Freitag, 15. August 2025

14. August 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Donnerstag in Graz bei Armin



Vorspeise
: Raviolo all‘uovo - Ricotta / Eidotter / Spinat / Nussbutter

Hauptgang: Gerollt & Geschmort - Sauerkraut / Duxelles / Paprikacreme / Nackenstück vom Rind
Nachtisch: Lemon & Basil Harmony - Zitrone / Pâte Brisée / Baiser / Basilikum


Ein perfektes Paar - dank Tinder

Armin und seine Freundin Laura haben sich vor 6 Jahren über "Tinder" kennengelernt, eine Dating-Plattform für Gelüste, zeitweilige Genüsse, schnelles Kennenlernen ohne lange Strecken zum Date zurücklegen zu müssen - und wie hier: für langjährige Partnerschaften. "Die beiden streiten sich nie", weiß Armina zu berichten. Und natürlich läuft ihre Zusammenarbeit auch vor den

Kameras vollkommen reibungslos ab: hier greift ein Rädchen ins andere und jeder sieht, wer heute der Chef in der Küche ist:

der 29jährige Armin, der von Maria als ein Mann des umfangreichen Allgemeinwissens bezeichnet wird - und dessen Eltern aus Bosnien-Herzegowina stammen. Dem Herkunftsland seiner Eltern zollt er auch Tribut, denn wem verdankt man im allgemeinen

die Anfänge seiner Hobby-Koch-Karrieren? Genau: Eltern oder Großeltern!

Armin und Laura leben in einer netten Wohnung in einem oberen, ziemlich hohen Stockwerk, und als Clou geht es vom Balkon auf eine offene Wendeltreppe, die direkt ... nach so einigen Höhenmetern - auf eine schicke Dachterrasse führt.

Nix für Leute mit Höhenangst!

Am Rande des Hauptspielfeldes Küche macht Maria einen übermüdeten Eindruck - und Christian, der vielleicht in Anbetracht eigener "Kochkünste" bereits zur Drehzeit eine Ahnung davon hat, was an seinem Dinner-Ausstrahlungs-Tag zuschauermäßig abgehen könnte,

trägt vorausschauend ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Ich hasse Menschen".

Armina hingegen ist voll des Lobes ... für sich selber: ein kleiner Handgriff als Unterstützung für Armin reicht aus, ausführlich über ihre stetige Hilfsbereitschaft zu referieren.


Das Menü

Für jeden Gast gibt es auf einem Spinat-Pesto einen Raviolo, der eine raffinierte Füllung enthält: in einem Nest aus Ricotta und Spinat sitzt ein Eidotter. Bestenfalls soll das Eigelb beim Anstechen des Raviolo flüssig austreten ... das klappt wohl nicht ganz. Vor dem Bildschirm sehe ich überhaupt kein Eigelb, was aber natürlich keine Wichtigkeit hat.

"Balkan-Gold", nennt Armin eine Zutat, die er bekennend an alles kippt, was Würze verträgt. Hier erfährt die Perfektion einen

tiefen Fall.

Das "Gold" ist eigentlich Vegeta und tummelt sich bei uns unter Maggi oder sonst einem Label in den Supermarktregalen.

Diese Zutat würde mir persönlich jeden Genuss nehmen.

Sauerkrautrollen, gefüllt mit Pilzen und Reis bilden die Grundlage für den Hauptgang und die Hommage an seine Mutter. Obenauf liegt wie auf einer Streuwiese

gezupftes Rindfleisch.

Kann man servieren. Die Gäste sind begeistert. Mir gefällt das nicht besonders.

Der Nachtisch ist eine Zitronen-Tarte: Kuchen eben! Wenn auch einer, den ich heute am Nachmittag sehr gern essen würde, weil er nicht nur zitronig, sondern auch mit Baiserpünktchen getoppt ist.


Fazit

Armin kann kochen und serviert vielleicht sogar noch nie Gesehenes in dieser Sendereihe. Das ist ein großer Pluspunkt gegenüber dem Üblichen.

Nur die Sache mit dem "Balkan-Gold" sollte er überdenken ... braucht nämlich niemand.

