Mittwoch, 31. Dezember 2025

31. Dezember 2025 - Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins Jahr 2026


Von Herzen wünsche ich allen Lesern meines Blogs einen harmonischen Silvesterabend, einen guten Rutsch und ein wunderbares neues Lebensjahr.


Für diesen Silvester-Abend, den jemand nicht auf einer Party verbringen möchte oder keine Lust hatte, sich stundenlangen Vorbereitungen zu widmen, um eine eigene zu veranstalten,

habe ich einen zweigespaltenen TV-Tipp:


ZDFneo-Mediathek: - Sketch-History - Folgen von 2015 bis 2019
Frech, herrlich respektlos, bekloppt, eine völlig andere Sendereihe.

Stimmige Kulissen, beste Kostüme, perfekte Maske, unter der die einzelnen Schauspieler weniger zu erkennen sind als die Figuren, die sie gerade zum Besten geben, vervollständigen den intelligenten Quatsch. ... Autor: Alternative Fakten? - Nein, er heißt Chris Geletneky.

Neue Folgen von 2025
Euphorisch hat der Autor sich in den ersten Staffeln um die Verfälschung der Geschichte gekümmert.

Herausgekommen ist in der diesjährigen Staffel Humorinsolvenz, Pointen, die man sucht, aber nicht findet und die Frage, ob alles um jeden Preis in die Verlängerung gehen muss.
Offenbar ist dem Autor die Puste ausgegangen oder die Lust an der Materie oder er hatte einfach eine Sketch-Blockade.

Von den neueren Folgen habe ich mir letzten Sonntag einige angesehen, bis ich vor Langeweile kapituliert habe und eingeschlafen bin.

Die älteren Staffeln kann ich jedoch guten Gewissens empfehlen.


Guten Tag, Gruß Silvia



Dienstag, 30. Dezember 2025

30. Dezember 2025 - Neuveröffentlichung aus Dezember 2017 - Neujahr in der Notaufnahme



Neujahr in der Notaufnahme

Die einen trudeln bereits um 0.15 Uhr im Krankenhaus ein, während andere sich noch mehr oder weniger angesäuselt böllernd für die freien Stühle in der Notaufnahme qualifizieren.

Der Nachbar weint um sein Auto, denn ein paar Kracher haben es bis in den Innenraum geschafft - nun ist das Auto kein Nicht-Paffer-Typ mehr und wird sich eines Tages schlecht verkaufen lassen.

Unterdessen wird der schwere Herzinfarkt in der Ambulanz glatt übersehen, denn äußerlich sieht dieser Mensch unversehrt aus, eine seltene Erscheinung an diesem Tag -

im Gegensatz zu denen, die über fehlende Finger jammern oder rußgeschwärzt gar nicht genau wissen, was ihnen fehlen könnte, denn Schmerzen haben sie überall.

Der diensthabende Chirurg richtet eine Sammelstelle für weg-geböllerte Gliedmaßen ein, und man kann nur hoffen,

dass in dieser Nacht alles angenäht werden kann,  und vor allem am richtigen Patienten landet.

Eine Frau trägt ihren achtjährigen Jungen ins Hospital, und den hat es wirklich sehr schwer erwischt. Viel ist an dem Kind nicht mehr dran,

doch da steht bereits die Polizei,

denn für unter 12jährige ist Böllern in keinem Fall und zu keiner Uhrzeit erlaubt. Das wird also Konsequenzen haben. Wie heißt es doch:

Wer den Schaden hat ...

Die meisten jedoch haben Silvester wieder einmal und gerade eben noch überlebt.

Nur eine Frau in mittleren Jahren sitzt gekrümmt vor Schmerzen in einer Ecke und würde so gern die Zeit zurückdrehen -

aber das wird gar nicht erst eingeführt: Erst denken, dann handeln ist die Devise, und die gilt auch für Silvester-Knaller.

Ein völlig Betrunkener steuert die Notaufnahme an und übergibt sich in Fontänen, um dann zu prahlen, dass er

heute keinen Schaden davon getragen hat.

Eine Krankenschwester hängt ein Schild an die Eingangstür: Wegen Überfüllung geschlossen.

