Unser 30jähriges ... 1996 bis heute
Am Anfang ist alles wunderbar, erfrischend und absolut neu. Wie immer, wenn man vernarrt ist, will man nie ohneeinander sein. Aber im Gegensatz zu Paul McCartney, der zum Besten gegeben hat, dass er sich an seine eigene Geburt erinnere,
kann ich mich nur noch vage entsinnen, wie wir zueinander gefunden haben. Irgendwann - ich glaube, es geschah im Mai 1996 - gab es dich einfach in meinem Leben, und fortan warst du mein ständiger Begleiter. In wechselnden Kostümen bis heute.
Damals hast du quasi noch in den Kinderschuhen gesteckt und warst jung wie ein freundliches "Guten Morgen" um 6 Uhr in der Früh, obwohl du kein fröhlicher Wecker warst und kein lustiges Lied von dir gegeben hast. Du warst wirklich ein Schatz, von dem damals so manch einer geträumt und mich beneidet hat. Oder dachte, das wird sich schon von selbst wieder erledigen. Ist ja nur Angeberei. Oder gar nicht wusste, dass so etwas wie du überhaupt existiert.
Wirklich schön warst du nicht und schick wäre selbst 1996 anders gegangen, aber du hast mir eine völlig neue Tür geöffnet - und mir besonders unterwegs ein bisschen mehr Sicherheit gegeben.
Im Laufe der vielen Jahre hast du dich ganz schön gemausert und bist mir mühelos über den Kopf gewachsen. Eine Frage an dich - und schon kommt die Antwort. Du bist superschlau und hast die Weisheit und die Erfahrungen der ganzen Welt intus. Ein toller Typ,
den heute jeder hat, den jeder mit sich herumträgt und in den viele ständig hineinglotzen, bis sie irgendwann den aufrechten Gang verlieren.
Ja, ich meine mein Handy. Mein 1. war eines aus dem e-Plus-Netz. Und viel mehr als Telefonieren und SMS schreiben war nicht möglich. Das Internet war noch in Lauerstellung, um uns
irgendwann so zu faszinieren, dass viele ihre Finger nicht mehr davon lassen können: in Bussen, Bahnen, sogar im Auto, auf Reisen, in Restaurants, in denen man sich auch persönlich unterhalten könnte - und vermutlich lebt es sogar in nächtlichen Träumen sein geregeltes Da- und Immer-Präsent-Sein.
Wenn uns etwas voll im Griff hat, dann diese Krake! Nicht wie das gleichnamige possierliche, kluge Tierchen, sondern wie ein globales Suchtmittel, das Daten sammelt, aber unverzichtbar ist. Man hasst und man liebt es. Womöglich beides gleichzeitig.
Guten Tag, Gruß Silvia
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