Die Punkte: je 9 geben Armina und Maria, je 10 Christian und Birgit.

Mit 38 Zählern überholt er am 4. Tag die bislang führende Maria.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Donnerstag, 14. August 2025

13. August 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Mittwoch in Graz bei Christian



"A guade Runde braucht a guads Essen"

Vorspeise: „wos Fruchtig-Bodnständigs zum Start“ - Zwaralei Tatar von Fleisch und Frucht: Beef / Mango / Fisch / Brot / Zwiebeln
Hauptgang: „wos Uandliches zum vui mochn“ - Rindsfleisch / Nudln / Trüffl / Buanschoten
Nachtisch: „des geht imma zum Schluss“ - Birn / Rum / Schoklad / Pistazie


... Heiratsantrag: "Ich glaube, ich könnte mit dir nach mir verrückt werden …"
© Elmar Kupke (1942 - 2018)

Der 37jährige Christian hat einen deutlichen Anspruch an sich selber, denn er "möchte eine coole Show bieten und im Fernsehen lustig rüberkommen" - und schon hier fällt völlig raus, dass er Kochkünste zeigen möchte. Aber man kann eben nicht zeigen, was nicht vorhanden ist ...

Selbst sein Heiratsantrag an seine kurz vor der Entbindung stehenden Freundin Sarah gerät holprig und unbeholfen, aber die Hauptsache ist schließlich, dass sie ihn annimmt und vor Glück strahlt. Im Endeffekt hätte er den Antrag auch in einem Supermarkt machen können ... zwischen Fertignudeln und Reis, den er sogleich in den Einkaufswagen hätte packen können, damit er am Hochzeitstag als Glücksbringer über beide herabregnen kann. Doch auch die

Nudeln hätte er fürs "Dinner" einpacken können, denn sie wären ehrlicher gewesen, als die von Sarah rundum zubereiteten.

Und die Sache mit dem lustigen und coolem Rüberkommen hätte er ebenso üben sollen wie die beinahe "gekonnte" Verschleierung der Tatsachen, dass er kaum eigene Handgriffe ins Kochgeschehen einbringt.


Das Menü

Freundin Sigrid schnibbelt, während er überflüssige Worte ausstößt, an deren Inhalt ich mich überhaupt nicht erinnere, weil sie inhaltslos gewesen sind.

Seine baldige Ehefrau Sarah bereitet den Nudelteig allein zu.
Von der angeblich vorbereiteten Soße hat er null Plan: 14 !!! Liter sollen es anfangs gewesen sein ... die Inhaltsstoffe kann er nur im Groben widergeben ...

und am Ende muss er sie - nun auf sich alleingestellt - andicken und benutzt dazu auch irgendwas aus dem Schrank, von dem wir nicht erfahren, was das ist. Speisestärke findet er schließlich auch noch - und man könnte fast denken,

er hat einen Knopf im Ohr mit der direkten Verbindung zu Sarah, hört aber nicht immer wirklich zu.

Wer hat wann den Teig fürs Brot hergestellt, das er nur in den Ofen schieben muss? Es ist kaum anzunehmen, dass er auch nur einen Finger selber dafür gerührt hat.

Vorbereitetes Eis ist wie ein Betonblock, für den man ein Sprengkommando bräuchte. Aber irgendwie gelingt es ihm, den Block aufzubröseln und seinen

Gästen nicht nur das Eis, sondern alles unterzujubeln, was zubereitungstechnisch nicht auf ihn selber zurückzuführen ist.

Das Roastbeef gart er sous-vide, brät es dann in der Pfanne ... und heraus kommen graue Fleischstücke.

Ein grauer Tag für alle Hobby-Köchinnen, die vor den Bildschirmen auf neue Ideen warten.


Fazit

Womöglich versteht Christian unter "cool und lustig" Gäste- und Zuschauer-Verarsche.

Lustig soll es vermutlich auch sein, dass er seinen Gästen jeweils ein vermeintlich auf sie passendes Paar Socken als Gastgeschenk an ihre Plätze legt. Vielleicht wird er eine oder die andere

diese bunten Schrecken in heimeliger Umgebung auch tragen - aber niemals sehe ich Maria in solchen Strümpfen.