Doch das dicke Ende erwartet alle Leicht- und Schwerverletzten ein paar Tage später - denn ihre Krankenkassen werden

für fahrlässig zugefügte Verletzungen keinesfalls aufkommen.

So geht bei einigen schon mal das Geld für die Silvester-Knaller 2026/27 vorab für die Krankenhauskosten drauf. 

Shit happens.

Manchmal kommt es eben ganz dicke.


Guten Tag, Gruß Silvia



Mittwoch, 24. Dezember 2025

24. Dezember 2025 - Heiligabend



Vielleicht sind hier ein paar Autos durchs Land gefahren worden, um Heiligabend den einen oder die andere damit zu überraschen - die Geschenke werden schließlich immer größer?
Aber auch in kleinen Geschenken kann viel Herz stecken - vor allem mehr Fantasie.
Ich wünsche euch einen schönen Heiligabend.


Gruß Silvia



24. Dezember 2025 - Mein Lieblingsdichter Heinrich Heine - Neuveröffentlichung aus 2019



Mein Lieblings-Dichter

Heinrich Heine

Am 17. Februar 1856 (geboren vermutlich am 13. Dezember 1797) starb der in Düsseldorf als Harry Heine geborene spätere Dichter, Denker, Lyriker, Journalist  und auch Polemiker. Heine gilt als Dichter der Romantik, doch wenn man in seinen Gedichten den heute allgegenwärtigen Kitsch sucht,

muss man feststellen: Der ist eher ein Zeichen der Jetzt-Zeit, und Heine hätte sich vermutlich mehr als nur ein simples Magengeschwür geholt, wenn er manche Ergüsse lesen könnte, die derzeit in den sozialen Medien kursieren und mehr Schmalz enthalten als eine Schmalz-Fabrik im Jahr produzieren kann. Kunst kommt eben immer noch von Können - und nicht von Wörtern, die sich auf Teufel komm raus mit anderen Wörtern zu Reimen zusammen setzen - und über die man nur Tränen vergießen kann, weil sie einfach miserabel sind.

Als jüdischer Emigrant musste er nach Paris flüchten, um dem Antisemitismus zu entkommen, aber auch der heimischen Zensur. Später trat Harry Heine, der sich nun Heinrich oder auch Henri nannte, zum Christentum über - aber seine Taufe machte ihn eher zynischer als froh.


"Meine Wünsche sind eine bescheidene Hütte, Milch und Butter, vor der Tür einige schöne Bäume - und wenn der liebe Gott mich ganz glücklich machen will, lässt er mich die Freude erleben, dass an diesen Bäumen etwa sechs bis sieben meiner Feinde aufgehängt werden."


Welchen sechs bis sieben Leuten diese Zeilen gegolten haben, konnte ich nicht in Erfahrung bringen und sie sind wohl ohnehin nur eine sinnbildliche Zahl, die sich beliebig erweitern ließe in Heines umtriebigen Leben. Die Zeilen:

"Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht."

sollen allerdings vor allem seiner in Düsseldorf lebenden Mutter gegolten haben. Dass dies als kleiner Seitenhieb auf politische Zustände verstanden wurde und wird, war ihm vermutlich auch ganz recht. Und dieses Zitat passt in jede Zeit, wenn man es so möchte ... aber eben auch zu der als von ihm als bitter empfundenen Trennung von seiner Mutter.

Narretei

Ich habe sie verlacht, bei Tag und bei Nacht,
So Männer wie Frauenzimmer,
Ich habe große Dummheiten gemacht -
Die Klugheit bekam mir noch schlimmer.

Die Magd ward schwanger und gebar -
Wozu das viele Gewimmer`
Wer nie im Leben töricht war,
Ein Weiser war er nimmer. ...

Um der eigenen Klugheit und dem überspringenden Intellekt und auch seiner durchweg intellektuellen Gesellschaft ein wenig zu entkommen, ging er eine Liaison mit einer eher einfachen Frau ein, deren Name Auguste war, und die er Mathilde nannte. Heine liebte das "dicke, gute Kind" - wie er sie nannte. 1841 heiratete er sie.

Ein Dichter im Freiflug mit einer Phantasie, die er in passende Worte umsetzen konnte.

Verkehrte Welt

Das ist ja die verkehrte Welt,
Wir gehen auf den Köpfen!
Die Jäger werden dutzendweis'
Erschossen von den Schnepfen.

