Donnerstag, 26. Februar 2026

25. Februar 2026 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Hamburg bei Elli



"Hamburg al Dente"

Vorspeise: Primo: Salato Tonnato - Salat / Fisch / Rauch / Kapern / Brot
Hauptgang: Secondo: Ravioli - Semola / Rind / Sellerie / Maggi
Nachtisch: Dolce: Tiramisu alla Franz - Franz / Mascarpone / Amaretto / Kaffee / Quitte


"Es ist Jahrmarkt in meinem Kopf"
- Elli

Es ist schön, wenn eine Dinner-Kandidatin eine verwertbare Eigenaussage in den Raum wirft, mit dem ich mein

Nach-Dinner-Geplänkel beginnen kann.

Ich sehe einen Clown, der zum Rendezvous mit Elli hereinrauscht und Zuckerwatte am Stiel wie das olympische Feuer vor sich herträgt, um es ihr vor die Füße zu werfen, während sie sich vor Lachen krümmt - und laut. mit vollem Mund redend, ein paar Verbesserungsvorschläge für seinen nächsten Auftritt parat hat.

Der Clown trollt sich davon und rauscht später noch einmal mit ein paar Blümchen und anderem Deko-Zeug herein, während er Elli zusätzlich empfiehlt,

nicht nur das Mitgebrachte, sondern auch etwas Liebe in ihre Tischdeko zu stecken.

Doch Elli zieht ihr eigenes Ding durch, denn sie arbeitet als Food-Stylistin und kreiert sogar auf Kundenwunsch

eigene Gerichte, wie sie erzählt - heraus kommen dann u. a. etwa 10 neue Rezepte zur Kürbiszeit, exklusiv von Elli. Echt jetzt? Gibt es nicht bereits alles, was man mit Kürbis veranstalten kann, in aller Ausführlichkeit im Netz zu sehen?

Immerhin ist sie völlig uneitel, so dass sie kein Wimpernschlag daran erinnert, die Tusche zu erneuern - oder sich Gedanken über überflüssige, wechselnde Outfits macht, weil es doch

nur ums Kochen geht. Stimmt das? Geht es nur ums Kochen? - Natürlich stimmt das nicht!



Das Menü

ist auf seine Art ebenso uneitel wie Elli und kommt nicht mit Knalleffekten auf die Teller, wie ich es von einer Food-Stylistin erwarten würde,

sondern einfach nur drauf ... und gut ...

Den angebratenen Salat für die Vorspeise kündigt sie an, als handele es sich um die höchste Offenbarung der Koch-Bibel: mehr kann dieser Sendereihe nicht zuteil werden. Sie

ist eine Verkäuferin ihres Dinners - was grundsätzlich besser ist, als wenn jemand sein Selbstgekochtes schlechtredet.

Zum Brat-Salat gibt es Thunfischsoße und selbstgebackenes Brot.

Mit Rind gefüllte Ravioli ... platsch aufs Selleriepüree ... anders kann man das nicht beschreiben. Aber irgendwie muss sie aus ein paar Ravioli für jeden Gast ein Hauptgericht zaubern.

Zumindest bedeutet "Maggi" in der Speisekarte nicht, dass jetzt eine Flasche auf den Tisch gestellt wird - sozusagen als Deko-Vervollständigung - sie nimmt frischen Liebstöckel.

Der Nachtisch wird in Tassen serviert - und die letzte Chance, eine schöne Anrichteweise zu sehen, verpufft.


Fazit

Dann sehe ich doch noch ein Deko-Schild, das zum Glück nicht auf dem Tisch steht, aber zu seinem Pech eine Wand verzieren soll:

"Furz, Pups, Kacka"

steht drauf, als handele es sich um einen philosophischen Spruch, der unbedingt durch die Welt ziehen muss.

Gut, die drei Wörter sollen in einer Sendung für Kinder gefallen sein und haben ihre damals vierjährige Tochter fasziniert, die heute übrigens 8 Jahre alt ist.

Und jeder umgibt sich mit der Deko und den Worten, die ihm gefallen - das geht mich gar nichts an, obwohl meine Meinung dazu ist,

dass vor dem Drehtermin der richtige Zeitpunkt gewesen wäre, das Schild zu entsorgen. Oder dem Clown mitzugeben. Vielleicht kann er darüber lachen ... ich kann es nicht.

Die Punkte für Elli: 7 gibt Stefan, je 8 Lukas und Katrin, 9 ist Annika das Dinner wert.

Mit 32 Umdrehungen liegt sie am 3. Tag auf dem bislang 2. Platz.


"Ich fand’s am Jahrmarkt wie im Leben,
wer viel verspricht, kann wenig geben."

- Erich Limpach (1899 - 1965)


Guten Morgen, Gruß Silvia


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen