Freitag, 7. August 2020
7. August 2020 - Der Himmel macht die Wolken dicht
Der Himmel macht die Wolken dicht
Bislang hat Gottvater stets beide Augen zugedrückt, wenn es darum ging, auch nicht so gute Menschen im Himmel aufzunehmen. Es entsprach seinem Sinn für Resozialisierung, sie über den Wolken gut unterzubringen - damit sie in der Hölle nicht zu noch böseren Typen radikalisiert werden konnten.
Doch nun ist der Himmel ziemlich voll. Sie sitzen bis dicht vor Gottvaters ureigener Wolke und sein Regierungs-Wölkchen wackelt hier und da recht kräftig.
Mit Gottsohn und dem Heiligen Geist will er das Problem nicht besprechen, denn deren Nachsichtigkeiten sind ihm nur zu gut bekannt. Er bittet Petrus zu einer Audienz und sagt:
"Wir haben ein Problem, wir müssen es lösen - es gibt einfach zu viele Menschen im Himmel."
"Mir fehlen die vielen Tierseelen", antwortet Petrus. Gottvater merkt, dass sie beide auf einer Wellenlänge schwimmen.
Jahrelang beratschlagen sie sich, denn die Zeit ist relativ, und im Himmel sowieso. Dass der Himmel bereits zu einer kleinen Hölle mutiert ist, stört die beiden ebenfalls - denn Streit ist an der Tagesordnung, sogar Machtkämpfe gibt es, Ausgrenzungen und Manipulationen -
"Wir wollten hier schließlich keine 2. Erde eröffnen", sagt Gott, "bereits die 1. ist mir nicht wirklich gut gelungen."
Petrus nickt. Er darf Gottvater auch in kritischen Momenten zustimmen.
Umsiedlung
Endlich wird eine Umsiedlung der Menschen auf Wolken oberhalb der irdischen Flughöhe beschlossen, denn so haben sie noch einen schönen Ausblick,
wissen aber gleichzeitig, wie man sich auf den billigen Plätzen fühlt. Nix mehr mit Hosianna und Jubilieren den ganzen Tag. Die sehr, sehr bösen werden letztendlich doch noch in die Hölle umgesiedelt - nach einem strikten Plan und mit lediglich vielen guten Wünschen für eine Ewigkeit im Gepäck, die sie sich so auch nicht vorgestellt hatten.
Gottvater hört das Klagen, er hört die Proteste ... aber irgendwie ist es auch eine Erleichterung für ihn, die von ihm nicht so wirklich geliebten Menschen loszuwerden.
Dass der Himmel die Wolken derart dicht macht - kein Mensch hätte ernsthaft damit gerechnet.
Platz für Gottes Lieblingsgeschöpfe
heißt nun Petrus' dringendste Aufgabe. Immerhin sterben von ihnen an jedem Tag mehr, viel mehr, als Menschen sterben. Es geht in die Milliarden ...
aber die Himmelstore sind weit offen für all die Seelen der Schlachttiere, die nun im Sekundentakt Aufnahme in den Himmel finden.
Nebenher strömen die Seelen der Wildtiere und all die geliebten Haustiere in den Himmel.
"Wenn das mal gut geht", sagt Petrus, "die Haustiere könnten uns am Ende einen Strich durch den menschenleeren Himmel machen,
weil sie nach ihren Herrchen und Frauchen rufen" ... Selbst von Katzen kann man das erwarten.
Gott hat sich erst einmal zurückgezogen. Er muss nachdenken. Aber das geht ganz
fix - und dauert höchstens ein paar Jahrzehnte.
Guten Tag, Gruß Silvia
Copyright: (wie alle meine Blog-Beiträge) Silvia Gehrmann
6. August 2020 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Berlin bei Melanie
Foto: I. N., Berlin
Vorspeise: Tomaten-Carpaccio, Challah Bread
Hauptgang: Beef, Harissa Mash, Sweetheart-Cabbage
Nachtisch: Tahini Ice-Cream, Cardamom Anglaise, Filo Tuile, Fig Brulee
Kritik wird meist von dem geübt,
den möglichst wenig Kenntnis trübt.
- Erich Limpach (1899 - 1965)
Damit es am Ende nicht vergessen ist, wie viel Kritik Melanie an den Menüs ihrer Mitkandidaten geübt hatte - und André, der Kritiker des heutigen Tages nicht im trüben Licht dasteht - wiederholt
der Sender erst einmal kernige Aussprüche von der heutigen Köchin. Es war vieles dabei, vor allem hat Melanie stets etwas anderes erwartet als auf den Menü-Karten stand.