Mir ist es mehr als recht, als es 20.15 Uhr wird, denn da kann ich mich auf die Socken machen ... und Vox verlassen.

Nur noch die Punkte fehlen: 7 gibt Armina, je 8 Maria und Armin, 9 Birgit.

Diese 32 Zähler sagen rein gar nichts über den Abend bei Christian aus - noch nicht einmal über die vielen Fremdergebnisse, die in sein Essen geflossen sind ... man kann sie lediglich unter falscher Freundlichkeit verbuchen.

Nur Armina scheint es wirklich zu schmecken: sie spachtelt wie eine Schwerstarbeiterin in ihrer eng bemessenen Mittagspause, die seit dem 2. Frühstück nichts mehr gegessen hat.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Mittwoch, 13. August 2025

12. August 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Dienstag bei Maria in Graz



Vorspeise
: Symphonie aus Pilzen und Reispapier - Bouillon Zézette mit Champignons / Erbsenschoten

Hauptgang: Harmonie von Kalb und "Oscar"-Gebirgsgarnele mit Vanille - Kalbsfilet mit Lauchpüree, Vanillekarotten, schwarzen Nüssen und Gebirgsgarnelen, dazu Jus und Morchelschaum
Nachtisch: Süße Kuppel der Verführung mit Himbeeren - Schokomousse-Kuppel / Himbeeren / Sauerrahmeis


Lady Maria

Eigentlich kann man gar nicht anders, als von der 60jährigen Maria fasziniert zu sein und sowohl ihren Auftritt in dieser Sendung als auch ihr persönliches Umfeld mit einem positiven Gefühl wahrzunehmen.

Nein, da kommt jetzt kein Aber.

Sehr ruhig, in sich ruhend, wie es aussieht, und eher eine Frau der leisen Töne ist Maria - und ich sehe sie, obwohl das heute nicht passiert, in einem schmeichelnden Gewand die

"Showtreppe" in ihrem Haus hinuntergleiten.

Stattdessen erzählt sie ein wenig von ihren Hobbys, nicht viel über sich selbst, führt die Crew und somit auch die Zuschauer durch einen Teil ihres Hauses

und macht sich dann sehr konzentriert und akribisch an die Küchenarbeit, bei der sie von ihrer 14jährigen Enkelin Julia unterstützt wird.

Armin spekuliert im Vorab-Interview: "Die Suppe klingt nach Oma ...". Dem kann Armina, die mir bereits durch kräftiges Spachteln von Speisen - und anstößigen Bemerkungen über Deutsche - aufgefallen ist, nur zustimmen.

"Sie ist eine feine Oma", spuckt Armina später aus. Und zu Recht untertitelt Vox hier: "Armina redet sich um Kopf und Kragen."

Warum soll eine Suppe nach "Oma" klingen? Essen jüngere Leute keine Suppen?

Überhaupt sollte man den Begriff "Oma" ausschließlich für die eigene Oma verwenden - und nicht fremde Leute oder Mitstreiter mit dieser Bezeichnung absegnen!


Das Menü

zeigt Marias enormen Ehrgeiz am Herd. Bereits vorbereitet sind so einige Bestandteile des Menüs, wie zum Beispiel die

Reispapierblüten, die die Suppentassen abdecken und bei deren Durchstechen die Gäste auf eine Champignonsuppe stoßen.

Als Einlage gibt es Zuckerschoten, die Julia vorab in exakt 4 cm-Streifen schneiden musste. Da die Schoten in der

Suppe liegen, hat diese Akribie schon etwas Sonderliches: es hätte gereicht, sie ohne Lineal nach Augenmaß kleinzuschneiden.

Der Hauptgang ist ein Beispiel für Surf & Turf: auf die Gebirgsgarnelen aus der Steiermark ist Maria gekommen, weil der Koch der Oscar-Verleihung, Wolfgang Puck, in diesem Jahr diese Garnelen hollywoodtauglich gemacht hat. Ich sehe Maria,

wie sie fein gewandet vorm Fernseher die Oscar-Verleihungen ansieht ... in einer Jogginghose auf der Couch lümmelnd kann ich sie mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Der Nachtisch ist zum größten Teil vorbereitet - und sieht am Ende einfach nur entzückend und zum Reinbeißen aus.

