in die Show geholt, der den Typus des klischeebehafteten Bayers verkörpert, und ich erkenne natürlich das Klischee, aber bin gleichzeitig froh, dass es solche Menschen noch gibt. Obwohl Franz gerne reist, würde ich ihn wohl kaum in

meiner Großstadt antreffen. Und wann ich mal wieder nach Bayern komme, weiß ich nicht - und dann treffe ich womöglich eher und vielleicht auf die Schicki-Micki-Bayern in München

(natürlich sind nicht alle Münchner dieser Spezies angehörig, aber wenn, ist es auch egal. Ich habe eine gute Bekannte, die aus Schwabing stammt, aber schon lange hier lebt - und wir verstehen uns prächtig.),

aber vor allem denke ich, dass Franz sich in seinem Bayern am wohlsten fühlt. Auch, wenn er gerne viel reist - aber es ist eine spezielle und völlig andere Sache, fremde Länder kennenzulernen,

als das eigene Land zu bereisen.

Den finalen Dinner-Abend (leider final) bestreitet die 42jährige Doris. Sie lebt in "Übersee", und das ist natürlich nicht dort, woran die meisten bei diesem Begriff denken, wenn sie ihren Blick übers Meer schweifen lassen.

Damals hat sie sich in ihrer bayrischen Heimat nicht wohlgefühlt. Sie wollte hinaus in die Welt,

und daher hat sie neben Reisefreuden 10 Jahre in den Niederlanden gelebt.

H e u t e hat sie ihre Heimat schätzen und lieben gelernt.

Aus Holland hat sie ihren Mann Joel "importiert" wie sie sagt. Quasi eine Nachbarschafts-Liebe.


Das Menü

Doris ist als Gastgeberin und Hobby-Köchin absolut tiefenentspannt. Es ist, als stünde sie wöchentlich vor Kameras, und die Kameras mögen sie.

"Bayrische Tapas" in der Vorspeise und bayrische Sojasoße kommen so lala an.

Saltimbocca ist der Haupt-Act des Hauptganges. Raphael kennt Saltimbocca nicht, obwohl er doch nach eigenen Aussagen der totale Überflieger an Herd, Pfannen und Kochergebnissen ist. Aber er kannte schließlich auch keine Frankfurter Soße ...

Die gequetschten Kartoffeln erfreuen Franz, die Beschaffenheit des Fleisches eher nicht. Auch die anderen sind kritisch.


Fazit

Als Gast ist Raphael wesentlich angenehmer, denn als Gastgeber.

Im Zweifel liegt das natürlich am Film-Schnitt. Man kennt das. Und weiß als Zuschauer dennoch nie genau, in wie weit das zutrifft. - Trotzdem bleibt Gesagtes natürlich gesagt und lässt sich nicht wegdiskutieren.

Es bleibt die Frage, ob die Mitarbeiter des Senders vor Ort dem Regisseur Hinweise darauf geben, welchen der Teilnehmer sie mehr und welchen weniger mögen.

Trotzdem: im nächsten Jahr wird dieses Format schon 20 Jahre alt, ist nicht in die sprichwörtlichen Jahre gekommen, weil das Publikum es mag.

Die Punkte für Doris: je 8 geben Raphael, Fabian und Franz, 10 Pia ...

Mit insgesamt 34 Umdrehungen kann sie die Chose nicht gewinnen, da Fabian und Raphael je 37 Zähler ergattert haben

und lautstark ihren geteilten Gewinn feiern.

Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten heute leider nicht die vom Wetterdienst angekündigten 17, sondern nur 14 Grad. Aber ich war gerade schon draußen unterwegs, und es fühlt sich frühlingsmild an.


Guten Morgen, Gruß Silvia