Dann beginne ich hier und jetzt mit Melanies Nachtisch: Nach Ansicht der o. g. Speisekarte stelle ich mir Großes vor, eine hübsche Anrichtungsweise inklusive:
Nichts von dem trifft zu. Zur Fig Brulee erwarte ich vor allem keine angeflämmte Feige, sondern das versprochene
Middle Eastern Fireworks
- denn so lautet das Motto ihres Menüs. In der Tat bekomme ich dann noch viel Feuer zu sehen, zwar kein Feuerwerk, aber Verbranntes:
Spitzkohl! Natürlich soll das Verbrennen des Kohls Absicht sein, und die äußeren Blätter will sie entfernen. Auf den Tellern sehe ich dann
je eine mächtige Portion geviertelten Spitzkohls, der immer noch Brandwunden aufweist. Aua! Wie ungewürzt ist zudem ein Kohl-Batzen, den man schließlich nicht durch Gewürze in seinen inneren Werten verstärken kann?
Die Vorspeise ist eine Vorspeise und nicht weiter der Rede wert. Allerdings erntet ihr Brot Begeisterungs-Stürme. Es wird kräftig genutzt, um aus einem "Carpaccio" simple Tomatenbrote zu machen. Das hätte sie einfacher haben können.
Fazit
Der verträumte Poet André hat nach drei Tagen in der Nähe von Melanie und ihrer ungezügelten Zunge vermutlich die Faxen dicke
und sucht und findet Kritikpunkte. Das ist eine rein menschliche Reaktion. Hätte sie sich nur ein bisschen mehr zurückgehalten, sie wäre vielleicht auf einem Gleichstand mit Sandra.
So sieht die heutige Wertung aus: 10 unglaubliche Punkte gibt Julia, je 8 ist Ida und Sandra die Chose wert - und André findet, das 7 Punkte reichen (fast glaube ich, er hat sich nicht getraut, dem Menü noch weniger Zähler zuzuordnen).
Mit 33 Umdrehungen liegt sie auf dem bislang 2. Platz.
Wie Melanie schon sagt: "Ich habe meistens gute Laune, außer, ich bin hungrig." - Nun kann sie den Spruch erweitern:
"Ich habe meistens gute Laune - außer, ich verliere." Denn der 1. Verlierer steht auf dem 2. Platz.
Guten Morgen, Gruß Silvia
Vorspeise: Tomaten-Carpaccio, Challah Bread
Hauptgang: Beef, Harissa Mash, Sweetheart-Cabbage
Nachtisch: Tahini Ice-Cream, Cardamom Anglaise, Filo Tuile, Fig Brulee
Kritik wird meist von dem geübt,
den möglichst wenig Kenntnis trübt.
- Erich Limpach (1899 - 1965)
Damit es am Ende nicht vergessen ist, wie viel Kritik Melanie an den Menüs ihrer Mitkandidaten geübt hatte - und André, der Kritiker des heutigen Tages nicht im trüben Licht dasteht - wiederholt
der Sender erst einmal kernige Aussprüche von der heutigen Köchin. Es war vieles dabei, vor allem hat Melanie stets etwas anderes erwartet als auf den Menü-Karten stand.
Dann beginne ich hier und jetzt mit Melanies Nachtisch: Nach Ansicht der o. g. Speisekarte stelle ich mir Großes vor, eine hübsche Anrichtungsweise inklusive:
Nichts von dem trifft zu. Zur Fig Brulee erwarte ich vor allem keine angeflämmte Feige, sondern das versprochene
Middle Eastern Fireworks
- denn so lautet das Motto ihres Menüs. In der Tat bekomme ich dann noch viel Feuer zu sehen, zwar kein Feuerwerk, aber Verbranntes:
Spitzkohl! Natürlich soll das Verbrennen des Kohls Absicht sein, und die äußeren Blätter will sie entfernen. Auf den Tellern sehe ich dann
je eine mächtige Portion geviertelten Spitzkohls, der immer noch Brandwunden aufweist. Aua! Wie ungewürzt ist zudem ein Kohl-Batzen, den man schließlich nicht durch Gewürze in seinen inneren Werten verstärken kann?
Die Vorspeise ist eine Vorspeise und nicht weiter der Rede wert. Allerdings erntet ihr Brot Begeisterungs-Stürme. Es wird kräftig genutzt, um aus einem "Carpaccio" simple Tomatenbrote zu machen. Das hätte sie einfacher haben können.