Die Kälber braten jetzt den Koch,
Auf Menschen reiten die Gäule;
Für Lehrfreiheit und Rechte des Lichts
Kämpft die katholische Eule. ...

Germanische Bären glauben nicht mehr
Und werden Atheisten;
Jedoch die französischen Papageien,
Die werden gute Christen.  ...

Und so könnte ich weiter und weiter in Heines Gedichten stöbern - was ich von Zeit zu Zeit auch mache - und kann dort jedes einzelne Gefühl, das auf dieser Welt herumfleucht und glücklich, froh oder auch traurig macht, entdecken. Es war viel los, in diesem Kopf Heinrich Heines - und viel hat sich abgespielt zwischen seinen Gehirnwindungen. Das ist noch heute lesenswert, denn ein jeder wird sich hier und da wiederfinden, ohne jemals die

Schreib-Intensität eines Heinrich Heine erlangen zu können. Aber dafür hat er all das für immer aufgeschrieben: Um andere zu erfreuen, manchmal auch zu ärgern - oder frustriert ein paar Parolen zu schwingen.

Der Brief, den du geschrieben,
Er macht mich gar nicht bang;
Du willst mich nicht mehr lieben,
Aber dein Brief ist lang.

Zwölf Seiten, eng und zierlich!
Ein kleines Manuskript!
Man schreibt nicht so ausführlich,
Wenn man den Abschied gibt.


Und noch ein letztes halbes Gedicht:

Schaff mich nicht ab, wenn auch den Durst
Gelöscht der holde Trank;
Behalt mich noch ein Vierteljahr,
Dann hab auch ich genug.  ...

Harry Heine, ein Dichter der Herzen, der Moral, der Unmoral, der Politik, der Ablehnung derselben und tausenderlei Möglichkeiten. Der Dichter meines Herzens.


Einen schönen Heiligabend, Gruß Silvia



Dienstag, 23. Dezember 2025

23. Dezember 2025 - Neuveröffentlichung aus Dezember 2015 : "Heiligabend in der Notaufnahme"



Eine fiktive Geschichte

Heiligabend in der Notaufnahme

Wer heute hier Dienst schiebt, hat entweder keine Familie mit Kindern zuhause oder will dem Ganzen einmal und gegen alle Regeln gern entfliehen. Dr. Bürger ist unverheiratet, während Sr. Marion nur einen Ehemann dem Heiligen Abend und sich selbst überlässt.

Sr. Kim liebt einfach den Trubel, der an Heiligabend ab dem frühen Abend in der Notaufnahme los geht. Sie harrt bei einer kleinen Vor-Verschnaupause und bei Kaffee und Kuchen ungeduldig der Dinge, die kommen mögen. Dr. Bürger weiß um die blutrünstigen Vorfreuden seiner Kollegin und meint bedächtig: "In diesem Jahr bleibt alles ruhig."

Doch schon gegen 16.00 Uhr trudelt der erste Betrunkene, gestützt von Mutter und Vater, da er erst elf Jahre alt ist, ein. Seine noch um ein Jahr jüngere Sauf-Kumpanin folgt, ihre Eltern ebenfalls im Schlepptau, auf dem Fuße.

Und von da an gibt es kaum eine ruhige Minute mehr: Die schwer von ihrem Mann geschlagene Frau ist ebenso ein bekanntes Heiligabend-Gesicht wie der Mann mit dem Herzinfarkt, der sogleich auf die Intensivstation verlegt wird. Während Sr. Marion sich dann dem Mann zuwendet, der sich mit seinem Punsch verbrüht hat - kümmert sich Sr. Kim um die Frau, die fast bewusstlos am Herd zusammen gebrochen ist.

Seit Wochen stand sie nur noch in der Küche. Hat Plätzchen gebacken, nebenher jeden Tag ein umfangreiches Essen gekocht und auch noch das Haus sauber gehalten und ihren Job ausgeübt. Heute wird es ihr zu viel an Action, und über Gänsekeule und Rotkohl gibt sie beinahe den Löffel ab.

Dr. Bürger verordnet ihr ein ruhiges Zimmer für diese Nacht und verbietet jeden Besuch. Die Frau muss erst einmal wieder zu sich selber finden.

