Samstag, 5. September 2026

5. September 2026 - F e u e r w e r k



Feuerwerk


Die Natur freut sich, Tiere springen vor lauter Quatsch im Dreieck.

Feuerwerk klingt wie eine kleine kitschige Bombe mit tausend lustigen Farbsplittern,  als müsste man sie einfach nur mal probeweise in die Luft jagen und ihre Wirkung dann an sich abprallen lassen -

und lustig sein.

Der welterfahrene Rabenkrähen-Papa breitet über seine Brut die Flügel aus und vertröstet sie auf den nächsten Morgen. Auch Menschen-Väter kennen dies: zu spät, zu müde, zu fern, aber anwesend in der Not.

Das Rehkitz springt ein letztes Mal über einen tiefen Graben und bricht sich beide Beine. Niemand wird ihm helfen, es verschwindet ohne Zeugen im Dickicht.

Der Hahn in Nachbars Garten kräht, als gelte es, die ganze Welt auszuschimpfen - und nicht nur seine Hennen bei Laune zu halten. Die flattern wild umher - und stellen ab morgen ihre Eierproduktionen vorübergehend ein. 

Der Hund des Freundes bekommt den Schrecken seines Lebens, das er kurz danach aushaucht. Sein schwaches Herz war schuld, nicht die

Freude der Menschen.

Der Kater krallt sich ein letztes Mal in die Arme seines Menschen - und fragt, warum dieser von ihm geliebte Mensch

solche kriegsähnlichen Zustände nicht verhindern kann. Katerchen kennt zwar keinen Krieg, aber er fühlt sofort, dass es etwas sein muss, dass ihn vernichten wird.

Die sehr, sehr alte demente Frau aus dem

Nachbarhaus und aus einer Zeit, als es noch Bomben über der Stadt geregnet hat,

denkt in ihren letzten Minuten,

bevor sie vor den Schrecken der Erinnerung verstirbt:

Nun sind wie wieder da, die Bomben! Als hätte sie irgendwer vermisst!


Guten Tag, Gruß Silvia



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