Ich bezweifle keinen Moment, dass Maria alles Vorbereitete selber zubereitet hat ... aber: fair ist das anderen gegenüber nicht, die live an ihren Dinner-Tagen alles erledigen, was zu erledigen ist. Allerdings ist Maria nicht die einzige und vor allem nicht die Erste in dieser Sendereihe, die recht großzügig die schwierigsten Dinge vorbereitet hat, um es am Ende einfacher zu haben - und eventuelle "Unfälle" vor laufenden Kameras zu vermeiden.


Fazit

Auch Marias Ehemann Harry hat einen sehr kurzen Auftritt in der Sendung, der natürlich mit einer Aufgabe - dem Fleischparieren - verbunden ist. Auf die Frage, ob Maria wohl gewinnen könnte, antwortet er diplomatisch u. a. "Der Bessere soll gewinnen."

In messbaren Disziplinen - wie einem Marathonlauf - wäre dies auch so, aber in dieser Sendung ist es leider nicht konsequenterweise genau so, denn es spielen bei der Punktevergabe viele Faktoren eine Rolle, die nur die Bewerter erklären könnten.

Die Punkte: 10 gibt Birgit, je 9 Christian und Armin, 8 zückt Armina.

Mit 36 Zählern ist Maria am 2. Tag auf dem bislang 1. Platz.

Leise - wie Maria - verabschiede ich mich zu "München Mord".


Guten Morgen, Gruß Silvia


Dienstag, 12. August 2025

11. August 2025 - Vox - Das perfekte Dinner: Montag in Graz bei Armina



Vorspeise: Tierischer Spaß am Knusperbogen - Käferbohne / Rind / Bagel
Hauptgang: PPP - Pipperl / Paprika / Parpadelle
Nachtisch: Steirisches Gold - Kürbiskernöl / Eis / Marille




Einer hat keinen Appetit zum Essen,
der andere hat kein Essen zum Appetit.

- Jüdisches Sprichwort

Es geht frech und überheblich los, denn Armina meint, die Österreicher hätten das "bessere Essen". Wir in Deutschland haben in etwa die gleichen Lebensmittel, aber es kommt

nicht darauf an, welche Zutaten man zur Verfügung hat, sondern

was man koch- oder meinetwegen auch zusammenrührtechnisch aus ihnen macht.

Ich sage schließlich auch nicht, dass wir Deutschen das bessere Deutsch sprechen ...

Aber um die Sache rund zu machen, lässt Armina sich nicht lumpen und setzt obendrauf: "Die Österreicher sind oft viel herzlicher als die Deutschen."

Und beides klingt keineswegs, als meine sie es als einen augenzwinkernden Seitenhieb aufs Nachbarland ...

und aus dem Mund einer 32jährigen psychologischen Beraterin dröhnt das zugleich wie ein pauschales Urteil, um die Guten von den nicht so Guten unterscheiden zu können und dies festzutackern.

Die Grundlage der Tätigkeit einer psychologischen Beraterin ist allerdings kein Studium, sondern ein 12monatiger Lehrgang.

Immerhin nennt sie ihren und den Ablaufplan ihrer Schnibbelhilfe Blanca "Zur Freude-Liste", obwohl das rein gar nichts daran ändert, dass es ein Plan fürs Tagespensum ist. Es sind nur hohle Worte, aber ich erkenne, dass die beiden

Frauen Spaß haben, von einem TV-Team begleitet zu werden.


Das Menü

In der Vorspeise und beim "tierischen Spaß" (ich mag solche Menü-Beschreibungen überhaupt nicht) handelt es sich um einen Tafelspitz, den sie nach der Garung in ichweißnichtwas einlegt - und der auf den Tellern reichlich bemessen rüberkommt. Vielleicht ein bisschen zu sehr für einen 1. Gang in einem 3-Gang-Menü.