Später kommen die ersten Böller-Opfer, die Heiligabend mit Silvester verwechselt haben (wo sie die nur schon her bekommen haben?) und nun ihre Brandwunden auskurieren müssen. Vermutlich beknallen sie in einer Woche schon wieder den Himmel. Sie kennen jetzt ja die Adresse, falls wieder etwas schief geht ...

Ein Ende der Nacht ist erst absehbar, wenn alle familiären Hürden glücklich umschifft worden sind und nur in Einzelfällen Opfer fordern. Wenn alle zu müde sind, um sich weiter zu streiten oder sogar handgreiflich zu werden - dann kann es passieren, dass ein Polizist in Ausübung seines Dienstes auf eine Krankenschwester trifft und sie sich Knall auf Fall verlieben.


So ist die Stille Nacht gar nicht mal so still wie von allen erhofft, und etwas Heiliges hat sie ebenfalls selten - wenn die Menschen plötzlich so dicht aufeinander hocken. Dann suchen sie zwischen dem Geschenkpapier plötzlich nach Gemeinsamkeiten, die sie nicht mehr haben.

Weniger Erwartungen, weniger Hetze, weniger davon, es allen recht machen zu wollen. Und schon ist die Ambulanz an Heiligabend viel leerer ...


Einen schönen Advents-Tag, Gruß Silvia



23. Dezember 2025 - Ein Text, der nicht von mir ist, sondern von der KI (der künstlichen Intelligenz)



Vermutlich wird nirgendwo so viel gelogen wie im Internet - allerdings werden dieselben Lügner auch im realen Leben nicht unbemerkt bleiben, wenn sie dort auch durch andere "Taten" auffallen.

Im Netz kann sich jeder schöner, jünger, attraktiver machen und mit so vielen Filtern arbeiten, dass die Persönlichkeit darunter nicht mehr zu erkennen ist ...

und selbst die eigenen Eltern ihre Kinder nicht mehr erkennen.

Aber das Spiel mit der Unwahrheit geht noch weiter, denn wer keine Texte schreiben kann, lässt sie sich von der KI formulieren. Mit ein paar Stichworten oder

einem lockeren Worte-Skelett klappt das in Sekundenschnelle.

Man kann die Texte in vielerlei Form geliefert bekommen: sanft, schräg, bissig, frivol ... und mehr, eben genau das, was man erwartet.

Ich bleibe ehrlich und schreibe - nach diesem Test - wieder alles selber. Aber ich bleibe auch skeptisch, wenn ich von jemandem am laufenden Band völlig fehlerfreie Sachen lese - fehlerfrei auch im Sinn der Rechtschreibung und der nie passierenden Tippfehler. -

Oh, jetzt habe ich aber dem einen oder der anderen einen Tipp gegeben ... Ich werde solche Texte jedoch auch dann erkennen, wenn der eine oder andere Tippfehler nachträglich eingebaut wird, damit es mehr nach Mensch aussieht.


Mein Test mit der KI

beweist, es geht auch ohne großartige Ideen, vernünftige oder frivole oder sonstige Texte in die Welt zu setzen: ich habe lediglich eingegeben:

Anhand des Films "Ist das Leben nicht schön" - ein leicht frech-frivoler Text.


Herausgekommen ist Folgendes:

Ist das Leben nicht schön – oder was?

Früher dachte ich wie George Bailey: Alle anderen erleben das große Abenteuer, nur ich stehe mit kalten Füßen in einer zu kleinen Stadt und zu großen Träumen herum.

Heute weiß ich: Das Leben ist kein Weihnachtsfilm – eher eine chaotische Mischung aus Kitsch, Katastrophen und Küssen zur falschen Zeit.

Engel mit Flügeln? Geschenkt. Meine „Schutzengel“ kommen mit Augenringen, leeren Kaffeetassen und sagen Sachen wie: „Mach’s einfach – was soll schon schiefgehen?“

Und wenn das Konto jault, der Chef nervt und die Verwandtschaft so lieb ist, dass man sie gern auf einen anderen Planeten beamen würde, frage ich mich trotzdem:
„Was wäre, wenn es mich nicht gäbe?“

Die Antwort ist simpel: eindeutig weniger Drama – aber auch weniger Lachen, weniger Chaos und niemand, der zur unpassendsten Zeit die passende freche Bemerkung macht.