Fazit
Der verträumte Poet André hat nach drei Tagen in der Nähe von Melanie und ihrer ungezügelten Zunge vermutlich die Faxen dicke
und sucht und findet Kritikpunkte. Das ist eine rein menschliche Reaktion. Hätte sie sich nur ein bisschen mehr zurückgehalten, sie wäre vielleicht auf einem Gleichstand mit Sandra.
So sieht die heutige Wertung aus: 10 unglaubliche Punkte gibt Julia, je 8 ist Ida und Sandra die Chose wert - und André findet, das 7 Punkte reichen (fast glaube ich, er hat sich nicht getraut, dem Menü noch weniger Zähler zuzuordnen).
Mit 33 Umdrehungen liegt sie auf dem bislang 2. Platz.
Wie Melanie schon sagt: "Ich habe meistens gute Laune, außer, ich bin hungrig." - Nun kann sie den Spruch erweitern:
"Ich habe meistens gute Laune - außer, ich verliere." Denn der 1. Verlierer steht auf dem 2. Platz.
Guten Morgen, Gruß Silvia
Donnerstag, 6. August 2020
5. August 2020 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Berlin bei Sandra
Foto: S. B.
Vorspeise: Caponata, Ravioli mit Artischockencreme, Polpette di Tonno, Pesto siciliano
Hauptgang: Safran-Peperoncino-Orangenrisotto, Loup de mer mit Salbeicrunch
Nachtisch: Cannoli siciliani mit Ricotta-, Schoko- und Pistazienfüllung, Brombeer-Vanille-Minz-Granita
Fernwehkochen in der Corona-Zeit
Als Synonym dafür steht das obige Foto. Auch Sandra, die Fremdsprachen-Lehrerin, die früher genau wie André der Schauspielerei zugetan war, fehlt ihr Sehnsuchtsort Sardinien. Dumm nur, dass sie Spanisch und Englisch und nicht Italienisch spricht. Natürlich ist das Reisen inzwischen wieder möglich - aber viele Leute machen im Moment noch keinen Gebrauch davon. Es ist ja auch nicht wirklich schlimm, wenn man auf liebgewordene Gewohnheiten mal verzichten muss - das ist ja hoffentlich nur vorübergehend. Hoffentlich.
Alternativ zu Reise-Erlebnissen kann man sich in das Erlebnis "TV" und hier "Perfektes Dinner" stürzen. Für manche war es die tollste Erfahrung aller Zeiten, wie im Anschluss viele Teilnehmer erzählt haben.
Sandra betreibt einen erheblichen Aufwand, um ihr Dinner perfekt werden zu lassen. Aufwand allein richtet es allerdings nicht, und daher muss wieder zum Beispiel der Thunfisch das angestrebte Ziel unterstützen. Wie der gute Fisch allerdings in einer Polpette zur viel beachteten Geltung kommt - weiß ich nicht.
Das weiß jedoch André. Er ist voll des Lobes. Überhaupt denke ich nun, dass André nicht nur exzentrisch, sondern in der Tat
authentisch-exzentrisch ist. Das ist ein Lob meinerseits.
Die Welt braucht Leute wie André, etwas weltabgewandt und in sich selber ruhend und mit einer tiefen Zufriedenheit, die er in jeder seiner blumigen Ansprachen transportiert.
Sandra ist weniger blumig, sondern schwer beschäftigt. Sie kämpft unter anderem gegen die Uhr. Gegen die besonders kritische Melanie kämpft in dieser Berlin-Woche im übrigen jeder Teilnehmer.
In den Interviews sitzt sie neben André, und man gewinnt den Eindruck, dass er manchmal gar nicht glauben kann, was sie von sich gibt ... Immerhin kann er sich nun ausmalen, was sie am Montag über sein Dinner eventuell zu bemängeln hatte.
Ida gibt selbstsicher die Kennerin: Obwohl ihr das Risotto phantastisch schmeckt, ist es ihr zu "orangig". Hier setze ich mal drei Fragezeichen - und empfehle ihr, die Mund-Nasen-Schutzmasken, die sie - wie alle - nun immer griffbereit hat,
zum Essen hoch nach oben über die Augen zu ziehen.
Fazit
Die Punkte für Sandra rieseln dann nur noch so aus den Handgelenken:
Melanie und Julia geben je 8, und André und Ida je neun Zähler. Mit 34 Punkten
könnte nur noch Melanie sie besiegen - wenn man danach geht, was sie seit Montag von sich gibt.
Der Nachteil für Melanie besteht nun darin, dass alle, alle ihr Dinner besonders kritisch unter die Lupe nehmen werden.