Pipperl gleich Hühnchen. Ich bekenne, dass wir in Deutschland nicht solche niedlichen Namen verwenden. Was mir recht ist.

Die Nudeln bereitet sie von Hand zu - aber insgesamt sieht jeder tiefe Teller nicht nur farblos gefüllt aus, sondern macht es auch schwer, aus ihm zu essen. Aber auf einem flachen Teller wäre die Paprikasoße, die eher wie eine Suppe rüberkommt, vermutlich über den Rand geschwappt.

Auch wenn ich rezeptemäßig und lebensmitteltechnisch Zugang zu Kürbiskernen und Zucchini habe - werde ich einen Kuchen aus beidem sicher nicht nachbacken. Und einer der Kandidaten hat Recht: ein Schokoladen-Eis passt nicht zu diesem Kuchen.


Fazit

Bislang sehe ich am Tisch keine einander herzlich zugewandte Runde, was sich natürlich noch ändern kann. Alle lernen sich gerade erst kennen, auch unter der Voraussetzung, dass es sich um einen Wettbewerb handelt.

Arminas Fazit zu ihrem Dinner und allem Drumherum: "Mir hats gut geschmeckt, und das ist am Wichtigsten."

Sicherlich drückt sie sich hier nur etwas unglücklich aus ...

Die Punkte: je 8 geben Maria, Christian und Armin, 9 gibt Birgit.

Armina darf sich über 33 Zähler freuen.

Ich freue mich, als es 20.15 Uhr schlägt.

Hätte sie sich ein paar Bemerkungen übers Nachbarland gespart, wäre ihr TV-Auftritt nur langweilig gewesen, so ist er überdies ein wenig ärgerlich. Aber am

Ende kann ich alles locker als irrelevant und lachend abhaken.


Guten Morgen, Gruß Silvia


Samstag, 9. August 2025

9. August 2025 - Alternative Fakten: Die Geschichte vom Schnuppern der Hunde ... und was daraus entstanden ist. Neuveröffentlichung aus April 2022

Bienchen


Alternative Fakten
Die Geschichte vom Schnuppern der Hunde ... und was daraus entstanden ist ...

Es soll gar nicht Mark Zuckerberg gewesen sein, der Facebook "erfunden" hat. Wie wahr das ist, belege ich in diesem Alternative-Fakten-Beitrag. - Denn  es gibt im Prinzip kaum etwas Neues auf der Welt, das es nicht bereits vorher in etwas anderer Form gegeben hat - und das Menschen aufgreifen, um scheinbar absolut Neues aus der Taufe zu heben. Am 4. Februar 2004 startete Facebook -

aber: wer hat es erfunden? Nein, auch nicht die Schweizer!

Irgendwann in den 2000er Jahren ging ein Student mit dem Hund seiner Mutter spazieren. Viel Erfahrung mit Hunden hatte er nicht und keine Ahnung, wie diese "drauf sind"  und was ihnen Spaß macht. Aber dieser Spaziergang veränderte sein Leben - und das von uns am Ende und als Ergebnis eben auch:

Der Hund hieß vielleicht "Bonbon" oder "Candy", denn er hatte für den Studenten ein ganz süßes Bonbon parat, das dieser sofort in seinem Gehirn-Apparat zu einer fixen Idee umarbeitete, die am Ende weltweit Furore machte - und sie ziemlich veränderte.

Seine Mutter hatte dem jungen Mann gesagt, Bonbon gehe gern in einem Wald spazieren. Er war ein braver Sohn und fuhr mit dem ungeduldigen Hund zum nächsten Wald. Dort sprang Bonbon aus dem

Auto, um sich sofort um den ersten Grasbusch ausführlich zu kümmern. Der Hund schnupperte sich die Nase an den Grashalmen wund - und konnte sich überhaupt nicht mehr losreißen. Dann hob er sein linkes Hinterbein und pinkelte ins Gras, und gleich danach hob er sein rechtes Hinterbein und pinkelte auf eine andere Stelle.

"Hunde lesen "Zeitung,", wenn sie schnüffeln", hatte seine Mutter ihm einmal erzählt, und obwohl er ihr selten zuhörte, erinnerte er sich daran, "und dann antworten sie auf Zeitungsberichte, indem sie drüber pinkeln."