Ist das Leben nicht schön?
Vielleicht nicht immer.
Aber mit mir definitiv interessanter.


Guten Morgen


Montag, 22. Dezember 2025

22. Dezember 2025 - Neuveröffentlichung aus Dezember 2016 - Heiligabend in einer Polizeiwache




Heiligabend in einer Polizeiwache


In dem kleinen Nordsee-Örtchen Geradewohl ist gleich nach der Dorfkirche die Polizeistation der Dreh- und Angelpunkt der nur 160 Bewohner. Von hier aus sorgen Nik, Paul und die noch sehr junge Birte für mehr oder weniger Ordnung, und manchmal stutzen sie sogar das Recht zurecht.

Heute ist Heiligabend und die verschworene Gemeinschaft der drei Polizisten erwartet keine weiteren Vorkommnisse, als

dass sie Jonas in die Arrest-Zelle sperren mussten, da er wieder und wieder einen Tage-Diebstahl begangen hat. Der Faulpelz braucht einen Denkzettel und darf Weihnachten im Knast verbringen, bei Pfeffernüssen, Gänsebraten und Punsch.

Man mag ihn eben, diesen Tage-Dieb, dem Zeit und Raum egal sind und der sich gern durchfüttern lässt, denn das macht er schon seit sechzig Jahren. Er wird sich auch in seinen letzten Jahren nicht bessern, denn er ist bereits achtzig Jahre alt und

auf seine Weise sehr weise. Mit dieser Weisheit kann der andere Kandidat in der Nebenzelle gar nichts anfangen, ihn gelüstet es nach einem Knochen.

Hund "Bingo" hat die Ruhe des Heiligabend dermaßen gestört, dass er nun bei Wasser und Trockenfutter bis morgen früh hier verbringen darf.

Birte träumt unterdessen von einer großen Hauptstadt-Wache mit riesigen Herausforderungen, die Paul längst hinter sich gelassen hat,

denn als er mehr und mehr auf sein Pensionsalter zuging, hat er um seine Versetzung in ein ruhiges Nest gebeten. Da kam den Vorgesetzten Geradewohl in den Sinn,

denn außer Fahrraddiebstählen oder mal ein Einbruch passiert hier einfach nichts.

Nik hat einen Christstollen für die Kollegen und sich mitgebracht, und als er ihn gerade anschneidet,

gibt es einen Knall an der Wache-Tür. Der Wind, meint Paul. Denn nur Bingo und der Wind unterbrechen in Geradewohl jemals die Stille.

Birte will zur Sicherheit nachsehen und öffnet die Tür, als ihr ein großer Sack direkt vor die Füße fällt. Sie stößt einen leichten Schrei aus, denn auch Polizisten können sich erschrecken - schon eilen ihr die Kollegen zu Hilfe.

Vorsichtig ruckelt Paul an dem Sack, es klimpert, als wären Weihnachtsglöckchen dort drin. Mutig öffnet er diesen -

und zum Vorschein kommt die Beute aus in Geradewohl verübten Einbrüchen. Die Kollegen haben noch die Fotos der gestohlenen Schmuckstücke vor Augen - da sie sonst nicht viel zu erinnern haben, was echte Kriminalfälle angeht.

Sie würden auch jedes gestohlene Fahrrad wiedererkennen ...

Einen Moment später betreten zwölf Einwohner des Ortes leise das Polizeirevier. Die anderen seien in der Kirche, erzählt einer von ihnen, aber

was sie zu beichten hätten, wäre bei der Polizei besser aufgehoben.

Nik schneidet weitere Stücke von seinem Christstollen auf - und verteilt sie an die "Gäste", die, bereit zur Beichte, noch ziemlich schüchtern dreinschauen. Ihnen kann ein guter Happen nicht schaden. Auf dem Herd steht ein leichter Glühwein,

und er schenkt allen ein Gläschen ein. Vielmehr muss es für die meisten ein Pappbecher tun, denn so viele Gläser gibt es nicht in dieser Wache.

Und überhaupt hat man hier noch nie so viele Menschen auf einmal gesehen.