Guten Morgen, Gruß Silvia
Vorspeise: Caponata, Ravioli mit Artischockencreme, Polpette di Tonno, Pesto siciliano
Hauptgang: Safran-Peperoncino-Orangenrisotto, Loup de mer mit Salbeicrunch
Nachtisch: Cannoli siciliani mit Ricotta-, Schoko- und Pistazienfüllung, Brombeer-Vanille-Minz-Granita
Fernwehkochen in der Corona-Zeit
Als Synonym dafür steht das obige Foto. Auch Sandra, die Fremdsprachen-Lehrerin, die früher genau wie André der Schauspielerei zugetan war, fehlt ihr Sehnsuchtsort Sardinien. Dumm nur, dass sie Spanisch und Englisch und nicht Italienisch spricht. Natürlich ist das Reisen inzwischen wieder möglich - aber viele Leute machen im Moment noch keinen Gebrauch davon. Es ist ja auch nicht wirklich schlimm, wenn man auf liebgewordene Gewohnheiten mal verzichten muss - das ist ja hoffentlich nur vorübergehend. Hoffentlich.
Alternativ zu Reise-Erlebnissen kann man sich in das Erlebnis "TV" und hier "Perfektes Dinner" stürzen. Für manche war es die tollste Erfahrung aller Zeiten, wie im Anschluss viele Teilnehmer erzählt haben.
Sandra betreibt einen erheblichen Aufwand, um ihr Dinner perfekt werden zu lassen. Aufwand allein richtet es allerdings nicht, und daher muss wieder zum Beispiel der Thunfisch das angestrebte Ziel unterstützen. Wie der gute Fisch allerdings in einer Polpette zur viel beachteten Geltung kommt - weiß ich nicht.
Das weiß jedoch André. Er ist voll des Lobes. Überhaupt denke ich nun, dass André nicht nur exzentrisch, sondern in der Tat
authentisch-exzentrisch ist. Das ist ein Lob meinerseits.
Die Welt braucht Leute wie André, etwas weltabgewandt und in sich selber ruhend und mit einer tiefen Zufriedenheit, die er in jeder seiner blumigen Ansprachen transportiert.
Sandra ist weniger blumig, sondern schwer beschäftigt. Sie kämpft unter anderem gegen die Uhr. Gegen die besonders kritische Melanie kämpft in dieser Berlin-Woche im übrigen jeder Teilnehmer.
In den Interviews sitzt sie neben André, und man gewinnt den Eindruck, dass er manchmal gar nicht glauben kann, was sie von sich gibt ... Immerhin kann er sich nun ausmalen, was sie am Montag über sein Dinner eventuell zu bemängeln hatte.
Ida gibt selbstsicher die Kennerin: Obwohl ihr das Risotto phantastisch schmeckt, ist es ihr zu "orangig". Hier setze ich mal drei Fragezeichen - und empfehle ihr, die Mund-Nasen-Schutzmasken, die sie - wie alle - nun immer griffbereit hat,
zum Essen hoch nach oben über die Augen zu ziehen.
Fazit
Die Punkte für Sandra rieseln dann nur noch so aus den Handgelenken:
Melanie und Julia geben je 8, und André und Ida je neun Zähler. Mit 34 Punkten
könnte nur noch Melanie sie besiegen - wenn man danach geht, was sie seit Montag von sich gibt.
Der Nachteil für Melanie besteht nun darin, dass alle, alle ihr Dinner besonders kritisch unter die Lupe nehmen werden.
Guten Morgen, Gruß Silvia
Mittwoch, 5. August 2020
4. August 2020 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag in Berlin bei Ida
Vorspeise: Veganes Tatar
Hauptgang: Geschmorte Aubergine mit Mandel-Gnocchi alla Ida
Nachtisch: Veganes Traumtiramisu ohne raffinierten Zucker
Hauptzutat: Eigenlob
Natürlich kann es ihrer maximalen Bescheidenheit entsprechen, dass sie ihre "Kochkunst" auf einer Skala bis 10 nur bei 9 einschätzt. Dann aber geht es los, und Ida findet viele Superlative für ihr Menü, und so ganz nebenbei gelten diese Meilensteine in Punkto Selbstbeweihräucherung als eher selten beim Dinner. Nicht viele Kandidaten können ihr diesbezüglich das Wasser reichen.
Hier eine kleine Kostprobe von Idas Begeisterung über Ida:
"Sieht doch super aus, eh. . Geschmacksexplosion . Ich bin die geborene Ess-Teller-Dekorateurin . Wow . Wirklich mega . Extrem tolle Kombination . Ich liebe es . Guck mal, wie das aussieht, Ein Traum. Krieg das mal so hin .