Bonbon lief weiter, teilweise auch an vielen Bäumen einfach vorbei - bevor ihn der eine oder andere Baum jedoch besonders zu interessieren schien. Hier verweilte er eine Zeitlang, schnüffelte und schüttelte dann ein paar Pipi-Tropfen aus seiner Blase.

Danach wiederum nahm Bonbon Fahrt auf und lief nur aus lauter Lebensfreude durch den Wald. Bis er einen

Rosenbusch entdeckte. Gehörte der überhaupt in den Wald? Und hatte der Hund ihn gerade eben erst entdeckt und fand ihn so

wunderschön, dass er sich von ihm kaum trennen mochte.

Bonbon schnupperte, Bonbon pinkelte, Bonbon "las" auf Hunde-Art und gab Antworten, die ihm im Urin brannten.

Aha, dachte der junge Mann: so kann man miteinander kommunizieren, ohne sich zu sehen - und das, ohne dass man sich überhaupt jemals persönlich trifft.

Manche Gerüche knurrte Bonbon sogar an - und es war klar, dass man in der übertragenen Form, die ihm gerade in den Sinn kam, auch böse auf Berichte reagieren konnte ... 

Nachdem der junge Mann so viel von dem Hund gelernt hatte, setzte er sich vor seinen Computer und versuchte, das Gesehene und Gelernte in ein Programm umzusetzen ... dass es ihm gelungen ist, weiß man, seitdem es Facebook gibt.

Dort kommunizieren einander völlig unbekannte Leute miteinander, manchmal in tiefer Einigkeit, manchmal mit bösen Unterstellungen. Mal ganz sachlich, mal völlig unsachlich. Mal gelangweilt, mal interessiert. Jede Gefühlsregung ist dort abgelegt.

Der junge Mann und seine Freunde wurden reich durch Facebook ... aber die

Idee

hatte ein Hund.

Gut, dass Hunden Reichtum schnurzpiepegal ist: sie möchten nur ein gutes und behütetes Leben führen.


Guten Tag, Gruß Silvia




Dienstag, 5. August 2025

4. bis 8. August 2025 - Vox - Das perfekte Dinner - Camping-Spezial - Wiederholung aus August 2024


In der vorläufig letzten Wiederholungs-Woche geht es zurück ins Jahr 2024 - und noch einmal hinein ins Camping-Leben,

das ziemlich unterschiedlich sein kann.

Die erste Camping-Köchin heißt Gaby.

Ihr Menü:

"VON ALLEM EBBES!"
Vorspeise: Thunfisch trifft auf Avocado-Gurke-Apfel
Hauptgang: Rind begleitet von Spargel, Speck, Steinpilzen und Reis mit Jus
Nachtisch: Die Vereinigung von Erdbeeren und Sahne, begleitet von einem lauwarmen Spanier mit Schuss


Mein Titel:

Ohne Stress auf engem Raum


Hier der Link zu meinem damaligen Blog-Beitrag:





Am 2. Tag der Camping-Ausgabe langweilt Antonia die Zuschauer ... also ist es gut, dass die Veranstaltung unter freiem Himmel stattfindet und man seine Blicke in die Umgebung schweifen lassen kann.

Antonias Menü:

"Turbo-Tonis tolle Teller"
Vorspeise: Tonis Turbostart - Knoblauchbrot aus dem Moped mit Mango-Avocado-Salat
Hauptgang: Tonis Tauchgang - Zander mit Bandnudeln, Spargel und einer nicen Zitronensoße
Nachtisch: Tonis Traumkombination - Ehrenloses Schokoküchlein mit Kokosschaum und Maracujasoße


Mein Titel:

Turbulenzen toppen Top-Toni


Hier der Link zu meinem damaligen Blog-Beitrag:





Ziemlich großzügig ist Heiko mit der "Zeit" umgegangen. Auch das führte am Ende zu nicht ganz so großzügigen Punkten.