Jeder von ihnen hat etwas auf dem Kerbholz und erleichtert nun sein Gewissen. Der Einbrecher, der den Schmuck gestohlen hat, ist nicht unter ihnen -

aber die alte Frau, die dem Nachbarn eine volle Einkaufstasche, die dieser abgestellt hatte, gestohlen hat.

Der junge Mann, der seiner betagten Nachbarin unter dem Mantel seiner angebotenen Hilfe, Geld geklaut hat, ist ebenso gekommen

wie die reumütige Frau von vierzig Jahren, die manchmal im Supermarkt ihre Hände nicht bei sich behalten kann - aber die genommenen Sachen nicht auf das Kassenband legt.

Am Ende gibt es zwölf Geständnisse -

und zwölf Versprechen, das jeweils begangene Unrecht nie wieder zu begehen.

Wie könnte man ihnen diese Reuen nicht abnehmen?

Nik, Paul und Birte feiern mit allen noch die halbe Nacht lang Weihnachten,

ein Weihnachten, wie es nie gewesen ist und eines,

das auf ein gutes Neues Jahr hoffen lässt.

Einen schönen Adventstag wünscht Silvia




Samstag, 20. Dezember 2025

20. Dezember 2025 - ARD-Mediathek: "Die perfekte Hausfrau"


 ARD-Mediathek: -


"Die perfekte Hausfrau"


- ein französischer Film aus dem Jahr 2020,

dessen Inhalt zurück ins Jahr 1968 geht. Wenn man den Lauf der Weltgeschichte bedenkt, ist das weniger als ein Katzensprung.

Und wenn man es "übersetzt", haben sich Frauen jahrtausendelang unterdrücken lassen, und sich in relativ wenigen Jahren von der Vorherrschaft der Männer befreit.

Die vorherige Unterdrückung war allumfänglich geglückt.

Paulette betreibt ein Institut, in dem sie junge Frauen auf ihre künftigen Aufgaben als liebevolle, stets einsatzbereite Ehefrauen, aber zuvorderst als aufopferndes und letztes Glied in der Kette ausbildet.

Zunächst werden Regeln aufgestellt, die alle dem Wohl des späteren Ehemannes und der Nachkommenschaft dienen.

Wie und auf welche Weise man eine Teekanne halten soll, ist nur ein kleines Beispiel, während ein größeres ist,

dass man dem Ehemann eine Dienerin sein muss, die ihm auch in den Nächten nach Belieben zur Verfügung steht. Als Frau Lust zu empfinden, während der Mann sich abreagiert, ist nicht vorgesehen.

Also eine Art Vergewaltigung mit behördlich abgestempelter Unterschrift der Frauen, die nicht immer freiwillig in eine Ehe hineingegangen sind?

Paulettes Leben ändert sich, als ihr Ehemann Robert an einem verschluckten Kaninchenknochen stirbt ...

Sie trifft ihre Jugendliebe wieder, und bald klafft zwischen ihren Lehren und ihrem Leben die große Erkenntnis, dass sich etwas ändern muss.

Der Umbruch beginnt im Kopf vieler einzelner Frauen, die in Paris auf die Barrikaden gehen.

"Frau am Steuer - das wird teuer" gehört heute der Vergangenheit an, die sich gelegentlich immer noch in die Gegenwart schummelt - wie vieles andere. Völlig ist der Prozess der Gleichberechtigung nicht abgeschlossen,

aber es ist erfreulich, dass sich der Regisseur Martin Provost als Mann diesem Thema gewidmet hat.

Gleichberechtigung ist leider nicht weltumfassend, denn in noch zu vielen Ländern müssen

Frauen ihren Männern dienen, als hätten diese nicht nur eine andere Physiognomie, sondern generell die höhere Intelligenz und die Hoheit über allen Durchblick, den sie Frauen lapidar und durch eine nicht zu rechtfertigende eigene und alleinige Beanspruchung absprechen.

Der Film bestätigt: es geht durchaus n o c h weiter als bisher.

Aber: was in knapp 60 Jahren geschafft worden ist, kann vielleicht in den nächsten 60 Jahren komplettiert werden.

Nur weltweit wird das vielleicht nie etwas ...
Hoffentlich!


