Freitag, 31. Juli 2020

31. Juli 2020 - Fans.


Ein Fan ([fɛn]; von LateinFanaticus – von der Gottheit ergriffen, in rasende Begeisterung versetzt  ... Auszug Wikipedia


Fan?

Landläufig bedeutet Fan-Sein natürlich, AnhängerIn von jemandem oder einer Sache zu sein, auch eine Idee kann sicher Fans haben.

Ich selber bestreike und bestreite jedes Fan-Tum. Ich war noch niemals von irgendwem oder irgendetwas ein Fan

Es gibt viele Ideen, die ich sehr gut finde und manch eine unterstütze ich auch, aber ich bin doch kein Fan - nicht von Gottheit ergriffen oder rasend begeistert.

Es gibt gute Schriftsteller, deren Bücher ich sehr gerne lese - aber ich lasse sie gnadenlos fallen, wenn mir ein Buch nicht gefällt ... und scheue sogar vor dem diesem Buch folgenden des Autoren zurück.

Vermutlich verpasse ich nicht wirklich viel, selbst, wenn ich mich irre.

Ähnlich ist es mit Schauspielern: Manche mag ich in manchen Rollen, in anderen lehne ich sie absolut und von vorne herein ab. Nicht jeder Schauspieler kann alles spielen, was ihm in den Kram passt - es gibt so manche Fehlbesetzungen.

Das tangiert mich allerdings nicht besonders, da es immer Alternativen gibt.

Sehr bekannt ist der Fußball für seine breite Fan-Basis: Da mich Fußball überhaupt nicht interessiert, halte ich mich hier trotzdem nicht zurück:

Wie ist es denn, wenn man Fan von einem Verein ist, seinen Spielern, seinem Trainer - und im nächsten Jahr sind die meisten von ihnen ausgetauscht worden?

Manche Spieler kicken in anderen Vereinen - wechseln dann seine vorherigen Fans dorthin oder bleiben sie doch dem Ursprungs-Verein treu?

Fan-Sein ist wirklich anstrengend. Eine Anstrengung, der ich mich nie unterworfen habe.

Mir gefallen auch mal diese und mal jene Songs - ein erklärter Fan muss ich nicht sein, um mir heute jene Musik um die Ohren zu hauen und sie ab morgen nie wieder hören mag.

Immerhin ist dieses Wort "Fan" völlig überstrapaziert und verliert nach und nach an Bedeutung:

Das obige Foto habe ich auf einem Auto gesehen - es handelte sich um einen Firmenwagen, und ich habe vergessen, was diese Firma anbietet, aber es könnten

Sanitär-Leistungen sein. Unvorstellbar sehe ich mich als Fan eines Klempners ...

obwohl dieser Werktätige durchaus hilfreich sein kann, wenn das Klo verstopft ist. Da fällt jede Musik, jeder Fernseh-Koch oder jeder Schauspieler

enorm in den Hintergrund ... wenn das eigene Klo unbenutzbar ist. Dann bin ich zumindest zum Zeitpunkt des Klo-Wieder-Flott-Machens ein

absoluter Fan des Klempners.

Noch rechtzeitig fällt mir jedoch ein, dass ich zwei Toiletten habe - sehr unwahrscheinlich, dass beide zur selben Zeit verstopft sein könnten. Also ... bin ich auch kein

Klempner-Fan.

Doch ansonsten: Ich wäre eben kein guter Fan, weil niemals treu. Eher wankelmütig.

Kommentiere ich - und sei der Kommentar auch noch so kurz und nichtssagend - etwas auf z. B. einer Facebook-Zeitungs-Seite,

bekomme ich kurz danach den Hinweis, ich sei ein

Top-Fan

dieser Seite.

Zum Glück gibt es die Funktion, dieses Prädikat abzulehnen, was ich dann nutze. Überflüssige Clicks sind das trotzdem.  Und es zeigt nur, in welch trüben Gewässern nach Fans gefischt wird.

Natürlich geht das vermutlich von Facebook selber aus, nicht von den Zeitungen. Die aber sollen sich über ihre vielen Fans freuen,

während Facebook sich freut, wenn Zeitschriften wiederum ihre Fans sind.

Ich bin Fan von nichts und niemandem.


Guten Tag, Gruß Silvia


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