Sein Menü:

Vorspeise: Heimischer Forellen-Zopf in grün und weiß - Forelle / Spargel / Spitzkohl / Soße
Hauptgang: Spanien trifft Eifel mit buntem Abgleich in pfiffiger Sauce - Iberico / Rind / Pilze
Nachtisch: In Blättern verborgene Früchte mit einem Hauch aus Madagaskar - Beeren / Blätterteig /Vanille


Mein Titel:

Alexander (wird Fleischi genannt) hat goldenes Besteck, aber kein goldenes Händchen fürs Kochen. Statt zu kochen redet er, als wolle er den

Sender Vox höchstbietend verkaufen.

Sein Menü:

"Fleischis Aloha-Dad-Vanlife-Dinner"
Vorspeise: Kielifornia Surf & Turf - Bruschetta / Lachs / Zucchini / Karotte / Garnelen
Hauptgang: Smokey Sunburn - Pulled Turkey / Coleslaw / Kartoffeln / Sour Cream
Nachtisch: Hang loose - doux défi - Mascarpone / Joghurt / Beeren / Crumble


Mein Titel:

Aloha! . Aloha? . Hang Loose!


Hier der Link zu meinem Blog-Beitrag:





Vielleicht kocht Tim unter dem Motto "Die Letzten werden die Ersten sein"?

Sein Menü:

"Von meinen Reisen"
Vorspeise: Rote-Bete-CAR-paccio - Rote Bete / Speck / Parmesan
Hauptgang: Fisch auf Obstwiese - Kabeljau / Süßkartoffel / Birne / Rosmarin
Nachtisch: Hopes süße Träume - Apfel & Zimt / Zitrone & Vanille / Quark & Holunder

Mein Titel:

Camper (nicht ganz) unter sich


Hier der Link zu meinem damaligen Blog-Beitrag:



Mir bleibt, allen Lesern ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir erwarten heute - am 9. August 2025 - sommerliche 27 Grad und satte 13 Sonnenstunden.

Tim seinerseits darf nicht nur beim Camping-Spezial als Letzter kochen, er beschließt damit auch die Wiederholungs-Wochen.

Ab der nächsten Woche gibt es Neuausgaben der Sendung, und die beginnen mit Grazer Menüs.



Guten Morgen, Gruß Silvia




Samstag, 2. August 2025

2. August 2025 - Rassismus (im Bus) ... Neuveröffentlichung vom 19. Juni 2021


Rassismus (im Bus)

Rassismus ist natürlich keine Einbahnstraße, denn jeder kann davon betroffen sein, egal, welche Hautfarbe er hat - die Voraussetzung ist nur, dass er eine andere als der Rassist hat.

Aber ich will hier gar nicht über den Rassismus gegenüber Menschen im allgemeinen schreiben (obwohl das natürlich hier eine Rolle spielt), sondern über den gegen

Hundehalter.

Das beginnt manchmal damit, dass die Halter von großen Hunden meinen, nur sie allein hätten richtige Hunde ... die Frage ist, wie "falsch" kann ein kleiner Hund sein, wenn er die DNA eines Hundes hat und man in ihm vielleicht auch noch Rest-DNA des Wolfes findet?

Aber das fällt in die Kategorie, dass man eben nicht jeden anderen Hundehalter als lieben Menschen ansehen kann ... beim besten Willen nicht. Ein anderes Thema, nicht heute ...


Im Bus

Täglich und jahrelang fuhr ich mit einem Gelenkbus (das ist wichtig, denn solch einer ist ein recht großes Fahrzeug) in Richtung Universität und natürlich zurück. All die freundlichen Begebenheiten, die daraus resultierten, dass ich stets von Robin und Bienchen begleitet wurde, kann ich gar nicht zählen. Zum Glück gibt es viele tierliebe Menschen.

Aber es gibt auch die anderen:

saß ich - Bienchen auf dem Schoß, Robin zu meinen Füßen

(oft wurde ich freundlich gefragt, warum Bienchen immer und Robin nie auf meinem Schoß sitzt - aber Robin wollte das eben nicht, weil er seine Selbstständigkeit liebte)

- allein auf einem Vierersitz, konnte der Bus noch so voll sein,

kein muslimischer Student setzte sich zu uns.