Guten Tag, Gruß Silvia



19. Dezember 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Freitag in Würzburg bei Bianca



"Wenn Franken nach Frankreich reist und mit einem Hauch Grandezza Italien streift"

Vorspeise: Scampi & „Schampi“
Hauptgang: Ossobuco vom Moggala / Gremolata / Gratin von der Grumbiere / Coeur de salade mit Vinaigrette & Granatapfel
Nachtisch: Französische Tarte Tatin mit italienischer, geeister Mascarpone-Creme, fränkisch parfümiert




Champagner-Laune prickelt so schön im Kopf

... und zwingt die Beine zum Tanzen, bis ich mich vor dem Bildschirm frage, warum ich jetzt nicht auch Champagner trinke. Ach ja, ich habe gar keinen im Haus ... und ich bin auch keine wirkliche Freundin des Gesöffs.

Und Bianca kippt, als der Champagner-Pegel sinkt, einen Schnaps hinterher. Die 58jährige Erzieherin liebt das pralle Leben und Frankreich und seit ein paar Tagen ihre neuen Bekanntschaften.


Das Menü

Kann Franken wirklich nach Frankreich reisen? Bleibt Franken nicht einfach in Franken? Oder ist das
grammatisch Falsche in der Menükarte einfach nur dichterische Freiheit plus einem Prickeln und der unbedingt nötigen Beigabe des Wortes "Grandezza"?

Zur Vorspeise gibt es erst einmal Champagner, was auch sonst, an dem ein Feuerwerk knistert. Jenni hat so etwas noch nie gesehen. Ich auch nicht.

"Auf diese wunderschöne Frau", stößt Jenni mit dem 1. Champagner ihres Lebens an. Sie meint natürlich Bianca.

Riesengarnelen mit ein paar simplen Beilagen wie gekauftem Brot sollen auf einen luxuriösen Abend einstimmen. "Die Köpfe lasse ich dran, das sieht s o schön aus."

Ob das ihre neue vegetarisch lebende Freundin Jenni auch so empfindet, wenn sie auf die Teller der anderen blickt,

während sie ihre schnöden Champignons essen darf? - Es gibt bessere und schmackhaftere Pilze!

Ossobuco - Jenni kennt es nicht, und sie traut sich nicht, den Hauptgang vorzulesen. Nach dem Googeln fällt ihr auf "wieder was dazu gelernt" - warum aber nimmt jemand an dieser Sendung teil, der kaum Kulinarisches kennt und gar nicht kochen kann?

Insgesamt ist Ossobuco easy going: es schmort allein vor sich hin und hat keine Überraschungen parat, außer, wenn am Ende die Soße nicht schmecken sollte. Ob sie schmeckt oder nicht, weiß ich nicht, denn ich traue den Aussagen dieser Würzburger nicht.

Gestrüpp mit Tomätchen-Anhängsel obendrüber machen das Gericht nicht raffinierter. Ein ganzes Salatherz für jeden und einige Spritzer Balsamico - wie soll das die Gaumen zufriedenstellen?



Fazit


Die Kandidaten haben ihre Freude miteinander, und für mich als Zuschauerin ist es kurzweilig. So wie es mit Friede, Freude und Weihnachtsplätzchen, die es heute nicht gibt, eben ist.

Die Punkte für die quirlige, aufgedrehte Bianca: je 9 geben Jenni, Nick und Jürgen, 8 gibt Florian.

Das ergibt die Summe von 35 Zählern - darunter machen es die Würzburger eben nicht.

In dieser Woche wurden sagenhafte 177 Punkte vergeben. Das hört sich nach kulinarischen Offenbarungen an, täuscht allerdings.

Trotzdem gibt es natürlich Gewinner, denn diesmal sind es sogar zwei, die sich allerdings die Gewinn-Summe von 3.000 Euro teilen müssen: das sind Florian und Jürgen mit je 36 Umdrehungen.

Am Ende tanzen die glücklichen 1. und 2. Sieger, als hätten sie die Unterhaltungssendung schlechthin erfunden.

Mir bleibt, allen Lesern nicht nur ein schönes Wochenende zu wünschen, sondern frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in 2026.

Natürlich wird es in dieser Zwischenzeit den einen und anderen Blog-Beitrag geben, aber wer nur fürs

"Dinner" hier reinschneit, hat erst einmal zwei Wochen Pause.



Guten Morgen, Gruß Silvia