Vorspeise: Rote-Bete-Carpaccio mit Ziegenkäse-Creme, Honig, Walnüssen und warmen Kürbisbrötchen
Hauptgang: Zanderfilet auf Safran-Risotto mit Zitronenschaumsauce und Lime-Kaviar
Nachtisch: Dracula-Muffins mit rotem Blutkern
Graf Dracula ist Ehrengast
Bram Stokers "Dracula" und all seine Interpretationen davon sind mir immer fremdgeblieben, denn für genau solche Geschichten fehlt mir die Freude darauf, das Interesse daran und anfangen kann ich rein gar nichts damit.
Das sieht natürlich bei der 63jährigen Lucia anders aus, denn immerhin stammt sie nicht nur aus Rumänien, sondern aus dem dortigen Gebiet
Transsilvanien. Dem Ländernamen nach muss es dort viele Wälder geben - und tief verbunden ist er mit einem Vampir, der bereits viele weitere Schriftsteller und Drehbuchautoren nach Stoker inspiriert hat, die Geschichte neu aufzugreifen oder weiterzuspinnen.
"Tot, aber glücklich" heißt einer von vielen Filmen, und trotzdem ist Graf Dracula nicht "totzukriegen", denn er ist wohl bereits tot.
Auch in der heutigen Sendung mit der Wellness-Beraterin Lucia, die eine weitere, sehr kleine Geschichte um den Vampir zu einem Dinner zusammenfügt, steht er wieder einmal auf ... und sorgt für ziemlich viele Punkte, die sich mitten in der dunklen, späten Nacht zu einem großzügigen Urteil zusammenfügen, genau so, als wäre mehr Blut für Dracula geflossen, als er benötigt hätte.
Das Menü
In der Küche hat Lucia Hilfe von ihrem Mann - und trällert ein paar Lieder, die gar nicht düster klingen, denn sie singt aus voller Inbrunst, aber nicht mit viel Hingabe an Tonlagen. Egal. Sie ist fröhlich, lacht gerne - und wirkliches Blut gibt es natürlich auch nicht. Wie das in Filmen eben ist ...
Das Rote Bete-Carpaccio samt Beilagen sieht nett aus, aber für Ben hat sich der Aufwand für die Kürbisbrötchen nicht gelohnt.
Das Risotto im Hauptgang könnte den Namen "Seltsam" tragen, denn schlotzig sieht anders aus, und nur schlotzig beschreibt ein gelungenes Risotto. Der Fisch hingegen ist verunglückt übergart.
Auch der eine oder andere Gast spricht davon, dass er trocken ist. Kein Wunder, denn nach dem Garen in der Pfanne wurde er noch im Ofen nachgegart - und aus übriggebliebenen Einzelteilen wieder zusammengesetzt.
Und wenn die Gäste schon in den ersten zwei Gängen nicht direkt auf Dracula gestoßen werden, so richtet es der Nachtisch:
Die Muffins bekommen Gesichter, Reißzähne und angedeutetes Blut, als wären sie das Highlight auf einem Kindergeburtstag - doch die Hauptsache ist natürlich, dass sie an den bösen Grafen erinnern, dessen Geschichten wiederum eher nichts für Kinder sind.
Fazit
Und: es geht schon wieder los! Was? Na, das,
denn Antonia hat unverzüglich nach ihrem Eintreffen bei Lucia das Gefühl, als wäre sie "nach Hause gekommen". Klar, denn wenn man nach Hause kommt, trifft man dort öfter auf Fremde ...
Auch Lucia ist bereits vor dem 1. Gang klar, dass es ihr vorkommt, als würde man sich schon lange kennen.
Trotzdem wird ihr nach einem sehr langen Abend natürlich niemand helfen, die Küche wieder auf Vordermann zu bringen. Ich bewundere Lucia,
die bei all dem Chaos nicht den Überblick verliert.
Die Punkte: 9 gibt Johannes, je 8 Luna, Ben und Antonia.
Und obwohl dem einen oder der anderen der wirklich rote Faden zum heißen Grafen gefehlt hat, ergeben sich spätabends blutjunge 33 Zähler.
Biss-chen viel!
Guten Morgen, Gruß Silvia

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