Das waren natürlich keine Zufälle und erst recht keine Einzelfälle. Das passierte fast täglich. Insoweit hatte ich Verständnis dafür, falls ich nicht noch zusätzlich angefeindet wurde. Im übrigen habe ich mich auch nie zu einer muslimischen Studentin gesetzt, wenn ich schon ahnen konnte, dass sie sofort aufstehen und weggehen oder weglaufen würde, hätte ich es getan ... ich bin ja rücksichtsvoll. Aber vor allem wollte ich keine Konfrontationen - und damit einhergehende Enttäuschungen.

Die gab es dann jedoch sehr oft aus heiterem Himmel. Da wurden die hanebüchsten Forderungen an mich als Hundefreundin gestellt:

Ich greife ein paar Beispiele heraus, denn alle aufzuführen, würde (leider) den Rahmen sprengen:

Ich saß auf einem Vierersitz, der von einem Pendant durch den Gang getrennt war. Dort saßen drei muslimische und eine wohl deutsche junge Frau. Letztere fühlte sich als Sprachrohr ihrer Freundinnen und forderte mich tatsächlich auf, aus dem Bus auszusteigen,

denn meine Anwesenheit mitsamt zwei kleinen Hunden würde die Gefühle ihrer Bekannten verletzen.

Kurz geschluckt, und dann habe ich ihnen empfohlen, selber aus dem Bus zu steigen.

Eine weitere Person an einem anderen Tag

(wer braucht auch schon mehrere solcher Vorkommnisse an einem einzigen Tag)

setzte sich mir dicht gegenüber (ich saß bereits vorher dort)

 ... und wollte, dass ich mir einen anderen Sitzplatz in dem großen Bus suche, weil sie allergisch gegen Hundehaare sei. Die war voll auf Konfrontation aus, aber es ist niemals mein Problem, wenn andere Leute derart unzufrieden mit sich selber sind.

Als letztes von vielen hier nicht genannten und ähnlichen Beispielen möchte ich die junge muslimische Frau (mit einem Kleinkind) erwähnen, die zu

schreien anfing, als ich in den Bus stieg. Ja, sie schrie, als würde sie jemand an Leib und Leben bedrohen.

Dadurch wurde ich selber und innerlich derart aggressiv

(aus bitterer Erfahrung wusste ich schließlich sofort, warum diese Frau schrie),

dass ich mich auf den Vierersitz niederließ, der nur durch einen Gang von ihrem getrennt war. Immerhin genug Platz, damit sie ihre Fassung hätte wiedererlangen können. Es gelang ihr jedoch nicht ...

in diesem Fall hat sich der Busfahrer eingemischt und sich auf meine Seite gestellt. Seine Worte möchte ich nicht wiederholen, sie waren aber sehr deutlich.

Ich möchte es nicht versäumen, jene Tunesierin zu erwähnen, die sich völlig freiwillig zu uns gesetzt hat. Das tat sie fortan immer (über viele Jahre), wenn wir im Bus aufeinandertrafen ... und sie sprach mich freundlich an, um auch etwas über Robin und Bienchen zu erfahren.

Wir kamen während dieser vielen  Begegnungen ins Plaudern ... unter anderem erfuhr ich, dass sie ihr Kopftuch nicht wirklich freiwillig trägt ...


Robin und Bienchen

haben all diese negativen Vorkommnisse zum Glück nicht mitbekommen. Für Robins Dafürhalten hatte er ohnehin nur positive Begegnungen im Bus, denn er hatte dort seine eigene kleine Fan-Gemeinde, die sich stetig vergrößerte.

Bienchen war auch das gleichgültig, denn sie interessierte sich nicht sonderlich für andere Menschen. Sie hatte schließlich mich, mag sie sich gesagt haben.

All die positiven Ereignisse habe ich nicht vergessen, die negativen leider auch nicht. Allerdings hake ich die negativen Bus-Erlebnisse mit diesem heutigen Beitrag ab. Seit mindestens zwei Jahren fahre ich ausschließlich mit dem Auto.


Guten Tag, Gruß Silvia