Ida dreht sich extrem um sich selber, aber als Instagram-Bloggerin ist das vielleicht notwendig. Dort zeigt sie ihr Leben mit ihrer kleinen Tochter - und gibt dies sogar als ihren Beruf an. Früher sei sie Friseurin gewesen,
und aus vermutlich dieser Zeit beherrscht sie noch den absolut schmalen Small-Talk.
Idas Teilnahme am "perfekten Dinner" entspricht folglich nur ihrem Job zur Rekrutierung neuer "Fans", die, wie man es hier im Ruhrgebiet ausdrücken würde,
die Kacke am Dampfen halten sollen. Ich erwarte in den folgenden Tagen darum noch die Vorführung einiger schöner Kleider. Denn, wenn ich etwas Positives sagen kann,
so ist es dies: Ihr Kleid vom ersten Abend bei André gefiel mir sehr gut. Allerdings hat sie es versäumt, sich zwischen Vorab-Interviews und Ankunft bei André umzuziehen.
Ein Influencerinnen-Fehler, weil eine versäumte Gelegenheit nie wiederkehrt!
Bislang kannte ich selber nur Michels Schwester Ida aus Lönneberga - und so wird es auch für die Zukunft wieder sein. Das war eine liebenswerte Roman- und Filmfigur, die unter ihrem frechen Bruder Michel oft genug leiden musste ...
hier sehe ich eine Ida, die 70 Fernseh-Minuten zu einer Tortur für Fremdschämwillige ausbreitet.
Wie Idas Dinner schmeckt - kann ich gar nicht beurteilen. Der freundliche André sagt über die Vorspeise in seiner gewohnt blumigen Art, sie sei beglückend.
Am Ende fehlt dann doch auch für Idas Gäste so einiges zum vollendeten Glück. Vor allem scheint Ida der Durst ihrer Gäste kaum zu interessieren.
Fazit
Idas vollständige Aufmerksamkeit gilt ... nur .... Ida. Das macht es schwierig für gute Worte meinerseits. Ihrer Hauptzutat, dem Eigenlob, kann ich größtenteils überhaupt nicht zustimmen, sondern ihm eher widersprechen. Ihre Teller sind nicht wirklich schön angerichtet, zum Beispiel. Sie muss noch viel üben, um hier perfekt zu werden.
Die Gäste sehen es unterschiedlich: Julia gibt 9 Punkte, André und Sandra je 8 und Melanie 7 Zähler.
Mit 32 Umdrehungen
müsste Ida eigentlich schwindelig werden, weil sie reichlich übertrieben scheinen.
Guten Morgen, Gruß Silvia
Hauptgang: Geschmorte Aubergine mit Mandel-Gnocchi alla Ida
Nachtisch: Veganes Traumtiramisu ohne raffinierten Zucker
Hauptzutat: Eigenlob
Natürlich kann es ihrer maximalen Bescheidenheit entsprechen, dass sie ihre "Kochkunst" auf einer Skala bis 10 nur bei 9 einschätzt. Dann aber geht es los, und Ida findet viele Superlative für ihr Menü, und so ganz nebenbei gelten diese Meilensteine in Punkto Selbstbeweihräucherung als eher selten beim Dinner. Nicht viele Kandidaten können ihr diesbezüglich das Wasser reichen.
Hier eine kleine Kostprobe von Idas Begeisterung über Ida:
"Sieht doch super aus, eh. . Geschmacksexplosion . Ich bin die geborene Ess-Teller-Dekorateurin . Wow . Wirklich mega . Extrem tolle Kombination . Ich liebe es . Guck mal, wie das aussieht, Ein Traum. Krieg das mal so hin .
Ida dreht sich extrem um sich selber, aber als Instagram-Bloggerin ist das vielleicht notwendig. Dort zeigt sie ihr Leben mit ihrer kleinen Tochter - und gibt dies sogar als ihren Beruf an. Früher sei sie Friseurin gewesen,
und aus vermutlich dieser Zeit beherrscht sie noch den absolut schmalen Small-Talk.
Idas Teilnahme am "perfekten Dinner" entspricht folglich nur ihrem Job zur Rekrutierung neuer "Fans", die, wie man es hier im Ruhrgebiet ausdrücken würde,
die Kacke am Dampfen halten sollen. Ich erwarte in den folgenden Tagen darum noch die Vorführung einiger schöner Kleider. Denn, wenn ich etwas Positives sagen kann,
so ist es dies: Ihr Kleid vom ersten Abend bei André gefiel mir sehr gut. Allerdings hat sie es versäumt, sich zwischen Vorab-Interviews und Ankunft bei André umzuziehen.
