Freitag, 2. Oktober 2026

2. Oktober 2026 - "Sei der Mensch, den dein Hund in dir sieht" - Zitat




"Sei der Mensch, den dein Hund in dir sieht" - Zitat


Natürlich wäre so mancher baff erstaunt, dass sein Hund in ihm ein leicht manipulierbares Wesen sieht: kaum rollt Hund mit seinen Kulleraugen, fliegen ihm auch bereits die Leckerchen ins Mäulchen.

Bei von manchen Hundetrainern empfohlenem (5 Hundetrainer = 6 Meinungen) häufigen Richtungswechsel, in dem Hund und Halter drei Meter laufen, dann genau diese drei Meter zurücklaufen - und dies in Dauerschleife - denkt der Hund vermutlich,

sein Halter sei ein unentschlossener Charakter. Oder leide gar an Schlimmerem. Aber er lässt sich nichts anmerken, denn angeleint kann er das schließlich nur noch beeinflussen, indem er die Füße in die Erde stampft und hofft, so auch das Karussell in seinem Kopf zu stoppen. - Doch der Hund verzeiht Vieles

und liebt sein Herrchen oder Frauchen trotzdem. Die bezeichnen sich selber jedoch meist als Mama oder Papa, so dass den meisten treuen Vierbeinern diese Begriffe geläufiger sind. Und: Mama und Papa kann man gut gegeneinander ausspielen. Der eine erlaubt, was die andere verbietet - und das vierbeinige Kind weiß genau, wann es sich besser an den einen oder die andere hält. So kann es

durchaus sein, dass manch ein Hund sich für wesentlich schlauer hält als seine zweibeinigen Begleiter.

Wenn er denn in unseren Kategorien denken würde ...

Vermutlich denkt er eher visuell, instinktiv und gemäß seinen Erfahrungen  - im Auto und auf dem Weg zum Wald kennt er genau die letzte Kurve, die ihn an sein Ziel bringt. Und sieht er seiner

Mama und seinem Papa tief in die Augen, leuchtet auch in seinen die Liebe. Und vielleicht ein bisschen Bewunderung - zum Beispiel dafür, dass wir auf zwei Beinen laufen können, während sie vier benötigen. Oder dass wir nicht nur den Kühlschrank, sondern auch Futter-Dosen öffnen können. Oder sie bewundern uns einfach nur dafür, dass wir ihnen die schönsten Spazierwege zeigen und immer für sie da sind. Selbst Tierarzt-Besuche verübeln sie uns nicht, zumindest nicht im Nachhinein, wenn es endlich wieder raus auf die Straße geht ...

Mein Bienchen (13. Oktober 2003 bis 25. Januar 2021) musste ebenso wie Robin (13. Januar 2004 bis 6. September 2019) ab einem gewissen Alter einmal jährlich die Zähne saniert bekommen.

Robin hat sich stets gegen die einleitende Narkose gewehrt - und gar nicht auf mich geachtet. Er war mit dem Krieg gegen das Medikament mehr als beschäftigt.

Bienchen hingegen ... guckte mich in diesen letzten Momenten, bevor sie vorübergehend tief eingeschlafen ist, an, als sei ich nicht nur ihr Liebstes auf der Welt, sondern so etwas wie eine überirdische göttliche Instanz. Diese Blicke (unter Medikamenten) werde ich niemals vergessen - so außergewöhnlich innig waren sie.

Natürlich konnte ich diesem Blick nie entsprechen oder gar der Mensch sein, den sie in diesen Momenten in mir gesehen hat - aber ich habe damals und gebe heute stets mein Bestes, um eine

gute Hundemutter zu sein, die diese Liebe verdient.

Charlie (gest. am 12. Dezember 2022), der im Tierheim ununterbrochen geweint hat - hat nach ein oder zwei Stunden in seinem neuen Zuhause bei mir bis zu seinem Lebensende damit aufgehört.

Und Momo ist heute mein großes Glück - und ich wäre gern so, wie sie mich sieht: sicher nicht so verklärt wie es Bienchen getan hat, eher realistisch, bestimmt auch mit einer Portion Nachsicht, aber großer Anhänglichkeit.

Für seinen Hund ist es so leicht, der Mensch zu sein, den er in uns sieht. Alles andere ist eine andere Sache ...


Guten Tag, Gruß Silvia


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