Ein Influencerinnen-Fehler, weil eine versäumte Gelegenheit nie wiederkehrt!
Bislang kannte ich selber nur Michels Schwester Ida aus Lönneberga - und so wird es auch für die Zukunft wieder sein. Das war eine liebenswerte Roman- und Filmfigur, die unter ihrem frechen Bruder Michel oft genug leiden musste ...
hier sehe ich eine Ida, die 70 Fernseh-Minuten zu einer Tortur für Fremdschämwillige ausbreitet.
Wie Idas Dinner schmeckt - kann ich gar nicht beurteilen. Der freundliche André sagt über die Vorspeise in seiner gewohnt blumigen Art, sie sei beglückend.
Am Ende fehlt dann doch auch für Idas Gäste so einiges zum vollendeten Glück. Vor allem scheint Ida der Durst ihrer Gäste kaum zu interessieren.
Fazit
Idas vollständige Aufmerksamkeit gilt ... nur .... Ida. Das macht es schwierig für gute Worte meinerseits. Ihrer Hauptzutat, dem Eigenlob, kann ich größtenteils überhaupt nicht zustimmen, sondern ihm eher widersprechen. Ihre Teller sind nicht wirklich schön angerichtet, zum Beispiel. Sie muss noch viel üben, um hier perfekt zu werden.
Die Gäste sehen es unterschiedlich: Julia gibt 9 Punkte, André und Sandra je 8 und Melanie 7 Zähler.
Mit 32 Umdrehungen
müsste Ida eigentlich schwindelig werden, weil sie reichlich übertrieben scheinen.
Guten Morgen, Gruß Silvia
Dienstag, 4. August 2020
3. August 2020 - Vox - Das perfekte Dinner - Montag in Berlin bei André
Vorspeise: Brennnesselsuppe mit schwarzem Trüffel zu einer Mozzarellaroulade mit Schnittlauchpesto, dazu mediterranes Baguette
Hauptgang: Chateaubriand vom Simmentaler Rind an Kartoffelkokosstampf, begleitet von Artischockenherzen und Steinpilzen
Nachtisch: Sanddorneis mit Himbeerstückchen und karamellisierten Haselnüssen zu einem Granatapfelsorbet surprise
Meerblaue wässrige (Eis-)Augen
sind das unverkennbare Merkmal des ehemaligen Schauspielers und jetzigen Lehrers für Musik und Mathematik (oder lehrt er eher kleinen Kindern Rechnen?). Natürlich ist in diesen Zeiten niemals irgendein Merkmal davor gefeit, es künstlich erzeugt zu haben: Aber an gefärbte Kontaktlinsen glaube ich hier eher weniger.
Alles fließt ... lautet Andrés Dinner-Motto, und er meint das natürlich sehr, sehr philosophisch. Darauf trinkt er einen Schluck von
seinem Rosenwasser, und das scheint sein Weihwasser zu sein.
Ob André authentisch-exzentrisch oder einfach nur exzentrisch ist, kann ich nach diesem ersten Tag überhaupt nicht bewerten. Authentizität ist natürlich allem Gekünstelten vorzuziehen. Aber irgendwo tief drin in ihm stecken sicher noch Spuren von dem
Theater-Schauspieler.
Der Redekünstler würde ebenfalls einen guten Pastor abgeben, der ständig auf der Spur nach neuen Themen für seine Sonntagspredigt ist.
Die Zuschauer müssen nun durch diese Meditations-Stunde hindurchgehen, können sich berieseln lassen von klugen Sätzen und Sprüchen und
vielleicht auch von seinem Dinner. Ein paar Schwachstellen sind leicht erkennbar, und am Ende gefällt mir das Sanddorn-Eis am besten -
allerdings nur von der cremigen Ansicht her. Es muss ziemlich sauer sein.
So sauer ist ihm auch der Lockdown aufgestoßen: Er hat seine lieben Schüler und Schülerinnen vermisst. Was mich jetzt wirklich zu dem Schluss kommen lässt, dass es sich um eine Grundschule handeln muss, an der er unterrichtet. Ich kenne ein paar Lehrer und Lehrerinnen, die ihre Berufstätigkeit völlig anders sehen ... doch die unterrichten an weiterführenden Schulen.
Fazit
Vier Frauen und ein Mann kochen in dieser Berlin-Woche, und der Mann André setzt sich heute nicht durch:
8 Punkte bekommt er von Ida, je 7 von Julia und Sandra und 6 von Melanie. Mit 28 Punkten liegt der Berliner ziemlich weit unten auf der erreichbaren Skala von 40 möglichen Zählern.
Darauf noch ein Rosenwässerchen.
Guten Morgen, Gruß Silvia
Hauptgang: Chateaubriand vom Simmentaler Rind an Kartoffelkokosstampf, begleitet von Artischockenherzen und Steinpilzen
Nachtisch: Sanddorneis mit Himbeerstückchen und karamellisierten Haselnüssen zu einem Granatapfelsorbet surprise
Meerblaue wässrige (Eis-)Augen
sind das unverkennbare Merkmal des ehemaligen Schauspielers und jetzigen Lehrers für Musik und Mathematik (oder lehrt er eher kleinen Kindern Rechnen?). Natürlich ist in diesen Zeiten niemals irgendein Merkmal davor gefeit, es künstlich erzeugt zu haben: Aber an gefärbte Kontaktlinsen glaube ich hier eher weniger.
Alles fließt ... lautet Andrés Dinner-Motto, und er meint das natürlich sehr, sehr philosophisch. Darauf trinkt er einen Schluck von
seinem Rosenwasser, und das scheint sein Weihwasser zu sein.
Ob André authentisch-exzentrisch oder einfach nur exzentrisch ist, kann ich nach diesem ersten Tag überhaupt nicht bewerten. Authentizität ist natürlich allem Gekünstelten vorzuziehen. Aber irgendwo tief drin in ihm stecken sicher noch Spuren von dem
Theater-Schauspieler.
Der Redekünstler würde ebenfalls einen guten Pastor abgeben, der ständig auf der Spur nach neuen Themen für seine Sonntagspredigt ist.
Die Zuschauer müssen nun durch diese Meditations-Stunde hindurchgehen, können sich berieseln lassen von klugen Sätzen und Sprüchen und
vielleicht auch von seinem Dinner. Ein paar Schwachstellen sind leicht erkennbar, und am Ende gefällt mir das Sanddorn-Eis am besten -
allerdings nur von der cremigen Ansicht her. Es muss ziemlich sauer sein.
So sauer ist ihm auch der Lockdown aufgestoßen: Er hat seine lieben Schüler und Schülerinnen vermisst. Was mich jetzt wirklich zu dem Schluss kommen lässt, dass es sich um eine Grundschule handeln muss, an der er unterrichtet. Ich kenne ein paar Lehrer und Lehrerinnen, die ihre Berufstätigkeit völlig anders sehen ... doch die unterrichten an weiterführenden Schulen.
Fazit
Vier Frauen und ein Mann kochen in dieser Berlin-Woche, und der Mann André setzt sich heute nicht durch:
8 Punkte bekommt er von Ida, je 7 von Julia und Sandra und 6 von Melanie. Mit 28 Punkten liegt der Berliner ziemlich weit unten auf der erreichbaren Skala von 40 möglichen Zählern.
Darauf noch ein Rosenwässerchen.
Guten Morgen, Gruß Silvia
Samstag, 1. August 2020
1. August 2020 - Gestorben wird schließlich immer ...
Tierfriedhof Mülheim an der Ruhr
Gestorben wird schließlich immer
In diesen Zeiten liegen so manche Branchen völlig ausgeknockt am Boden. Corona bringt viel mehr mit sich als die Möglichkeit einer Erkrankung.
Unerbittlich geht das Virus über Grenzen hinweg bis hin an Existenzen, die es nebenbei noch gefährdet oder gar völlig zerstört.
Es ist bereits jetzt nichts mehr wie es vorher war.
Nur eine Branche ist, rein wirtschaftlich gesehen, davon überhaupt nicht betroffen:
Die der Bestatter. Denn gestorben wird schließlich immer.
Seit vielen Jahren gibt es auch die Möglichkeit, sein verstorbenes Tier würdig bestatten oder einäschern zu lassen. Hier in meiner Nachbarstadt Mülheim a. d. Ruhr gibt es einen kleinen Tierfriedhof,
der an Sentimentalität jeden menschlichen letzten Ort übertrifft.
Lässt man sein Haustier einäschern, darf man die Asche - im Gegensatz zu der von Menschen - mit nach Hause nehmen.
Die Asche der Menschen muss zusätzlich auf einem Friedhof bestattet werden. Das ist zumindest in Deutschland so,
denn es gibt Länder, in denen man die Asche seiner verstorbenen Liebsten ins eigene Haus mitnehmen darf.
Sterben könnte so manch einen das letzte Hemd kosten, denn zum Schnäppchenpreis gibt es keine Bestattung.
Bei Haustieren richtet sich der Preis im Falle der Einäscherung nach dem Gewicht des Tieres. Das klingt vielleicht ein bisschen makaber,
aber an irgendetwas muss ein Bestatter schließlich seine Dienstleistung koppeln.
War auch der Chihuahua zeitlebens ein ganz Großer, so kostet es weniger, ihn einäschern zu lassen als es den Halter einer Dogge kostet.
Ob der Mehraufwand an Hygiene-Maßnahmen in Zeiten von Corona von Bestattern auf den "Kunden" umgelegt wird, weiß ich nicht,
aber es ist sowieso an der Zeit, diesen Beitrag abzuschließen.
Ich bin jedoch froh, eine krisensichere Branche ausfindig gemacht zu haben. Man muss sehr lange suchen, um eine ähnlich stabile zu finden.
Guten Tag, Gruß Silvia
31. Juli 2020 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Münster bei Christopher
Vorspeise: Südtiroler Schlutzkrapfen
Hauptgang: Rote Bete-Gnocchi, Erbsen-Minz-Püree, junge Möhren, Kalbskarree, Tomatensauce
Nachtisch: Sommerliches, beschwipstes Tiramisu
Der Schwiegermutter-Traum-Mann
Endlich und damit habe ich bis zum Finale der dieswöchigen Dinner-Runde benötigt, kenne ich die Motivation von Claudia, am "perfekten Dinner" teilzunehmen - Kochkunst ist es nicht, denn kochen kann sie eher nur für den Hausgebrauch:
Sie sucht einen Mann für ihre Tochter Paulina!
Und da ist mal einer wie Christopher zum Greifen nahe, aber dann kommt er dennoch nicht in Frage, weil seine Entscheidung bereits zugunsten einer anderen Frau gefallen ist und er bald heiraten wird. Es wird Claudia irgendwann nichts anderes übrig bleiben, als die Sendung "Schwiegersohn gesucht" zu bereichern,
und in der muss sie auch nicht kochen.
Heute kocht ohnehin Christopher. Bedenkenlos würde ich mir in seiner Wohnung den Blinddarm entfernen lassen, denn so steril wie sie ist, würde diese keinen Chirurgen von seinen gekonnten Schnitten ablenken.
Fürs Auge bietet seine Wohnung überhaupt keine Abwechslung, aber nicht ich, sondern Christopher muss sich darin wohlfühlen.
Dann bringt er mit seinem Hauptgang einen dicken, fetten Batzen Fleisch auf jeden Teller, an den sich eher schüchtern ein paar Beilagen schmiegen. Natürlich fehlt auch die letzte Karotte der Woche nicht, denn Möhren sind so etwas wie der Rote Faden der Woche. Möhren und Kalbfleisch.
Einen weiteren Faden spann und spinnt Rabea: Sie ist nicht satt zu bekommen! Bei der Ansicht ihrer Punkte wird es ihr ähnlich ergehen wie mit den Menüs der Woche: Zu wenig! Immerhin ist sie allein auf dem letzten Platz und muss sich den mit niemandem teilen.
Ralfs permanente Freundlichkeit schwächelt ein bisschen an diesem Abend. Hat er Sorge, von Christopher überholt zu werden? Oder ist er einfach nur müde?
Bärbel ist wie immer - ein Herzchen - und sie freut sich, ihrer Tochter berichten zu können: Ich bin nicht Letzte geworden.
Manchmal arbeiten sich Mütter schwer an ihren Töchtern ab.
Fazit
Eine durchweg schöne Woche inklusive einem Einwechseln von der Ersatzbank geht zu Ende. Uwe durfte heute nicht kochen, denn er sitzt im Lockdown fest und darf seinen Wohnort nicht verlassen.
Christopher hat ihn sicher sehr gut vertreten. Selber wäre Christopher mit 8 Zählern zufrieden.
Nun ja, seine doch-nicht-Schwiegermutter Claudia gibt ihm 7 Zähler, 7 gibt auch Rabea, Ralf gibt 8 und Bärbel 9 Punkte.
Mit 31 Umdrehungen liegt er abgeschlagen hinter Ralf zurück. Dessen gute Laune feiert unverzüglich ein Comeback.
Willkommen im August, liebe Leser, und ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende.
Guten Morgen, Gruß Silvia
Abonnieren
Posts (Atom)




